Michael sells another holy grail
Einen habe ich noch. Diesen heiligen Gral, eine vier-Cd-Box, verkaufe ich nur, weil ich ihn zweimal besitze. Ein Freund schenkte mir damals das Teil, wegen einer 4‘40-Version von Lou Reeds „I‘m Set Free“, welche Brian Eno so wundervoll coverte. Das war genau der Grund, warum ich mir, neben meiner Lust auf die Box an sich, diese magische Matrix selbst zeitgleich kaufte. Jetzt gehen die Preise durch die Decke – bei mir gibt es die Schatzkiste für 160 Euro (incl. Package). Und nicht verhandelbar. Schaut euch bei Discogs um! Auf Wiedersehen!

„What do I like about this album? Intimacy. God. There are so few people in the audience you barely hear the sound of one hand clapping. But Lou is actually nice to them. He makes jokes. They play the songs you thought they’d left behind with Cale” “Black Angel’s Death Song”. “Venus in Furs”. Different verses in familiar songs. Wildly different takes of songs played in different ways in different sets. Doug Yule’s harmonies on “Waiting For My Man”. Four CDs. Near enough five hours of Velvet Underground. You could listen to this for the rest of your life and never buy another disc.“ (from a review)
“The big river“
Nun. ich verändere (Ingos Gedankenspiel folgend) das zu „kuratierende“ Album, und möchte mich statt „Hejira“ (das würde ewig brauchen) „Bright Red“ von Laurie Anderson widmen. Hier sind noch viele Akteure greifbar – Joey Baron war auch dabei. Es würde eine schönes kleines Buch der Reihe 33 1/3 werden. Erstmal ging ich aber auf Nummer sicher, ob das Album denn immer noch den Zauber von 1994 verströme – und genau das tut es. Aber hallo! „The big river“, das war, Jahre zuvor die Weser bei Forst, als Eno bei den Jungs von Harmonia lebte – jetzt spielte wieder ein grosser Fluss eine Rolle in die Entstehung eines Albums. Laurie erinnert sich:

„Es ist schon komisch, mir war gar nicht bewusst, wie wenige davon Studioalben sind. Mit Ausnahme von „Strange Angels“ stammen sie wohl alle aus Live-Aufnahmen. Ich glaube, das habe ich noch nie zuvor gesagt. Oh, vielleicht war „Bright Red“ etwas mehr im Studio entstanden. Ja, „Bright Red“ wurde sehr stark im Studio aufgenommen, und zwar hier in diesem Studio, von dem aus man einen wirklich wunderschönen Blick auf den Hudson River hat. Wir schauten auf den Fluss hinaus, und wenn die Musik ganz natürlich dazu zu passen schien, war das unser Schnittkriterium. Brians Motto lautete: Wenn es zum Fluss passt, kommt es auf die Platte. Wenn der Fluss zum Beispiel sehr unruhig und lebhaft war und die Musik so „pah-bah-dah-dah“ machte – wow, das sieht toll aus! – oder wenn er ruhig war und eine Art Ambient-Stimmung herrschte. Wir haben immer versucht, uns an die Natürlichkeit des Flusses anzupassen – sie zu spüren –, in diesem Fall den Hudson, und zu sehen, ob es passte. Das war eine sehr unfehlbare Regel, denn sie zeigte einem, wenn man es zu kompliziert machte, nicht natürlich.“
P.S. Gestern traf das Doppellivealbum von Laurie mit Sexmob ein, einfach nur rundum positive erste und zweite Eindrücke, und Steven Bernsteins Jazztruppe machr einen fabelhaften Job, vitalisiert, bereichert, neue Ideen für classics und unbekannter Stücke…. Formidabel… „What preserves the feeling of the performance the most is how much of Anderson’s conversation with the audience is included. There’s a notable difference in her tone of voice when she’s talking versus when she’s performing a spoken-word piece, and its interesting to hear the shift when her voice is meant to lull.“ Beeindruckend, die kleine Yoko Ono-Nummer dieser freewheelin’ Buddhistin… und es geht weiter und weiter…. a magic storyteller after all these years…
Die Sache mit Laurie (2026 short story remix)
2014. Those were the days, my friend. Kristiansand. Punktfestival. Ich stand früh auf und ging duschen. Auf Endlosschleife lief „This Is The Day“ von „The The“, kleiner Affirmationstrick. Ich duschte lange, und liess am Ende den Wasserstrahl eiskalt sein Werk verrichten. Ich frühstückte mit Christoph Giese und Jan Bang, und wie immer, wenn wir drei zusammensitzen, gibt es gute Musikgespräche – und viel zu lachen. Gestern eine Story aus Dublin, welche das Zwerchfell in Schwung brachte. Der Papst wollte Bono sprechen, der Hausmeister hielt zitternd den Hörer in der Hand, Brian Eno hatte jede Unterbrechung untersagt. „It‘s the p..o..pe..“!
Um 11 Uhr begann der Soundcheck für meine „Electronic Griot“-Performance damit, dass Tony Valbergs Tischlampe von 1953 einen Wackelkontakt hatte. Er besorgte eine Ersatzbirne. Der CD-Player mit den acht vorbereiteten Tracks spielte die Musik nicht ab, es musste ein Ersatzgerät herbeigeschafft werden. Ich wurde etwas nervös, aber schliesslich war alles geregelt, der Raum angenehm verdunkelt, wie nachts im Deutschlandfunk. In der Lounge sass Laurie Anderson, die ich begrüsste und an unsere zwei Begegnungen in den Neunzigern erinnerte, die sie ganz sicher völlig vergessen hatte nach 2580 Interviews.
Mich überkam eine angenehme tiefe Ruhe, kein Anflug von Lampenfieber, ausser der latenten Furcht, Tonys Lampe aus dem letzten Jahrhundert würde mal zwischendurch den Blick auf meine Papiere verdunkeln, aber es gab ja eine zweite Glühbirne. Um 11.45 Uhr startete auf dem Schallplattenspieler das Ensemble Economique, und der Saal füllte sich. Um 12 Uhr ging ich zu meinem ipad in einer hinteren Ecke des Raums (mit dem tragbaren Mikrofon war ich mobil) und legte los, las die letzten zwei Abschnitte der Short Story von Richard Brautigan. „I had never seen anybody set fire to a radio before.“ Und das Ende mit den brennenden Liedern.
Ich ging zu meinem gemütlichen Sitzplatz, der Raum war gut gefüllt. Ich war konzentriert und seltsam entspannt, einige meiner Geschichten hatten ein trauriges Ende, und verströmten einen Hauch von Melancholie, wie der Anblick von Herbstblumen, die ihre Köpfe hängen lassen. Die Zeit verging wie im Flug, die Zuhörer waren aufmerksam, lachten viel, und ich bekam einen herzlichen Applaus. Ich beantwortete noch ein paar Fragen. Wildfremde Menschen und einige gute Bekannte bedankten sich für meine Show. Beim Hinausgehen kam ein junger Mann, der mir verriet, er habe an zwei Stellen Tränen in den Augen gehabt. Eine Frau fragte mich, ob meine Nachtsendung in Köln genauso ablaufen würde, und ich sagte, ja, genau in der Art, ich würde nur das Wort „fuck“ weglassen. Laurie kam zu mir und sagte, mein Vortrag habe ihr wunderbar gefallen. Und noch zwei sehr schöne Sätze mehr. Ich brachte meine Cds und Schallplatten aufs Zimmer und kehrte sofort in den Seminarraum zurück, wo Jana Winderen, eine Soundforscherin aus Oslo, die sich gern in der Nähe von Eisbergen rumtreibt, und Mike Harding vom englischen Label Touch ihren Vortrag hielten.
Danach betrat Laurie Anderson das Podium, und erzählte von dem Film über ihren erblindeten Hund, und wie er mit seinen Pfoten auf den Tasten eines Pianos zu einer besonderen „Hundemusik“ beitrug. Laurie versteckte sich nicht hinter ihren Geschichten, und erzählte sehr persönliche Dinge. Mit der Technik gab es einige Probleme, und auch sie hatte plötzlich, wie ich zuvor, eine hölzerne Stuhllehne in der Hand. Bei ihrer letzten Story war das Ende, mit ihrer unnachahmlichen Stimmmodulation, so sinnlich wie bitter, unvergesslich. Am Ende des Tages fiel ich totmüde ins Bett träumte von den Beatles in Mono!
“Little Wide Open“ (in regards to Kevin and Kurt)
Kevin Morby und Kurt Vile verfolge ich seit Jahren, sie gehören zu den Songwritern, die ein langes Erbe fortführen, ohne ihre Originalität zu verlieren. Ihr beiden neuen Alben erfreuen mich „songwise, lyricwise – deep, rich stuff, sometimes deceptively simple, with one or other abyss always close“. (Michael E.)
For Kevin Morby, the “little wide open” is the big sky, the small lives, it’s his origins in the Midwest, and every duty and modesty and familiarity and isolation: the land, the people, and the parts of that inside him. “There’s something unintentionally musical about the Midwest; cicadas chirping in the trees, a train passing, a tornado siren going off,” explains Morby.
“If you listen, there are these almost ominous sounds taking place beneath the wide-open sky—its ugliness and its beauty and how the two are often working together simultaneously. And while the Midwest isn’t technically the badlands, it’s my badlands.”


(fresh from Mojo July (!) 2026 edition that also contains a deeply moving Rickie Lee Jones story from the times after her first big success, a story about the forthcoming „Beat“ tour of a real King Crimson outfit (without Robert Fripp, but with his approval), an in-depth interview with Can-man Irmin Schmidt following post war dreams of another world of music in old Germany, his solo paths, and central themes and stations of the Tago Mago magic, and much more.)
(and, in regards to the photo, who dares to say, Lajla, that the „little white open“ won‘t find its own horizons, too!? Think of drinking another glass of „kalte gans“ among some nice or posh people at Sansibar!)

Kurt Vile’s new album (releasing May 29, 2026) features a never-before-seen photograph by the legendary American photographer William Eggleston. The image captures a ramshackle bar sign in Memphis, TN, which was gifted to Vile by the photographer’s son, Winston.
Und, Freunde, Ende August spielt Kurt Vile im Gloria in Köln. Wenn der Sommer gross wird, wie eine Freudin mir weissagte, werde ich dort sein. Ansonsten werde ich in Alaska Scheissforellen fischen. (m.e.)
Viles neuestes Werk ist eine bewegende Hommage an seine Heimatstadt, vom „verdammt verschmutzten“ Fluss bis hin zu den „altmodischen, Lo-Fi-DIY-Rock’n’Roll-Nächten“ seiner Jugend. Unweigerlich geht es auch um das Vergehen der Zeit und – wenn auch mit seinem gewohnten skurrilen Humor gewürzt – auf eindringlichere Weise um Viles Beziehung zur Musik („the best kind of high“, singt er in „99th Song“) und deren Entstehung („check out my chiming chords on the Gold Tone mandolin guitar“, aus „Zoom 97“). Aufgebaut aus einem Geflecht aus glänzenden Gitarrenklängen und/oder klingenden, scheinbar umherirrenden Einzelmelodien, entfalten diese 12 großherzigen, eigenwilligen Country-Soul-Songs vielfältigen Charme, nicht zuletzt mit „Chance To Bleed“, einem ausgelassenen, unverhohlenen Seitenhieb auf die Stones der Sticky-Fingers-Ära. Dass hier und da eine Atmosphäre aus Neil Youngs „On The Beach“ aufblitzt, in Wort und Klang, lässt das Dunkle hinein, am Ende aller Partys. (by Sharon, most of it, and Michael, a little bit)
Von rasantem Thrill und langsamem Abtauchen
„The End of the Road by the talented Andrew Welsh-Huggins starts with a bang. Literally. And the tension and stakes only rise from there. This is the riveting and highly entertaining portrait of two unlikely but relentlessly determined protagonists who are seeking justice and peace at any cost. Smart, engaging, and expertly written—don’t miss it.“ Das waren mal ein paar präzis-formulierte Sätze zu einem früheren Roman des Amerikaners. Wir hatten zu siebt einen „Krimikreis“ ins Leben gerufen hier am Dreiländereck, und das war der erste Lesetrip der „Furchtlosen Sieben“. Freunde möglichst hochwertiger Kriminalliteratur, die gerne das englische Original lesen wie gute deutsche Übersetzungen. Ich kannte diesen Andrew gar nicht, und wurde rundweg positiv überrascht. Jeder der sieben bringt abwechselnd einen Roman in die Runde, und da wir und nur einmal in zwei Monaten treffen, geschieht alles ohne Eile.

Anne ist Niederländerin aus Vaals und hatte für ein Novum gesorgt: zum ersten Mal wurde zuletzt ein zweites Werk eines hierzulande noch unbekannten Autors zu Kaffee und Waffeln serviert, das klingt allses sehr „cozy“, aber die Mehrzahl unserer Bücher folgt eher den Präsikaten „hard-boiled“ und „noir“, von „California noir“ bis „Nordic noir“. Ich hatte den Roman gelesen, staunend, begeistert, fiebernd fast, ich war durch die Seite geflogen und doch an manchen Momenten hängen geblieben – wow? Wie bitte!? Ach, du liebe Güte!
Man tut dem Buch Unrecht, wenn man es mit dem in seinen Stereotypen lang abgestumpften Lee Child vergleicht. „The Mailman“ liegt in einer feinen deutschen Übersetzung vor, ist voller „Plot-Rafinesse“, Vielschichtigkeit, Fabulierkunst. Merc selber, der Postbote und Protagonist dieses nahezu perfekten Kriminalromans, könnte sogar Oliver Sacks eine Fallstudie aus dem dem Terrain der Traumaforschung und „neuro science“ wert gewesen sein (wäre er halt nicht eine fiktive Figur)! Auch sind die Figuren kein bisschen holzschnittartig angelegt (es passiert einfach zuviel in zu kurzer Zeit, da wäre eine epische Charakterzeichnung schlicht deplatziert – und gewinnen Figuren nicht gerade da an Tiefe, wo sie sich in Extremsituationen, „shocks of recognition“ etc. bewähren, scheitern, und nahezu unmöglich schnelle Entscheidungen treffen müssen?!).

So weit, so rasend! Wer es lieber „adagio“ mag, und sich einen grossen Kriminalroman nicht ohne das Attribut „literarisch“ vorstellen mag, für den habe ich ein weiteres, sehr viel leiser sich entfaltendes Erzählwerk zur Hand, von einem in Deutschland neuerdings und Schweden sowieso vielgerühmten Autor der jüngeren Generation: „Hinter dem Nebel“. Unsere Lesegruppe wird es sich Ende Mai vorknöpfen – inmitten der Spargelsaison. Diesmal treffen wir uns in Düsseldorf. Die Geschichte spielt in der Zeit des Kalten krieges, beginnt im ländlichen Schweden, im Hinterland, und Leser mögen sich hinterher darüber streiten, ob das überhaupt ein „richtiger Kriminalroman“ sei.
Randständige Fragen für ein Buch, das in aller Ruhe und mitunter zeitlupenartig (ohne Schockmomente aus dem Spiel zu nehmen) eine Mordgeschichte, eine Liebesgeschichte und viel mehr erzählt, den Figuren dabei in Recherche, Dialog und Feinzeichnung bis in kleinsten Verästelungen ihres Unterbewussten folgt. Ein mich sehr bewegendes Buch, das immer noch, wie es so schön heisst „nachhallt“ (und das sage ich, zwei Monate nach der Lektüre des Leseexemplars, das mir der Verlag zur Verfügung stellte). Es ist mein dritter Roman des jungen Schweden, und in meinen Augen vieleicht sein subtilster, abgründigster. Obwohl, den Satz nehme ich zurück. Alles aber ist ohne Eiltempo, ohne Schnickschnack dargeboten, mit einer perfekt zwischen Ruhe und Unruhe ausbalancierten Erzählweise.

Das Gegenstück zu „The Mailman“ in gewisser Weise, aber ich weigere mich, den einen Roman als „gehobene Literatur“ zu bezeichnen und den anderen als „reinen Spannungsroman“. Mich haben beide Bücher durchweg begeistert – und, auch wenn es der Verlag im Falle von Andrew Welsh-Huggins sogar noch plakativ auf das Cover platziert, kann ich der Werbeabteilung von Hoffmann und Campe nur zustimmen: „The Mailman. Er liefert. Immer.“ Verdammt „sophisticated“, und erstaunlicherweise nicht völlig humorbefreit. Grosse Leseabenteuer, beide Romane. Das eine Abenteuer ist pures Adrenalin, zwei, drei, vier Lesenächte mit wenig Schlaf, das andere inspiriert langsames Eintauchen, und setzt den Raum zwischen den Zeilen in Schwingung. Das Buch für den Juli ist auch schon ausgewählt worden. „What About The Bodies“. Aus dem kleinen grossartigen Pendragon Verlag! Von Katja ausgesucht. Es muss ja nicht immer „Der Meister“ sein, James Lee Burke. Über letzteren würde ich Nick Cave zu gerne mal interviewen!
Zugabe: meine neue Lieblingsserie auf Netflix ist ein weiterer Geniestreich von Neil Forsyth, „Legends“, eine britische Kriminal-Serie in sechs Teilen mit grossartigen Schauspielern, toller Musik, exzellenter Kameraführung, und einer Geschichte, basierend auf wahren Begebenheiten am Ende der Ära von Margaret Thatcher. Lucy Mangan vergibt im Guardian nur drei Sterne, ich viereinhalb!
Mein Album des Jahres 2026
Derzeit und bis heute und kein Witz: sogar ein „Kaufbefehl“ mindestens für Thomas und Olaf (gibt es auch auf „clear smoke vinyl“) und Martina und Lajla und Brian, und auch, wer nur das Eingangsstück hört, das in den Klanghorizonten laufen soll, würde nur ein Mosaiksteinchen des Reichtums dieses Albums mitbekommen, das manchmal die Partyavantgarde von Miles‘ „On The Corner“ streift, die „vocal poetry magic“ von Marion Browns „Geechee Recollections“ und ferne Schatten der „Blue Notes“ mit Mongezi Feza. Einfach mal kurz reinhören geht bei dieser Lp / Cd einfach nicht, dazu ist dieses Opus schlicht zu „sublim“. „A Semblance Of Return“ hat mich gestern Abend bei lautem Hören (zwischen Underworld und Agharta) umgehauen, es hat eine Tiefe, die sich wieder und wieder in den „elan vital“, den „elan de danser“ schmuggelt. So weit, so genial. In anderen, munter kompilierten Worten:

„Das Album des südafrikanischen Drummers ist ein Ort der Begegnung: ein Wohnzimmer, ein Proberaum, ein schattiger Club, eine Lerngruppe, ein Zuhause. Die Band auf dem Album – Ru Slayen (Percussion), Nobuhle Ashanti (Keyboard & Synthesizer), Zwide Ndwandwe (Bass) und Keegan Steenkamp (Trompete), mit Gamedze am Schlagzeug – hat sich als soziale Einheit gebildet: eine Gruppe, für die Musik Teil eines umfassenderen gemeinsamen Lebens ist, voller Spielen, Nachdenken, Lachen und Kämpfen.“ Thank you, Asher, for this deep journey. What a trip, and, by the way, a little piece of therapy for my soul these days!

„A Semblance Of Return“ ist auf Northern Spy Records erschienen, das uns u.a. schon mit dem einen und andere Meisterstück der Necks beglückte. Eine lange Geschichte über ihn gibt es in der Juniausgabe des Wire.

„Remember struggle songs? For those who don’t, they were a way of letting out all the pain and fury and turmoil of oppression – but doing it in a way that brought you into active communion with like-minded others, and so, without ever minimising the hurt, brought determination, joy and hope too. Many kinds of collective music – free jazz, radical funk, conscious soul, righteous rap, get-up-stand-up reggae – point in that same direction. That’s why they live so much longer than the latest solipsistic (and probably AI-generated) pop ephemera.“ (Gwen Ansell)
Dirty Epic
„On “Dirty Epic”, Underworld demonstrate their mastery of subtle builds and strange fusions, cutting plinky-plonky house piano across needlelike bursts of electric guitar, with Hyde’s central lyric (“I get my kicks on channel 6”) suggesting someone lost in a world as lonely as it is unsavory.“

Wenigstens das. Ich sagte meinem Arzt, ich sei beireit für ein Ganachakra, Steve Tibbetts habe mich da schon auf die Spur gebracht. Buddhismus für westliche Agnostiker, ich musste fast lachen. Nicht ganz so geplant, aber okay, der Doc nahm unsere Pflegetochter unwissentlich mit in dem stillen warmen Raum, und zeigt ihr, wie man bei der Akupunktur die Nadeln rausnimmt, zuweilen mit Tupfern, um kleine Nachblutungen zu desinfizieren. Früher nannte man meine Zustand nach viereinhalb Wochen totalem Stress, totaler Angst, totaler Sorge, kurzzeittug aufflackernden Hoffnungsschüben, und viel zu wenig Zuversicht, eine klassische psycho-vegetative Erschöpfung, und heute wohl auch noch so. Selbst K. hat mir den Kopf gewaschen, gut so. „Cry me a river“, das wäre zuviel der Poesie, aber ein schneeweisses Hemd mit kurzen Ärmeln konnte ich schon vollheulen, so dass es danach wie aus einem Salzfass roch. Entladung. Heute ist so ein Tag, da kann ich erstmals wieder die Musik heftig wirbeln lasse und „on high volume“ Underworlds grossartiges Album „dubnobassywithyourheadon“ hören! Ist das gut!!! Nach einer sechstägigen Kur mit einer medizinisch verordneten Droge war ich zwischendurch komplett ermattet, konnte wie alte Pferde im Stehen schlafen, und sammle nun wieder sowas wie Energie. So gut es geht. Little honeybear buddha, i love you!
„Klanghorizonte“ auf einen Blick
Amongst anybody else – to the friendly knowledge of Bill Wells, Aby Vulliamy and Norman Blake – Thank you for the music and the dreams!

… starring an ancient Don Cherry album from 1973 and another 1973 classic from Keith Jarrett and Jack DeJohnette, feat. a fresh interview with electric bass guitar maestro Björn Meyer
“Ruta and Daitya“ was one of my first ECM records, and for many it may seem a curiosity, being the only one in Jarrett‘s long story with the German label, where he is touching electric keyboards. It was recorded at the end of his time with Miles as a „keyboard wizard“, it has the looseness of an „after hours“-session with African moods and a quite exotic flair, a million miles away from American songbooks. Jack De Johnette‘s melodic feel on drums and percussion makes up for a perfect couple of like-minded spirits. For reasons I cannot explain really, I will love this album forever. It is uncomparable with any other album they did together. There are records you have had a story with, you offer them a good place in the back of your mind without ever revisiting them. This is one of those I return to since my teenager days. Though it got a new cover design at some point in time, I was always happy with the surreal naivety of the original cover. Let‘s speak about music sending you places … (Michael Engelbrecht)
Golden
Ich erinnere alles und suche die Anfänge.
Es sind lose Fäden, das Leben ein Strauss
Mit sprachlos fallendem Blattwerk – ein
Schachmatt sowieso, Herr Sartre – und bitte
Noch einem Lehrjahr des Herzens.
Alter, du darfst stehlen, lügen, dichten
Im Handumdrehen. Alles in dieser Nacht
Mit dem kleinen plunder-, wundervollen
Goldenen Buddha, das Lächeln, das
Widerstehende Licht, aschene Glut ansonst,
Natürlich dezent, für die Reste der Erbaulichkeit.
afterglow
“Wonderful Life“
“Mad World“
„Mellow My Mind“
“The Windmills Of Your Mind“
„Here It Is“(„Donnie Darko war immer einer meiner Lieblingsfilme. „Why do you wear that stupid bunny suit?“ „Why do you wear that stupid man suit?“)
Depth & Focus
„The music on this record is a reflection of journeys and travel. The real world kind and the metaphorical ones as well. Having experienced the arrival of my children, the decline and departure of my parents, and the many years of venturing out and returning home in my own life, travel feels like the perfect tropology to consider the mysteries we inhabit. Travel and Its impressions, rituals, superstitions-the possibilities and risk-all open up onto the landscape of our biggest questions, fear and wonder.“ (Mark Nelson aka Pan American, first notes on a (in my ears) terrific „ambient-in between-and post-everything album)

Das Cover der Juni-Ausgabe von „The Wire“, erwartungsgemäss ist Seefeel darauf. Aber schafft es Seefeel in die Klanghorizonte Ende Mai – ich kenne bislang nur zwei Stücke davon. Qualität ist eben nur ein Kriterium, das perfekte „sequencing“ ein anderes. Seinen Platz sicher hat dagegen ein medial viel weniger beachtetes Album, „Convergence“ von Björn Meyer. Ein Soloalbum mit der elektrischen Bassgitarre, wundersam und wunderbar! Gestern trafen Björns Antworten auf meine Fragen ein. Heute ist er live in Stavanger zu hören.
New skin for an old ceremony:

Bill Wells: Dreams 24 / 25 (2 dreams)
Don Cherry (1973)
Asher Gamedze
Jonathan Richman: Only Frozen Sky Anyway
Pan American: Fly The Ocean In A Silver PlaneKeith Jarrett & Jack DeJohnette (1973)
Oton (1) Björn
Björn Meyer: Convergence
Oton (2) Björn
Khelan Phil Cohran (2010)
O.S.T.: Sirāt
Tinariwen: Hoggar
Eivind Aarset: Strange Hands
Etienne Nillesen: Twee
(plus „sound- and stoytelling)Björn Meyer über das Cover von „Convergence“

Preparation for an imaginary place
„I Am The Sky“
I am the sky mother
I am the sky
I am the sky mother
I am the sky
I am the vast blue ocean of sky
I am a little drop of the sky
Frozen sky
Frozen sky(Jonathan Richman)

P.S. Nebenbei, das neue Werk von Lambchop erscheint im August und ist schon gesetzt für meine zweite Ausgabe der Klanghorizonte in diesem Jahr, Ende September! Und drei Tage nach der herbstlichen Radiostunde im Deutschlandfunk spielt Eivind Aarset in Aachen im Musikbunker, Sonntag am 28. September um 18 Uhr – ich hoffe, einige Flowworker und Stammleser finden den Weg hierhin! Jede Wette, es wird rappelvoll!