• All die freien Räume (ECM 1187)


    Nur zwei Alben veröffentlichte der Pianist und Synthesizerspieler Rainer Brüninghaus als Bandleader, „Freigeweht“ (1981) und „Continuum“ (1984), und sie haben über all die Jahrzehnte hinweg nichts an Ausstrahlung verloren: „Freigeweht“ liegt nun in der ECM-Vinylserie „Luminessence“ mit tadelloser Pressung und Gatefoldcover vor, ergänzt von einem klugen Essay, der dieses kleine Meisterstück im Rückblick einordnet und verschiedene Facetten erhellt, etwa Spuren von Minimalismus in diesem sogenannten „kammermusikalischen Jazz“. Aber was heisst schon „Kammermusik“ bei so vielen sperrangelweit geöffneten Aussichten!? Vielen wird es so ergehen, dass sie sich diese lyrisch-aufregende Musik wieder und wieder anhören, weniger, um sich wohligen Erinnerungen zu überlassen, oder analytisch den Geistern eines anderen Zeit nachzuspüren (das wären allenfalls Begleiterscheinungen): alle Beteiligten sind schlichtweg „on fire“, von dem Komponisten selbst, der das Understatement jedem virtuosen Fingerzeig vorzieht, über den Meistertrompeter und die Schlagzeuglegende, bis hin zur „wild card“ des Oboisten und Englisch-Horn-Spielers! Für eine jüngere Generation von Hörern mag dieses Werk eine Eintrittskarte sein, andere aussergewöhnliche Alben des ECM-Katalogs kennenzulernen, in denen Brüninghaus als Sideman seine diskret-vielschichtige Magie verströmt, etwa Eberhard Webers „The Colours Of Chloe“, „Yellow Fields“ und „The Following Morning“, oder Jan Garbareks „I Took Up The Runes“. „Freigeweht“ reiht sich da, ohne grosses Aufheben, nahtlos ein: einsame Klasse in bester Gesellschaft!

    (Die Wiederveröffentlichung erscheint am 24. Februar. Musik: 10 / Klangqualität: 10 / Sequenz der Stücke: 10 / Fertigung und Gestaltung: 10 / Repertoirewert: 10)

  • “Shoot wildly, but have plenty of targets“ – some reverbs on Brian‘s third lecture


    In der Eröffnung dieser Vorlesung holt Brian Eno ein Buch mit Bildern des russischen Malers Kandinsky hervor, um Parallelen zu veranschaulichen zwischen den frühen, „konventionellen“ Abbildungen von „Realität“ in Kandinskys „gegenständlcher“ Phase (in der Musik wären das die Songs) zu seinen zunehmend abstrakter werdenden Bildern (das wäre, um bei der Analogie zu bleiben, „Ambient Music“, bei welcher die Figur, das umrissene Objekt, aus der Landschaft verschwunden wäre).

    Auf dem Bild, das Brian in die Kamera hält (s.o.) , sind noch Reste des „gegenständlichen“ Abbildens zu erkennen, das Abstrakte hat deutlich zugenommen. Eno erzählt die Geschichte, wie Kandinsky einmal auf ein Gemälde stiess, dass ihn sehr faszinierte. Er merkte anfangs gar nicht, dass es von ihm selbst war, da es versehentlich auf den Kopf gestelllt war, also, verkehrt herum aufgehangen wurde. Auf Anhieb war es abstrakt, selbst die „Reste des Gegenständlichen“ waren – ich sag es mal so – von der Bildfläche verschwunden.

    DON‘T UNDERESTIMATE THE POWER OF „LOW PASS FILTER“!

    Jan Bang could tell you something about this power.

    Ein zentrales Thema der Stunde sind „40 Tricks“, die manche berühmt gewordene Songs „benutzt“ haben, und die einen Teil ihres Zaubers ausmachen.

    Oft kleine oder grosse Details, die einem beim nicht-analytischen Hören gar nicht auffallen. Ruft euch einfach die (up front-)Basslinie aus Lou Reeds „Walk On The Wild Side“ in Erinnerung!

    Das ist genau der Teil der Lesung, bei dem klar wird, wieso Eno gerne „Professor Pop“ genannt wird. Was dabei übersehen wird, ist, dass viele seiner „Entdeckungen“ nicht von verkopften Experimenten herrühren, sonderm von purem Enthusiasmus für einen Sound, einen Song, eine Klangwelt.

    Hört euch den Titelsong seines 1974er Albums „Here Come The Warm Jets“ an, über den ich vorgestern ausführlich schrieb. Da kann man gewiss einige Tricks aus Enos „Trickkiste“ ausfindg machen, aber es wäre reines „mindfucking“, wenn damals nicht so ein umwerfender, tief emotionaler Song herausgekommen wäre.

    Genauso betrachtet Eno seine Ambient Music als „funtionale Musik“, und befrachtet sie nie mit transzendentalen, mystischen Bedeutungsebenen. Ironischerweise bringt diese sogenannte „funktionale Musik“ oft weitaus tiefere Resonanzen hervor, als diese nüchterne Herangehensweise vermuten lässt. Als ich Brian 1993 kundtat (Gegenstand des Interviews war das Album „Neroli“), dass ich viele Hörer kenne, die seiner Musik eine archetypische, mitunter jenseitige Qualität zuschreiben (als Beispiel führte ich „The Plateaux Of Mirror“ an), verwies er solche Reaktionen ins Feld persönlicher Freiheiten. Und beschreibt akribisch, wie er den Klaviersound von Harold Budd bearbeit hat. Aber ich schweife ab, allerdings nur zu gerne. „Here we are in the years“…


    Hier ein Ausschnitt des „Recaps“ von der dritten Lesung. „School Of Song“ leistet hervorragende Arbeit, das ganze Team. „Eno presents a list of recurring “40 tricks” that many successful songs employ. These are not formulaic recipes guaranteeing hits, but patterns that inject energy, memorability, and emotional pull into music.“ Here‘s a screenshot of the list, so you cannot click on the links.


    By the way, all these „tricks“ can be called „oblique strategies“, too, they undermine standard patterns, or „business as usual“. Let‘s go to the area of BACKING VOCALS & VOICE, and what Brian comes to mind here. ,Don‘t forget this is part of a webinar on songwriting. My flowworker exrcise for you dear reader: can you name another song with trick no. 18: „Instrument shadowing singing“?

    • A majority of popular hits incorporate backing vocals in some form. They invite communal participation and keep the track from being too self-centered on the lead singer.
    • They also add harmonic depth. Short call-and-response (“Is she really going out with him?” “Let’s ask her!”) transforms a monologue into a conversation.
    • Also mentioned: the deep voice on Litany and The Lord’s Prayer.
    • The autotune-like natural voice of Emma Robinson (“Stay” by Rihanna)

    Brian Eno sah sich selber eine Zeitlang (viel zu lang) als Backgroundsänger: das hielt manch besonderen „impact“ bereit, man lege nur „Remain In Light“ auf den Plattenteller.

  • February Revelations

    „Ich sehe ihn noch vor mir, wie er aufsteht, um mich in seinem Hinterhof zu begrüßen. Mit einem warmen Lächeln und einer herzlichen Umarmung und dieser Honk-of-a-Voice aus den Great Plains. Wir sprachen über Kaffee, die Freude am Unerwarteten, die Schönheit der Welt und lachten.“ (Kyle MacLachlan in seinem Nachruf auf David Lynch)

    (album) Wasylyk / Perman: Ash Grey and the Gull Glides On

    (film) Eno. Doc (von der Berliner Premiere berichtet Stephan Kunze)

    (prose) Robyn Hitchcock: 1967 – How I Got There And Never Left

    (talk) Learn To Fail Better – Chris Eckman

    (radio) A Playlist In Motion (DLF, march 27)

    (binge) David Lynch’s Twin Peaks – Three Seasons

    (archive) Rainer Brüninghaus: Freigeweht (1981)

    „Die bedeutendsten Bands bieten mutige Ideen, kleine Offenbarungen, verzweifelte Spiele und eine Schamlosigkeit, die ihnen erlaubt, jenseits ihrer Grenzen anzukommen und dort ein paar wundervolle Dinge zu entwickeln.“ Das sagte einmal Chris Eckman, und es lässt sich auf viele Bereiche der Kunst übertragen. Beispielsweise auf einige Filme von David Lynch wie „Mulholland Drive“, oder „Blue Velvet“. Unsere „Offenbarungen“ im Februar sind voller kleiner Entdeckungen und Zeitreisen. Selbst das Alltägliche kann durchaus fantastische Züge annehmen. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Ausser vielleicht: Safe Journey!

  • Zappas Soul, or: Selfie with Big Swifty in the Electric Cave


    Es gab in meinen zwei letzten Jahren auf dem „Max Planck“ ein Transistorradio in der Küche, und da spielte eines morgens Frank Zappa. Es war die Zeit seines fulminanten Jazz-Rock-Epos „The Grand Wazoo“, und bei diesem unvergesslichen Liveaufritt gab ein gewisser George Duke den Keyboardmeister, der Frank Zappas vertrackten Synkopen in jeden hintersten Winkel und darüber hinaus folgte. Ich hatte grossen Spass an dieser Musik, zumal ich meinen leichten „Kater“ vom Vorabend mit zwei grossen Gläsern Milch und einer Alka-Seltzer gut in den Griff bekam. Was für eine verspielte, wandlungsfreudig rockende Big Band!

    Frank Zappas Hang zur Satire sorgte dafür, dass ich das Opus irgendwo zwischen den Marx Brothers und Monty Python einsortierte. Nie in meinem Leben liess ich auch nur den geringsten Lacher los beim Ansehen eines Films der britischen Komiker, während der anarchistische Humor von Groucho und Co. mich meistens leichtfüssig einfing. Es passt dazu, dass ich „The Grand Wazoo“ seit damals mit einem gewissen Hin- und Hergerissensein hörte: enweder liess mich die ausgefuchste Big Band kalt, oder sie packte mich mit ihrer immensen Spiellaune, die, live dargeboten, noch manch freien Extralauf und Schabernack bereithielt.

    Zuletzt hörte ich das Album in wunderbar gelungenem Surround, und das Pendel schlug wieder aus in Richtung der unbändigen Freude von einst, anno 1972, in der Küche mit dem silbernen Toaster, dem kleinen Metallradio, George Dukes irrwitzigen Läufen, meinen 17 Lenzen, und zwei rasch heruntergestürzten Milchgläsern! Aber, im Vergleich, und im Gegensatz zu den historischen Rückblicken, mag ich den Vorgänger, „Waka Jawaka“, noch etwas mehr, purer Jazzrock von Mr. Zappa, und ich frage mich einmal mehr, wieso ich zu Zappa in meinen gesetzten Jahren tiefer vordringe als damals, in der wilden Jugendzeit. „Waka Jawaka“ in Surround und Stereo, das ist beides rundum gelungene Klangkunst voller body & soul!

    Ich schrieb eine längere Mail an die grosse „Zappa Family“, die für all die wunderbaren „reissues & archival discoveries“ sorgt. Darin ging es um eine andere Zappa-Lieblingsplatte, die ich in meinen Studentenjahren am liebsten hörte, „Zoot Allures“ (ich glaube, mich an die 4-stars-Besprechung in Down Beat zu erinnern) – und eine Gemehmigung, in einem Beitrag für den NDR auf ein „sehr inoffizielles“ Interview zurückgreifen zu dürfen, in dem Zappa einen einminütigen Lachanfall bekam. Demnächst mehr dazu. Long story short: sie schickten mir, neben einem freundlichen „Yes“, die Vinylwiederveröffentlichungen der beiden Fusion-Werke. Und sie klingen so fantastisch, wie es Mark Smotroff in „Analog Planet“ beschrieben hatte. Und sie haben SOUL (vielleicht habe ich das damals nicht wahrgenommen, morgens in der Küche, bei den zwei Milchgläsern. Es war das Jahr, in dem ich wie verrückt, Bo Hanssons „Lord of the Rings“ hörte.

  • Five Short Stories

    Jede Schallplatte, die einmal in deinem Leben einen persönlichen Nachhall fabriziert hat, erzählt eine Geschichte. Wie kurz und klein auch immer. Und es ist stets ein Stück gelebte Leben. Was in den kommenden Tagen, noch vor Sylt folgt, sind fünf kurze Kurzgeschichten, ihre Titel: Tauhid, The Correct Use Of Soap, We‘ll Talk About It Later, The Golden Band.

  • Eine Gespenstergeschichte

    „After his unceremonious exit from The Velvet Underground in the Fall of 1968, his affairs first seemed promising. He‘d just married the designer Betsey Johnson, the young couple parading that day through New York with matching white corsage and boutonniere. They lived together in a sprawling loft near La Guardia Place, in Manhattan. He had made Nico‘s „The Marble Index“, then The Stooges‘ crucial debut. A true musical Zelig, he was in the hunt for other production work.“ (die ersten Zeilen der neuen liner notes der Domino-Edition von John Cales „Paris 1919“, verfasst von Grayson Haver Currin)


    Die vier „Musikbücher“, die auf meiner Leseliste für 2025 ganz oben stehen, sind von Robyn Hitchcock, Brian Eno, Mark Doyle, und Jan Reetze. Das Buch mit dem geringsten Überraschungsgehalt wird wohl Enos „What Art Does“ sein, weil ich mit seinen Gedanken sowieso sehr vertraut bin. Ich hoffe auf spannende Abschweifungen, sideteps, kleine Stories fernab seiner „repertoire stories“.

    Mit Robyns Zeitreise ins Jahr 1967 habe ich unlängst begonnen – und bin fasziniert (ich habe überhaupt kein Album von ihm). Gerade lese ich, wie der junge Robyn in Bob Dylans „Highway 61 Revisited“ eintaucht. Den letzten Anstoss, das Buch zu lesen, gab eine Empfehlung von Michael Chabon. Und nach seinem feinen Buch über Kraftwerks „Autobahn“ bin ich gespannt auf Jans kommenden Streich: es wird das Buch mit dem grössten „Surprise“-Faktor sein, denn das „Objekt“ seines Interesses kenne ich nur sehr wenig. A propos Überraschung: comment 1 enthält genau das!

    Auf Mark Doyles früh im Februar erscheinendes „Taschenbuch“ stiess ich erst, als Norbert E. mich auf die letztjährige, aus seiner Sicht wunderbare, Wiederveröffentlichung von John Cales Liederalbum von 1973 hinwies. Und ich kann nur zutimmen, in jeder Hinsicht. Auf dieser nun als Doppel-Vinyl vorliegenden Ausgabe (auf den Seiten drei und vier finden sich Outtakes und andere Überraschungen wie „Fever Dream 2024: You’re A Ghost“) finden sich, neben einem Blatt voller „lyrics“, auch ein paar Porträtfotos des Künstlers als junger Mann.

    Unschlagbar das Coverfoto mit leichtem „Gilb“ und dezenter Überbelichtung, das wie ein Schnappschuss des Zeitreisenden John aus dem alten Paris wirkt. Eine Gespenstergeschichte besonderer Art ist „Paris 1919“ ohnehin, und der wohl von Mark Doyle selbst verfasste Pressetext ist eine gelungene Einstimmung. Ich gönne all denen, die die Schallplatte nie oder nur flüchtig gehört haben, ein – möglicherweise – unvergessliches erstes Mal. Stoff zum Versinken!

    „John Cale’s enigmatic masterpiece, Paris 1919, appeared at a time when the artist and his world were changing forever. It was 1973, the year of the Watergate hearings and the oil crisis, and Cale was at a crossroads. The white-hot rage of his Velvet Underground days was nearly spent; now he was living in Los Angeles, working for a record company and making music when time allowed. He needed to lay to rest some ghosts, but he couldn’t do that without scaring up others. Paris 1919 was the result.

    In this vivid, wide-ranging book, Mark Doyle hunts down the ghosts haunting Cale’s most enduring solo album. There are the ghosts of New York – of the Velvets, Nico, and Warhol – that he smuggled into Los Angeles in his luggage. There is the ghost of Dylan Thomas, a fellow Welshman who haunts not just Paris 1919 but much of Cale’s life and art. There are the ghosts of history, of a failed peace and the artists who sought the truth in dreams. And there are the ghosts of Christmas, surprising visitors who bring a nostalgic warmth and a touch of wintry dread. With erudition and wit, Doyle offers new ways to listen to an old album whose mysteries will never fully be resolved.“

  • Clay Pipe Music 2

    is now on our blogroll.


    „The cover of Andrew Wasylyk’s album features a ship in a bottle surrounded by seashells, feathers and the white glow of a full moon. It sums up the album perfectly. Aquatic, ethereal and fragile in equal measure, upon listening one has the feeling of being temporarily suspended in a fog of wistful ambivalence. It’s elegant and spatial. 

    Inspired by the dramatic land photography of Thomas Joshua Cooper, Wasylyk creates harp-led cinematic soundscapes that seem infinite. Although the seven tracks vary in meaning, the LP doesn’t feel overwhelming in its abstraction. Wasylyk creates beautiful jazz-soaked ambient music that is liberating and meditative, rather than aggressively esoteric. The album no doubt cements Wasylyk’s reputation as not only an ambitious and brilliant multi-instrumentalist, but as a serious modern artist.“ (Evie Nicholson, NarcMagazine)

  • … once upon a time of warm jets coming …

    „Sollte Ingo nochmal zu einem Dekaden-Rückblick aufrufen und uns nach den zwanzig persönlichen Lieblingsalben der Siebziger Jahre fragen, hätte ich leichtes Spiel: sieben ECM-Platten, sieben Brian Eno-Platten („Here Come The Warm Jets“ wäre dabei), einmal Joni Mitchell, einmal Alice Coltrane, einmal Robert Wyatt, einmal Bob Dylan, einmal Leonard Cohen, einmal Neil Young, einmal King Crimson – und John Cales „Paris 1919“. Das macht, ratzfatz, 20. (m.e.)


    The texture of a phalanx of expertly tuned kazoos in perfect harmony

    „The title track was built on the concept of Eno’s metaphor for the guitars as he envisioned them with a sound like “warm” jet engines. But you, me, and the lamp post, couldn’t have failed to notice the prominent positioning of a pornographic playing card on the album’s cover featuring a woman [presumably] urinating. A warm jet of a different kind, ahem. But the guitars did sound impressive. Paul Rudolph of The Pink Fairies was the man responsible though the treatment by Eno gave the playing the texture of a phalanx of expertly tuned kazoos in perfect harmony. The guitars had the spotlight to themselves for a while before Simon King’s Moon-esque drums were sloooooowly faded up while Eno began singing the verses that sounded so full of hope and promise. It sounded so anthemic, that it hardly mattered that the drums seemed to be paying in a different song [and possibly tempo] to the rest of the music. But hearing them come in was still exciting. This was a song whose vibe just stuck to me all day after hearing it. It’s playing in my mind right now. It will continue unspooling until hours later, I’m sure. It was a bold ending to a bold album.“ (postpunkmonk)

    “Here Come The Warm Jets“

    If anybody tells me what this song is about, lyricwise, congratulations! And – HERE – a video from the time of the recording in the quite early 70‘s. Please look at it carefully. I do ask you now another question about this video: look at it, and particularly at the passages between 1‘10-1‘16 and 2‘16-2‘23. Who‘s that woman up front? I will come back to it, and more. (m.e.)


    • Wenn man mit den Alben aufgewachsen ist, die den Soundtrack fürs eigene Leben lieferten, zumindest für die ersten 20, 25 Jahre, dann ist das ein ganz anderer Zugang zur Musik, als wenn man solche Alben, die Geschichte schrieben, im langen Danach entdeckt, zehn, zwanzig, dreissig Jahre später.

    • Die vier Songalben von Brian in den Siebzigern waren für mich, damals in den Siebzigern, reine Seelennahrung. Here Come The Warm Jets perfekter Traumstoff. Das Werk erschien am 14. Februar 1974. Es war Enos erster Songstreich nach seiner Zeit bei Roxy Music, und man hört den Stücken an, wie da einer an Ideen und Vielfalt „explodiert“. Es gibt keinen schwachen Moment auf diesem Werk, und man konnte Hymnenarriges hören, surreale Lyrics, puren Pop, Drone, spoken-word, potentielle Ohrwürmer, Proto-Punk vor Punk, und ich bin mir sicher, Kevin Shields hat in dem Titelsong „Hier kommen die warmen Strahlen“ eine Inspiration für „My Bloody Valentine“ gefunden: so kann man eine Melodie in einem Soundfeld „vergraben“. Bei Kevin war es mitunter purer, erfindungsreicher Noise, unter dem, von ferne, eine allerfeinste Melodie durchschimmerte. Hier war es ein instrumentaler epischer Klangrausch, unter dem sich Enos hymnischer Gesang ausbreitete, die lyrics nah an der Unkenntlichkeit, was seiner Vorstellung von lyrics als „sculped sound“ ohnehin nahkam. Und wie schon auf dem melancholischen letzten Song des Vorgängers „Taking Tiger Mountain (By Strategy) geriet dieser Song einmal mehr, im Sequencing der Stücke, zum perfekten Finale, zum hinreissenden letzten Horizont.

    • Aufschlussreich, diesen kleinen youtube-Schnappschuss von der Aufnahmesession des Titelsongs zu sehen. An den Drums übrigens der Drummer von Hawkwind, und cool, was postpunkmonk zu diesem Auftauchen des Schlagzeugs aus dem Nichts anmerkt (s.o.)

    • man sieht dem Filmchen auch die „Glam-Era“ an mit Enos rotlackierten Fingernägel – zudem spiegeln Russell Mills‘ „graphic illustrations“ das weite surreale Feld der Texte (ich habe mal im comment 1 aus Tom Boons EnoWeb die Anmerkungen zu den „unfassbaren“ lyrics kopiert)

    • die oben angegebenen Miniausschnitte aus dem Filmchen offenbaren zwei Sachen, mich zum Schmunzeln bringen: schaut euch zum einen Enos Gesicht an: er strahlt übers ganze Gesicht, pure Lebensfreude, und zum andern sind da zwei Frauen im Bild, eine neben Eno (verdeckt), und eine leicht schräg vor ihm: ich finde das Gesicht dieser Unbekannten hinreissend schön, und frage mich: ist das eine gute Bekannte von Eno, seine Freundin zu der Zeit, oder völliger Zufall, dass sie da im Bild ist?

    • Now after listening three times to the song im question, it turned into an earworm. In a lalalalala way i was singing the melod line of the instrumental melody while driving my car to Aldi looking for Bucatini! 😂 (in regards to this treated guitar sequence that made me singalong with it in my mind, i love the descripti of Mr. Postpunkmonk (see above): „…. But the guitars did sound impressive. Paul Rudolph of The Pink Fairies was the man responsible though the treatment by Eno gave the playing the texture of a phalanx of expertly tuned kazoos in perfect harmony.

  • Sky‘s The Limit

    Quote from Cryptic Rock:

    The songwriting team of Norman Whitfield and Barrett Strong really drove home some wisdom-laden and thought-provoking lyrics. Brought to life by The Temptations’ performances and Whitfield’s simply outstanding production, Sky’s The Limit is an album that crosses boundaries into Rock, Soul, but also much more.

    All these positive allocates to consider, even still, the hand’s down highlight of it all is “Smiling Faces Sometimes.” Yes, the song would become a Top 5 hit with The Undisputed Truth instead, The Temptations’ twelve-plus minute edition is nothing less than an experience you have to hear to believe.

    That is why it is extremely exciting to learn Elemental Music has selected it as one of their Motown vinyl reissues in 2024. Released on October 18th, this new limited edition release is pressed to a 140 gram vinyl, and let us just say the sound really pops with every twist and turn.

    Sounding warm and rich, this new vinyl captures the magic of the original recordings. This is all while you also get the original cover and back art on a very solid single vinyl jacket. Overall, Elemental Records made an extremely wise selection by reissuing Sky’s The Limit to vinyl, because Cryptic Rock gives the release 5 out of 5 stars.