KLANGHORIZONTE VOM 28. Mai

Listen to KLANGHORIZONTE mit Michael Engelbrecht: HERE

Bill Wells / Don Cherry / Jonathan Richman / Asher Gamedze / Pan American / Jan Garbarek-Bobo Stenson Quartet / Björn Meyer / Khelan Phil Cohran / Sirāt (O.S.T.) / Tinariwen / Eivind Aarset / Étienne Nillesen

12 Kommentare

  • Lajla

    Danke für diese besondere Sendung. Besonders, weil die gespielten Stücke mit gemeinsamem Singen eine wunderbare Stimmung erzeugten.

  • Martina Weber

    Auffällig, dass diesmal der Link zur Sendung da war, bevor die Sendung überhaupt im Radio kam.
    Ich habe mich aber vor das Radio gesetzt, zwischen die Lautsprecher, live, wie immer, wenn ich Michaels Sendung höre.
    Es war eine wundersame Reise durch verschiedene Stimmungen, Sprachen und Kulturzonen. Was das Autorenradio für mich wichtig macht und was ich vermissen werde, ist die ganz besondere Zusammenstellung der Tracks und es sind die Moderationen, in denen ich gern etwas erfahren möchte, was mich berührt (und inspiriert, auch durch die Sprache) und sehr gern auch O-Töne. Aus dem Soundtrack zu dem Film Sirat hat mich die Nr. 9 (Les Marches) am meisten berührt, als ich das Album hörte. Michael hat die Nr. 8 (Ritual) gespielt, was an der Stelle in der Sendung wahrscheinlich absolut perfekt passte und zeigt, was Michael uns immer wieder während der Planung seiner Sendungen schrieb: dass es aufs Sequencing ankommt, dass am Ende ein stimmiges Ganzes stehen muss; es geht eben nicht darum, ein Dutzend Lieblingsstücke ohne System zusammenzustellen. Tinariven und Eivind Aarset fand ich auch absolut super; diese drei Tracks waren für mich der Höhepunkt der Sendung, jedenfalls beim ersten Hören, und natürlich auch Pan American, eine Band, die sowieso schon lange zu meinen Favourites gehört.

    Björn Meier erzählt, dass Manfred Eicher gegen Ende des Produktionsprozesses entschieden hat, das Album mit einem anderen Stück anfangen zu lassen als dem ursprünglich Gedachten. Das sind genau die Passagen in einem Interview, die ich in so einer Sendung hören möchte. Wer künsterlisch tätig ist, muss eine andere Rolle einnehmen, wenn es darum geht, das Werk von außen zu betrachten und es der Öffentlichkeit zu übergeben. Bei der Zusammenstellung eines Gedichbandes ist die Reihenfolge der Gedichte ebenfalls für die Rezeption bedeutsam. Das gilt auch für eine einzelne Lesung: Auswahl und Zusammenstellung entscheiden über das Gelingen. Glücklicherweise tausche ich mich sehr mehr als 20 Jahren mit jemandem über meine Gedichte aus, der ein unglaubliches Talent hat, vorhandene Gedichte zu einem Buch anzuordnen. Ihm verdanke ich die Platzierung der Schlussgedichte in meinen beiden Gedichtbänden. Es geht nicht nur darum, auf einem Album mit dem richtigen Track anzufangen, sondern auch darum, sich mit dem richtigen Text aus einem Gedichtband zu verabschieden.

  • Michael Engelbrecht

    Gut zugehört, Martina😉.

    Das Stück No. neun, Les Marches, ist in der Tat ergreifend, aber es ist a) viel zu lang für die 54 Minuten gewesen, und b) wollte ich ein dunkles Stück mit wenigen Pulsierungen, um meine Vorstellung des Films und den „Empfehlungen zum deep seeing“ gerecht zu werden.

    Und, by the way, es spricht für Oliver Laxe, dass er „Les Marches“ in einer erschütternden Sequenz einsetzt, also sicher nicht als Stmmungsverstärker.

    Erst eine Woche vor der Produktion bekam ich von Karaoke Kalk Bill Wells’s neues Teil zu hören, und es machte klack, klack, und die ersten Stücke bekamen ihren perfekte Sequenz:

    die Traumfragmente des Schotten gehen über in den Gospel von Asher Gamedze (und das Reden über den Tod mündet dort in einen Gospel, in dem einmal mehr von einem Traum die Rede ist.)

    Traumstoffe, unsere endlos gezählten Tage, und schon bekamen zwei Leitmotive der Stunde weitere musikalische Nahrung.

    Es ist schon was Besonderes, dass meine letzte Sendung, wenn alles so läuft wie geplant, in jene Tage fällt, in denen Eivind Aarset sein wohl einziges Konzert gibt deutschlandweit, hier in Aachen.

    Als ich ihn vor ein paar Jahren, in ähnlicher Besetzung erlebte beim Punktfestivaal in Kristiansand, war es das bestr Konzert, das ich je von ihm erlebte. Und a waren sich alle einig, auch Henning Bolte, und und und.

    !!!!!Ich glaube, Punkt Editions oder Jazzland sollte es irgendwann rausbringen.!!!!

    Ju Ju Space Jazz war auch dabei, aber natürlich nicht der Kracher „Space Bob“.

    Nach einem tollen Gespräch mit meinem Redakteur Thomas Loewner, gehe ich tatsächlich nun mit einem sehr schönen Gefühl. Ich hatte das Privileg, zwischen Mai 1990 und Sommer 2026 meine Vorstellung vi „Autorenradio“ zu realisieren. Dafür bin ich vielen Redakteuren für immer dankbar, die mir lange Leine gelassen haben, Michael Naura vom NDR, Volker Bernius von HR (der mir zeigte, wie ich meine „literarische Sprache“ radiokompatibel mache, und sowieso Harald Rehmann, zuletzt Odilo und Thomas…

    Zum Abschied wünsche ich mir, dass sie bei DLF vielleicht noch im Archiv meine Portraits von Kenny Wheeler und Michael Naura ausgraben.

    Und von dir, Martina, ob du in all deinen Kassetten der Klanghorizonte noch ein, oder zwei Otöne von Mark Hollis findest😉… ist aber auch nicht soooo wichtig….

    Die letzte Sendung steht ja nun schon, ich musste in den comments nur drei Patiencen fürs Sequencing entwickeln:

    Last Horizons

    Old album

    Lambchop (forthcoming)
    Jan Bang (if i’ll love it:))
    Daniel Lanois (forthcoming)

    OTON (1) – Graeme Thomson
    Talk Talk: from Laughing Stock
    OTON (2) – Graeme Thomson

    New album
    The Mountain Goats (forthcoming)
    New album

    Old album

    (Diese new albums müssen so gut sein, dass sie auch in meiner Jahresendliste zu den TOP 20 zählen. Mehr wird natürlich nicht verraten, obwohl ich den finalen Track schon weiss😉

    Ich habe Graemes Buch hier als Kindle vorliegen, und erfahre im ersten Kapitel, dass Mark Hollis zur Zeit von The Colour Of Spring ein grosser Bewunderer von Traffic war. Wenig verwunderlich, ihre zwei besten Alben mögen hier sicher auch viele…😉)

  • Eivind Aarset

    I listened to your radioshow yesterday, inspiring stuff! Some things I knew about but haven´t listened to, some things I never heard, and some things I really needed a reminder… (jan skrik & hyl fantastic!!!) Great company for Space Bob Thanks a lot!

    I am so happy this kind of program still exist. In Norway there has been a big change in the cultural radio programs, discountinuing open minded shows, more focus on formats.

    ((…)))

    (Taken from an email)

  • Michael E

    @ Eivind : the same happens and will happen here. The same change in cultural programs. A comparable loss of open-mindedness. See you in autumn!

  • Thomas

    Lieber Michael,

    Es ist immer zu früh für Abschiede 😅

    Klasse Sendung, in jeder Hinsicht. Den Tupfer von Don Cherry mit dem Verweis auf Garbareks Wichi-Tai-To grossartig, die O-Töne von Meyer vorzüglich.

    Danke für die famose Zusammenstellung und schönen Zusammenhänge.(Not)Desireless.

    Zu Cherry: höre gerade Stockholm 1977, boah, mehr geht nicht an kollektiver Schönheit. Per Tjernberg hat ebenfalls großartige Platten hinterlassen.

    Ich freue mich auf das Konzert von Eivind in Aachen.

  • Olaf Westfeld

    Wunderbare Sendung, vielen Dank dafür!
    Ich wäre auch dafür, dass Du weitermachst 😉
    Schwer dieses Mal Favoriten rauszufiltern… vom Timing her vielleicht Tinariwen – magisch in der Abfolge. Als Stück für mich sicher das von Khelan Phil Cohran – immer magisch.

  • Olaf (Ost)

    Eine wunderbare Stunde mit vielen Entdeckungen. Wiedermal ganz entzückende Handreichungen, akustische Preziosen, ein Teller köstliches Teegebäck für meine Sonntagsmatinee…
    Schon die Idee mit den ganz kurzen Knabbereien… sehr reizvoll … und gelungen!
    Hervorragende Auswahl! Spannender Kram. Was soll man weiter sagen?!
    Ach, jammer, da wird mir was fehlen… Ich hoffe, der jahrewährende Auslauf trabt noch ein Weilchen so weiter…
    — Ist der Richman schon 75? Teufel! Bin schon Ende der 80er – da hat der alte Bursche wohl gerade Solo begonnen – auf ihn aufmerksam gemacht worden, als im SFB(?) die Dreamtime von Helmut Lehnert lief. Dem verdanke ich als einem der Ersten irre viel musikalische Inspiration.
    — Auch mir ist Nerve Net nachhaltig im Gedächtnis geblieben…
    — von Tinariwen liegt zufällig gerade der Erstling auf meinem Tisch – eine prachtvolle Koinzidenz…
    — Zu dem Étienne Nillesen twee gabs schonmal eine extraSendung zu En, wenn ich da richtig bin. Da braucht man Zeit.

    Und ich bin gespannt, was von all dem – wenn man es dem Klanghorizonte-Klanggeflecht entreißt – in das Meinige seinen Weg finden wird.

  • Martina Weber

    Ich finde es immer sehr interessant, wie unterschiedlich hier bei den Resonanzen die individuellen Anknüpfungspunkte sind. Das spricht ja auch alles für die Vielschichtigkeit der Sendung. Ja, und „Nerve Net“ habe ich aus dem Plattenschrank rausgeholt und möchte es mal wieder auflegen.

    Zu „Mark Hollis“ hatte ich in meinen Klanghorizonte-Beschriftungsdateien zwei Treffer. Einmal im Jahr 2009 den Track „The Gift“ (Komp.: Mark Hollis), aus: Mark Hollis, aber ohne O-Ton. Habe ich heute nochmal gehört. Und aus deiner letzten fünfstündigen Sendung vom 18.12.2021 gibt es dieses Fundstück: Mark Hollis: A Life (1895-1915) (Mark Hollis, 1997). War da ein O-Ton dabei? Ich habe nicht reingehört. Aber es wäre sowieso auf Audiokassette und ich digitalisiere nichts und laut O-Ton Michael „auch nicht sooo wichtig“.

  • Lorenz

    Es war eine wunderbare Stunde. Eine Reise durch Klanglandschaften mit Dir als Reiseleiter.
    In den vorherigen Kommentaren wurde alles schon so richtig beschrieben. Nur eines noch.
    Die Zusammenstellung und Abfolge von sehr neuer und schon etwas älterer Musik wurde
    durch die Auswahl und durch deine Moderation einfach zeitlos. Alles war einfach jetzt.

  • flowworker

    In diesen letzten Sendungen, das Steve Tibbetts Portrait und diese
    Horizonte hier, da flogen bei mir auch diese 36 Jahre seit 1990 vor dem inneren Auge und Ohr vorbei. Und, ja, Lorenz, „alles war einfach jetzt“.

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