Stiff
I wanna be thin
I wanna be small
I wanna be pinned up high and studied on the wallI wanna be sold
I wanna be fit
I wanna be there.I wanna be hooked
I wanna be base
I wanna be served up lightly dressed and on a plateI wanna be cut
I wanna be dried
I wanna be there.I wanna be changed
I wanna be rode
I wanna be made to handle very heavy loadsI wanna be his
I wanna be hers
I wanna be theirs
Ooh ooh ooh ooh ooh ooh
Ooh ooh ooh ooh ooh ooh.I wanna be held
I wanna be schooled
I wanna have every plea for mercy overruledI wanna be milled
I wanna be rolled
I wanna be there.
Ooh ooh ooh ooh ooh ooh
I wanna be there.
Ooh ooh ooh ooh ooh ooh
I wanna be there.
Ooh ooh ooh ooh ooh ooh
I wanna be there.
Ooh ooh ooh ooh ooh ooh
I wanna be there.
Ooh ooh ooh ooh ooh ooh
I wanna be there.
Ooh ooh ooh ooh ooh ooh
I wanna be there.Magic and Trance
Gestern hatte ich nicht nur das große Vergnügen The Necks im gut gefüllten Heimathafen Neukölln zu erleben, sondern konnte dort auch erstmals fellow blogger (oder Bloggenossen?!) Ingo kennen lernen. Da mein Freund M auch dabei war, ich hatte ihm die Karte zu einem runden Geburtstag geschenkt, die Band war ihm allerdings unbekannt, war die Zeit vor und nach den Auftritten mit anregenden Gesprächen sehr gut gefüllt.
Die Musik, die uns ja zusammengebracht hat, war hypnotisch. Es gab zwei Sets, unterbrochen von einer kurzen Pause. Der erste Abschnitt war etwas kürzer; ich würde schätzen, dass die drei Musiker ungefähr 45 Minuten auf der Bühne standen, aber Zeit spielte nach wenigen Tönen keine Rolle mehr. Klangwellen türmten sich übereinander, kleine Nuancen veränderten die Strömung, irgendwann brachen die Wellen, liefen aus um von den nächsten abgelöst zu werden; ein wahnsinnig spannendes und intensives Miteinander im Zusammenspiel. Nach einer kurzen Pause kamen die drei wieder auf die Bühne, um noch einmal zu spielen, dieses Mal etwas länger (vielleicht 60 Minuten). Es begann mit wenigen, sehr melodiösen Basstönen, zu denen sich Klavier und die swingenden Becken des Schlagzeugs gesellten, grundiert von einem Schaben auf der Snare. Zum Ende der 60 Minuten wurde diese Atmosphäre wieder aufgenommen, dazwischen lagen Klangcluster, Wiederholungen, Höhepunkte – ein ocean of sound. Es hat nicht nur uns dreien sehr gut gefallen, es gab standing ovations und lang anhaltenden Applaus.
Insofern kann ich nur allen Mitlesenden empfehlen, sich The Necks anzuschauen, wenn sie gerade mal in der Gegend sind. Im Idealfall in netter Gesellschaft, dann macht das gleich viel mehr Spaß. Im November scheinen sie noch einmal in Berlin zu spielen.
monthly revelations (mai)
„Als der Sony Walkman herauskam, kaufte ich mir Kind Of Blue und auch ein frühes Mountainbike. Und ich entdeckte das Kiffen. Diese Kombination aus Miles, Gras, einem Walkman und einem Fahrrad konnte einen wirklich an einen anderen Ort bringen, unglaublich. Das Phänomen, dass man mit Musik auf dem Fahrrad überall hinfahren konnte, war sehr befreiend. Fantastisch.“ Das erzählte Michael Head über seine erste Begegnung mit Kind of Blue. Ein Überlebenskünstler der gehobenen Klasse, und man darf sich im Mai genauso auf sein neues Album mit der Red Elastic Band freuen wie auf seine, später im Jahr erscheinenden Memoiren. „Michael Heads Überzeugung ist, dass keine Eskapade völlig umsonst ist und dass keine Kapriole wirklich sinnlos ist, wenn sie zu einem Song führt. Und wenn dabei nicht nur ein, sondern 12 Songs entstehen, die vor unaufdringlicher Lebensfreude nur so sprühen, umso besser.“ Das schreibt Pete Paphides in seiner Rezension zu Michael Heads „Loophole“, in Uncut (Mai). Und damit wären wir mitten im Flowworker-Land der Bücher und Platten etc etc, mit einer kleinen Einstimmung eines Liverpooler Urgesteins.
Jörg Drews hatte ein Näschen für experimentelle Literatur, und seiner Besprechung in der SZ am 4. August 1979 (dieses Datum ist geraten) verdanke ich eines meiner abenteuerlichsten Trips deutscher Literatur in den 70ern. Drews verglich Handkes „Die Linkshändige Frau“, mit Hartmut Geerkens „Obduktionsprotokoll“, Minimalismus vs. Überfluss. Für mich entpuppte es sich eher als Vergleich von übertriebenem Geraune und hochspannender Improvisation. Ich kannte Hartmut Geerken (der wie Lajla ewig und drei Tage im Goethe Institut gearbeitet hatte) auch als versierten Rezensenten von Jazzplatten im Jazzpodium, und erinner mich noch bestens an den warmen Sommertag des 5. Juli 1975 (dieses Datum ist auch geraten) im Würzburger Zeitschriftenladen „Montanus“, als mich seine Worte über Marion Browns „Geechee Recollections“ (Impulse Rec.) so neugierig machten, dass die Platte kurz danach auf meinem Plattenteller landete. Traumhafte Musik, und wenn ich mich recht erinnere, Ingo, mit dem jungen Leo Smith, der ja auf seiner tatsächlich magischen Central Park-Platte mit Amina Claudine ein fesselndes und tiefentspanntes Duo bildet.

Was unseren Griff ins Archiv angeht, stellten sich die beiden Alben nahezu von selbst auf – Brian Whistler liess in den letzten vier Wochen die Konzerte von Alice Coltrane 1973 (Carnegie Hall) und Oregon 1990 (Ludwigsburg) vor unseren Augen und Ohren lebendig werden, und sie halten, was jedes seiner Worte verspricht. In einem feinen, ein paar Wochen zurückliegenden Text, erzählte der einstige Kronacher Musiklehrer Rosato seine Geschichte mit Oregon. Die beiden Alben des Monats leben ganz besondere auch von der Präsenz zweier Frauen, Amina Claudine Myers sowie Beth Gibbons.Unser Film des Monats: Civil War von Alex Garland. Ingo‘s review. Bin gespannt, wer von den flowworkern als erstes die Eno-Doku „Eno“ sieht – ich habe zum „Talk des Monats“ meine genau zehn Jahre zurückliegende Begegnung mit Brian Eno und Karl Hyde in Notting Hill gemacht. 2014, springtime in London. Was neue Serien angeht, erhält „Sugar“ durchaus gemischte Kritiken, von mir allerdings viel Zuspruch. Ein sinnenfrohes wie dunkles Spektakel, in dem ein Detective, der auf vermisste Personen spezialisiert ist, durch ein gespenstisches L.A. voller Dejavues und dunkler Geheinmnisse streift. Mehr ist zu alldem vorerst nicht zu sagen.
we have to talk about this album

Für dieses Album – Central Park’s Mosaics of Reservoir, Lake, Paths and Gardens – brachte Wadada Leo Smith die Pianistin, Organistin und Sängerin Amina Claudine Myers ins Boot – auf seinem Album Trumpet (TUM Records) hatte er ihr bereits ein Stück gewidmet; und Andrew Cyrille spielte auf seinem letzten Soloalbum Music Delivery / Percussion (Intakt Records) eines von ihr. Unter Jazzpianist/innen wird die 1942 geborene Myers sehr geschätzt und verehrt, ich fand sogar alte deutsche Jazzmagazine aus den 1980ern mit Berichten über sie, doch abseits von Kenner/innen ist sie heute kaum jemanden überhaupt ein Begriff. Insofern ist es sowohl dem halb so alten Produzenten Sun Chung als auch Wadada ein Anliegen, sie nun in ihren Achtzigern noch einmal ins Bewusstsein zu rufen. Anfang 2025 erscheint bei Red Hook ein Soloalbum von ihr, das im Oktober gemischt wird.
Sun Chung war acht Jahre Produzent bei ECM Records, und auch bei unzähligen ECM-Aufnahmen, bei denen er nicht selbst die Produzentenposition innehatte, war er an Manfred Eichers Seite anwesend (er hat mir in einem bislang unveröffentlichten zweistündigen Gespräch von diesen „Lehrjahren“ erzählt). Für ECM produzierte er unten anderem eine Reihe exzellenter Alben mit Andrew Cyrille, an denen Bill Frisell und Wadada Leo Smith mitwirkten.
Nach seinem Ausstieg bei ECM startete Sun mit den letzten Studioaufnahmen von Masubumi Kikuchi (1939-2015) aus dem Dezember 2013 (Hanamichi, das bei ECM keinen Platz finden konnte; in einem Jahr wird es eine „Deluxe Edition“ mit mehr Aufnahmen aus dieser letzten Session geben) sein eigenes Label Red Hook Records, benannt nach dem Viertel in Brooklyn, in dem er aufwuchs. Bereits fürs zweite Album Two Centuries — wiederum mit Andrew Cyrille und Wadada Leo Smith — gewann Red Hook vor einem Jahr den Deutschen Jazzpreis. Das Album Refract mit Tyler Gilmore, Jason Moran und Marcus Gilmore war letzte Woche für den Deutschen Jazzpreis nominiert; es wurde im Mai 2022 in der gleichen Woche aufgenommen wie Suns sechste Zusammenarbeit mit Andrew Cyrille (Trio mit Bill Frisell und Kit Downes), welche im Herbst erscheinen und, so viel sei schon verraten, eine recht ungewöhnliche, aber, wie ich finde, enorm faszinierende Musik bieten wird.
Leider konnte ich bei den Sessions des „Central Park“-Albums mit Wadada und Amina aufgrund des Corona-Einreiseverbots für Nicht-US-Bürger nicht persönlich dabei sein, dafür aber im Herbst 2023 bei den Aufnahmen von Aminas Soloprojekt im Studio „Sear Sound“. Bei der Gelegenheit habe ich ein Auto gemietet und Wadada in New Haven besucht [über einen lustigen Umweg via Keene, New Hampshire, wo ich ein höchst erinnerungswürdiges Konzert von Xiu Xiu besuchte], um ihn zu diesem Duo-Album zu befragen – und bei der Gelegenheit auch gleich Material gefilmt für ein Video zu seinem 17. Streichquartett, das er im Herbst beim London Jazz Festival präsentieren wird. Wadada erzählte mir von seinen Inspirationen zu den Stücken, die allesamt mit Orten im Central Park verbunden sind, und ich bemühte mich tags darauf, innerhalb einer kurzen Zeit von knapp zwei Stunden ein paar Aufnahmen von wenigstens einiger dieser Orte zu machen. Immerhin war es ein wunderschöner Herbstsamstag, und da das Wetter an den darauffolgenden Tagen unglaublich schlecht war, konnte ich die ausstehenden Orte nicht mehr audiovisuell einfangen.
Mein Doku-Portrait zum Album ist also selbst wie ein kleines Jazzstück, kombiniert aus ein paar Videofragmenten, die jemand anderes bei der Studiosession mitgeschnitten hat, aus ein paar (zu wenigen) Herbstbildern aus dem Central Park, einem Gespräch in Wadadas Wohnzimmer und einem kleinen Kommentar von Amina aus dem Interview, das ich im Rahmen der Session ihres Soloalbums mit Sun Chung gefilmt habe. (ijb)
Japanische Meisterklasse
Gestern gesehen: „Poor Things“, den teils gelobten, teils sehr kritisch betrachteten Film von Yorgos Lanthimos. Hat mich leider nicht besonders gut unterhalten, war mir letztlich viel zu viel knallbuntes Spektakel und Manieriertheit und zu viel der ständigen nervig-manierierten Fischaugenoptik (die mir nicht einleuchtet und stets vom Inhalt ablenkt) für letztlich zu wenig Tiefgang und ganze 140 Minuten Laufzeit. Sehr viele Motive werden angerissen, aber kaum etwas wird wirklich vertieft. Nach 90 Minuten hab ich sogar überlegt, ob ich nach Hause gehen soll, weil’s einfach ein bisschen viel Aufwand war für letztlich wenig, was man „mitnehmen“ konnte. Ich hatte nach anderen Rückmeldungen zumindest erwartet, dass der Film einen gewissen Unterhaltungscharme hätte – was sich bedauerlicherweise niicht eingelöst hat. Willem Dafoes Figur fand ich bemerkenswerter Weise am interessantesten. Ansonsten teile ich die häufig geäußerte Kritik, dass der Film mehr wie ne artsy intellektuelle Männer-Regie-Fantasie daherkommt als dass er wirklich was über die Frauenfigur erzählt, was nicht bereits Mitte der 1960er bereits Buñuel (besonders „Belle de Jour“ wird immer wieder als offenkundige Referenz genannt) und Polanski recht ähnlich zu sagen hatten. Daher: Okay, aber weit vom Geniestreich entfernt. 3 Sterne für Schauspielleistungen und viele Ideen und buntes „Worldbuilding“.
Heute gesehen: „Evil does not exist“, den neusten Film vom japanischen Oscar-Preisträger Ryu Hamaguchi. Interessant, so im direkten Vergleich, wie Hamaguchi in ca. 100 Minuten mit unfassbar viel weniger Aufwand und „Regie-Mätzchen“ und viel weniger (auch finanziellen) Mitteln letztlich doch mehr in die Tiefe geht und (ebenfalls) viele Themen parallel aufgreifen kann, ohne dass sich dabei das gelangweilte Gefühl einstellt, hier würde einfach mal ein großer Eimer verschiedener Themen ausgekippt.
Nicht ganz die Meisterklasse von „Drive My Car“ (ist offenkundig auch gar nicht angelegt), aber echt stark, wie Hamaguchis Regie durch ungeheuer klare Entscheidungen und Fokus und einen wachen Blick auf die gegenwärtige Welt mit zugleich souveräner Erzählperspektive auf Japan besticht. Das Publikum war sehr berührt (wie das anschließende Livegespräch in 22 deutschen Kinos zeigte). Ein erstaunlich wagemutiger Film, der erzählerisch auch ein wenig provokant ist und bekräftigt, dass Ryu Hamaguchi einer der besten Regisseure seiner (=meiner) Generation ist. 4,5 Sterne.Am Sonntag schau ich mir nochmal „Opus – Ryuichi Sakamoto“ an (ebenfalls 4,5 Sterne). Lohnt ungemein in einem schönen Kinosaal mit sehr gutem Ton. Sehr berührender, sehr einfacher Film, in großartigen Bildern. Eine ungewöhnliche Autobiografie in 20 Stücken von 1978 bis zu Sakamotos letztem Lebensjahr.
The Boredom Game
In the 70s, children’s playgrounds were different from today. They were more inviting to hang out and think of things to do. Near our house in the development area, there were two large new playgrounds. One was built as a fort. Rough beams of dark wood framed it. While long-haired teenage girls or boys in their bell-bottom jeans sat on the benches next to boom boxes, trying to look cool while smoking cigarettes, we ran around, balancing over the fort and jumping off the edge into the soft sand as if it was a jump from the two-meter board at a pool. On the other playground, there was a wooden Indian tent where we found shelter when it rained. When we couldn’t think of anything else to do, we played the Boredom Game. I invented it. In the sand zone there was a row of rough beams arranged in the shape of a corner and there were three cement cubes. It was a construction that we didn’t know what it was for. The generosity of the arrangement somehow reminded me of a seating area in a living room. I still remember the sequence of movements. Stepping on one cement cube, climbing onto the beam (at best without using your hands), balancing along the row of beams for three meters, then the bend to the right and balancing another three meters. Jumping on the first cement cube, jumping on the second cement cube, never touching the sand, the abyss, the sea. Jump on the third cement cube, then back onto the beam and the round starts again. If you fall off, you’re out.
Decades later, an elementary school teacher told me that these games had a tremendous impact on children’s language development, and that today, as children spend more and more time with electronic devices and learn less and less to move their bodies skillfully, they are often unable to develop their language properly. Back then, we didn’t know how important it was for us to train our bodies, to let boredom take over, and to organize the afternoons ourselves until it was time to go home – at the latest when the lanterns began to shine.
A Tale of Woodpecker Woes

Acorn Woodpeckers are a common Northern California sight. With their distinctive red caps atop their heads, these adorable, agile little birds have been chattering in and around the oaks that surround my woodland retreat since I moved to the hills of Forestville, CA, some 25 years ago. I have always enjoyed watching their antics – such busy, comical characters. I also love listening to their humorous laughing calls. They are active, energetic and good natured creatures. They are clannish and extremely social; families of acorn woodpeckers live and work together, their sole purpose in life (beside procreation) being to gather and store acorns. Their strong beaks and neck muscles allow them to easily pierce thru most wood; they spend a good part of their lives drilling large holes in which to store their precious bounty.
As winter approaches, they are busy picking up acorns and piling them up, huge aggregations mounting under a nearby telephone pole that is so riddled with holes the power company had to replace it. They kindly left part of the old one attached so the woodpeckers could continue their one-pointed mission.
After the acorns are stacked up and the holes are drilled for the new crop, the woodpeckers get busy picking them up one by one and slotting them into each hole. It is a painstaking, time-consuming activity, one they never seem to complete.
I used to think the acorns themselves were food for the critters, but I was wrong: acorns aren’t really meant to be eaten just as they are. The acorns attract small insects, which burrow into them. When they are full of yummy bugs, the woodpeckers retrieve the acorns and consume them. It’s a marvel that they can remember where every single one is.
There used to be a season for each activity, but with climate change, the acorn woodpeckers seem to be focused on nut gathering year round. Apparently, there can never be enough holes drilled or acorns socked away for a rainy day.
One fall, the acorn woodpeckers decided my home was fair game. They started drilling into the trim pieces on the sides of my house. Whereas I always enjoyed their antics, I soon realized I had to draw a line in the sand. This was war.
I puzzled over my options. I half-heartedly threw pebbles at them. I banged on the walls and windows. Nothing deterred them. Then I got a brilliant idea – a slingshot. I realize this sounds cruel, but my intention wasn’t to harm them, just to scare them away. I did my research and discovered there were little clay pellets used for target practice, so I purchased an intermediate slingshot along with a large bag of these lightweight pellets.
At first I was an awful shot. But eventually I got good enough to hit the metal downspout at the corner of my house where they were pecking away. That scared them off, at least for a while. I would sneak down the side of my house and aim for the downspout. One day, while I was engaged in that activity, just when I was about to take my shot, a tiny face peered around my neighbor’s fence and made an uncharacteristic repetitive screeching sound, alerting the woodpecker pecking on the corner of my house – it immediately flew away. I realized they were working together on this; the little fuckers now had spotters.
In all the years I have been battling these persistent creatures, I have only hit one once. When I did hit the little guy, he fluttered his feathers indignantly and turned towards me with a look that seemed to say “How dare you?!” He then flew away unharmed. That kept them away for a while. But they soon returned.
It became clear that my efforts with the slingshot were yielding diminishing returns. The clever little monsters anticipated my every move. They warned one another and were so aware of my presence, I could barely get off a single shot.
Thinking perhaps my trim pieces were old and easily penetrable, I replaced them with harder wood. But the new ones I installed (at no small expense) did not stop them for a second.
So I developed a new strategy. I decided, if they were going after me in my home, I would go after them in theirs. I began going out on my deck and taking pot shots at them hanging about in their favorite staging grounds, several venerable oaks in my backyard.
As I was still a terrible shot, I didn’t hit them in their trees or even come close. But I was at least good enough by now to annoy them, and after a while they would leave those trees, at least for a while. But they always came back to peck on my house, especially when I was out. I found that consistency was the key. If I responded promptly to each and every attack, going after them “where they lived”, they would eventually get the idea. It sort of worked.
After a hard day’s work, these creatures like to congregate at twilight in a spreading oak tree on my neighbor’s property. There they socialize, laugh at each other’s jests, get into arguments and presumably recount the day’s exploits. “That was a tough hole to make”, “ That asshole human isn’t worth the trouble. Doesn’t he have anything better to do with his time?” “Those squirrels are taking over this tree – we must chase them off!”
Indeed, the squirrels are the acorn woodpeckers real nemesis -after all, they are competing for the same treasures. Although to be fair, the acorn woodpeckers are the real trouble makers. Each day I watch the poor squirrels just trying to live their lives, getting kamikazied and chased away by sharp beaked dive bombers. The beleaguered animals are rarely left alone to enjoy themselves. Oftentimes after being harassed, these poor creatures take shelter on my upper deck, the only place they are safe from the attacks. There they take in the sun and relax, safe at least for a little while from the constant harassment.

Over time, I began to identify with the squirrels’ plight. Like mine, their safe homes were also being unjustly invaded. I surmised there really were enough acorns to go around for all. But acorn woodpeckers are an obsessive lot and definitely not socialists; they are survivalists and, worse, hoarders. For these creatures, there can never be enough acorns and never enough holes in which to deposit them. I began to develop a real empathy for the squirrels. And when they wearily climb onto my deck railing, I give them a sympathetic wave. It was when (I swear) I saw one conspiratorially wink at me that I suddenly knew what the next stage of my woodpecker strategy had to be: a squirrel/human alliance.
Those red-capped fuckers will never know what hit them.
Stimme im Orbit
Denken wir lieber nicht allzu lange darüber nach, was geschehen musste, damit eine Knabenstimme nicht durch den Eintritt der Pubertät zerstört wurde. Filippo Balatri fällt einem ein, oder der wohl berühmteste, Farinelli. In den 1500er Jahren zogen entsprechend behandelte Sänger in die Musik ein. Der Klang dieser Stimmen muss absolut faszinierend gewesen sein.
Ersatzweise bleibt es heute beim Falsett, auch Countertenor genannt. Der Klang erreicht mit Sicherheit nicht die fast mystische Qualität, die die tatsächlichen Kastraten auf die Bühne bringen konnten, aber ungewöhnlich genug ist diese Stimmlage noch immer — nicht nur in der Alten Musik, auch die Popmusik macht sich die Falsettstimme immer wieder zunutze. Die Schellackscheibe „Irgendwo auf der Welt“ mit den Comedian Harmonists war die erste, bei der mir ein Countertenor bewusst auffiel; er müsste wohl Harry Frommermann gewesen sein (selbst bezeichnete er sich als Buffo-Tenor). Dann waren da natürlich später die Beach Boys, deren Gesangsharmonien ohne Falsett überhaupt nicht vorstellbar wären. Als ich zum ersten Mal die Sparks hörte („This Town Ain’t Big Enough For Both Of Us“), glaubte ich tatsächlich, eine Sängerin zu hören — bis ich las, dass sie Russell Mael heißt.
Und in den 1980er Jahren gab es da jemanden, der den Countertenorgesang in den Mittelpunkt stellte. Sein Name war Klaus Nomi, und pünktlich zu seinem 80. Geburtstag hat Monika Hempel eine Biografie über diesen Sänger veröffentlicht:

Richtig hieß er Klaus Sperber, er stammte aus Immenstadt im Allgäu, und 80 ist er leider nicht geworden. Der Name „Nomi“ geht wohl zurück auf ein Spiel mit dem Wort „Omni“, einem Datenübertragungsmodus zwischen Synthesizern. Klaus Nomi war ein nicht komplett zu Ende ausgebildeter klassischer Countertenor, was dazu führte, dass er in Deutschland keine Stelle in einem Opernensemble fand — ohne Notenkenntnisse kann man dort nichts werden, obwohl er so ziemlich alle in Frage kommenden Partien draufhatte. Abgelauscht von Platten, war Maria Callas seine Initiation. Diese Art von Pathos machte er sich einerseits zu eigen, verband dies aber mit Kostümierungen und Masken, die auf japanische Kabuki-Kunst, aber auch auf den Expressionismus der 1920er Jahre zurückging. Aber auch ein simpler Klarsicht-Regenmantel diente als Kostüm und erfüllte seinen Zweck, spacig auszusehen.
Dass er teils unbeabsichtigt, teils aber auch bewusst mit einem überzogenen deutschen Akzent arbeitete, machte ihn in New York zu einer Erscheinung, die über kurz oder lang wahrgenommen werden musste. Geglückt ist ihm das leider nur in einem relativ kleinen Kreis, insbesondere in New Yorker Cabarets. Es gelang ihm aber, keinen Geringeren als David Bowie auf sich aufmerksam zu machen, der ihn als Backup-Sänger für einen Auftritt in der Sendung „Saturday Night Live“ anheuerte. Klaus Nomi gehörte dann zu jenen Künstlern, die erst auf dem Umweg über New York Erfolge in Deutschland einheimsen konnten. Dabei war das nicht einfach, denn nicht nur war er einem offenbar grottenschlechten Management in die Hände gefallen, sondern er war auch illegal in den USA, während sein deutscher Pass abgelaufen war. Er konnte also nicht legal nach Deutschland zurückreisen. Er löste dieses Problem „klassisch illegal“ durch eine Pro-Forma-Heirat, die ihm eine Greencard einbrachte.
Monika Hempel schildert alle diese Karriereschritt sorgfältig recherchiert, gut lesbar und sachlich geschrieben in ihrem Buch. Dabei räumt sie mit so manchem Märchen und schlecht recherchierter Falschinformation auf und macht Lust darauf, Nomis Platten wieder auszugraben oder den Streamingdienst des Vertrauens zu befragen. Es ist nur leider nicht viel, was man da finden kann, denn tatsächlich hat Nomi zu Lebzeiten nur zwei Alben machen können. Und obwohl diese immerhin in den Electric-Lady-Studios produziert wurden, hört man ihnen an, dass sie nicht viel kosten durften.
Nomi gehörte zu den ersten, die sich eine Aids-Erkrankung zuzogen — und das bedeutete in den frühen 1980ern das Todesurteil. Das hat sich heute geändert, aber wer sich an diese Zeit noch erinnern kann, weiß, was das hieß, umso mehr, wenn er einen solchen Fall in seinem persönlichen Umfeld miterleben musste. Da kommen verdrängte Erinnerungen unvermeidlich wieder hoch. Und während die Autorin die Lebensbedingungen Homosexueller in jenen Jahren erfreulich sachlich schildert, erspart sie uns von dieser Krankheitsphase nichts, insbesondere nicht die Reaktionen der Umwelt — da wurde in so mancher Familie oder WG das Essgeschirr in den Müll geworfen, kaum, dass der Aidskranke gegangen war. Man erinnert sich an die oft schwachsinnige Berichterstattung in den Medien und an solche Begriffe wie „Schwulenkrebs“. Da trägt es die Autorin gelegentlich ein bisschen davon. Aber es ist letztlich doch gut, wieder einmal daran erinnert zu werden, wie harter Tobak das damals wirklich war. Interessant nebenbei (was ich bis jetzt nicht wusste): Nomis Arzt- und Krankenhauskosten, die zu astronomischer Höhe aufgelaufen waren, konnte er selbstverständlich nicht begleichen; reich ist er mit seiner Kunst nie geworden. Die Kosten hat stillschweigend David Bowie übernommen.
Im deutschen Fernsehen erschien Klaus Nomi erstmalig bei Thomas Gottschalk in der Sendung „Na sowas!“ Ich meine mich auch an eine „Bios Bahnhof“-Ausgabe zu erinnern, in der er auftrat, bin mir da aber nicht mehr ganz sicher. Mit Sicherheit aber erschien Klaus Nomi in einer „Klassik-Rock-Nacht“ des Bayerischen Fernsehens, in der er mit Orchesterbegleitung unter Leitung von Eberhard Schoener Purcells „What Power Art Thou (Cold Song)“ singt, eine seiner Glanznummern, bei der er seinen Gesang optimal zur Geltung bringen konnte — und man sieht ihm an, wie angeschlagen er zu diesem Zeitpunkt bereits war. Die Halskrause diente dem Verdecken der typischen Kaposi-Sarcoma-Flecken, und die Showtreppe zu erklimmen fiel ihm offenkundig bereits schwer. Wenn man das weiß, ist dieser Auftritt schwer auszuhalten, aber er zeigt, wie unmittelbar Nomi sein Publikum fesseln konnte. Eberhard Schoener ehrte Nomi 1996 mit einer Kurzoper: „Cold Genius“. Klaus Nomi verstarb 1983 in New York.
Das Buch umfasst rund 280 Seiten inklusive einer teils farbigen Fotostrecke, einer Werkliste und genauen Quellenangaben und ist unbedingt lesenswert als eine Erinnerung an einen großartigen, leider unvollendet gebliebenen Künstler; gerade auch, da es sonst außer einem Dokumentarfilm von 2005 („The Nomi Song“ von Andrew Horn, durchaus sehenswert) nicht viel Material über Nomi gibt.
Monika Hempel:
Klaus Nomi — Stimme im Orbit
Verlag Andreas Reiffer 2024
ISBN 978-3-910335-44-8In Memory of Dickey Betts
Nach gut dreissig Jahren gingen meine Klanghorizonte-Nächte zuende mit dem Stück, das mich seit meinem 16. Lebensjahr begleitet. Brian Whistler war im Fillmore dabei, als es aufgenommen wurde. Ich kehre immer noch gerne ins Fillmore zurück. Dickey Betts hat “In Memory of Elizabeth Reed“ komponiert.“Duane and I had an understandung, like an old soul kind of understanding of let’s play together,” Mr. Betts said in a 2020 interview with The Sarasota Herald-Tribune in Florida. “Duane would say, ‘Man, I get so jealous of you sometimes when you burn off and I have to follow it,’ and we would joke about it. So that’s kind of Duane and mine’s relationship. It was a real understanding. Like, ‘Come on, this is a hell of a band, let’s not hot dog it up.’”
“(When composing ‘In Memory of Elizabeth Reed’) I was thinking of Benny Goodman. I was thinking of how he used melody and then I got all these Western swing influences from my buddy Dave Liles, who passed away about four years ago. But the thing came about, see, I was dating, I was slipping around, back-dooring Boz Scaggs’ girlfriend, live-in girlfriend, they weren’t married, but … (laughs). She was a beautiful Italian girl. I wrote this song and I wanted to call it ‘Carmella’ but couldn’t. So the place we would meet, in this old 1800s graveyard, Rose Hill, there was this old tombstone that said on it ‘In Memory of Elizabeth Reed.’
Die Jazzfakten vom 4. April (revisited)
Es gibt keine Zeitbeschränkung bei diesem Link. Ich hatte bei der Produktion gute fünf Minuten zu kürzen, was mir selten passiert. Hier waren jedoch schmerzhafte Schnitte nötig: „Killing your sweetest darlings“ heisst hier der besinnliche Spruch dazu . Ein Oton von Fred Hersch fiel raus, und im Zentrum hatte der Tontechniker Martin Hoffmann den Ausschnitt von Alice Coltranes Darbietung von „Africa“ so weit zu kürzen, das man direkt im „finale furioso“ landet, und nicht jene Passage miterlebt, in dem sich das Ende aus einem herrlichen Groove der beteiligen Bassisten herausschälte. Ein anderes Stück Jazzgeschichte zapft Fred Hersch an, wenn er auf seinem Album „Softly as in a morning sunrise“ spielt und, im Gespräch, Sonny Rollins‘ Version aus dem Village Vanguard als Referenz angibt. Dieser Klassiker wird in Kürze neu aufgelegt, et voila, erst die JazzFacts, dann eine Zeitreise mit Mr. Rollins ins Jahr 1957…
Kahil El‘ Zabar‘s Ethnic Heritage Ensemble: Open Me, …
Fred Hersch: Silent, Listening
Beitrag 1 von Michael Rüsenberg („Destination Unknown“)
A. Kalma, J. Chiu, M.S. Honer: The Closest Thing To Silence
Live At Carnegie Hall (1971) – Impulse (A. Coltrane)
Shabaka: Perceive Its Beauty, Acknowledge Its Grace
Beitrag 2 von Karl Lippegaus (Jason Weiss: Listenings)
Fred Hersch: Silent, Listening
Charles Lloyd: The Sky Will Be There Tomorrow