• Besenkammermusik

    Der einzige Traumrest war ein lindgrünes Stofftaschentuch, aus der Zeit, als solche Dinge noch als vornehm galten. Ich schaute das offensichtlich frisch gewaschene Teil etwas ratlos an, als ein kleiner Papierfetzen sich löste und auf den Boden segelte. In blauer Tinte stand dort nur die Jahreszahl 1967, und erinnerte mich erst in zweiter Linie an die frühe Hochzeit der Kinks („All day and all of the night“), zuallererst fielen mir, seltsam genug, alte Schulhefte ein, und wie brav ich dort immer, in einer Zeit, in der es für Schönschrift noch Noten gab, rechts oder links an den Rand (blütenweiss) den jeweiligen Tag notiert hatte. Also: 7. 2. 1967 – oder 8. 2. 1967.

    Die Jahreszahlen schienen unbewegbar zu sein wie geschützte Denkmäler, in den Boden gerammte Pfähle. Die Illusion von Zeitstillständen wurde also auch durch schulische Rituale bekräftigt, nicht nur durch den Luxus der Langeweile der „Babyboomer“, oder das trügerische Gefühl von Ewigkeit, das selbst einem sonnigen Spätsommertag anhaftete. 8. 9. 1967. Es gab in meinem Leben damals, in dem Jahr als die Zeit wieder mal stillstand, neben musikalischen Schlüsselerlebnissen („You Really Got Me“), kriminalistischen Entdeckungen (Sir Arthur Conan Doyle, alle Sherlock Holmes-Geschichten!) auch eine erotisch gefärbte Sehnsucht nach einer längst vergangenen, frühen Kindheit. Denn viele Jahre zuvor hatte mich Nacht für Nacht, in meinen Träumen, eine exotische Frau besucht, der ich einen Namen gab, und die mich, nackt am Rand eines Swimmingpools, massierte.

    Sie war eine Slawin, sie war eine Indianerin, sie war eine Zigeunerin, sie war ein Serientraum. Als meine Nase plötzlich lief, schneuzte ich in das Stofftaschentuch, legte mich auf eine violette Chaiselongue (mir war immer noch nicht klar, dass ich weiterhin träumte), und unterhielt mich eine Weile mit Will Sheff. Will erzählte mir von dem Drogentod der Sängerin Judee Sill in einem Wohnwagenpark, vom tristen Leben des Tim Hardin, vom Tod seines geliebten Grossvaters in einem Hospiz, und von dem Requiem, das er für das Ende seiner Band geschrieben hatte.

    Ich erzählte ihm von meiner „Farbenfrau“, von einem Himmel schwarzer Vögel, und wie die Kindheit – die seltsamsten Formen annehmend – durch unser Erwachsenendasein geistert. Wir sprachen über die Jahreszahlen der frühen Jahre, in denen die Zeit sich keinen müden Meter mehr zu bewegen schien, und wie wir damals die Angehimmelten in Zeitlupe einatmeten (in endlos gedehnten Blicken).

    Seine Stillstandsjahre waren in den Achtzigern aufzufinden, in einem Amerika der herausgeputzten Vorstadthäuser. Will nahm seine Brille vom Gesicht und putzte sie. Ich nahm das grüne Taschentuch und gab ein kräftiges Niessen von mir. Will nannte sein neues Album eine „Todesgeschichte“, und er meinte damit wohl Tod, Verwandlung, Neuaufbruch.

    Mein Blick fiel auf eine Tarotkarte aus alter Zeit, und ich sah Don Draper aus einem hochgelegenen Stockwerk stürzen. Irgendwas stimmte an dieser Begegnung nicht. Ich hörte das gleichsam indische Sirren der Gitarren auf „See My Friends“ (ein Foto von Ray Davies stand auf dem Schreibtisch). Auf dem Tisch lag auch das Album von Wills neuer Platte. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an dem Cover, das all die Sphären seiner sepiagrauen Gesänge mit kaleidoskopisch wirbelnden Kindheitsfarben mischte.

    Man hört der Platte von Okkervil  River nicht gerade an, dass sie in New York entstanden ist. Der Song „Days Spent Floating (In The Halfbetween)“ ist ein Finale besonderer Art, zusammengereimt aus lauter ersten Sätzen des morgendlichen Erwachens. Selten, dass ich auf einer Liederplatte nur Lieblingslieder habe. „Away“ ist ganz grosses Kino alter Schule. Orchestrale Besenkammermusik mit Ausblick!

    (Dieser Text erschien vor genau zehn Jahren auf Manafonistas. „Away“ von Okkervil River ist ein Album, das nicht als „buried treasure“ enden sollte.)

  • „May it live up to my imagination!“

    ein kleines neues flowflowmusikrätsel, bei dem es nichts zu gewinnen gibt ausser, bei einigen stammlesern dieses blogs, ein quantum vorfreude.



    Wenn mir jemand von diesem Archivfund erzählt hätte, hätte ich mit Verwunderung und leichten Zweifeln reagiert. Ein spannendes weiteres Kapitel aus der Reihe imaginärer Alben? Aber am 6. November ist es soweit. Wenn ich es schon so spannend mache: ich werde es besprechen, und die Nikolauslisten könnten etwas anders aussehen. Die Erstveröffentlichung eines Konzerts aus dem Jahre 1977. Freunde dieser Musik müssen sich nur das Cover ansehen, um der Sache auf die Spur zu kommen. Morgen erinnere ich an ein Album, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen erlebt und nie den „Klassikerstatus“ erreicht hat, den es in meinen Ohren verdient hat. Es hat ein nicht minder betörendes Cover – und transportiert meine damalige, stark autobiographisch gefärbte Vorstellung in den Spätsommer 2026. In jenem September 2016 stellte Jan Reetze „Goodbye To Language“ von Daniel Lanois vor.

  • Eine andere Stunde der wahren Empfindung

    Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine solche Verbindung zu einem Album hatte wie zu „Punching the Clown“ von Lambchop – wann ein Album das letzte Mal fast augenblicklich, schon nach drei oder vier Durchläufen, von einem Objekt der Neugier zu etwas geworden ist, das eher einer rituellen Reinigung gleicht, und dann tagelang diese geheiligte Atmosphäre bewahrt hat, die ein tiefes und unbenennbares Bedürfnis stillt.

    Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal immer wieder zu einer Platte zurückgekehrt bin wie zu dieser, als wäre ich auf der Suche nach Antworten. Und vielleicht habe ich sie nicht einmal wirklich gefunden, sondern etwas anderes – so etwas wie die Gewissheit von Gemeinschaft, das Versprechen einer Offenbarung, eine neue Art, die wesentlichen Fragen zu stellen. (In dieser Hinsicht ähnelt „Punching the Clown“ sehr den besten Werken von Bill Callahan.)

    Philip Sherbourne

    (“Punching The Clown“ ist nicht nur eines der seltsamsten und wunderlich-wundervollsten Alben des Jahres, es treibt auch einige Musikjournalisten dazu, herausragende Texte zu schreiben. Dies hier ist der Auftakt eines langen Textes von Philip Sherburne.)

    John Alan Urquhart (popmatters)
    Sam Sodomsky (pitchfork)
    Christopher Raley (glidemagazine)
    Alex Petridis (the guardian)
    Sharon O‘Connell (uncut)
    Philip Sherburne (futurism restated)

  • Begegnungen mit dem eigenen Leben

    Liebe Freunde des Films! Das hier ist keine Szene aus einem Truffaut-Film (der Gedanke kommt einem sofort, wenn mans sein „alter ego“ bei seiner Lieblingsbeschäftigung sieht), an den ihr euch nicht erinnern könnt, dies ist ein Bild aus einem Film, der mich damals, als er, 1974 ungefähr, einmal ins deutsche Fernsehen kam, umhaute wie „Z“ vielleicht, oder „Die Vögel“ oder „Alice in den Städten“, und wenige andere. Und, damit die Nachwirkungen dieses mich unendlich fesselnden Films (auf kleiner Schwarzweiss-Mattscheibe) lebendig blieben, beliess ich es bei diesem einen Erleben und pflegte meine Erinnerung. Ich wollte nicht später beim erneuten Erleben ernüchtert werden oder gelangweilt, was natürlich passieren kann, im Laufe der Jahre. Wieder und wieder (über all die Jahre) dachte ich an ihn zurück und sah einzelne kurz aufflackernde Momente daraus vor meinem inneren Auge. All meine Sehnsucht nach Liebe damals, als Teenager, nach diesem seltsamen „twist“ von Rausch und Geborgenheit, fand in diesem „Matratzenfilm“ seinen perfekten Ausdruck. Und nahm Dinge vorweg, die mir später wieder und wieder widerfahren sollten, in Variationen. In diesem Film, den ich atemlos vom Bett meines Jugendzimmers aus verfolgte, wurde wohl das Ender meiner Kindheit gespiegelt und eingeläutet. Und, mhmmm, sie redeten mehr als sie vögelten, wenn sie überhaupt Liebe machten. Lange Zeit waren die Filme von Jean Eustache wegen rechtlicher Probleme kaum zu sehen, jetzt kommen sie zurück in die kleinen nich existierenden Programmkinos, restauriert, und allesamt in einer bestens ausgestatteten DVD-Kiste, natürlich auch sein opus magnum „Die Mutter und die Hure“ von 1973, aus dem obiges Bild stammt. Und ich bin endlich bereit, für ein zweites Mal, und für all seine anderen Filme sowieso. Dank an Thomas P., der mich wieder auf die Spur brachte! Hier ein paar Hintergrundinformationen von dem Kinogeher Gerhard Midding (aus der Filmseite des epd)…


    Welcher Film ist der beste Einstieg ins Werk?

    »MES PETITES AMOUREUSES« (»Meine kleinen Geliebten«, 1974) führt direkt in seine Jugend zurück, die er als ungeliebter Sohn zubrachte. Filme über das sexuelle Erwachen waren in Frankreich der 1970er Jahre ja sehr in Mode, aber dieser ist nicht voyeuristisch, sondern wirklich neugierig auf das Wechselbad von Sehnsucht und Annäherung, von Erfahrung und Enttäuschung. Es ist ein wunderbar atmosphärischer Sommerfilm, nicht nur dank der Fotografie von Néstor Almendros. In der Szene im Provinzkino, wo »PANDORA UND DER FLIEGENDE HOLLÄNDER« mit Ava Gardner läuft, flammt zudem jene Cinephilie auf, die unverzichtbar zum französischen Autorenkino gehört.

    Was machte er anders als die anderen?

    Die Idee der Nouvelle Vague, das Filmemachen als persönlichen Selbstausdruck zu begreifen, verschärft sich bei ihm noch einmal. Seine Filme seien so autobiografisch, wie Fiktion es nur sein kann, erklärte er einmal. Sein Blick auf das Leben ist unerbittlich. Er legt sich schonungslos Rechenschaft ab. Und seine Arbeitsweise verstieß absolut gegen die Normen der Filmindustrie. Die meisten seiner Filme sind kurz, allenfalls halblang. Dabei zeichnet sich sein Werk durch eine enorme Formenvielfalt aus. Er war übrigens der erste Regisseur, der von einem Dokumentarfilm ein Remake (»LA ROSIÈRE DE PESSAC«, 1968/79) drehte.

    Welcher Film gilt als sein Meisterwerk?

    »LA MAMAN ET LA PUTAIN« (»Die Mama und die Hure«, 1973), eine bestechende Innenansicht der zeitgenössischen Pariser Bohème. Eustache inszeniert seine Dreiecksgeschichte als einen fast vierstündigen Abenteuerfilm der Körper und Worte. Die Zimmerschlachten, die sich seine Charaktere liefern, scheinen in Realzeit abzulaufen. Die zerwühlte Bettlandschaft, die ihnen als Refugium wie als Kampfzone dient, ist ein emblematisches Bild geworden. Ein monumentaler Matratzenfilm.

    Stimmt die Legende, man arbeitete mit ihm auf eigenes Risiko?

    Er behauptete, bei jeder seiner Dreharbeiten gebe es einen Suizid. Bei »NUMÉRO ZÉRO« (1971) war es beispielsweise ein Kameraassistent. Kurz nach der Premiere von »LA MAMAN ET LA PUTAIN« brachte sich die Kostümbildnerin um. Nachdem er selbst sich 1981 ins Herz geschossen hatte, brach die Serie nicht ab – sein Biograf Alain Philippon beging später Selbstmord. Eustaches eigener Freitod scheint, wie der von Diane Arbus oder Sarah Kane, die Düsternis und Verzweiflung seines Werks zu beglaubigen.

    Das Leiden an der Welt war also sein großes Thema?

    Man kann in seinem Kino auch Ironie und Humor finden sowie eine feinnervige Vitalität.

    Welcher Film traf den Nerv seiner Zeit besonders?

    »LA MAMAN ET LA PUTAIN« ist nach wie vor der maßgebliche Film über Paris nach dem Mai 1968. In Cannes entfachte er einen Skandal und bescherte Eustache seinen einzigen (relativen) Kassenerfolg. Seither beeinflusste er nicht nur französische Regisseure, sondern auch Bertolucci und Jarmusch.

    Kleine Frage an Filmfreaks: Es war 1968. Was kann an diesem Film damals in Cannes einen Skandal ausgelöst haben? Hat er ein Tabu gebrochen, ich denke, eher nicht. Hat er die Filmkritikergilde gespalten, also, ich habe keine Idee. Heute kommt die kleine Schatzkiste, und ich werde dem Rat folgen und zuerst „Mes petites amoureuses“ schauen (alle Filme original mit Untertiteln). Und dann, es ist mal wieder an der Zeit, „Absolute Giganten“.

  • 12 Unterhaltungen

    Ryuichi Sakamoto
    seeing sound, hearing time

    11.09.2026 bis 20.06.2027
    Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart

    Ich muss keine Pressetexte lesen, keine alten Geschichten über frühere Zusammenarbeiten, um über ein Album zu schreiben, dass sich dermassen reichhaltig in der Stille und ihrer unmittelbaren Nachbarschaft rumtreibt, wo bei aller Leisestärke verdammt viel los ist: denn entfesselt kommen diese intimen Dialoge zwischen Ryuichi Sakamoto und Alva Noto alias Carsten Nicolai allemal daher – mit jeder Unterhaltung wird ein dezent anderer Raum erkundet: es beginnt alles mit einem Stück, in dem der Diskurs von Wohlklang und Dissonanz von vornherein den Verdacht ausräumt, hier würden diverse Erhabenheiten ausgetauscht, und sonstig geheiligter Wohlklang, gefährlich nah am Kitsch. „12 Conversations“ (Vinyl, Cd, Dl) ist eines dieser Alben voller Piano, Elektronik und raffiniert geflochtener Samples, das alles dafür tut, auch beim Rezensenten dieser Zeilen abgegriffene Superlative hervorzulocken. Da halte ich mich besser zurück, und staune vorzugsweise insgeheim und bei gedämpftem Licht über ein Werk, das mich in seine ureigene Wildnis lockt, und, zum Ende hin, in den letzten zwei Konversationen, nicht unbedingt zu erwarten auf einem Album, in dessen Entstehung Todesnähe mitschwang, mit traumverlorener Lebensfreude überrascht. (VÖ: 18.9.)

  • Deep listening with Robert, John und Terje

    I use my analytical faculties retrospectively. In fact, when I’m actually working, I’m just another animal. I work instinctively, and emotionally, I think, like any animal you see, when you watch an animal looking for food or a cow looking for a nice piece of grass. I’m not, at heart, an intellectual musician in the sense that I don’t start with a theory or a concept or an idea. I work simply from finding what makes sense to me. I think it’s very hard to put into words, but I think that the art that lives for me without dying, like, for example, the paintings of Chagall or the music of Charlie Parker, has an organic quality. It seems to be like some kind of living thing. Coltrane has it. I look to see if something feels like it’s alive, and if something’s alive, it has a form and a pulse and a heart somewhere. I work until I have a kind of, some kind of complete organic entity.

    Im September wäre John Coltrane (geb. 23.9.1926) 100 Jahre geworden. Grund genug, auch im Deutschlandfunk an ihn zu erinnern. Fast wäre sein Name auch in meinen Klanghorizonten am 24. September kurz aufgetaucht, aber ich habe mich für zwei andere Passagen aus meinen alten Interviews mit Robert Wyatt entschieden. Aber was sind unsere ganz persönlichen Lieblingsalben von John Coltrane?

    “Nächte mit John und Terje“ (1975)

    Ich muss nicht lange überlegen. Obwohl eine reine Monoaufnahme , und nicht unbedingt eine audiophile, wird John Coltranes Doppel- bzw. Dreifach-Vinyl-Album „Concert in Japan“ für immer mein intensivstes Hörerlebnis bleiben, gefolgt in fast einem Atemzug von „Crescent“ sowie „A Love Supreme“. Und: „My Favourite Things“, „Interstellar Space“, „Live At The Village Vanguard Again“, „Kulu Se Mama“ sowie „Ballads“! Aber nun zu den zwei Sendungen aus dem Deutschlandfunk im September 2026.

    Am 17.9. um 21.05 Uhr: Vater des „Spiritual Jazz“? John Coltranes Einfluss auf einen großen Jazz-Trend Von Odilo Clausnitzer

    Am 18.9. ebenfalls um 21.05 Uhr: Passionen und Emotionen. Wie John Coltrane den Jazz veränderte. Am Mikrofon: Karl Lippegaus

  • „time of farewells“ – revelations of september (update)

    „The passage of time
    Is flicking dimly up on the screen
    I can’t see the lines
    I used to think i could read between
    Perhaps my brains have turned to sand“

    (From Another Green World)

    the sad news at the beginning: brian whistler will leave us after so many years, he will be missed, honestly. thank you for everything. my fave story was the one including a missed opportunity and the vibes of steve winwood. the albums of next month are by enzo favata, named „ritornare“ (brian will love it, i bet!), and, no surprise, „punching the clown“ by lambchop. The archival discovery is a double cd, the re-appearance of two albums of mr. „infinite guitar“ alias michael brook. the book of september is „kala“ by colin walsh, a deeply poetic crime novel, the film a documentary, worth re-watching and centered around ryuichi sakamoto, „coda“. And, no doubt, andy beta’s conversation with steve tibbetts is worth staying just a little bit longer. i have to think, too, about a very good tv-series. but there it came (days after my first round-up) out of nowhere, on arte: „familiengeheimnisse“ (original spanish title: „pubertad“). in regards to the radio column nothing new under the sun, except this: in my last radio show ever there will be a quite intense story told by laurie anderson for a radio portrait i did way back in 1994 – thanks to the people in the archive it didn‘t get lost. robert wyatt can be heard, too, in that „blue hour“ – he always was in „talking mood“ whenever we met in london between 1991 and 2003. and finally you can hear brian eno speaking on an iphone from a faraway place – what a fine closer!

    postscriptum:

    jan bang‘s text on nils petter molvaer‘s be quiet can be found HERE!

  • Rick Hollands kleines Manifest

    Das hat so etwas von einem Ritual – manchmal ist es schwer, die dafür notwendigen Voraussetzungen zu wahren und bereit zu sein. Man könnte sagen, genau darin besteht die Arbeit: so bereit wie möglich zu sein. Als ich gestern darüber nachdachte, habe ich ein Manifest geschrieben. So vieles im Leben untergräbt diese Voraussetzungen für die Bereitschaft; im Moment gibt es Trauer, Verantwortung und Konstrukte von Sicherheit, Angst, Anspannung und Alarm, während die Welt am Rande alter Paradigmen knirscht und in neue übergeht und dabei ihre furchterregenden Zähne entblößt. (R.H.)


    In Making Work

    I won’t be distracted by the relationships around the work

    There is nothing that lives on after the work that needs tending 

    The behaviour is the work 

    Explaining is not part of the work or necessary for showing it

    Work could also be called behaviour, composition, way of seeing

    Materials do not need separating, colours, sounds, the matter is not the main event, even while it does form and then reform, with us in it

    It follows that spirit or intelligent awareness exists to be joined