Piece for late hours
there was a time we stretched the afternoon
til all those lights from windows, cars, first fireplaces
made us look for hints, traces of black skies
to finally open its gates for the rain
for songs about even harder rain hitting, bathing
us, invincible children with a mission.
… maybe some of you had read this poem before. It is one of my fave poems about certain days of old. I remembered it some time ago, and it took me a while to find it again… the author was old enough to think maybe of some classical rain songs from CCR, or whoever. The music fits perfectly into this blow away zone.Ein grossartiger Podcast feiert
„Es kann soviel passieren. Es kann soviel geschehen. Nur eins weiß ich hundertprozentig: Nie im Leben würde ich zu Bayern gehen.“ Wahre Worte, gelassen gesungen von den Toten Hosen.Redding Road, Dogwood Coffee Shop & a sunset in 1963
„jetzt tauchen die sichtbaren Teile / der Geschichte auf, eine Folge von flimmernden Resten, / die zum Wiedererkennen aufbewahrt / und hervorgeholt sind.“ Es gibt schon einiges zu entdecken, wenn man das Cover der neuen Pan American-LP, von beiden Seiten, auf sich wirken lässt. Obwohl es Americana Ambient ist, konnte ich, weil beides von den Rändern unserer Welt erzählt, an meinem Geburtstag dazu einen alten Gedichtband von Jürgen Becker hernehmen, um zwischen Worten und Klängen zu pendeln. Eine Zeitlinie zwischen 1970, 1980, und 2024. In den Sounds, in den Zeilen versank ich, abwechselnd in die Musik, die Wortbilder, zuweilen gleichzeitig in beides.
„Reverberations of Non-Stop Traffic on Redding Road“ heisst die Arbeit von Pan American & Kramer. Ob die beiliegenden Fotos uns Redding Road am Abend zeigen? Das Gesumm von „distant traffic“ scheint Eingang in eines der Stücke dieses allerfeinst gearbeiteten Albums gefunden zu haben. Here‘s one track: „The Miner’s Pale Child’“. The calming guitar drones and swelling tones paint a serene picture. Kramer calls this piece „a wordless love letter to WS Merwin, the great American poet of nature and peace – the great champion of the weightlessness of words.“ (Gestern schickte uns Steve Tibbetts einen Gruss, und ich habe gleich den Dogwood Coffee Shop gegoogelt, in dem er hockte. In St. Paul, MS. Vielleicht ist Redding Road gar nicht so weit entfernt.)

And so it happened I was dreaming about two imaginary albums within the last days: the next Brian Eno song album (his response from some days ago, on flowworker, made it sound a bit less imaginary). And then there’s the idea of an album by Marc Johnson and Steve Tibbetts, chants of sorts (a little more imaginary, but in autumn 2024 a matter of serious discussion, hopefully). A propos „imaginary“, „time lines“, & „memories“ Eine Deepl Überdetzung von Brians Lied „All I Remember“, kaum korrigiert, liest sich so: „Alles, woran ich mich erinnere, wenn ich mich sammle, ist / Ein einsames Feuerwerk, das über einem unergründlichen Meer aufblitzt / Ich versuche, mich an all die Schätze zu erinnern, die ich in jenen Tagen fand / Aber die Verbindung ist schwach / Und der Moment ist im Dunst verloren / Neue Gefühle zu spüren / Ketty Lester, Dee Clark, Bobby Vee / Über den Deich hinaus in die Dunkelheit / Wo der Fluss zum Meer wird / Flackern in Fenstern mit 40-Watt-Birnen und TV / Das Schwirren von Mücken auf einer Wiese, Sonnenuntergang 1963.“
Auch das wiederum handelt von den Rändern unserer Wahrnehmungswelten, wie einst, expressis verbis, ein Lyrikband des Altmeisters. Das Gedicht, dessen erste Zeilen ganz oben zu lesen sind, endet so: „Die Reihenfolge ist wieder ganz anders; / anfangen kann man mitten im Sommer, / unter Lautsprechern zwischen Bäumen.“ Wie geschehen einst auf einem Workshop mit Moebius und Harmonia, Musik von den üblichen Verdächtigen, nahe Forst im Weserbergland. Das ist eine andere Geschichte.
Nicht unter dreissig Seiten, so eine Nacherzählung. Und dann müsste alles fiktionalisiert werden, die Namen zumindest, und in kleinen Episoden, sollte es gut gemacht sein, ein Nachhall geschaffen werden. Tatsächlich ist die Weser kein gemächlicher Fluss, und es bedurfte schon kundiger Hilfe, die guten windgeschützten Orte für das Baden und die Boxen zu finden. Nirgends tauchen in Forst museale Zonen auf, von den Relikten aus alter Zeit ganz zu schweigen. Keine berühmten Sonnenschirme, nicht mal die Bäume vom Cover von „Sowiesoso“. Wir wären ja auch verrückt gewesen, Bäume zu suchen. Auch von dem berühmten Bordell im Wald, ein Edelkurtisanenbetrieb alter Schule, mit Stil, Klasse und exotischen Schönheiten, war Dorfältesten nicht mal ein „Es war einmal“ zu entlocken. Das halbe Dutzend der Einheimischen hatte die 80 satt überschritten, und war mehr im Vergessen als Erinnern angekommen. In einem anderen Dorf gab es eine gesicherte Feuerstelle, die keinen offenen Brand zuliess, und wir karrten die Scheite zusammen, stöpselten die Boxen ein, holten den Strom aus einem still gelegten Wirtshaus, und liessen uns von den beiden Harmonia-Platten umrauschen. Der Wein ging rum, das Haschisch, und alle schliefen im Umkreis von zwei Kilometern. Zuvor aber hielten uns das Feuer und die Dämmerung und die Musik gefangen, und jeder erzählte eine andere Story.
in the words of Steve Tibbetts
Great design. I’ll be logging on to see what you guys write, and if I have something to add, I’ll certainly let you know.
Cheers from Dogwood coffee shop!
Schnellschuss
OBJECTIFIED is a docu film by Gary Hustwit, 75 minutes long, made in 2009. It’s about our complex relationship with manufactured objects and the people who design them. What can we learn about who we are, and who we want to be, from the objects with which we surround ourselves? With Paola Antonelli, Chris Bangle, Ronan & Erwan Bouroullec, Tim Brown, Dunne & Raby, IDEO, Naoto Fukasawa, Jonathan Ive, Hella Jongerius, Marc Newson, Dieter Rams, Karim Rashid, Alice Rawsthorn, Smart Design, Jane Fulton Suri, Rob Walker and more.
For the rest of this day the film can be streamed for free here. The film is a bit „and then, and then, and then …“ but it’s worth seeing if one is interested in design.
Ein kleiner historischer Roman

Auf den ersten und zweiten Blick könnte das Cover des Buches schon Jahrzehnte lang in einem Buchregal stehen, es wirkt, als wären die blassen Farbtöne schon ermattet. Die Geschichte selbst reicht mit langem Atem, frappierender Genauigkeit, weit gefächerten Stimmungsbildern, hell aufblitzenden Momentaufnahmen, tragischen Zuspitzungen, tief in die Wirren der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: ein bayerisches Kaff im Hinterland, das alte Regensburg, und eine Autorin, die souverän alles Pittoreske und Pathetische meidet. Perfekt erzählt sie eine dunkle Kriminalgeschichte. Und auch als Nicht-Bayer findet man nach kurzer Eingewöhnung in die lokale Mundart hinein. Mehr wird hier nicht verraten. 191 Seiten kosten 16,90 Euro.
The Sky Will Still Be There Tomorrow
Meine Frau gehört zu den Menschen, die beim Stichwort „Jazz“ eher distanziert reagieren. Freiwillig würde sie nie auf ein Jazzkonzert gehen, aber immer wieder haben gute (musik- und kunstliebhabende) Freunde uns zu Jazzkonzerten mitgenommen (wo sie oftmals ihre Vorbehalte bestätigt findet), da einer dieser Freunde gut vernetzt in der Berliner Jazzszene (bzw. einem bestimmten Teil davon) ist und diese Musiker gerne auch mal einlädt, bei seinem Geburtstag zu spielen. Die „Jazz“-Musik von bspw. ECM ist diesem Freund eher zu sphärisch und zu wenig kraftvoll, Gruppen wie Art Ensemble of Chicago ausgenommen. Selbst leidenschaftlicher (wenn auch nicht professioneller) Saxofonist, verirrte er sich vor ein paar Jahren in ein Konzert von Charles Lloyd, bei dem der Altmeister mit Zakir Hussain spielte – und spricht bis heute davon, dass das Konzert wie „Don Cherry auf Valium“ gewesen sei (wenngleich er das Können der Musiker nicht in Abrede stellt).
Ich erlebte Lloyd im gleichen Saal – der Pierre Boulez Saal eignet sich hervorragend für diese Art von Musik – zwar nicht bei diesem Aufritt, aber bei anderen, u.a. einmal mit dem „Chapel Trio“, mit Bill Frisell und Thomas Morgan, und zuletzt mit dem „Ocean Trio II“, d.h. Gerald Clayton und Marvin Sewell, plus Jakob Bro als Special Guest. Vor einem Jahr nahm ich meine Frau in einen Film mit – Music for Black Pigeons – ohne ihr zu sagen, worum es geht, schon gar nicht verriet ich, dass es ein Dokumentarfilm über (ältere) Jazzmusiker ist. Das Ende vom Lied war, dass sie vollauf begeistert von dem Film war und ihn seitdem jedem aus vollem Herzen empfiehlt. Außerdem hat sich seitdem ihr Verständnis von „Jazz“ geändert, sie hat sich im Anschluss sehr gerne in meine Jakob-Bro-CD-Sammlung gestürzt und großen Respekt für die älteren Herren in diesem Film gewonnen.
Als eben Ende des letzten Jahres Charles Lloyd mit Jakob Bro nach Berlin kam, konnte ich sie dort also gerne mit hinnehmen, und sie war ebenfalls sehr begeistert von dem intensiven Abend mit dem 85 Jahre alten Wahlkalifornier. Im Pierre Boulez Saal wird immer streng darauf hingewiesen, dass man keinesfalls das Mobiltelefon herausnehmen dürfe, und schon gar nicht dürfe man fotografieren oder „filmen“. Ich weiß nicht wie, aber irgendwer „filmte“ offenbar das komplette Konzert, wie diese Aufnahmen bei YouTube zeigen — und wie es aussieht, saß er fast genau dort, wo wie saßen. Vielleicht hinter uns? Diese Videos zeigen sehr schön, wie Lloyd seinen Musikern immer viel Raum gibt und selbst oftmals über längere Strecken nur dabei sitzt, bevor er wieder mit dem Saxofon oder der Flöte einsteigt.
Nach dem Konzert wechselte ich wie häufiger ein paar Worte mit Jakob [der, nur nebenbei bemerkt, fast auf den Tag gleich alt ist wie ich, nur vier Tage unterscheiden sich zwischen unseren Geburtstagen], und da erzählte er mir, dass er in der darauffolgenden Woche mit Charles Lloyd in Kopenhagen ein Duoalbum aufnehmen würde. Als wir uns letztens im Februar wieder im Pierre Boulez Saal trafen (als er diesmal mit Ambrose Akinmusire und Gregory Hutchinson die Stücke aus dem Album Owl Song spielte), bestätigte er, dass die Aufnahmen gut gelaufen seien, aber er konnte leider keine Angabe dazu machen, ob wir nochmal die Chance bekommen, die beiden gemeinsam auf der Bühne zu erleben. In jedem Fall würde ich, sollte es noch einmal möglich sein, ohne zu Zögern Karten für Lloyd in irgendeiner Gruppe kaufen.
Heute feiert er seinen 86. Geburtstag, und zu diesem Anlass erscheint sein neues Album The Sky Will Still Be There Tomorrow, mit einer All-Star-Besetzung — Jason Moran, Larry Grenadier und Brian Blade. Auch wenn wir von Lloyd in den letzen zehn Jahren, seit seinem letzten ECM-Album (der Duo-CD mit Jason Moran), im Schnitt jedes Jahr eine neue Platte geschenkt bekamen, bietet dieses Doppelalbum seine ersten Studioaufnahmen seit 2017 (als Vanished Gardens eingespielt wurde). Die 15 Stücke bieten sechs neue Kompositionen, vermutlich während der Corona-Zeit (die seine Frau Dorothy in einem vom Pierre Boulez Saal finanzierten und dort vorgestellten Dokumentarfilm mit der Kamera begleitete) geschrieben, sieben Neueinspielungen von Stücken, die auf früheren Alben bereits auftauchten, und zwei neue Interpretationen traditioneller Lieder. „Charles Lloyds […] neues Album [ist] ein Meisterwerk voller Wärme und fröhlichem wissendem Optimismus […] und schöpft aus den Klängen und Schwingungen seines ganzen Lebens“, schreibt Mauretta Heinzelmann. „The Sky Will Still Be There Tomorrow stands as one of his best late-career master works.“ schreibt heute Thom Jurek über das Album und vergibt 4,5 Sterne, John Fordham gibt im Guardian sogar 5. Ich glaube, dem muss ich vollauf zustimmen, auch wenn ich es gerade erst zum ersten Mal höre. Die souveräne Vielseitigkeit und Ruhe des späten Charles Lloyd, wie ich sie sowohl in seinen Konzerten als auch auf seinen letzen Alben (u.a. dem „Trio of Trios“) erlebte, zeichnet diese gut anderthalb Stunden sehr aus.
Heute Abend war ich im übrigen, hier die Straße runter, mit eingangs erwähnten Freunden in einem Jazzclub-Konzert von Dave Douglas, der seine Band „Gifts” präsentierte, mit der er, auch auf dem Album, das offiziell Mitte April erscheint (aber heute schon erhältlich war), neue Kompositionen spielt, die vom Leben und der Musik Charles Lloyds inspiriert sein sollen – so die Beschreibung des Konzertprogramms: Das „Gifts Quintet” reflektiert die Weisheit, Vision und Positivität des Komponisten und Saxophonisten auf innovative Weise und erforscht insbesondere Lloyds Faszination für die Musik von Billy Strayhorn. Der Klang des Quintetts konzentriert sich auf die Liedform und erforscht deren Möglichkeiten auf so noch nie gehörte Art und Weise. Ich habe das zwar so deutlich in dem Auftritt nicht herausgehört, habe aber die CD mitgenommen und bin gespannt, wie sich diese hochspannende, facettenreiche Besetzung auf dem gut einstündigen Album macht (James Brandon Lewis, Ian Chang und Rafiq Bhatia; live war noch Tomeika Reid dabei). Fürs erste nun aber: The Sky Will Still Be There Tomorrow — aber wenn Charles Lloyd morgen noch unter uns ist, muss man mit jedem neuen Tag von neuem dafür dankbar sein. Immerhin dürfen wir uns noch auf und über neue Musik des Altmeisters freuen.
„Flickers in windows with 40-watt bulbs and TV“
good that I‘ve never been a fan,
just an enchanted listener –
and, sadly so, two, three imaginary
records did, what imaginary albums do,
they‘ll never appear. Here, one song
of those two or three neverever works
to dream about
Dieser Song wird zu hören sein im Abspann der bald Premiere feiernden Doku über Brian Enos Werk und Leben. Kein Lied aus dem Archiv, eher ein aus dem Ärmel geschütteltes, neues Lied, ein Rückblick auf gelebtes Leben, mit wundersam beiläufigen Zeilen, die einst dem jungen Eno so leicht von der Hand gingen. So ist das mit der Stimme im Alter, sie rutscht tiefer, hat nicht mehr die gleiche Strahlkraft, another gravity. Von mir aus könnte er gerne zwölf Songs dieser Art in Szene setzen…aber da sind wir wieder bei den imaginary albums.All I remember if gathered together would be
Solitary fireworks flashed over a fathomless sea
I try to recall all the treasures I found in those days
But the connection is weak
And the moment is lost in the haze
Feeling new feelings
Ketty Lester, Dee Clark, Bobby Vee
Walking the dyke out to dark
Where the river turns to the sea
Flickers in windows with 40-watt bulbs and TV
The flurry of gnats in a meadow, sunset 1963on such a day
with sun-drenched memories, my sentimental friend
only decades away, a piano solo album circling
(with a wakefulness close to highnoon dreaming),
i do my little tricks slowing time down
one is sitting in my garden reading clouds,
two, all those reverberations
of non-stop traffic on Redding Road
(once upon a time, but now and now again),
another one, from cave to cave, Mr. Hersch
in Lugano.Was Thomas Köner anno 1998 hörte
Das waren besondere Jahre, als Thomas in meiner Nachbarschaft wohnte, und all diese besonderen, anfangs aus Gong-Samples entstandenen, Werke schuf, mit Namen wie „Teimo“ und „Permafrost“, die Brian Eno und Holger Czukay faszinierten, als ich sie ihmen schickte. Zwischendurch machte er mich auf Alben aufmerksam, die er selbst sehr gerne hörte, weil ihr Sound so wunderbar war, die Produktion, der Ausdruck, der enorm klar im Raum stehende Gesang, was immer. Dass die erste Cd von Gas dazu gehörte, aus dem Hause des Labels Basic Channel, kein Wunder, hatte Thomas selber doch auch zu diesem pulsierenden Elektro-Terrain seinen Beitrag geleistet mit „Porter Ricks“. Aber überraschender waren da schon die Alben „Sutras“ von Donovan, und „Moon Safari“ von Air. So überraschend aber auch nicht, wenn man sich einmal auf sie einliess. Donovan-Songs sangen wir schon auf dem Schulhof der Brüder-Grimm-Schule, die Refrains zumindest, von „Sunshine Superman“, „Mellow Yellow“, und sowieso die befreiende Passage nach all den wunderlichen „spoken words“, von „Atlantis“.