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  • Three Songs for a Rainy Afternoon

    „Das achtminütige „American Baby (Two-Part Invention in C)“ ist das Stück, zu dem ich immer wieder zurückkehre, gefesselt von einem E-Piano-Riff in Moll, das zwischen „She’s Not There“ von den Zombies und „Riders on the Storm“ von den Doors angesiedelt ist und eine Dynamik erreicht, die fast so subtil unerbittlich ist wie „Do It Again“ von Steely Dan. Die Kraft des Grooves verwandelt die subtile Leere des Textes in etwas Geheimnisvolles und Fesselndes. Tot Taylor‘s album „Frisbee“ is a sophsticated take on pop tropes and delivers.“ (Richard Williams, slightly revised)

    „There’s both sunlight and shadows on the sophomore release from Malcolm Jiyane Tree-o, centered around the theme of a life of poverty in South Africa. The melodies on True Story cut to the soul—and sometimes deliver an uplifting surge, too, a sense of joy and sadness experienced simultaneously, the clash only amplifying their counterparts. The Johannesburg-based trombonist is joined by a core quartet of bassist Ayanda Zalekile, drummer Lungile Kunene, percussionist Gontse Makhene, and pianist-keyboardist Nkosinathi Mathunjwa, plus no small amount of guest contributors. The last song, „Name It Later“, is possibly breaking your heart.“ (Dave Sumner, slightly revised)

    Ich fand das neue Album von Paul Newland, als ich in der August-Ausgabe von „Wire“ herumstöberte: ein Troubadour, der sich an Waldspaziergänge im „Epping Forest“ erinnert und gelebtes Leben in windumrauschtes Herbstlaub verwandelt. Clevelodes „Muntjac“: eine seltene Melange von Ambient Music und Songs, vorgetragen mit rührender, zugleich vollkommen kitschbefreiter Beiläufigkeit. „Grimston‘s Oak“. Wäre meine Ausgabe der Klanghorizonte am 25. Juli um 21.05 Uhr nur fünf Minuten länger, ich hätte dieses Lied untergebracht, zwischen Arushi Jain und dem neuen Streich von Warrington Runcorn New Town Development Plan.

  • Times of shit and roses


    My individual, psychological descent coincided, ironically, with my ascent into the public eye. They were putting me on a pedestal and I was wobbling… So I isolated myself and I made my attempt to get ‘back to the garden’. I moved up into the Canadian back bush to a small sanctuary where I could be alone, lived with kerosene, [and] stayed away from electricity for about a year. I turned to nature. I was going down and with that came a tremendous sense of knowing nothing. Western psychology might call it a nervous breakdown but in certain cultures they call it a shamanic conversion. Depression can be the sand that makes the pearl. Most of my best work came out of it… There is a possibility, in that mire, of an epiphany.

    (Joni Mitchell, looking back on the growing of her 1972 album „For The Roses“, that has quite often been seen as a transitory work between her milestones „Blue“ and „Court and Spark“ – but, hey, what a fine, multi-layered album it is!)

  • Mauersprünge und Brötchenholen

    Als ich ein Junge war, kannte ich den Dreh, auch in diversen Zukünften keinesfalls den Kontakt zum Kind zu verlieren: wenn du gross bist, mach es wie jetzt, spring auf kleine Mauern am Wegesrand! Tanz die Mauer. Okko, der Gefährte aus Serienträumen, winkte mir von der anderen Strassenseite zu (er kam vom Fuss der blauen Berge). War ich fünf oder sechs, als zum ersten Mal das Glück des Brötchenholens auf mich wartete, nachdem ich aus der Tür im Weissdornweg 9 trat, den kleinen Hügel mit Sandkasten hinter mir liess, in die Grotenbachstrasse einbog, auf dieses und jenes Mäuerchen sprang, und in den Tante-Emma Laden ging? Als dieses Ritual vertrauter wurde, liess ich schon mal kleine Schokoladenstücke und Lakritzschnecken in die Lederhosentasche gleiten. Wieder und wieder begegnete ich dem „old man“ aus dem Neil Young-Song. Anfangs war er ewig weit und einen Erdteil entfernt, später salutierte ich als junger Bursche, noch später zollte ich ihm den Respekt eines alten Hasen. Auch das Geheimnis der ewigen Jugend als brauchbare Illusion lüftete ich mit einem Dutzend kleiner Tricks, und verrate an dieser Stelle einen davon: verdunkle deine elektrische Höhle, höre „Drums and Wires“ von vorne bis hinten, das grossartige Album von XTC! Turn up the volume, and fly high! „Right, the chemistry is right  / This boy has reached his height  / This feeling just goes on and on, and on and on  / From strength to strength …I’m ten feet long…“ Das Abenteuer kann beginnen!

  • Sunny, Sugar, und Co. (Serientalk)

    Du kennst mich also aus dem Guardian, Michael!

    Ja, als Serienspezialistin, Lucy, und weniger die Lucy aus dem siebten Himmel mit Diamanten. Manche deiner Besprechungen teile ich völlig, andere weniger. Zum Beispiel schwärmtest du neulich von einer Neuverfilmung eines Agatha Christie-Krimis, aber das war nicht meine Tasse Assam, zu kapriziös und überinszeniert. Wenn wir beide einer Meinung sind, dan folge ich deinen wöchentlichen „recaps“ zu der jeweiligen Serie mit Hochgenuss!

    You’re welcome! Sag mir mal deine aktuellen Serienfavoriten!

    Mhmmm… Okay. Also, Nummer 1: Sugar. Nummer 2: Criminal Record. Nummer 3: Under The Bridge. Alles Serien, die man hier in Deutschland sehen kann bei Apple oder Disney. Alles Krimnalserien „with a twist“, wie ihr Engländer sagt. Mal ein Hauch Sci-Fi, mal „based on true events“, mal „gritty realism“. Und in meinen Augen durchweg „deep stuff“…

    Drei Knaller, keine Frage.  Speziell an Sugar teilen sich die Geister. Aber ich war auch sofort „in der Geschichte“.  Nun mein Tipp: auf dem Papier sieht diese neue Apple-Serie  namens Sunny wie ein perfektes Beispiel für den Mist aus, der üblicherweise in die Sommerprogramme geschaufelt wird. Die Verantwortlichen denken, dass wir draußen im herrlichen Sonnenschein etwas unternehmen, anstatt wie immer verzweifelt nach etwas zu suchen, das uns unterhält. Was ist nur los mit diesen Leuten? Ich wette, es sind dieselben, die bei sommerlichen Dinnerpartys „einen herzhaften Salat“ servieren, statt einer richtigen Mahlzeit, als ob man zwischen Juni und August keinen Körper zu versorgen hätte. Entschuldigung, wo war ich?

    Bei Sunny, Lucy!

    Ja, genau. Die Zusammenfassung: Eine trauernde Frau im Japan der nahen Zukunft tut sich mit einem Roboter zusammen, um das Geheimnis des Verschwindens von Sohn und Ehemann bei einem scheinbar tödlichen Flugzeugabsturz zu lüften. Oh Gott! Glücklicherweise gewährt uns besagter Gott gelegentlich einen Segen – und die Entfaltung von Sunny ist ein solcher. Der Film beginnt mit Blutspritzern an einer orangefarbenen Wand, als ein Roboter die Menschen im Wohnzimmer um ihn herum niedermacht. Mehr wird nicht verraten. Also, mach mal den Pilotfolgentest, und melde dich. 

  • July Listening

    In diesem Jahr war der Sommerurlaub kurz und hat uns 9 Tage mit dem Deutschlandticket durch drei Städte geführt: Leipzig, Dresden und Regensburg sind alle mehr als eine Reise Wert, nicht nur wegen zahlreicher sehr gut sortierter Schallplattenläden, aber die machen sie nicht unattraktiver. Von dem bizarren Moment, als in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals die Klänge von Jan Garbarek mit dem Hilliard Ensenble durch das Gewölbe schwebten, habe ich schon irgendwo in einem Kommentar berichtet. Unheimlich. Dann hatte ich noch die Gelegenheit, in der Frauenkirche ein Orgelkonzert zu erleben. Auf dem jährlichen Jazz Weekend in Regensburg, dass sich auch einmal zu einem Treffen eignen würde, habe ich in toller Atmosphäre nicht nur das Viertelfinale Spanien – Deutschland (was für ein Fußballspiel!), sondern auch einige wirklich gute Formationen gehört (ICI Ensemble, Arktus Ascending, Gerwin Eisenhauer – um nur einige zu nennen). Aber ich schweife ab.

    Regensburg war das letzte Ziel der Reise und da war mein Budget für Schallplatten aufgebraucht. Whispers Records in Leipzig und vor allem der sehr sympathische Sweetwater Record Store in Dresden hatten einige 2nd Hand Schallplatten für mich aufbewahrt. Zwei habe ich schon intensiver gehört.

    Cloud About Mercury von David Torn (Ingo hat dieses tolle Interview über das Album (und mehr) geführt), 1987 veröffentlicht und kein echtes Jazz Album in meinen Ohren, eher ein Avantgardrock Abenteuer. Als ich die erste Seite umdrehte, war ich etwas enttäuscht. Die Klänge waren mir zu stark bearbeitet, das Gitarrengegniedel zu selbstverliebt, die Rhythmen zu zickig – Mucke für Mucker, dachte ich, bis auf das erste Stück hatte ich den Eindruck, dass das nichts für mich sei. Nach mehrmaligen Hören finde ich die Klänge immer noch sehr in ihrer Zeit verhaftet, kann ihnen aber mehr abgewinnen. Die zweite Seite war allerdings schon beim ersten Hören großartig, bei Network Of Sparks bleibt die Welt kurz stehen.

    Ganz und gar nicht in den 1980er Jahren verhaftet ist Axum von James Newton, seiner einzigen Veröffentlichung für ECM. Das Album besteht ausschließlich aus Flötenklängen, oft Solo, oft begleitet Newton sein eigenes Spiel (Overdubs), zum Teil hört man seine kehlige Stimme während er Flöte spielt. Die Aufnahmen aus dem August 1981 docken nur scheinbar an gerade viel gehörte und besprochene Alben an (Shabaka, André 3000), Axum ist ein ganz anderes Gebräu: wieder kein echtes Jazz Album, zum Teil sehr archaisch wirkende Klänge (Mälak ‚Uqabe, Axum), zum Teil Stücke, die sich für meine Ohren nach Impressionismus anhören (The Neser). Überflüssig bei ECM Alben die Aufnahmequalität zu erwähnen, aber die vielen Klangschattierungen und -färbungen des Flötenspiels verleihen dieser Arbeit ihre Tiefe.

  • Über die Handschrift eines Künstlers (Gastbeitrag von Lea Matusiak)

    Die Szene spannt sich auf, wie ein Augenaufschlag. Musik ertönt über ein paar signifikanten Hintergrundgeräuschen. Es bauen sich mit den Bildern Momente einer Szene auf. Kurze Zeit scheint es ein normales Intro in einen normalen Film zu sein. Nein. Auf einmal knallen Bild und Ton direkt los. Es startet ein Mix aus moodhaften Motiven, die collagenhaft in Sekunden eine Lebensgeschichte erzählen und im euphorischen Wechsel zu Soundtrack und eigenem bildhaften Überraschungsmoment stehen. Ruckartig. Faszinierend eigensinnig. Ein Wimpernschlag später. Aggressiv. Verwegen. Nicht aggressiv. Brutal nah. Man taucht direkt ein in diese Stimmung, wie in ein Eisbecken. Man wird regelrecht unter Wasser gezogen.

    Wer die Filme kennt, erinnert sich vielleicht an diesen Effekt. Ich spreche von den Werken des Regisseurs Guy Ritchie, welche eine eigenartige Faszination auf mich ausüben und die ich zu ergründen versuche. Ich fasse diese bestimmte Stimmung auf und treibe darin, solange ich es soll. Es ist so mitreißend, dass der Nachklang auch nach dem Film erhalten bleibt. In welcher Form auch immer. Nicht zu verkennen: Der Fakt, dass ich mich darin wiederfinde, Werke desselben Künstlers zu vergleichen, um konzeptionelle Gemeinsamkeiten festzustellen, was einen Teil dieser Faszination begründen vermag.

    Das Basisgefühl entnehme ich dem Track Growing Up Londinium des mehrfach ausgezeichneten Briten Daniel Pemberton, der unter anderem für den Film King Arthur: Legend of the Sword (2017) einen monumentalen und gleichzeitig feinsinnigen Soundtrack gebaut hat. Für mich ist dieser Track ein Sinnbild für ebendiesen Guy-Ritchie-Effekt. Die Wirkung der Filmmusik macht einen undenkbar großen Anteil am Erlebnis des Films aus. Phil Blumenthal schreibt in seinem Beitrag auf www.filmmusicjournal.ch, dass einem der Blick ins Booklet bereits vieles über den gewählten Musikansatz verrät: “Nicht nur, weil Pemberton selbst in einem ausführlichen Kommentar seinen Ansatz süffisant und detailliert beschreibt, sondern auch, wenn man sich die Besetzungsliste anschaut. […] Ein „Ancient Ensemble“ bestehen aus fünf Personen, etliche Solisten mit mittelalterlichen Instrumenten wie die Tromba Marina, die Hardanger-Fidel, das Hurdy-Gurdy, der Londinium Bass Bulge… die Liste geht noch um einige Positionen weiter. Mit dieser Besetzung kreierte Pemberton auch im Zuge vieler Improvisations-Sessions eine mal konventioneller klingende, oftmals jedoch brachial experimentelle Filmmusik.” Ein Ansatz, der auch zum Thema des Films passt: Eine moderne Aufbereitung, die die historisch klassischen Elemente integriert – und eben in ganz eigenem Stil wiederbelebt.

    Der lässige Einsatz von Text und Typo im Filmbild, teilweise auch im Standbild, um Charaktere vorzustellen, ist ebenfalls ein Element, dessen sich der Regisseur gerne bedient. Das erzeugt besonders in Filmen wie Bube, Dame, König, grAS (1998), snatch – Schweine und Diamanten (2000) oder Rock N Rolla (2008) dieses besondere Gangster-Flair. Gerade bei besonderen Namen, die keine “echten” Vornamen sind, sondern einfach nur Spitznamen, hat das fast schon etwas Schulfilmhaftes. Untermauert von großartigen Dialogen, oft mit kecker Schnauze, Witz, dem ein oder anderen Dialekt und einer Leichtigkeit, die mich nicht zuletzt gerne an die legendäre Burger-Szene aus Pulp Fiction von Quentin Tarantino erinnert. Auch die Erzählperspektive wechselt sich zwischendurch ab: Die Handlung wird beispielsweise in Form eines Interviews erzählt, der Protagonist wird ausgefragt und das Bild switcht zwischendurch immer wieder, sodass der Zuschauer das Erzählte direkt und zügig miterleben kann. In The Gentlemen (2020) führt uns sogar ein einziger Dialog schon nach den ersten 5 Minuten des Films über seine gesamte Lauflänge erst ein in die Verwirrungen und Verstrickungen der Geschichte selbst, aber eigentlich besteht dieser Film nur aus einem bedrohlichen Live-Pitch beim Barbecue – mit jäher Unterbrechung. Und nicht zu vergessen: Der allwissende Erzähler, der zwischendurch auch gerne mal sein Stimmchen erhebt und dahinfliegende Szenen kommentiert. Alles zusammen: Ein bestechlicher Mix, der mich so nahbar teilhaben lässt, als würde ich das Gespräch direkt vor Ort mit anhören. Es kommt fast schon ein verwegenes Gefühl auf, wie wenn man eine Diskussion oder einen Streit mitanhört, die einen gar nichts angehen.

    Dann ist da ja noch der Schnitt. Guy Ritchie lässt die Cuts so gezielt setzen, dass es einem buchstäblich ins Auge springt. “Das hat etwas zu bedeuten!”, schreit mein Hinterkopf, aber dann fesselt schon wieder etwas anderes meine Aufmerksamkeit, dass ich die Technik hinter dem Manöver glatt vergesse. Vielleicht ist es auch eher die besondere Kamerafahrt. Wenn auf einmal innerhalb eines Takes die Wiedergabegeschwindigkeit der Bilder beschleunigt wird. Oder es einen prompten Zoom innerhalb eines Bildes beispielsweise auf ein Szenenelement gibt. Oder der seitlich beschleunigte Schwenk von einer Person zur anderen, der dann prompt wieder zum Stehen kommt, so als ob beide Personen an einem runden Tisch säßen, die miteinander sprechen. Wusch. Und wieder zurück. Das lässt sich beobachten in King Arthur: Legend of the Sword (2017) und vielen anderen Werken. Ein Volltreffer.

    Zugegeben: Keines der genannten Elemente selbst ist ein Unikat mit einer eindeutigen Unterschrift seines Urhebers. Es ist die Kombination der genannten Elemente und Techniken, die den Stil und damit die Handschrift des Künstlers ausmachen. Brutal nah. Ruckartig aggressiv. Faszinierend eigensinnig. Der unverkennbare Guy Ritchie-Effekt.

  • Aus der Jazzredaktion des Deutschlandfunks (für Jürgen Becker)


    Seit 1990 ist das mein regelmässig wiederkehrender Blick auf Köln. Aus den Räumen der Jazzredaktion. Die 17. Etage des Funkhauses. Einmal, früh in meiner Zeit dort, wurde ein DDR-Spion vor meinen Augen abgeführt. Meinem Lieblingslyriker der alten Bundesrepublik begegnete ich im Fahrstuhl, er war dort Hörspielredakteur. Immer wieder bekam ich dort oben grünes Licht für Aufträge, zu Interviews nach München, London, oder Oslo zu reisen. Später durfte ich als verlängerter Arm von Harald Rehmann Konzerte zum Einkauf „klarmachen“, ob beim Punktfestival, Kristiansand, oder zuvor beim Festval Musica Visual de Lanzarote. Unvergesslich all die Erinnerungen an die Konzerte, etwa von Eberhard Weber und David Darling, solo, in den Höhlen von Jameos De Agua oder noch anderen, tiefergelegten Räumen wie dem Boden eines Vulkans, den Brian Eno und Peter Schwalm mit Klängen umspielten (und es wurde eiskalt). Und auch das Punktfestival hatte von Anfang an einen besonderen Zauber. Die Konzerte im Agden Theater, die Live-Remixe (Jon Hassell meets Sidsel Endresen), die Vorträge, die freundschaftlichen Bindungen. Zurück zum Sender: dreissig Jahre lang, immer wieder, in kurzen, später längeren Wochentakten, die Fahrten zum Nachtradio, für die „Klanghorizonte“, von Dortmund, später von Aachen aus, und zurück. Und zwischendrin die schönste Musik, Storytelling, und die kleine Besetzung, nachts, in einem grossen Funkhaus.

  • Ank Anum: From Nowhere to No. 29 in Michael’s Desert 100 (for Leah Kardos)

    in regards to my no. 1:

    Not forgetting all things lost
    in the fire of our lives
    (as far as we can remember).
    Sometimes, from a distance, everything
    (losses first, and hands still to hold)
    falls into place. No catchy songs,
    no singalongs, no fairytale parallel worlds,
    no hooks, no future evergreens, oh,
    hold on, in their own peculiar way
    Brian Eno’s modern day lamentations are
    a collection of future „everblues“,
    haunting, uncanny, anti-
    grandiose, epic, enigmatic &
    beautiful in a dark way. (m.e.)

    And how then could it be
    That we appear at all?
    In all this rock and fire
    In all this gas and dust
    Are we not each a flame?
    All born to live in light
    All born to give our light 


    1) Brian Eno: Foreverandevernomore
    2) Talk Talk: Laughing Stock
    3) Robert Wyatt: Rock Bottom
    4) Joni Mitchell: Hejira
    5) Ralph Towner: Solstice
    6) Robert Wyatt: Rock Bottom
    7) Brian Eno: On Land
    8) Keith Jarrett: The Survivors´ Suite
    9) David Bowie: Black Star
    10) Brian Eno: Another Green World / Music For Films
    11) Neil Young: Tonight‘s The Night
    12) Beth Gibbons: Lives Outgrown
    13) Miles Davis: In a silent way
    14) Leonard Cohen: Songs of Love and Hate
    15) Paul Bley: Open, To Love
    16) Eno / Byrne: My Life in The Bush Of Ghosts
    17) Fire! Orchestra: Echoes
    18) Steve Tibbetts: Life Of
    19) Underworld: Second Toughest In The Infance
    20) Talking Heads: More Songs About Buildings And Food
    21) P.J. Harvey: I Inside The Old Year Dying
    22) The Go-Betweens: Spring Hill Fair
    23) Jan Garbarek: Sart
    24) The Beatles: Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band
    25) Young Marble Giants: Colossal Youth
    26) Jon Hassell/Brian Eno: Possible Musics
    27) Laurie Anderson: Big Science
    28) The Flaming Lips: Yoshimi Battles The Pink Robots
    29) Ank Anum: Song Of The Motherland
    30) Wire: Chairs Missing


    31) Weather Report: Mysterious Traveller
    32) Floating Ponts / Pharoah Sanders: Promises
    33) Dadawah: Peace and Love
    34) David Bowie: Low
    35) Neil Young: On The Beach
    36) Marion Brown: Geechee Recollections
    37) Codona: Codona 3
    38) Jacques Brel: Brel (his last one, with clouds on the cover)
    39) Soft Machine: Third
    40) a choice between 66 roots reggae albums
    41) King Crimson: Discipline (or three other Crimons, growers forever)
    42) Bill Callahan: Apocalypse
    43) John Coltrane: A Love Supreme
    44) Brian Eno: Taking Tiger Mountain (By Strategy)
    45) J.J. Cale: Naturally
    46) Edvard Vesala: Nan Madol
    47) Punkt: Crime Scenes 
    48) Gavin Bryars: The Sinking of the Titanic (Obscure Records)
    49) Gary Peacock: Paradigm – Voice Fron The Past
    50) Van Morrison: Veedon Fleece 


    51) Arve Henriksen / Audun Kleive / Jan Bang: Chiaroscuro
    52) Brian Eno: The Ship
    53) Robert Fripp: Exposure
    54) Talking Heads: More Songs about Buildings and Food
    55) John Coltrane: A Love Supreme
    56) Wilco: A Gost Is Born
    57) Laurie Anderson: Big Science
    58) Thomas Köner: Novaya Zemlya
    59) Harold Budd & Brian Eno: The Plateaux of Mirror
    60) Lambchop: Showtunes
    61) Sidsel Endresen / Jan Bang / Erik Honoré: Punkt Live Remixes Vol. 2
    62) Lucinda Williams: Essence
    63) Punkt: Crime Scenes
    64) David Sylvian: Manafon
    65) Keith Jarrett: Belonging
    66) Robert Fripp: Let The Power Fall
    67) Egberto Gismonti / Jan Garbarek / Charles Haden: Magico
    68) Anthony Braxton: New York, Fall 1976
    69) David Holland: Conference Of The Birds
    70) Can: Tago Mago 
    71) Kraftwerk: Autobahn
    72) Robert Wyatt: Dondestan
    73) Holger Czukay: Ode To The Peak Of Normal
    74) The Go-Betweens: Liberty Belle and the Black Diamond Express
    75) Miles Davis: Bitches Brew
    76) Natural Infornation Society: Since Time Is Gravity
    77) Keith Jarrett: Bremen / Lausanne
    78) Joe Henderson: The Elements
    79) Music from the Penguin Cafe Orchestra (Obscure Records)


    The wonderful Moon Safari from Air is on no. 185. There‘s a constant flowflowflow amongst my 100 Desert Island Discs. Yes, there are errors, double placings etc, but I am working on this list til Saturday, and as soon as it is finished, it will vanish. Number 100, too, is a five star album.  The personal is more important than the canonical element.


    80) Van Morrison: Veedon Fleece
    81) Television: Marquee Moon
    82) Jon Balke: Warp 
    83) Brian Eno: Music For Airports
    84) Meredith Monk: Dolmen Music
    85) The Kinks: a best of compilation
    86) Shabaka: Perceive Its Beauty, Acknowledge Its Grace
    87) Bo Hansson: Lord of the Rings
    88) Al Green: a best of compilation
    89) Colin Walcott / Don Cherry / Nana Vasconcelos: Codona 2 (or 3)


    90) Ryuichi Sakamoto: Left Handed Dream (or Async)
    91) T. Rex: Electric Warrior
    92) Caetano Veloso: Estrangero
    93) Don Cherry: Brown Rice
    94) Robert Wyatt: Shleep
    95) Billie Holiday: Lady In Satin
    96) Lewis: L’Amour
    97) Bob Dylan: Desire
    98) Lankum: False Lankum
    99) Alice Coltrane: Journey in Satchinanda
    100) Pharoah Sanders: Tauhid

  • my three best jazz albums of 2024 (so far (out))

    At the end of a year at the Deutschlandfunk, at least for some time now, this is a big question: which three records you wanna choose? You will talk about them, you will defend them, you will sing their praise. So it‘s personal. A love affair of sorts. Some people will buy it and regret it, haha. Beforehand, there‘s another talk to happen: is there enough jazz in them to call them jazz albums, and the degree of improvising may add to the final impact of being seen and listened to as a jazz album. Sometimes the casual appearance of a blown horn may seal the deal. So here they are, after some (hopefully inspired) conversation with myself, my three best albums of this genre, in this year, so far, stretching a bit the limits of jazz (and all that jazz) 1) Shabaka: Perceive Its Beauty, Acknowledge Its Grace. 2) Eric Chenaux: Delights Of My Life. 3) Sidsel Endresen / Jan Bang / Erik Honoré: Punkt Live Remixes, Vol. 2. A friend of mine wrote about the impression this last album left on him, confessing how blown away he is from the track I recently played on air with „that African singer“. I take that as a special sign of approval: did he mean Sidsel or the sample in the back? Nevermind: just listen, it might turn into a delight of your life – to perceive its beauty, and acknowledge its grace.