Der Zusammenhalt. Ein Alpenmärchen
In jedem Erwachsenen lebt noch das Kind
Manga wusste nicht, wie sie in die ihr vollkommen ungewohnte und fremde Gegend geraten war.
Sie war an einem schneebedeckten Berghang aufgewacht.Als sie sich aufrichtete und umhersah, entdeckte sie auf der gegenüberliegenden
einen Wolf- Er stand da mit gefletschten Zähnen- Sie rief blinzelt hinüber: Hey Wolf, Rotkäppchen war schon.
Er knirschte über den Grat: Du hast so schöne breite Wangen, zum Reinbeissen schön- Manga kullerte ihre Augen rund um die Stirn ,
klimperte heftig mit einem verführerischen Augenaufschlag: Ach weisst du, die Welt ist so ohne Hoffnung, lass uns wenigstens zusammenhalten in der verheerenden Lage.
Der Wolf hatte ihr sitzend zugehört. Langsam erhob er sich und sprang mit einem galanten Riesensatz hinüber zu ihr. Wow, staunte das Mädchen,
Das kann ich nicht. Ich kann dafür singen und tanzen, das werde ich dir bei Gelegenheit beweisen.
Sie liefen gemeinsam den Berg hinauf. Oben angekommen sahen sie weit und breit nur Berge. Kein Haus, kein Licht, nichts-
Was werden wir essen, fragte das Mangamädchen. Lass mich dafür sorgen, mit mir wirst du nicht verhungern..
Sie hätte den Wolf am liebsten getätschelt. Wo werden wir schlafen. Überall gibt es Felsvorsprünge dafür.
Weisst du, ich weiss garnicht wie ich hierherkam. Bei mir zuhause blühen die Kirschbäume auf grünen Wiesen.
Es ist bestimmt schön dort, woher du kommst.Aber dort bin ich nicht, ich bin ja hier mit dir, wir sind zu zweit, das ist doch auch schön.
Ja stimmt, aber hier ist es so kalt. Ich werde dafür sorgen, dass du immer warm hast.. Manga lächelte ihn an: du bist so liebevoll.
Ach weisst du, ein böser Wolf war schon. Ich gebe mir Mühe der Welt zu zeigen, dass es auch anders geht.Soll heissen, der Welt etwas Bleibendes zu geben:
Es soll mal erzählt werden: da lebte ein Wolf in der Bergwelt, der bis zu seinem Ende liebevoll zu einem fremden Mädchen war.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
(L.N.)
Soothing
Gestern eine Mail von Bandcamp bekommen, es gebe ein „new release“ von Squama Recordings. Ich erinnere mich nur sehr vage daran, bei diesem Label auf den follow Button geclickt zu haben, folge aber dem Link, drücke auf play und fühle mich nach einer turbulenten Woche von der Musik in den Arm genommen: https://matthiaslindermayr.bandcamp.com/album/nozomi.
„Into The Piano“ – Jon Balke‘s forthcoming masterpiece
Beim Schreiben dieses folgenden Textes versuchte ich, mir darüber klar zu werden, was genau die Software mit den Tönen innerhalb des Klaviers anstellt, und wie der Pianist mit ihnen interagiert. Beides ist mir trotz des Hörens der CD, trotz des genauen Lesens der press info, und trotz des Videos, ziemlich unklar. Daher die Fragen am Ende.

1
On Monday, I’m going to the Apollo cinema to see ‘Misty’, a film about the life of jazz pianist Erroll Garner. It’s a long way from Erroll’s album ‘Concert By The Sea’ to Jon Balke’s solo work ‘Skrifum’. Both share a total immersion in the material of the sounds, the one whirls with immense speed, the other seems to listen to every single sound, staging an ethereal realm of shadows and reflections parallel to the ‘real sounds’. It fascinates me how a different space comes into play with each piece (all tracks consist of one word alone). En passant, never crashing, gate after gate opens up. Sometimes there are traces of the Far East, sometimes a hint of Cage’s ‘In A Landscape’, a distant memory, once (and with a gentle shiver from vortex to vortex), of ‘The Plateaux Of Mirror’ by Eno and Budd, and and and and. Despite all the fleeting chains of association, you end up in the exciting, quiet presence of a horizon that is by no means aseptically cool. An experiment from the sound laboratory – and at the same time ‘blue jazz magic’! *****
2Wir können gerne, in der Folge, über Psychoakustik reden, und über Philosophie.
A cuppa tea, dawn, and „Skrifum“ plays, the forthcoming piano album by Jon Balke. It‘s his fourth solo trip on ECM, after „Book of Velocities“ (the late John Kelman loved it very much), „Warp“ (2016 – jazz album of the year at Deutschlandfunk, in the ears of Harald Rehmann and myself) and „Discourses“ (2020). And again it‘s different from the one before, as the third one was different from the second one, and the second from the first.
So far, so good. Along with Tommy Perman and Alabaster dePlume, Jon Balke is the third man talking on his new piece of art, in my radio hour on March, 27. His electronic audio tool is named „Spektrafon“: a live processing software he helped develop with technology professor Anders Tweit. Using this interface, Jon Balke is now able to directly manipulate ambient audio sound from the piano in real time – pulling out frequencies and sustaining them as chords of harmonics, showers of sparkling overtones, or eerie drones. Activated and energized reverberation thus becomes new material for improvised interaction and dialogue, often with quite beautiful results.
So far, so good. All these sentences rely on the background informations of ECM Headquarter – and me working on my playlist in motion you can find in the RADIO column of our „monthly revelations“. Skrifum means “write” in Icelandic and, for all the technological sophistication employed, there is an almost calligraphic quality to the melodic lines and sounds that Balke carefully shapes along the way: writing, drawing and designing the music in the changing light and lengthening shadows cast by the processed material.
Ich übersetze die letzten Sätze mit Deepl, um mir ihren Inhalt noch klarer vor Augen zu führen: Skrifum bedeutet auf Isländisch „schreiben“, und trotz aller technischen Raffinesse haben die melodischen Linien und Klänge, die Balke auf dem Weg dorthin sorgfältig formt, eine fast kalligrafische Qualität: Er schreibt, zeichnet und entwirft die Musik im wechselnden Licht und den länger werdenden Schatten, die das verarbeitete Material wirft.
So weit, so gut. Das alles steuert auf zwei, drei Fragen zu, die ich stellen werde. Den kreativen Prozess führt Jon besagtem Hintergrundtext weiter aus: “The Spektrafon’s sound feeds back in ways that demand space,” says Jon Balke. “So I take that opportunity to play mostly monophonically and to focus on every single note and its weight and position in the soundscape.” Zu deutsch: „Der Klang des Spektrafons ist sehr raumfordernd. Ich nutze also die Gelegenheit, meist monophon zu spielen und mich auf jede einzelne Note und ihr Gewicht und ihre Position im Klangbild zu konzentrieren.“ Eine fast kalligraphische Qualität also – man sehe sich nur das Cover an. So sieht es aus, wenn Jon Piano spielt, und dabei das Spektrafon bedient: HIER!
Am Montag gehe ich ins Apollo-Kino, um „Misty“ zu sehen, einen Film über das Leben ses Jazzpianisten Erroll Garner. Es ist ein weiter Weg, von Errolls Album „Concert By The Sea“ bis zu Jon Balkes Solowerk „Skrifum“. Restlose Versenkung in das Material der Töne haben beide gemeinsam, der eine wirbelt mit immensem Tempo, der andere scheint jedem einzelnen Sound zu lauschen, inszeniert, parallel zu den „realen Tönen“, ein ätherisches Reich von Schatten und Spiegelungen.
Es fasziniert mich , wie da mit jedem Stück (alle Titel bestehen allein aus einem Wort) ein anderer Raum ins Spiel kommt. En passant, nie krachend, öffnet sich da Pforte auf Pforte. Es gibt mal fernöstliche Spuren, mal einen Hauch von Cages „In A Landscape“, eine ferne Erinnerung, einmal (und mit sanftem Schauer von Wirbel zu Wirbel), an „The Plateaux Of Mirror“ von Eno und Budd, undundund.
Bei allen flüchtigen Assziationsketten landet man letztlich und in einem fort in der aufregenden, stillen Gegenwart eines keinesfalls aseptisch-unterkühlten Horizonts. Ein Experiment aus dem Klanglaboratorium – zugleich auch „blue jazz magic“! *****
Nun die Fragen: wie triggert
Jons asketisches Spiel, das
das zuweilen durchaus up tempo ist,
diese elektronischen Sphären, wie
genau entsteht der Sound
im Klavier, wie laufen da,
in Sekundenbruchteilen,
ästhetische Entscheidungen ab?Enos Songseminar (erste Lesung) – „Spiel mit verdeckten Karten“ (for Tom Boon, co-seminarist aka Mr. EnoWeb)
(1) Alles, was ich in dieser Woche schreibe, findet sich hier, und dreht sich, in engeren und weiteren Umlaufbahnen, um Brians erste „lecture“. Das heisst, dieser Text wird immer wieder mal ergänzt. Eher ein Wimmelbild voller Gedanken als ein ausgefeiltes Mosaik. Zeitgleich mit dem Webinar habe ich mit einer Psychologin eine „Luzide Traum-Gruppe“ ins Leben gerufen, die sich einmal pro Woche trifft.
(2) Wie schön, dass Brians Vortrag mit einem „reality check“ begann. Das machen wir, die wir luzide Träumer lieben, täglich. Alle Songs, die in diesem Text auftauchen, sind in irgendeiner Art Teil der Vorlesung, oder höngen assoziativ damit zusammen. Ein Paradestück eines ex-zentrischen Liedes von Richard Dawson wird hier genauso viel Sinn machen wie ein italienisches Fischrezept und eine Erinnerung an Brians „Spider and I“. Oder dieser seltsame Song aus dem Jahre 1957: The Silhouettes: Get A Job …
(3)„The best thing of getting ahead is to get started.“ Dieser Satz von Mark Twain hätte hervorragend in die erste Vorlesung gepasst. In voller Länge: American writer Mark Twain commented, “The secret of getting ahead is getting started. The secret of getting started is breaking your complex overwhelming tasks into small manageable tasks, and starting on the first one.”
(4) In Berlin sassen Eno und Bowie zusammen und arbeiteten an einem Track, der später „Moss Garden“ heissen sollte. Als Inspiration zog jeder der beiden – verdeckt – eine Karte aus den „Oblique Strategies“. Und ohne den Inhalt auszutauschen, versuchte jeder, der jeweiligen Anweisung, die im nachhinein ziemlich widersprüchlich erschienen, nachzukommen.
(5) Eine Art Hassliebe pflegt Eno zu Songlyrics. Zu leicht ziehen sie seiner Meinung nach die Aufmerksamkeit von dem Klängen auf die Worte, den Sänger, die Bedeutung. Er stellte diverse Strategien vor, diese Bedeutungseben auszuhebeln, von „unsinnigen Wörtern“, wie sie auf „Get A Job“ auftauchen, über andere Limitierungen, die einen frischen Zugang zu Wörtern als Klang befeuern. Es ging um die Klangmuster englischer Glockenspiele, um Haikus – und folgendes kleines Gedicht von Rick Holland hätte auch auch wunderbar in diese erste Vorlesung gepasst:
Vaults
Danil Pulin and young I sub stars
Daniel Pulin sad
I accompanying in proximity to his pain
I so young, Danil so sad.
But both aghast at upwards vast
Backs to a flint wall
Sitting on cold grass
So far from familial warmth
Of any kind
Gazing up - Danil talks of star magic
and Star shoots that instant across a vast night sky
Both of us GASP
Danil is an outcast, glass, short sight, so solo
I accompanying - through my own odd
Two young boys and a night-time
Star magic upwards
Danil Pulin and Stars (a writing exercise in not using letter ‘e’ – prompt from Roger Robinson book ‘On Poetry’)
(6) Damit das alles nicht ausufert, arbeite ich doch nur an diesem einen langen Echo, und mit einer klaren Spielregel. Jeder Subtext wird mit fettgedruckten Buchstaben markiert. Ich sollte mir also gut überlegen, was ich aufgreife, weiterspinne, was nicht. Denn nach 12 ist Schluss. Und dieses sechste Echo ist somit schon mal sinnfrei verschossen.(7) Als kleines Schmankerl befasst sich „das siebte Echo“ mit einem Fischrezept, das zu einem wiederkehrenden Ritual deines Alltags werden könnte. Wenn Richard Dawson einen Song schreiben kann über den Zauber von Kleingartenanlagen – HIER – aus seinem im Februar rauskommenden Album „End Of The Middle“, wird mir sicher ein feines Loblied auf ein Kartoffelbett gelingen: und diese Kreation hat zudem ein bisschen was mit Enos Webinar zu tun, geht es doch zuweilen um „breaking the routine“ sowie minimalen Imput mit maximalen „Impact“. Aber hier nun das, was dein Leben verändert:
Wenn ihr euch die Zutaten für das folgende Rezept besorgt, und es sind nur wenige Zutaten, kommt es auf die Details an. Die geschälten Kartoffeln (mit Hilfe einer Mandoline) in feine Scheiben schneiden. Um den Kartoffeln etwas die Stärke zu nehmen und aie davor zu bewahren, im Ofen zu sehr zu verschmelzen, kann man die Scheiben einfach in kaltem Wasser abspülen. Aber auch ohne diesen Schritt geraten sie sehr gut, nur halt etwas cremiger. Am besten, du probierst beide Varianten aus und entscheidest dann, was dir besser schmeckt.
Knoblauch und Ptersilie fein hacken und mkteinander vermengen. Unbehandelte Zitronen gut waschen und einige wenige feine Scheiben davon herunterschneiden, um sie unter die Kartoffelscheiben zu mischen. Die genaue Menge findest du schon selber raus, je nach der Grösse deines Bleches. Die Kartoffeln und die Zitronenscheiben auf eben diesem Blech oder in einer Gratinform ausbreiten und salzen. Einen Teil der Knoblauch-Petersilie-Paste darüber verteilen und grosszügig supergutes Olivenöl hinzufügen. Mit deinen Händen alles gut miteinander vermengen, sodass Kartoffel- und Zitronenscheiben von Salz, Olivenöl, Petersilie und Knoblauch überzogen sind. Uff, das wäre geschafft!
Die Kartoffeln nun in den auf 180 Grad vorgeheizten Ofen schieben und schon einmal vorgaren. Je nach Menge und Dicke dauert es 10, 15 Minuten, bis die Kartoffeln weich im Inneren und an den Rändern golden und knusprig werden. Damit sie gleichmässig garen, kann man sie zwischendurch einmal umschichten. Während Kartoffeln tendenziell gar nicht gar genug sein können, ist Fisch oft sehr viel früher gar, als du denkst. Bleibt er nur zwei Minuten zu lang im Ofen, gerät er trocken, und sein Potential ist ruiniert.Nun also zum Fisch: du kannst so gut wie jeden nehmen, und wenn dir das Rezept einmal in Fleisch und Blut übergegangen ist, wirst du Fisch nur noch selten anders zubereiten wollen, versprochen! Die Einfachheit dieses Rezepts ist genial: zu einem bestimmten Zeitpunkt legst du den Fisch als ganzen auf das Kartoffelbett. Die mitsen oben genannten Zutaten aromatisierten Kartoffeln geraten knusprig und cremig, die Zitronen karamelisieren an ihren Rändern leicht und liefern eine feine Süsse und Säure. Der Fisch bleibt bei sich, und darf seine ganze Frische und Qualität zeigen.
Wähle einen Fisch, der sich in glänzender Frische mit prallen, glasklaren Augen präsentiert. Steibutt, Seelachs, Rotbarsch, Wolfsbarsch, Dorade, Saibling, Forelle, whatever – auf einem Kartoffelbett fühlt sich jeder Fisch wohl (das gilt natürlich auch für Filets). Wichtig: den gewählten Fisch auf der Oberseite mit einem scharfen Messer mit wenigen parallelen Schnitten einschneiden und etwas von der Petersilie-Knoblauch-Mischung darauf verteilen. Auch das Innere des Fisches damit einreiben.
Den Fisch des Vertrauens auf den fast garen Kartoffeln platzieren, und unter wachsamer Beobachtung zwischen fünf und fünfzehn Minuten garen lassen. Zwischendurch an der dicksten Stelle einmal vorsichtig einstechen und den Gargrad kontrollieren. Den perfekten Gargard erkennt man daran, dass das Fleisch nicht mehr ganz durchsichtig, aber noch etwas glasig und überaus saftig ist. Und dann, ratzfatz, das Blech sofort aus dem Ofen nehmen, und heiss auf die Mitte des Tischs stellen. (sorry, Jan from Pittsburgh that you can‘t join the party with your allergy – but what about a T- Bone Steak (that reminds me of the beautiful Neil Young song with minimal lyrics and smashed potatoes! And back we are in song territory!)

(photo taken in 2014, in Brian‘s Notting Hill studio, one day before the interview with Eno & Hyde, a short time after his travel to Morocco – the hat is from there!)
(8) Die erste „lecture“ begann also mit einem Traum. Brian wurde vo einem dunklen Uber in immer fremdartiger wirkende Regionen Südlondons gefahren, die ihm völlig unbekannt waren. Der Fahrer trug eine eigenwillige Haarpracht. Am Ende der Fahrt öfnete, so erinnere ich es, eine korpulente Frau die Tür, und fragt Eno: „Are you the speaker?“. Tatsächlich, enthüllt Brian, sei dies gar kein Traum gewesen, sondern eine reale Erinnerung an eine Fahrt an ein Kunstinstitut, in dem er einen Vortrag hielt. Anschliessend ermunterte er alle Teilnehmher, sich in der Folge zwei kurze Filme anzusehen, und sich von ihnen zu einem kleinen Song anregen zu lassen. Man möge alles Urteilen vermeiden, und ganz frei den Angeboten der eigenen Empfindungen und Assoziationen folgen. Man bekam zu dem zu entwickelnden Lied ein paar schriftlich formulierte Ideen mit auf den Weg. Danach gäbe es eine zehnminütige Pause, die man nach diesem Kraftakt entspannter Imagination auch nötig habe. Einer dieser Sätze lautete (wiederum ging es darum, Konventionen auszuhebeln): „Ein Song kann aus nur einem einzigen Wort bestehen“. Das hat fast Koan-Qualität, dachte ich mir und summte ein launiges „Ommmm“ vor mich hin.
(9) Was für mich so faszinierend ist: in der Tradition jener britischen Kreativschmieden, an denen Eno Kunst studierte, unterrichtet er hier auch. Alles ist durchdacht, aber nicht in kleinen akkuraten Bausteinen zusammengesetzt. Brian stromert durch seinen eigenen Wissens- und Erfahrungsfundus, und dockt, quer durch die Jahrzehnte, an alten und neueren Liedern an. Und ich kenne diese Songs soooo gut. Eine Freude, zu hören was er über die Songtexte von „Spider and I“ und „Miss Shapiro“ kundtat! Unterschiedlicher können zwei „lyrics“ kaum sein. Und so gleite ich mit Brian vorwärts und rückwärts durch die Jahrzehnte. Durch gelebtes Leben hindurch, und bleibe dabei, im Idealfall, erfinderisch statt nostalgisch!
(10) – Brian Eno und Herbie Hancock – ich wusste gar nicht, dass die Zwei mal gemeinsam im Studio waren. Es gibtjedenfalls keine recordings. Aber die Story war gut. Und die Sache mit „Spider and I“: ja, es gibt, neben der romantischen auch die unheimliche Dimension dieses Songs: eine welt nach einer möglichen Katastrophe, das einsame Driften durch dem leeren Raum. Ich habe eine ganze persönlich Geschichte mit diesem Song, sie führt zurück in das Jahr 1978. ich habe sie bestimmt schon einmal erzählt. Die Wintersonne von Gerbrunn bei Würzburg ist mein Zeuge.
(11) – Gestern Abend (12.00 pacific time) war ich bei der ersten Serie der Questions and Answers dabei. Die Fragensteller werden per Zoom zugeschaltet, Eno nimmt Aspekte ihre Antworten auf, um dann, konzentriert und mäandernd zugleich („I‘m the master of tangents“) darauf einzugehen. Leider war mein Wlan etwas zu stotterig, ich werde mir die Aufzeichnung in Ruhe ansehen.
(12) – Dieses Seminar ist so überfliessend an Anekdoten, Techniken, Erinnerungen, Homeworks, dass ich es nicht weiter in „literarischer Form“ begleiten möchte. Erst am Ende, ein Rückblick. Ich nehme einfach dran teil, I enjoy, I surrender!
Brian Enos Songseminar – „Vorspiel mit offenen Karten“
VORSPIEL 1 – Hallo, liebe Leser, Freunde, Fremde, Unbekannte! Der Plan ist, zeitnah den Anfang des Seiminars zu begleiten am Ende des Webinars vielleicht sogar einen Song vorstellen (laugh out loud, it will be fun anyways!) Das Seminar wird von „school of songs“ in Amerika organisiert, und von sehr sympathischen Zeitgenossen initiiert und begleitet. Alles per Zoom und Vimeo. Wer will, kann immer noch dazukommen und den Anfang nachholen. Selbst wer nur meinen „Echos“ folgt, wird zumindest die eine oder andere musiknahe oder musikferne Anregung erhalten. Wobei ich mich entschlossen habe, nur die erste „lecture“, und die erste „Q & A“-Session hier auf dem Blog zu begleiten, und was den Rest angeht. I will have to participate and surrender from lecture two onwards.
VORSPIEL 2 -Die Vorlesungen kann man sich beliebig oft neu anschauen. Alle, die für ca. 160 Bucks ihre Teilnahmegebühr bezahlt haben (oder, wie ich, als „special guest“ kostenlos dabei sind) werden über Übungen, Vorträge, „Frage-und-Antwort-Sessions“ unterhalb der Woche zu kreativen Strategien von „songwriting“ ermuntert. Brian ist der Merlin unter den Storytellern der „Popkultur“ , und als jemand, der mit seinem Denken und Methoden sehr vertraut ist, bekomme ich nichtsdestotrotz bei jeder seiner „lectures“ neue Sichtweisen und Geschichten (und KONTEXTE) serviert. Das ist eine grosse Freude, und auch ein „Ding“ für alle Musikliebhaber und „Alltagskreativitätsforscher“, „a sophisticated school of thinking sideways“. Es lohnt sich, auch wenn man gar keine Lieder schreiben will.
VORSPIEL 3 – Als Einstimmung sollte jeder Interessierte ein paar Tage im blog diary „zurückblättern“ und zwei Texte gut durchlesen. Sozusagen als eine von zwei „homeworks“: „Songwriting with Brian Eno“ (1. 1. 2025), und „Creating a song in a lucid dream“ (2.1.2025). In dieser Woche gibt es dann „das erste Echo“ meinerseits, mit dem Untertitel „Spiel mit verdeckten Karten“. Wer sich auf den Hintersinn dieses „Kartenspiels“ vorbereiten will (zweite Hausaufgabe), der sollte sich den Song „Moss Garden“ aus David Bowies Album „Heroes“ gut anhören. Im übrigen werden diese „Echos“ aus vielen kleinen Echos bestehen, kurzen Einschüben, Sprüchen, Memos, Fragmenten. Es wird für manche eher verwirrend sein als hohe Erwartungen erfüllen. Aber sei‘s drum.
Michael‘s 25 Faves 2025
EINS Steve Tibbetts: Close
Close is like a dark Rothko painting on fire.
The love of life, the losses.
Honestly, this album breaks my heart.ZWEI Brian Eno & Beatie Wolfe: Liminal (The voice, close-miked, has an unexpected range of intimacies to offer, but is not really reliable, coming along like an uncanny entity, ghost-like, a figure from a dream, a meditation on human fragility, a delicate splash of colour. What a seamless balance between the moments on the brink, and the almost warm-hearted adventures with „oceanic“ vibes in between! Exit strategies for sheer amazement are hard to find on this visionary, wild and strangely relaxed ride!)
DREI Anouar Brahem: After The Last Sky („The album’s title is drawn from a question the Palestinian poet Mahmoud Darwish posed in one of his poems: ‘Where should we go after the last frontiers? Where should the birds fly after the last sky?’ This thought resonates deeply as I listen to this album’s often mournful soul-searching….“ (Michael Gates)

VIER Ambrose Akinmusire: Honey From A Winter Stone („These pieces achieve the kind of rhapsodic intensity that Miles Davis did on Sketches of Spain, feeling almost like something that has always been, field recordings of an older world that has existed just outside of view.“ – Dieses Album braucht Zeit. Geduld. Offenheit. Aber dann!)
FÜNF Brian Eno & Beatie Wolfe: Luminal (Das Gewicht der Welt, tief und schwebend, Lajla spielte es on high rotation auf Gomerrha.)
SECHS Bill Callahan My Days of 58 (When Bill started, it sounded for him like a new Merle Haggard album. Then he changed that. And it became another excellent Bill Callahan album. The privilege of a music journalist, to listen, from time to time, to timeless music from the future.)

SIEBEN Roger Eno: Without Wind, Without Air (The „Elderly Brothers“ on a late career high. Beunruhigende Ruhe, immenser Reichtum, Erschütterungen im melodischem Terrain, anders als Jan R. mag ich auch den einen Song, in dem Roger leicht verwittert in die Nacht hineinsingt. Eines seiner schönsten Alben… passt schon mit der Deutschen Grammofon Gesellschaft… das Stück „Massacre Of The Innocents, Pt. 1“ gedenkt der abertausenden Opfer der israelischen Kriegsverbrecher.)
ACHT Steve Gunn: Daylight Daylight (Song- und Soundgewebe der besonderen Art: in dieser Abmischung üben die Worte keinerlei Dominanz aus und zerfliessen im Raum. Aber hinhören darf man trotzdem: „Bevor der Film dir erklärt, was er bedeutet, ist die Geschichte völlig falsch und wird es vielleicht auch immer bleiben“, singt Steve G. an einer Stelle und weist damit diskret auf die Sinnlosigkeit hin, nach Anzeichen für einen großen Plan zu suchen, wenn doch die unmittelbare Gegenwart alles ist, was wir haben.)
NEUN Hilary Woods: Night Criû (Eimal taucht, aus dem Nichts, ein Kinderchor auf und singt zu einem schrägen, asynchronen Uhrwerk-Rhythmus. Es ist die Gegenüberstellung von Präzision und Zerfall, die dem Album seinen wahren Charme verleiht. Dream-Pop der besonderen Art. Thanks to Leah Kardos, and her brilliant portrait of Hilary in the January 2026 edition of „Wire“, I discovered this album five days ago.)
ZEHN Rich Dawson: End Of The Middle („Musikalisch ist End Of The Middle zurückgenommen, in seiner Sparsamkeit vom frühen Neil Young inspiriert, mit markanten Free-Jazz-Holzbläsern, die Dawsons romanhafte Erzählungen beleuchten.)

ELF Jon Balke: Skrifum (Let’s call this, like that underrated gem of Leonard Cohen, another „new skin for the old ceremony“. Jon Balke’s fourth solo piano album on ECM is a strangely organic affair, no matter how much science from the laboratory may be involved. Dear reader, imagine a long afternoon while listening to Skrifum and those other two magic piano solo hours, one after the other: Keith Jarrett‘s Vienna, and Amanda Claudine Myers‘ Solace Of The Mind.
ZWÖLF Alabaster DePlume: A Blade Because A Blade Is Whole (Der intime, bekenntnishafte Gesang von DePlume (ein Hauch von Donovan) und das vibrierende Saxofonspiel vermitteln alles von niedergeschlagener Zerbrechlichkeit bis zu entschlossener Stärke.)
DREIZEHN SML: How You Been (wie man diese Musik nennt oder in Worte fasst, wäre eine schöne Übung für einen „poetry workshop“. „Neo-maximalist-hypno-jazz“, for example. Seriously, it‘s a burner in my ears.)
VIERZEHN Jan Bang & Arve Henriksen: After The Wildfire (another deep cycle of modern day lamentations… listen to a piece from this work from our usual Norwegian suspects, as part of my recent „Klanghorizonte“ radio hour HERE!!!)
FÜNFZEHN Lucrecia Dalt: A Danger To Ourselves (Fear of music? Just asking. The noir album of the year. A study of passion, desire, love, lust, deep as deep can go. Highly adventurous! Dayid Sylvian is on board, too. You wouldn‘t normally associate Sylvian‘s „spiritual vibes“ with an artist with a knack for hard core horror movies.)
SECHZEHN Jeff Tweedy: Twilight Override (I was in for this ride, i was floating through the lyrics as my starting point, before listening, and then I did the gooseskin trip.)

SIEBZEHN Nate Mercerau / Josh Johnson / Carlos Niño: Openness Trio (well, it is a fantastic mix of sound searching Nordic spheres, music for meditation – and melodic free jazz)
ACHTZEHN Jeremiah Chiu & Marta Sofia Honer: Different Rooms (blog diary: I sat down in my electric cave with a small pile of new experimental music, and that afternoon I fell in love with „Different Rooms“. At first I was sceptical about the spherical and synthetic (Klingklang is what I call sounds that just dance pretty on the surface), but it didn’t take long for one „wow!“ after the other. Wondrous music. Safe Journey.)
NEUNZEHN The Necks: Disquiet (the trance work never stops. Einmal mehr herausragend. Und das gleich im Dreierpack! Seit 2003 spielte ich in den „Klanghorizonten“ jedes ihrer Alben, und dem Pianisten verdanke ich die Bekanntschaft mit dem Impulse-Album „Live At The East“ von Pharoah Sanders.)
ZWANZIG Cyrille – Frisell – Downes: Breaking The Shell (Red Hook Magic – ein eigenwilliger Produzent erkundet etliche Kirchenschiffe, bis er – endlich – den passenden Raumsound gefunden hat. Den Rest besorgen drei Magier. Ein Schelm, wer hier die Doors raushört!)

EINUNDZWANZIG Mulatu Astatke plays Mulatu Astatke (Wer irgendwann der Serie „Ethiopiques“ begegnet ist, findet hier alles andere als einen nostalgischen Abklatsch. Packt mich vom ersten bis zum letzten Ton. Richard Williams hatte das Glück, die Band live zu erleben und erzäht auf The Blue Moment davon.)
ZWEIUNDZWANZIG The Mountain Goats: Through This Fire Across From Peter Balkan (Vorsicht, Musical, Wenngleich ein dunkles! Wenn einer diesen Dreh hinkriegt zwischen Post-Existenzialismus und Broadway, dann der Herr der Bergziegen!)
DREIUNDZWANZIG Jonathan Richman: Only Frozen Sky Anyway (Auszug aus dem Blog-Tagebuch, Spätsommer: „Manche halten ihn für einen Scharlatan, das ist auch schon Don Cherry passiert. Ich habe Jonathan Richman immer gemocht, aber seltsamerweise erst seit einigen Jahren intensiver gehört – sein neues Album spricht mir mit Liedern über den Tod, mit Witz und Wehmut, aus der Seele. Fehlt nur noch die Harfe von Harpo Marx. Ein Taking Head ist auch dabei.)
VIERUNDZWANZIG Benedicte Maurseth: Mirra ( „Fans of Robert Wyatt‘s Rock Bottom [one of the most heartbreakingly beautiful albums from the last 100 years; m.e.], mid-70s Bert Jansch [I saw Bert Bert Jansch solo in the summer of 1975 in the „Omnibus“, Würzburg; m.e.] and Popol Vuh‘s Aguirre soundtrack will get the idea. A thing of wild beauty.“ ((quote from a Mojo review that put a big smile on my face).

FÜNFUNDZWANZIG Natural Information Society: Perseverance Flow (siehe Coverabbildung in der Tradition von Moki Cherry) – (das drittbeste Album von Joshua Abrahms‘ NIS – hat mich gerade rechtzeitig vor Nikolaus erreicht, um noch auf meine Liste zu springen!(Pitchfork vergibt 8.0, ich 8.2.) Und bevor jemand nachfragt: die beiden Meilensteineder Truppe sind die beiden davor: „Since Time Is Gravity“ (9.1 meine Wertung), sowie, mit Evan Parker, live in London, „Descension – Out Of Out Constrictions“ (da sage ich 8.8, fantastischer Sound, by the way, alle drei!)
Buried Treasure (in memory of Zakir Hussain)

Bevor wir selber abtreten, treten unsere musikalischen Wegbegleiter von der Bühne. Die, die etwas oder viel älter waren als wir, oder auch um manches jünger, und manche von ihnen statten unseren living rooms über Jahrzehnte immer wieder Besuche ab, zu Tages- und Nachtzeiten. An was erinner ich mich, wenn ich an Zakir Hussain und sein Tablaspiel denke? Natürlich an die Alben, die für mich eine besondere Wucht entwickeln, wenn ich ihnen lausche. im Falle von Zakir Hussain googele ich nicht rum, da waren: Making Music, das Album mit John McLaughlin, Jan Garbarek, und Hariprasad Chaurasia! Who‘s To Know, das L Shankar Album, auf dem ein unbeschreiblicher Sog zwei klassische Ragas befeuert. Dann diese Platte mit Jan Garbarek, auf der ein drum computer manche Jazzkonservativen entsetzte. Und nicht zuletzt dieses Album da, dessen Coverbild ihr oben seht. Unvergessen. Mir kam es auf einem Umzug abhanden, leider. Zakirs Spiel war stets von frappierender Natürlichkeit. Showtime war ihm ein Fremdwort. (m.e.)Ein Ex-Walkabout kehrt zurück
„That is exactly how I work. I was explaining to someone the other day that it’s like catching a wind and riding it until it runs out and eventually you find yourself dropped back to the ground. While I am inside that process, more and more I have learned to trust first ideas – the stuff that arrives raw and unfiltered. Big chunks of these songs were written while playing the guitar and singing what first came into my head. Finishing them is another thing altogether but that original burst is crucial. It keeps overthinking at a comfortable distance.“ (Chris Eckman, Uncut, 2/2025)

Die Liste meiner Highlights der Neunziger wäre nicht komplett ohne ein Album mit der Hausband von Chris und Carla. Dieses fabelhafte Album eines „alten Bekannten“ ist eine rechtzeitige Erinnerung daran, dass Chris Eckman mindestens seit den frühen 90er Jahren manchmal spektakulär einzigartige Musik macht, als The Walkabouts, die 1984 von Eckman und der Sängerin Carla Torgerson gegründet wurden, bekanntlich die erste Nicht-Grunge-Band waren, die bei Sub Pop unterschrieb und von mir immer gerne nachts in den Klanghorizonte gespielt wurde. Ich interviewte das Duo, aber öfter traf ich Chris allein, ein unglaublich angenehmer Zeitgenosse, mit dem ich über Jahre ein Ritual teilte: wir verschenkten über Weihnachten die aufregendste CD der 90er Jahre, Laughing Stock, von Talk Talk, an unsere Freunde. Einmal gelang es mir, als mich meine amou fou jenes Jahrzehnts verlassen wollte, mit dem berühmtesten heartbreaker song der Walkabouts, ihr Herz vorübergehend zu erreichen und ihren Körper noch vorübergehender zurückzugewinnen. Sie liebte Nils Petter Molvaers Khmer, Laurie Anderson – und die Walkabouts. Aber zurück zu dem Label SubPop. Das Label war ansonsten überschwemmt mit Bands von unglaublich behaarten jungen Männern in kurzen Hosen, die alle wütend, frustriert und leicht verärgert klangen. Es gab viel gequältes Gejammer zu lauten, wulstigen Gitarren, viel monumentales Riffing. Verglichen mit den schweren musikalischen Fußabdrücken, die Grunge-Superstars wie Pearl Jam, Nirvana und Soundgarden hinterließen, schritten The Walkabouts auf ihrem Debütalbum Scavenger von 1990 leichter durch eine Musiklandschaft, die sie sich zunehmend zu eigen machten und die neben Punk auch Aspekte des Folk-Rock, Country und Blues enthielt. Man ahnte, dass sie im Studio mit Cowboy Jack Clement oder David Briggs glücklicher sein würden als mit Butch Vig oder Steve Albini, dass sie eher Kris Kristoffersen, Townes Van Zandt und Neil Young als Einflüsse anführen würden als Black Flag oder Black Sabbath. Unvergesslich meine Unterhaltungen über Musik im Kölner Chelsea zu dezenten Milchkaffeeorgien. Auf Chris Eckmans Solopfaden (er lebt mittlerweile in Slowenien) wurde es mit der Zeit immer ruhiger und intensiver, gut zu hören auf DIESEM Song seines im Februar rauskommenden Albums. Es erschein natürlich auf Glitterhouse, seinem Hauslabel, wo es stets was zu entdecken gibt, etwa auf dem Sublabel „glitter:beat“. (Alan Jones hat einen sehr lange Besprechung der LP / CD in der Februarausgabe von Uncut. „Former Walkabouts leader digs deep to create a career high delving into loss, forgiveness and rebuilding a life from ruin.“ So seine Unterzeilen zu Uncut‘s „album of the month“. Ich habe seine Eröffnung mit einigen Assoziationen und Erinnerungen meinerseits abgemischt.)
Creating a song in a lucid dream
It happened in Berlin, years and years ago. 2017, I think. It was one of my most thrilling lucid dreams ever. Because of its final minutes in which i heard a brand new Brian Eno song, sung by Brian himself. Vintage Eno. This is no sci-fi story. If you do your little exercises, you can learn to realize during a dream that you are dreaming. You have to be highly motivated, too, then it will happen, sooner or later. It is a creative tool with a broad field of possibilities. It is NOT dangerous. It is NOT a drug-related experience. It is a gift of the creative mind, the unconscious. I learned all this in 1982 when reading a book by Prof. Paul Tholey. He was the pionieer of lucid dreaming in Germany. I met this handsome guy some years later when I led a lucid dream group.
This is for Brian Eno‘s webinar on songs. Or just for the back of his mind. I never told him about this before. But he will very well remember we once sat in park near his London house quite early in the 90‘s („The Shutov Assembly“ was slowly growing), and I told him about the scientific research on lucid dreaming. The basics. His old friend Jon Hassell once opened a gate to this territory on his fantastic album „Dream Theory in Malaya“. Jon wrote some lines about special dream rituals of the Senoi, an old tribe. Lucid dreaming goes back, too, to ancient yoga traditions in which you can learn to go directly into the lucid dream state in the minutes you start sleeping. The scientific research began, no wonder, in Palo Alto, California, in the „wild 60‘s.“ Times of endless curiosity, that pervaded and inspired science, music, everything.

What happened on the day before this dream? I was at a concert of The Flaming Lips. I was in a second hand record store, too, and found an old copy from the German music magazine SOUNDS. With Brian Eno on the cover. I knew it from my days in Würzburg studying psychology and bought it with a nice rush of nostalgia. I remembered vividly on that day what he had told Lester Bangs. That, before the release of his song album „Bedore And After Science“, he had fragmented ideas for many, many songs. 80? 100? Keep that in mind, dear reader! And, by the way, I am not a musician at all and playing no instrument.The minutes before, I still felt my body in bed, then I was in the dream world. Conscious mind, sleeping brain. I was floating from the physical to the mental world. Old yoga style. I opened a door, closed my eyes and gave myself the impulse to float through the large glass window. The room looked like my living room. But I knew it was a simulation. I kept my eyes closed and wished I was flying into a warm summer’s day. I stretched my arms wide and rose into the air at a leisurely pace. When I opened my eyes, I was surprised because it felt like 22 degrees, but it was deep night on the edge of a forest.
I only flew for a short while, then I saw a suburban housing estate, which in retrospect reminded me of Weissdornweg in Dortmund, where I lived between the ages of five and ten. In my dream, I saw two or three lions (!) making their way towards me. I said to them: ‘Relax, lads. I’m on a peaceful mission.’ The lions slowed down and crouched down. (This part of the lucid dream, with the lions, is directly connected with the Senoi dream practice Jon Hassell once spoke about).

I entered a large house where a lot of young people were obviously gathered for a party. My dream self must have been around 18 and I thought it was time for an erotic adventure. So I called out to the crowd: ‘Where’s my old school sweetheart?’ Suddenly everyone present shouted in chorus: ‘Where’s my old school sweetheart? Where’s my old school sweetheart?’ The black-haired girl next to a music system was probably looking in my direction (I could only guess at her eyes because her fringes covered most of it), I went up to her and asked if I could kiss her. I could finally see her eyes, although they seemed a little asymmetrical. We hugged and kissed and I felt the beautiful beginning of a beautiful sensation.
I was absolutely delighted to realise that I was in a dream, held the girl’s hand and called out to the crowd: ‘There’s no music playing, I’d like to hear a new song by Brian Eno.’ I repeated the request inwardly to emphasise it, and suddenly Brian’s voice came out of the sound system, not particularly loud, but easy to hear. It was a melodic song with a gentle polyrhythm, stylistically from the Before and After Science period. An absolute feeling of happiness rushed through me, and I concentrated so much on the song that I forgot about my ‘old school sweetheart’, who didn’t look anything like my old school sweetheart, and concentrated fully on the music.
In the lucid dream, the critical consciousness is in full swing, and so I, the music journalist, was able to realise that the song is fantastic, that it is not a cover version of any other song, but ‘vintage Eno’ – except that Brian never recorded or composed this song. Maybe the song lasted three, four minutes. I was absolutely stunned. One of my favourite singers singing a new song in my lucid dream state! Afterwards, I had the feeling of being pulled back into my sleeping body. I really wanted to stay in the dream, but then, slowly, I woke up, the adventure was over. What a joy! And what a great song! It actually sounded, in regards to instrumental textures and the young voice, like a song from the era of „Before and After Science“! Imagine, we could record our dreams: how would royalties and copyrights have to be shared in this case?
