• The New World (2) – „Louis Pattison‘s contender for the album of 2026“

    „Meiburgs Interesse an der Natur hat oft dazu geführt, dass Shearwater mit einer Generation von Indie-Folk-Musikern in einen Topf geworfen wurde, die sich auf Natur und Tradition stützen, um ihrer Musik eine Art überlieferte Authentizität zu verleihen. Doch die Musik von Shearwater ist häufig sowohl intelligenter als auch tiefgründiger als die seiner Kollegen. Es gibt wohl keinen zeitgenössischen Musiker, der den Ansatz, den Mark Hollis von Talk Talk in seinen Meisterwerken „Spirit Of Eden“ und „Laughing Stock“ verfolgte, besser verinnerlicht hat: eine reich orchestrierte Kunstmusik, die so komponiert ist, dass sie sich gleichzeitig intim in ihrer Stimmung und gigantisch in ihrem Umfang anfühlt.“ (Louis Pattison, Fortsetzung)

    In diesem zweiten Teil der Besprechung zieht Louis spannende Parallelen, zur Indie-Folk-Szene (da lehnt er sich weit aus dem Fenster), und dann zu seiner Inspiration von Talk Talks letzten beiden Alben (wo er sich noch weiter aus dem Fenster lehnt). Ich hab in den Klanghorizonten in den vergangenen Jahren zwei oder drei Alben von Shearwater vorgestellt, und weiss, was ihr Bandleader draufhat. Morgen bekomme ich den „stream“ des Albums, und bin sehr gespannt, ob ich Louis‘ Begeisterung teilen werde. Dann wäre das Album wohl ein Anwärter auf eins der Alben des Jahres. Das Video zu „Daydream Unbeliever“ könnt ihr im ersten Teil der Übersetzung „anklicken“. Das Thema des Albums ist jedenfalls hochspannend.

  • The New World (1) – „An ambitious, globe-trotting voyage into changing nature and Talk Talk-esque textures“

    „Man sagt, wir wüssten mehr über die Oberflächen anderer Planeten in unserem Sonnensystem als darüber, was unter den Eisschichten der Antarktis verborgen liegt. Doch das ändert sich gerade – wie so vieles von unserem Wissen über die Welt um uns herum. In den letzten Monaten haben Wissenschaftler die Topografie der Antarktis in beispielloser Detailgenauigkeit kartiert und dabei eine verborgene Landschaft aus Bergen, Bergrücken, Schluchten und unterirdischen Seen enthüllt. Diese Landschaft wird nicht nur kartiert, um unsere Neugier zu stillen. Diese Daten werden in Computermodellen verwendet, die uns Aufschluss darüber geben können, wie schnell sich das Eis bei weiter steigenden globalen Temperaturen zurückziehen wird, was wiederum bestimmt, wie schnell der Meeresspiegel ansteigen wird. Die Konturen dieser uralten, verborgenen Welt werden die Gestalt der neuen Welt bestimmen.

    Im Dezember 2025 stach die Expedition PS152 von Walvis Bay in Namibia aus in See, mit Kurs auf die Ozeane der Antarktis. Unter der Koordination des Alfred-Wegener-Instituts beförderte das Schiff Dutzende von Wissenschaftlern an Bord, um Daten über die Flora und Fauna des Südlichen Ozeans zu sammeln. Wer die Schiffsunterlagen durchblättert, entdeckt vielleicht einen bekannten Namen: Jonathan Meiburg. Meiburg ist nicht nur Frontmann und kreative Kraft hinter Shearwater, sondern auch ausgebildeter Biologe und Autor. Zum Zeitpunkt der Reise arbeitete er bereits seit mehreren Jahren an einem Buch mit dem Titel „The Secret Land: The Once And Future Life Of Antarctica“, das Licht auf diese höchst unbekannte Landschaft werfen sollte. Meiburg zieht jedoch keine scharfe Grenze zwischen seinen wissenschaftlichen und musikalischen Aktivitäten, und die Zeit hat gezeigt, dass das eine das andere beeinflusst. Sitzt man mit ihm auf dem Deck der PS152, hätte man ihn vielleicht dabei beobachten können, wie er eine Kamera auf den Ozean richtete, um Filmmaterial zu sammeln, das er später zum Video für die eindrucksvolle erste Singleauskopplung von „The New World“, „Daydream Unbeliever“, zusammenschneiden würde. Der langsame Schwenk über brodelnde Brandung und zerklüftete Eisschollen ist die perfekte Begleitung zu dem turbulenten, rockigen Drama des Songs. Eine Meditation über Wahrheit und Realität, untermalt von heftigen Percussion-Schlägen und aufsteigenden Streichern des Londoner Klassikensembles Orchestrate, die sich vorwärtswälzt, als würde sie von mächtigen Strömungen mitgerissen.“

    (Anfang der Besprechung von Louis Pattison, Uncut, August 2026; das Album erscheint Ende Juli)

  • Der unaufhörliche Zauber eines Rastplatzes auf der „A31“ Richtung Norden

    Im Auto läuft ein altes, viel zu wenig beachtetes Album von Daniel Lanois, „Shine“. Ätherische Songs, die gut geerdet sind. Das einzige Album meines Lebens, das ich von einem Musiker signieren liess. Davor stammen die Autogramme aus Kindertagen, von Rex Gildo, Ronny, Freddy Quinn. Ich habe sogar Autogramme von Heinz Drache und dem Meister Hans Tilkowski. (Mit 11 beim Training geholt. Tilkowskis meint, ich drängele zu sehr, und ich muss mich wieder hinten einordnen.) Thomas (P.) kennt die A31 gut und fragt nach meinen liebsten drei. Lambchopalben. Ich gebe ihm vier. Hier sind meine fünf. 1) Showtunes 2) Is A Woman 3) The Bible 4) Damaged 5) Flotus. Thomas hat diese Drei im Angebot: 1) Nixon 2) Ah, C‘mon, No, You C‘mon 3) Is A Woman.

  • Arild (reprise)

     
    Half a year ago: I laid back and listened to that bass solo album „Landloper“ by Arild Andersen that came out in 2024. One of these albums that better work in darkness. I know Arild’s bass since I discovered ECM with Jan Garbarek‘s album SART. He never stopped surprising me, real and reliable company. („Landloper“ ends with an irresistible mélange of the two classics ‘song for che’ and ‘lonely woman’). I somehow never ever even heard about his 1981 album „Lifelines“ before. A real discovery. Paul Motian on drums, Kenny Wheeler on trumpet, and a fabulous pianist with his only appearance ever on ECM, quite famous in Scandinavia, a well-kept secrete here: Steve Dobrogosz. One of the titles: „Landloper“. Arild Andersen performs at this year‘s Punktfestival, in a meeting of three generations of Norwegian jazz: Bugge Wesseltoft , Arild Andersen and Gard Nilssen. Another good reason to travel to Kristiansand in early September.

  • Das rasende Parlando des Herrn Nagelsmann

    Hier auf Langeoog ist Fussballromantik noch eine halbwegs leichte Nummer, weil so manches von Kindheit durchdrungen ist. Ich kann mich als BVB-Fan seit 1966 an jede Weltmeisterschaft erinern. Das Wembleytor sah ich mit meinem Blutsbruder noch in Schwarzweiss, mein Lieblingstorwart aller Zeiten, Hans Tilkowski, hatte keine Chance. Damals in London dabei war auch unser Vorstopper, Wolfgang Paul, der vor einigen Tagen gestorben ist. R.I.P. 1970, auch unvergesslich, „Schnelllliiinger“ und das „Jahrhundertspiel gehen die Italiener! 1974 waren dann die Holländer besser, aber wir hatten Gerd Müller.

    Tempus fugit – nach 2014 schied Deutschland stets trostlos in den Vorrunden aus, und die aktuelle Mannschaft macht seit dem Ecuador-Spiel fast so wenig Hoffnung wie dieser unsägliche Bundestrainer. Im Vorfeld der WM trat Julian in einen Fettnapf nach dem anderen – erst die Abkanzelung von Undav, zuletzt der selbstgefällig nichtssagende Auftritt im Sportstudio (wäre das nicht so zum Fremdschämen gewesen, hätte er seinen Platz in der Geschichte dieser Traditionssendung des ZDF sicher gehabt – neben dem „Schweiger“ Norbert Grupe – die Älteren werden sich erinnern!), sowie der Wortbruch gegenüber Oliver Baumann zugunsten dieses „Torwarts mit der besonderen Aura“.

    Julian Nagelsmann liebt seine eigene Eloquenz offenbat so sehr, dass er die Abzüge in der B-Note gar nicht mit bekommt, er parliert in einem leisen, wenig modulationsfreudigen up-tempo-staccato, als müsse analog zu den 180 beats von „hard core techno“ ebensoviele Worte pro Minute unterbringen. In dem Interview nach dem Ecuador-Flopspiel gab er sich renitent, besserwissend, abgenervt; nur wenige haben mitbekommen, dass er sich nach dem Schlusspfiff erstmal die Schiedsrichterin schnappte und zwei Minuten auf sie einredete wegen des völlig zurecht (!!!) zurückgenommenen Elfmeterpfiffs (die gleiche Schiedsrichterin, die Germany das komplett irreguläre 1:0 geschenkt hat – nach „hohem Spiel“ incl. Kopftreffer – mit freundlicher Unterstützung eines nicht minder verpeilten VARs!).

    Man muss also kein Meister des Orakels sein, um zu erraten, wie es weitergeht. Nach einem quälerisch anzuschauenden oder überraschend leichtfüssigen Sieg gegen Paraguay wird „Die Mannschaft“ (alter abgeschaffter Werbesprech aus der Ära Oliver Bierhoff) gegen Frankreich sang- und klanglos ausscheiden. Natürlich könnte das auch schon heute Abend passieren. Wir können jedenfalls tief entspannt zuschauen, ob der flotte Herr Nagelsmann seiner „Spielidee“ weiterhin dezent bockig vertraut – mit dem derangierten Pavlovic auf der Sechs und dem „Kinderfussball“ (Marcel Reif) des sich selbst weiterhin suchenden Musiala. Egal. Nach der WM ist hochwahrscheinlch Schluss mit diesen auf Dauer so penetranten wie irrlichternden Auftritten eines Hochbegabten. Was Fussballromantik angeht, fällt mir eine andere Insellandschaft ein, die gerade ein modernes Fussballmärchen schreibt: Cap Verde!

    (m.e.)

  • Der Hitze fern auf Langeoog

    Kurzentschlossen, fuhr ich vier Stunden zur Fähre, setzte über, und quartierte mich in einem kleinen Appartment ein. Nur ein richtig heisser Tag in sieben langen Tagen, „Spring Hill Fair“ auf einem alten Walkman, Steve Swallows „kleine Wintermusik“, und Erinnerungen an den „den letzten Bus nach Woodstock“ – ich fühlte mich seltsam jung und sprang erst mal ins Meer, mit Blick zur roten Sonne, die bald ins kühle Nass eintauchen würde. Diesmal all alone, seltsam beschwingt, das Echo dunkler Wochen fast schon, aber nicht wirklich, lange her! „you think I’m young I’m not half those things / why did it rain? / the days ran away from us / heaven never knew / the chances that it left for us / fast and slow, breeze to wind…“

    Die Romane, die ich gerade lese, nehmen einen Faden der Jugendzeit auf, meine Lust an rororo-Krimis, deren Cover ewig schwarzweiss waren (die neueren reprints dann auch mal in Farbe), und zu deren führenden Vertretern damals Colon Dexter zählte, mit seinen Inspektor Morse-Romanen. Der Ort: Oxford und Umgebung. Als ich vor Woche Simon Masons „Mord im November“ entdeckte, gab es kein Halten mehr, und einmal mehr tauchte ich in das alte, neue Oxford ein, das uns in der Regel bekannt ist, etwa aus ruhig inszenierten, aber auch fesselnden Verflilmungen mit dem alten, aber auch dem jungen Inspektor Morse.

    Simon Mason hat ein spannendes Ermittlerduo eingeführt mit den „chalk-and-cheese cops“ DI Ryan und DI Ray Wilkins, die keineswegs miteinander verwandt sind und aus fast absurd gegensätzlichen Lebenswelten stammen. Der Glücksfall ist, dass Simon Mason grossartig schreibt, das Erbe von Colin Dexter in ein heutiges Oxford transportiert – hervorragend geplottet, humorvoll, und dunkel über alle Seitenränder hinaus. Die ersten beiden Romane (von mittlerweile fünfen) liegen in gelungener Übersetzung vor, und ich bin gerade mittendrin im dritten, „Lost And Never Found“. Ein umwerfender Sprachfluss ist diesen Romanen zueigen, in die Tiefe gehende Geschichten, allerbester Stoff zum Versinken!

    Jetzt, der Hitze entkommen, liest sich das alles noch rasanter, die ersten Cafés öffnen, einen „morning swim“ habe ich schon hinter mir, es dauert seit meiner Kindheit immer um die eine Minute, bis mir im Meer warm wird. Die Wellen helfen! Ein Strandkorb ist angemietet. Der Geruch von Sonnenmilch versprüht einen Zauber wie eh und je. Mit dem E-Bike fahre ich die alten Runden, durch den Wald, „Waldbaden“ inclusive , zum Fährhafen mit seiner Fischstube am Deich entlang, und auch mal wieder vorbei an dem Hotel, in dem ich mich einst mit sieben Jahren in die Hotelmanagerin verknallte, „Haus Westfalen“ hiess es damals, in der Zeit, als Hoppy Kurrat noch für den BVB kickte, und die gebundene Ochsenschanzsuppe ein Klassiker war auf kurzen Überfahrten. Ein Hauch von Wehmut mischt sich in jeden Taumel kleiner Glücksschübe.

  • „Das heisst aber nicht, dass wir jetzt wieder zusammen sind“

    „Wir holten Docs Outfit von Neil Young, dem der Siebziger, diese Muttonchops, der buschige Backenbart, und einige der Kleidungsstücke sind direkt von ihm geklaut. Ich denke, man kann keinen Film über diese Zeit und diese Kultur machen, ohne direkt auf Neil Young zu gucken.“ (Paul Thomas Anderson)

    Erst jetzt, nach mehr als zehn Jahren, sah ich „Inherent Vice“ zum ersten Mal, Paul Thomas Andersons Verfilmung von Thomas Pynchons Roman gleichen Namens. 2014 bekam er ein bunt gemischtes Echo, und ich geselle mich nun, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, nach nur leichtem Zögern, auf die Seite seiner Fans. Manche seiner Filme lagen mir mehr als andere, und seine Zeitreise in die frühen 1970er Jahre nach Hippie-California ist ein zweieinhalbstündiger Trip, in dem mich ein paar Sachen besonders gefesselt haben. Etwa die Art, wie er, abseits des Soundtracks von Johnny Greenwood, Lieder aus jener alten Zeit mit dem herrlich zerfaserten Plot kurzschliesst. Da kann ich mich gut reinfallen lassen, wenn auf einmal Cans grösster Hit aus „Ege Bamyasi“ den Ton angibt, oder zwei Lieder von Neil Young den Soundtrack einer alten Liebe des dauerbekifften Doc Sportello befeuern. Es ist der vielfach gebrochene Mythos vom Detektiv mit dem reinen Herzen, weicher, mit einem fragileren Ich ausgestattet als die Sam Spades und Philip Marlowes des alten Hollywood, von eine aberwitzigen Situation in die nächste gerät, und stets haarscharf am kompletten Desaster vorbeischrammt. Von Anfang wurde ich das Gefühl nicht los, dass Doc Sportello seiner Lang-Verflossenen hinterhertrauert. Und dass da irgendwann im Laufe des Filmes was passieren muss, das ihn von diesem Trauma erlöst. Ja, Freunde des psychedelischen Kinos, und dann passiert genau das, die gute alte Tante „Katharsis“ betritt den Raum, und unser „private eye“ traut einmal mehr seinen Augen nicht: „sexual healing“!

    Nicht nur Doc Sportello wähnte sich kurz vor Ende des Films in einer Zeitmaschine, auch der Verfasser diesr Zeilen sass in einer solchen und nahm unterwegs folgende Seelennahrung zu sich, an einem langen Wochenende: Tale Spinnin‘, ein unterschätztes Album von Weather Report in Surround, „Spring Hill Fair“ von den Go-Betweens, einmal mehr „Dume“ von Neil Young (die Neufassung von „Zuma“ als Doppelalbum), und „Original Soundtracks 1“ von den Passengers: bei dieser Scheibe weiss man auch nicht so recht, ob man in einem neu vertonten Antonioni-Film sitzt oder in einem abgedrehten Science Fiction-Movie. Und, kein Witz, ich hörte mir das nieendenwollende Stück „magnificent seventies“ vom American Analog Set an! Das alles übrigens ohne Dope!

  • Before and after Hollywood (two friends of Rachel Worth recommend the Go-Betweens)

    „Dressed in a white shirt with my hair combed straight
    Here in my black shoes and me without a date
    Me without hindsight, me without
    When will change come, just like spring rain“

    As someone who lived on Lovers Lane, 16 from start on, the summer of 1981 and 1982 in the Northern area of the Bavarian Wood, not so far away from the town where Robert found the love of his life, as someone who bought a single of the GoBe‘s in the Rough Trade record shop in Notting Hill, besides a single from Aztec Camera, in December 1982, well, well, they become lifers, life‘s company, all of these records. Two killer songs on their raw, punky, garage rock of their debut album were enough to know, this band would stay with me. „16, Lovers Lane“ got a bad review in Spex“, the German rock magazine who celebrated them from earl years on, but they were wrong – be careful with experts! Activating my critical eye, here is my highly sober rating of them all:

    Send Me A Lullaby (1981) – ***
    Before Hollywood (1983) – ****
    Spring Hill Fair (1984) – *****
    Liberty Belle and The Black Diamond Express (1985) – *****
    Tallulah (1987) – ***
    16, Lovers Lane (1988) – *****
    The Friends Of Rachel Worth (2000) – ***1/2
    Bright Yellow, Bright Orange (2003) – ****
    Ocean‘s Apart (2005) – ****1/2


    Thomas Pannhorsts Liste:

    Send Me A Lullaby (1981) – ***
    Before Hollywood (1983) – ****
    Spring Hill Fair (1984) – *****
    Liberty Belle and The Black Diamond Express (1985) – ****1/2
    Tallulah (1987) – ***
    16, Lovers Lane (1988) – *****
    The Friends Of Rachel Worth (2000) – ***1/2
    Bright Yellow, Bright Orange (2003) – ****
    Ocean‘s Apart (2005) – *****

    Seit den frühen 1980er Jahren begegnet mir immer wieder der Name Mat Snow. Ein Musikjournalist meiner Generation, und wir waren uns bei vielen Alben absolut einig. Unvergesslich, sein persönlicher Zugang zur Musik, der nie die musikhistorische Absicherung im Visier hatte. Danmals, 1983, kannte kaum jemand The Go-Betweens, als er für den NME das zweite Werk des Trios aus Brisbane besprach.

    „From The sleeve‘s studious allusion to Dylan‘s 1965 covers to the final dedication „to our parents“, this record looks back to the past – childhood, lost love, and lost Utopias. These are fragile feelings, hard to express, but The Go-Betweens fly straight to the heart with passion and intelligence. „Before Hollywood“ contains some of the most beautiful music I‘ve ever heard.“

  • Unspeakable

    There it was, the last sentence of Mike Gates‘ five star review of Steve Swallow‘s „Winter Songs“: „Warm and inviting, it feels like a proper old-school contemporary jazz session of the very best kind.“ The phrase „old-school“ creates a problem. I am not too interested in an old-school jazz session. And Steve Swallow transcends this category with „Winter Songs“. As immaculate as it is, as melodic and as far away from any upheaval (on the surface), the whole album with all its short pieces is the best album he‘s ever made as a bandleader.

    This is a strangely adventurous, whimsically courageous, deeply honest album in which only the surface structure makes you think of „old school“, nostalgia, good friends drinking tea and having a good time. True that is, but beneath these known formula there‘s hiding a love of life, a melancholia, something blue and velvet and blue velvet. What an album! All these bitter-sweet in-betweens! Another lifer! In the same way, „Belladonna Nocturne“ is not just simply „old school ambient music“. In spite of life’s backward glance and all that. As Wyndham Wallace writes:

    „With broader horizons than 2022’s intimate Player, Piano, Lanois’ ninth solo album is envisaged as an inevitably darker successor to 2005’s similarly instrumental Belladonna. He’s still worldbuilding, his affectingly lush, resonant production wonderfully showcased amid “Steel Mill”’s textured minimalism and the quietly spectral “Marionette”, both distant, jazz-affiliated cousins of Angelo Badalamenti’s Twin Peaks score. But he’s more experimental, with “Canadian National”’s felted piano gently unpredictable and “Warp Sustain” pitching layers of treated guitar and pedal steel against one another. If “Snow Lake” and “Early Days” sound Eno-esque, that’s indicative of Lanois’ role on Apollo.“

  • Let‘s wait and listen!

    „Meiburg’s interest in the natural world has often seen Shearwater bracketed with a generation of indie-folk musicians drawing on nature and tradition to invest their music with a sort of hand-me-down authenticity. But Shearwater’s music is frequently both smarter and deeper than that of his peers. There is arguably no modern musician working today who has better assimilated the approach Talk Talk’s Mark Hollis took on his masterworks Spirit Of Eden and Laughing Stock: a richly orchestrated art music assembled in a way that feels simultaneously intimate in sentiment and gigantic in scope.“ (Louis Pattison, Uncut, August 2026)