• Depth & Focus

    „The music on this record is a reflection of journeys and travel. The real world kind and the metaphorical ones as well. Having experienced the arrival of my children, the decline and departure of my parents, and the many years of venturing out and returning home in my own life, travel feels like the perfect tropology to consider the mysteries we inhabit. Travel and Its impressions, rituals, superstitions-the possibilities and risk-all open up onto the landscape of our biggest questions, fear and wonder.“ (Mark Nelson aka Pan American, first notes on a (in my ears) terrific „ambient-in between-and post-everything album)

    Das Cover der Juni-Ausgabe von „The Wire“, erwartungsgemäss ist Seefeel darauf. Aber schafft es Seefeel in die Klanghorizonte Ende Mai – ich kenne bislang nur zwei Stücke davon. Qualität ist eben nur ein Kriterium, das perfekte „sequencing“ ein anderes. Seinen Platz sicher hat dagegen ein medial viel weniger beachtetes Album, „Convergence“ von Björn Meyer. Ein Soloalbum mit der elektrischen Bassgitarre, wundersam und wunderbar! Gestern trafen Björns Antworten auf meine Fragen ein. Heute ist er live in Stavanger zu hören.

    New skin for an old ceremony:


    Bill Wells: Dreams 24 / 25 (2 dreams)
    Don Cherry (1973)
    Asher Gamedze
    Jonathan Richman: Only Frozen Sky Anyway
    Pan American: Fly The Ocean In A Silver Plane 

    Keith Jarrett & Jack DeJohnette (1973)
    Oton (1) Björn
    Björn Meyer: Convergence
    Oton (2) Björn
    Khelan Phil Cohran (2010)

    O.S.T.: Sirāt
    Tinariwen: Hoggar
    Eivind Aarset: Strange Hands
    Etienne Nillesen: Twee
    (plus „sound- and stoytelling)

    Björn Meyer über das Cover von „Convergence“

    Preparation for an imaginary place

    „I Am The Sky“

    I am the sky mother
    I am the sky
    I am the sky mother
    I am the sky
    I am the vast blue ocean of sky
    I am a little drop of the sky
    Frozen sky
    Frozen sky

    (Jonathan Richman)

    P.S. Nebenbei, das neue Werk von Lambchop erscheint im August und ist schon gesetzt für meine zweite Ausgabe der Klanghorizonte in diesem Jahr, Ende September! Und drei Tage nach der herbstlichen Radiostunde im Deutschlandfunk spielt Eivind Aarset in Aachen im Musikbunker, Sonntag am 28. September um 18 Uhr – ich hoffe, einige Flowworker und Stammleser finden den Weg hierhin! Jede Wette, es wird rappelvoll!

  • “You laugh at me for keeping feathers / But you don‘t see me helping down the naked owl“

    „Das Gleiche gilt für ihre frei fließenden Texte, diese angenehm skurrilen Zusammenstöße aus Maximen, Anspielungen und Beobachtungen, die sich manchmal zu einer Art Geschichte zusammenfügen, die irgendwie Sinn ergibt, wenn man sie aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet – was aber auch nicht unbedingt sein muss. Es ist diese visuelle Poesie, die einem unter die Haut geht. Falls Harding weiß, worum es in ihren Liedern geht, verrät sie es jedenfalls nicht.“ (Fiona Shepard)

    “Ich mag das neue Album von Aldous sehr, es ist charmant, surreal, dreifachbödig, und raffiniert. Wenn ich auf Anhieb fünf aktuell wirkende, mit dezentem Ausschlag zum Zeitlosen ausgetstattete, Songwriterinnen nennen solllte, auf deren jeweils neue Arbeiten ich mehr als gespannt bin, wären es P. J. Harvey Aldous Harding (sie teilen sich den gleichen Producer), Beatie Wolfe (seit ihren Alben mit Brian Eno), Julia Holter, Beth Gibbons (das reichte mir der eine Geniestreich in langer Zeit, und, give me a minute…“ (Michael E.)

  • A quiet place in Tunisia

    Lieber Michael,

    Ich wollte mich nur kurz melden zu deinet Mail und deinen inspirierenden Fragen. Die letzte Zeit bin ich sehr viel unterwegs und bin nur sehr selten an einem ruhigen Ort. Jetzt in Tunesien könnte ich einen erster Versuch machen im Schlafzimmer .. aber ohne Studio 🤷🏻‍♂️

    Kurz: Ich bin dran und habe am Montag hoffentlich Zeit und Ruhe, dir eine schön klingende Version aufzunehmen.

    Ich hoffe das ist noch ok!

    Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende Dir,

    Björn Meyer!

  • „eleven rooms to remember“

    Zwei Songalben in dieser Radiostunde, und dem Anschein nach könnten sie kaum unterschiedlicher sein, der „Desert“-Blues der Tuaregs von Tinariwen, und das jüngste Werk des gern als naiven Träumer gehandelten, nun selbst in die Jahre gekommenen Jonathan Richman. Aber, Vorsicht: Falle. So simpel verhält es sich nämlich nicht mit den Stereotypien archaischer Stammesklänge und ewigjugendlicher Charmeattacken. Beides geht in die Tiefe, und dazu braucht es kein Beduinenzelt und keine Meerschaumpfeife.

    Überhaupt: einige dieser elf Räume lassen sich gar nicht wirklich betreten, andere schon. völlig unmöglich etwa, mehr als einen flüchtigen Eindruck und also praktisch nichts von Irmin Schmidts „Requiem“ zu vermitteln mit einer kurzen Passage, braucht die Musik doch alle Zeit der Welt, um sich zu entfalten. was da hilft, sind Geschichten, und eine davon erzählt Irmin Schmidt am besten selbst. er wird mit 89 Jahren zum ersten Mal gastieren in „meinen“ Klanghorizonten, vor ihm waren, lang ist es her, Holger Czukay und Jaki Liebezeit schon mit von der Partie. Jaja, „Der Sound der Jahre“, immer wieder gerne blättere ich in Jan Reetzes gleichnamigem Buch. (michael)


    prelude: „surprise act with Roger“ mod 1 Seefeel: Sol.Hz mod 2 Jonathan Richman: Only Frozen Sky Anyway mod 3 Pan American: Fly The Ocean In A Silver Plane

    mod 4 – Oton (1) Björn / Björn Meyer: Convergence / Oton (2) Björn / Etienne Nillesen: Twee – mod 5 – Etienne Nillesen: Twee / Oton (3) Irmin / Irmin Schmidt: Requiem Oton (4) Irmin – mod 6

    O.S.T. Sirāt  mod 7 Tinariwen: Hoggar   mod 8 Boards Of Canada: Inferno mod 9 (Finale with Don) „the short eternal one“

  • The thing with the quiet heart


    Hard times, Michael?
    Yo, but there‘s a hope, a horizon.
    (und ein Geländer, danke, Lajla!)
    Still working as therapist?
    Well, Ulf, i have my moments.
    Your new case, well, somone who wants to make
    his love a love for forever, right?
    Forever and a day, Ulf. And now it‘s your turn.
    Tom is waiting.

    “Yo‘ve got it good. And you‘ve got time
    to discover it all.“
    That‘s what one of my
    professors at university used to say when he
    saw it on our lost faces that we‘d never heard
    of some artist he was talking about.

    Somehwere, at some point in time before,
    I‘d heard „Streets Of Your Town“ and „Right Here“.
    But I didn‘t really discover The Go-Betweens until
    long after they‘d broken up (for the first time).

    Ulf, I lived with their music from start on. When I had heard
    „Cattle and Cane“ for the first time, they‘d one over me.
    Every song a lesson, deep, light, wave by wave.

    Wave by wave, Michael. Their songs fit right in with all the music
    I was into back then. Songs that I felt told me things about my life –
    even if I didn‘t alays understand the lyrics. When I hear those
    songs today, I always get that feeling again, and I envy anyone
    who can still discover The Go Betweens.

    Now, Thomas, „Quiet Heart“ is one of Grant‘s greatest love songs, no doubts. Robert Forster said: „It was a new kind of song for us. Slow and building, momentum and intensity rising, hitting the audience (and ourselves) in waves of emotion.“

    “Quiet Heart“

    Special suggestion: So here‘s the challenge: buy the book with the 11 Go-Betweens song comics, titled „Thank you for a lovely day“ and make some bice screenshots from Ulf‘s comic on „Quiet Heart“. Imagine a picnic on a green lawn near a forest, a power spot of yours, and there, on a little Sonos box, you play her the song, one time the music only, and the other time, you give her the pieces of paper with the paintings, the words – and the music, and, well… she will never forget the song and that is in this case, generously anyways, about her and you. Simple as that.

    And, Tom, you don‘t do this as an academic exercise, or as some weirdo new age trick on the mind, you do it with love, and the papers will unfold you like a ballet of emotions. Simple as that, again.

    “Doesn‘t matter how far you come
    You have always further to go“
    (from Quiet Heart)

  • Rückzug

    Wenn das Gute passiert, schreibe ich hier einen Text über Don Cherry. Über Stockholm 1977. Aber: K. ist eine starke Kämpferin. In besten Händen. Wenn ich einen Wunsch frei hätte in diesem Leben, und nur einen, wäre es der, dass sie wieder gesund wird. Magisches Denken, egal! Mein Blog-Text über Don Cherry wäre ein Fest des Lebens.

    Nachtrag: Montag 20. April. Es geht K besser. Wenn alles gut läuft, kommt sie bald von der Intensiv auf die normale Station. Don Cherry muss noch etwas warten. Still some steps to go. It‘s only over, when we win! Es ist komplizierter als ich dachte. Ich werde aber wieder kleine Dinge schreiben.

  • „spaces between“

    Als ich ein paar Tage am Ende der Aufnahmen von Tigran Hamasyans „Atmosphères“ in Lugano dabei war, trafen wir uns abends (s. Foto mit Arve und Manfred) in der City: ein warmer Sommerabend, und als ich Jan Bang (der nicht dazustossen konnte) am kommenden Tag von diesem Treffen erzählte, brachte er es auf den Punkt: Manfred habe wohl „old stories“ erzählt.

    Zu den in die Jahre Gekommenen in der Runde zählte auch ich, und ein Thema waren rare Aufnahmen der ECM-Historie, aber eben nicht akademisch abgehandelt, sondern nach Lust und Erinnerung aus dem Gedächtnis aufgetischt. Diese „alten Geschichten“ waren einmal reines Gegenwartsabenteuer, ihre Resultate nach wie vor auf Tonträger gebannt.

    Eine Frage stellt sich: kann man den Zauber aus der Zeit der Entstehung und des „ersten Hörens“ neu entfachen, wenn man, nach Jahren oder kleinen Ewigkeiten, zu ihnen zurückkehrt, oder schaltet die Zeit einen Filter dazwischen, der selbst für den „ersten Zeugen“ der Musik, und das ist Manfred Eicher durchweg gewesen, eine wie immer geartete Mixtur aus Wehmut, stiller Freude, meditativem Erinnern, bereithält?

    Ich brachte die für mich wunderbarste Platte ins Spiel, die der Schlagzeuger und Komponist Edward Vesala je gemacht hat, „Nan Madol“, in jenen frühen 1970er Jahren, in denen sogar Sonnenuntergänge das ästhetische Empfinden mit einem Lächeln passierten, so tollkühn „romantisch“ waren diese neuen Tönen in der damaligen „Jazzlandschaft“.


    Es ist wie mit alten Liebesgeschichten in Würzburg oder anderswo: sie fliessen hier und da in Texte ein, und werden eben nicht Wirrungen oder „Phasen“ zugerechnet, analytisch aus dem Spiel genommen, abgehandelt. „Thank you for the days“. Die Magie mochte ihre Risse haben, Blindheiten, Verrücktheiten, was immer, aber gesehen, gehört und gefühlt haben wir – und wie wir das haben! Und es war gut. Wie das Auflegen einer alten Platte a la „Nan Madol“. Nichts nutzt sich ab, etwas Neues blitzt hier auf und da. Ein Traumalbum. Ein Melodienrausch.

    Als das Meisterwerk des Finnen später wiederveröffentlicht wurde, erhielt es ein sehr nüchternes Cover, wie ein Versteckspiel des Unerschöpflichen. Ein Fehler. Denn diese Musik, die selbst Atheisten als „spirituell“ erleben können, „zum Heulen schön“, unfassbar wild und sanft und verwegen (und wahrscheinlich selbst eine grosse „Lovestory“), hat in jenem alten Farbenspiel der untergehenden Sonne ihr perfektes Pendant erhalten. Ich sehe den Raum vor mir, in dem ich „Nan Madol“ zum ersten Mal hörte. Ich sehe das enge Bett im Studentenwohnheim, die grosse Mattratze in Grasfilzing, den Schlaf in ihren Augen. Ich lege meistens „Yellow Fields“ auf, aber auch, in den besonderen Momenten für den Soundtrack unseres Lebens, after hours, „Nan Madol“. Here we go again. Just listen! Old stories? Dream On! (michael e.)

    „If jazz was ever meant to be a religion, its prayers might sound something like Nan Madol. The title means “spaces between,” and no description of this music could be more apt. The album is an eclectic mandala of drones, eruptions of ecstatic liberation, and snatches of melody from both near and far. Influences range from Japanese folk melodies to Alpine herding calls, and all of them strung by a powerful understatement of continuity.“ (tyran g.)

  • Arild

     
    I laid back and listened to that wonderful bass solo album „Landloper“ by Arild Andersen that came out in 2024. One of these albums that better work in darkness. I know Arild’s bass since I discovered ECM with Jan Garbarek‘s album SART. He never stopped surprising me, real and reliable company. („Landloper“ ends with an irresistible mélange of the two classics ‘song for che’ and ‘lonely woman’). I somehow never ever even heard about his 1981 album „Lifelines“ before. By chance, two years ago, I stumbled on it. Via Discogs, I got a near mint vinyl copy. Paul Motian on drums, Kenny Wheeler on trumpet, and a fabulous pianist with his only appearance ever on ECM. One of the titles: „Landloper“.