Caetano

1987 kaufte ich mir meine erste Platte von Caetano Veloso, und sie ist bis heute einer meiner liebsten geblieben. Seine ganz wilden Jahre lagen hinter ihm, und obgleich der Sound moderner wurde, diente alles den Liedern, seiner Fähigkeit, sanft-eindringliche Melodien zu kreieren und sie mit dem passenden Ambiente auszustatten. Allein das Cover mach deutlich, dass es sich hier auch um perfekte „Music for Summer Evenings“ handelt. Jahre später erschien das in meinen Ohren nicht minder andockende „Estrangeiro“, hier war der Klang noch wesentlich experimenteller, und ein gewisser Arto Lindsay gesellte sich zu den Kollaborateuren. Ein gewisser Detlef (!) Diederichsen war in einer langen Besprechung hin und weg, und ich verstand das gut. Als ich dann in den 1990er Jahren, oder war es noch später, Julio Medems Meisterwerk „Terra“ im Kino entdeckte, hatte ich meinen absoluten Caetano-Favoriten gefunden, den Song „Terra“, der sich auf dem leisen akustischen Album „Muito“ einfand, spät in den 1970ern, und mich mit der Verzögerung von zwei Jahrzehnten so verzauberte wie einst „Waterloo Sunset“ von den Kinks.
3 Kommentare
Michael Engelbrecht
FÜR IMMER HIER
Historienfilm von Walter Salles mit Fernanda Torres und Fernanda Montenegro. Im oscarprämierten Historiendrama Für immer hier muss eine Familienmutter sich neu erfinden, nachdem ihr Ehemann im Zuge der brasilianischen Militärdiktatur in den 1970er Jahren verschwindet.
Caetano Veloso durchlebte und durchlitt diese Zeit, zum Teil im Exil in London. In dem ergreifenden Film FÜR IMMER HER kommt seine Musik auch vor, bei den jungen Linken und Hippies, die das Unglück hatten, unter einer Diktatur zu leben.
Jan Reetze
Seine Schwester ist übrigens auch sehr hörenswert: Maria Bethânia.
Jan Reetze
Ich stelle gerade fest, dass ich die „Estrangiero“, die ich mal hatte, aus irgendwelchen Gründen nicht mehr habe. Schade. Jetzt habe ich noch eine Art „Best of“, genannt „A Arte de Caitano Veloso“, nicht mehr ganz neu, bietet dafür aber einiges aus seiner stärker politischen Phase aus Zeiten, die er zeitweilig in London zubringen wollte oder musste.