All die Jahre im Red 3A

Nachdem so oft ein Ende im Raum stand, und wieder und wieder eine Nische sich auftat, ein Jahr, und noch ein Jahr, ist es nun so gut wie amtlich. Die Sparte des Jazz wird im Kölner Sender weiter runtergefahren anno 2027 (man wird zukünftig von „non-classical music“ reden), und die Horizonte im September werden die letzten sein. The final countdown, natürlich mit Brian Eno, mit Talk Talk und Graeme Thomsons Buch über die vier Jahreszeiten der Band, sowie mit ECM – und mindestens einem Norweger!

Ich habe die goldenen, silbernen und bronzenen Zeiten der Jazzpräsenz im Deutschlandfunk seit 1989 alle mitbekommen, und meine letzte Show im DLF wird mir eine Ehre sein. Es wird Waffeln geben und five o’clock tea. Heute abend um 21.05 Uhr dann also meine vorletzte Runde, und ich bin rundum zufrieden mit der Collage dieser Ausgabe. 12 Alben, 12 Welten, ein toller Tontechniker, und lauter rote Fäden. Wenn man so viel Zeit zur Vorbereitung hat, verdichtet sich alles.

Ein kleiner Fehler ist mir auch unterlaufen, wie konnte ich den Keyboarder einer meiner favourite bands ever nur als ihren Drummer ausgeben!? Sei‘s drum. Der Link zu den Klanghorizonten wird hier wie immer gepostet. Ganz oben über dem Foto. Ihr erkennt den Ort? Egal. Enjoy, listen, surrender!

“Eine Reise um die Stunde in 12 Welten“

“Fly The Ocean In A Silver Plane“


Jan Bang schrieb mir gerade, er habe einige „revelations“ im Sinn und fragte sich zudem, was ich wohl mit der vielen Zeit nach dem Radio anstelle. Ihm kam da ein Song von Laurie Anderson in den Sinn, und er traf ins Schwarze:

„Take me out to the ballgame / Take me out to the park / Take me to the movies / Cause I love to sit in the dark / Take me to Tahiti / Cause I love to be hot / And take me out on the town tonight / Cause I know the new hot spot.“

Ein Kommentar

  • Jan Reetze

    Damit war ja zu rechnen … An sich ist ja auch gegen Sparen nichts einzuwenden; die Öffentlich-Rechtlichen betreiben, soweit ich weiß, mittlerweile an die 70 Hörfunkprogramme, von denen die meisten kaum Hörer haben. Das muss wirklich nicht sein. Es scheint mir nur wieder typisch zu sein, an welcher Ecke das Sparen ansetzen soll, nämlich genau dort, wo öffentlich-rechtliche Programmformate wirklich gebraucht werden.

    Dass der Jazz dann in „non-classical“ eingeordnet werden wird, halte ich allerdings schon wieder für konsequent. Dadurch, dass es inzwischen etliche Studiengänge zum Thema gibt, die Produktionsbedingungen besser geworden sind und die Jazzmusikerinnen und -musiker auch handwerklich mittlerweile ein Niveau erreicht haben, das früher kaum vorstellbar gewesen wäre, umfasst der Jazz heute eine unglaubliche Spannweite: Von elektronischer Avantgarde, experimentellem Virtuosentum, Rock-Anleihen, folkloristischen Tönen, den Hip-Hop bis hin zum Mainstream reicht das Musikspektrum. Mit „Jazz“ ist das tatsächlich kaum noch zu beschreiben.

    So, jetzt muss ich aber hören.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert