Chiaroscuro (revisited)

„Chiaroscuro entstand während einer Reise durch Norwegen. In einigen Clubs waren vielleicht zwanzig, manchmal fünfzig Zuhörer dabei. Ich erinnere mich, das erste Stück, „Opening Image“, wurde auf einer Mini-Disc aufgenommen. Es wurde so leise aufgenommen, das du das Rauschen hören konntest. Das Rauschen war übermächtig, wir mussten was damit machen. Und Erik Honore, nun, er ist der perfekte Produzent, ein Meister der Töne, er findet stets auf kreative Art Lösungen für ein Klangproblem. Er schlug vor, den Synthesizer einzusetzen, um noch mehr Rauschen zu erzeugen, das neue Rauschen zum alten hinzuzufügen, und mit dieser Dynamik des Rauschens zu arbeiten, so dass das Rauschen selbst eine Art Instrument wird.“ (Jan Bang)This year‘s Punktfestival will see the original line-up of „Chiaroscuro“ on center stage celebrating Arve Henriksen’s groundbreaking album, where the acclaimed trumpeter is joined by Jan Bang and Audun Kleive. Let‘s call it back-to-the-roots magic! In regards to Jan‘s memories of that old concert tour, one question arises: with that lack of tape hiss during that forthcoming concert, will there be samples of the old noises, and a synthesizer in action for covering them up? No kidding, the original remix of the recorded sound definitely had an impact on the final magic. (m.e.)
June Revelations (Album & Archive)

Album – Dass englische Städteplanung vom Ende der Siebziger Jahre mal eine hochinteressante Reihe von Alben aus der Sparte „Elektronika“ auf den Weg bringen würde, ist eine kleine Überraschung. Was uns ein gewisser Gordon Chapman-Fox seit Jahren anbietet, ist ein wundervoll-hintersinniger Soundtrack zu „kommunalen Stadtgeschichten“. Der vierte Teil dieser Serie fand sich speziell im alten Königreich auf vielen Jahresbestenlisten anno 2023. Hauntology and psychogeography, composed by a sharp political mind. Der Transfer zur alten Bundesrepublik ist nur ein Katzensprung. „Your Community Hub“ ist der fünfte Streich dieser Klangveranstaltung mit dem poetischen Namen „Warrington Runcorn New Town Development Plan“. Wer sich schlau machen möchte, schaue zu Bandcamp, oder in die Juni-Ausgabe des Magazins „Electronic Sound“, in der sich auch ein Gespräch mit Mr. Trunk findet, hier ein Auszug…
Archive – Wir bleiben im Reich (von Fall zu Fall) beseelter Objekte, und, was die Autorenschaft angeht, im alten England: wer durch Jonny Trunks neuen Bilder- und Erzählband schmökert (und hier ist genussvolles Schmökern angesagt, für alle Freunde alter Hifi-Gerätschaften), wird unweigerlich an seine eigene Kinder- und Jugendtage denken. (Mir fällt, läge ich auf eine Couch und würde zum freien Herumspinnen ermuntert, sogleich eine schwere Tonbandmaschine einfallen, mit der ich abends, im ersten Semester in Münster, in der Wohnung eines, in den wenigen Monaten dort, versterbenden Rentnerpaares, auf alten BASF-Bändern, meine musikalische Grundversorgung und und Seelennahrung sicherte. Danke, Leonard. Danke, Bo Hansson.) „Audio Erotica: Hi-Fi Brochures 1950s – 1980s“ ist weitaus mehr als eine obskure Broschürensammlung. In den Klanghorizonten war Johnny Trunk öfter zu Gast, ein Spezialist für Zeitreisen in die gesammelten Unheimlichkeiten der Kindheit, von wilden Comics, über erste Horrorfilme und die grosse weite Welt der „library music“, bis hin zu surrealen Trickfilmserien.
„At The Marquee“
1 – War der Marquee Club wirklich das größte Musiklokal der Welt, wie der Untertitel einer neuen Geschichte des Clubs nahelegt? Die Carnegie Hall, das Olympia in Paris, das Ronnie Scott’s, die Berliner Philharmonie, das Village Vanguard und einige andere mögen dafür sprechen. Aber von der Eröffnung im Jahr 1958 bis zur Schließung des letzten Clubs, der diesen Namen trug, im Jahr 2006, hatte der Club einen berechtigten Anspruch auf diesen Titel, da seine Attraktionen im Laufe der Jahre von Dexter Gordon, Chris Barber und Dudley Moore über Alexis Korner und Long John Baldry, die Stones, die Yardbirds, Manfred Mann, Graham Bond, Little Stevie Wonder, The Who, David Jones/Bowie, Sonny Boy Williamson, Rod Stewart, Jimi Hendrix, King Crimson, Led Zeppelin, Fela Kuti, Genesis, Dr. Feelgood und Dire Straits bis hin zu den Damned, den Sex Pistols (als Support von Eddie and the Hot Rods), The Jam, The Police, Motorhead bis hin zu REM und Guns N‘ Roses und Hunderten und Hunderten von anderen, von denen die meisten noch in der Entstehungsphase sind, einschließlich fast aller britischen Blues- und Prog-Rock-Bands, die über die Musicians Wanted-Rubriken des Melody Maker zusammengetragen wurden.
(Richard Williams, zu einem Buch über diesen legendären power spot, s. nebenan: The Blue Moment)

2 – Der Kollege drehte sich eine Zigarette, er sass mir gegenüber in unserem Zwei-Mann-Büro. Zwei Psychologen, einer hatte Liebeskummer. Michael, um aus dieser Nummer raus zu kommen, flieg nach London, über Weihnachten, das ist doch deine Stadt. Du musst einfach ständig wach sein, saug Piccadilly auf, das tut richtig weh, aber gut, alleine, ganz alleine, saug die Einsamkeit auf. In vollen Zügen. Das hilft. Down to the bottom! Ja, sie ist bestimmt die schönste Frauen Regensburgs. Du warst ihr Ausbruch, sie hat die Reissleine gezogen.
Die Würfel sind gefallen. Er hatte ja so recht. Ich wohnte noch immer am Ende der Welt, die Wölfe der Tschechei kamen manchmal über die Grenze, und ein Buch mit Kurzgeschichten von Richard Brautigan lag neben dem Bett. Ich fuhr von Bergeinöden nach Frankfurt und besorgte mir ein Flugticket nach London. So allein wollte ich auch nicht sein, und so kündigte ich meinem alten Würzburger Freund David Webster meinen Besuch an. Er freute sich darauf, mich wiederzusehen.In Frankfurt verweigerten sie mir die Einreise nach London. Ich landete in Büros, und musste sogar zu einem amerikanischen Konsulat, wieso musste ich auf das fucking amerikanische Konsulat? Ein Riesentheater, und ich war sauer, und zeigte das auch. Da klärte es sich, dass ich als Amerikareisender gebucht war, ohne Visum, alles war ein Missverständnis im Frankfurter Nieselregen. Lauter Sorrys und Entschuldigungen, und Lufthansa schenkte mir ein Ticket für die Business Class, mit Sekt und allem Drum und Dran für eine Dreiviertelstunde Flug in den Londoner Nebelregen.
Heiligabend war ich bei den Websters eingeladen, bis dahin hatte ich zwei Tage: billige Absteigen, alte Cafes, und ich besorgte mir sofort ein Musikmagazin. Musik sollte Teil meiner Selbsttherapie sein. Ich liess mich in einem Pub nieder, erleichtert nach dem Tagesstress, der Kaktus auf der Ablage über mir geriet in Bewegung und plumpste dem Mann hinter mir in den Nacken. Ein Aufsschrei. Ich kümmerte mich sofort um ihn, zog ihm einzelne Stachel raus, ein paar Stellen waren blutig, aber er blieb freundlich. Der Pubbesitzer hatte sogar ein Desinfektionsmittel. Am Abend ging ich in den Marquee Club, um Jah Wobble & The Invaders of the Heart zu erleben.
Jah Wobble hatte einen Trenchcoat an, der aussah, als wäre er den ganzen Tag durch den Londoner Dunkelregen gewandert. Man konnte hören, dass Jah Wobble nach der Zeit mit Public Image Ltd. noch viel mehr in die Welt des „elektrischen Miles“ eingetaucht war. Dunkel pulste sein Bass durch den Raum. Eine Trompete mit Wah-Wah-Pedal verschickte knappe telegraphische Notizen, der Drummer hämmerte wohltuende Monotonie. Da erkannte ich sie und taufte sie Healy. Du bist die Fremde, mit der ich diese Nacht erobern werde. Sie stand alleine an der Seite, und trug auch einen fucking beautiful Trenchcoat. Hoffentlich war sie kein Jah Wobble-Groupie. War sie nicht.
Nach dem Konzert lud ich sie zu einem Drink ein, nachdem ich mich freundlich vorgestellt hatte. Why me, fragte sie mich, und ich sagte, your eyes. Sie hatte ein kleines Appartment in West Hampstead. Sie legte eine gemeinsame Lieblingsplatte auf, Chairs Missing von Wire, und dann schliefen wir miteinander. In dieser Nacht lösten sich die Bilder der schönsten Frau Regensburgs in den Umarmungen einer Wildfremden auf. Wir kifften, lachten, und mochten einander – small talk with a beating heart. Sie hatte kleine feste Brüste und einen extrem schlanken Körper, Londoner Regenblässe. Sexual Healing. Ein wenig.
Ich wanderte den ganzen Tag durch Hampstead Heath, ich hörte spät am Abend John Peel im billigen Hotelzimmer (er spielte Musik von Howard Devotos Band „Magazine“, ich weiss es noch genau, einen Song aus „Second Hand Daylight“, oder „The Correct Use of Soap“, wunderbar) und am nächsten Abend, Heiligabend, traf ich bei den Websters ein. Es gab Gans, Rotkohl, und Plumpudding. Es waren noch andere Gäste da. Ich hatte mir einen Infekt eingefangen, und später nachts 39.5 Grad Fieber. Ich schnupfte. Ich glühte. David sagte: Michael, erzähl, wie war das Jahr? Wollt ihr das wirklich hören? Ja, Mann! Und ich erzählte die ganze Geschichte. Bis zu dem Augenblick, wo mein Kollege sich eine Zigarette drehte. In einer Fachklinik für Suchtabhängige. Ich ruinierte die Party mit dieser Story, leider. Obwohl ja alles so magisch anfing, mit einem Western mit James Stewart, und dem berühmten Song der Gruppe Grauzone. Ich hätte gerne als Entschuldigung einen Weihnachtsbaum gestiftet. Für Mrs. Webster wurde ich zum roten Tuch.
Das Allerschönste in diesen Tagen waren die Fahrten mit der Underground, besonders die Augenblicke, wenn man die letzte Treppe zum Tageslicht betrat. Immer wieder gerne: Piccadilly Circus, die bunten, flackernden Werbetafeln im Dauerregen. Ich kam mir vor wie in einer ungeschriebenen Geschichte von Richard Brautigan. Eine, in der Duftkerzen Patchouli verströmen, die Kinks im Radio „Mr. Pleasant“ spielen, ein Hirschbraten mit Preiselbeerrahm serviert wird, und ein paar Glückskekse am Tannenbaum hängen.
3 – Ich war zweimal in meinem Leben im Marquee, 1982 im Dezember, und, nach kleiner Recherche rausgefunden, am 15. Juli 1970, um Steamhammer zu erleben. Gates of perception. Mein alter Freund Uwe Zemlin war wesentlich öfter dort. Seine Erinnerungen würde ich hier gerne nachlesen. Write a little story! (m.e.)
„Im Rausch der Dejavus“
„Colin Farrell carries the weight of this neo-noir effortlessly as John Sugar. Giving off some Chinatown vibes combined with flashes of LA Confidential, Sugar is a complex thriller with slow burn intensity that is worth every moment of your attention.“ (Martin Carr) The new TV series with Colin Farrell features the track «Abandoned Cathedral» composed by Bang/Henriksen. Taken from the Arve Henriksen „Places of Worship“ album, produced by Bang/Honoré. Die Serie wagt einen gewitzten Blick hinter die Kulissen einer Hollywood-Story, die beides enthält, Verklärung und Desillusionierung. Die Macher von „John Sugar“ sind begabte Gaukler, die ihre Genre-Versatzstücke über acht Episoden hinweg als Köder für eine facettenreiche Betrachtung der conditio humana auslegen – und dabei die Magie des Kinos immer wieder spürbar machen. „John Sugar“ verströmt einen spziellen Zauber, wenn man sich auf das Spiel von Original und Fälschung einlässt. Eine der besten Serien, die ich in den letzten Jahren geseheh habe. Ich stimme den lapidaren Sätzen von Martin Carr zu. Dieses achtteilige Meisterstück (Apple plus) hat, kein Grund, das zu verschweigen, ein recht kontroverses Echo erfahren. Wer in den vollen Genuss kommen möchte, sollte keine weiteren Kritiken lesen, sie könnten zu viel verraten. Close to perfect for us lovers of film noir with a twist. Wenn ich jemals Drehbuchschreiber geworden wäre, dieses hätte ich gerne geschrieben. Die Schauspieler, die Regie, der Schnitt, die Musik, die Kamera, die Dejavus, alles class A. (m.e.)
Leftfield music with a touch of „Sowiesoso“
„Walks“, the new album by English duo Group Listening. You sometimes have to go to the margins to get hold of such treasures like „Clarinet and Piano – Selected Works, Vol. 2“, their penultimate work. Funny the duo calls itself like it calls itself, but British humour is part of the presentation of this awesome contemporary folky kosmische chamber improv and all. When asked for a recording anecdote Stephen Black says: „Nothing particularly exciting, just your usual next door’s dog barking, or the sound of a pigeon in the chimney breast. It was fuelled by coffee and cheap bread.“ Nothing to add to this.

31st May – Loves Cafe,Weston-Super-Mare
1st June – Shift, Cardiff
4th June – Kazimier Stockroom, Liverpool
5th June – Glad Cafe, Glasgow
6th June – Sneaky Pete’s, Edinburgh
7th June – Futtle, Fife
8th June – Brewery Arts Centre, Kendal
9th June – Hyde Park Book Club, Leeds
11th June – Colchester Arts Centre, Colchester
12th June – St Matthias Church, London
13th June – Wedgewood Rooms, Portsmouth
14th June – The Rose Hill, Brighton
16th June – National Justice Museum, Nottingham
26th June – Dareshack, Bristol
27th June – The Grayston Unity, Halifax
28th June – Unitarian Church, Shrewsbury
29th June – The White Hotel, ManchesterWenn der Ostwind weht – die Malerin Cornelia Schleime

Große Künstlerinnen sind meist mehrfach begabt, siehe Patti Smith oder Joni Mitchell. Eine Malerin, die ich schon lange verfolge, ist Cornelia Schleime. Ich hatte sie in meinen Dresdner Jahren entdeckt, da war sie längst in den Westen gezogen. Ich habe sie für ihre Kraft bewundert. Ähnlich wie Penck, der es auch als Maler sehr schwer hatte in Dresden, aber es immerhin bis zur Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie schaffte. Cornelia erhielt Ausstellungsverbot und Ausreiseverbot. Fortan malte sie auf ihrer Haut und zeigte sich in bunten schrillen Performances mit ihrer Punkband in der DDR Öffentlichkeit.
Am Sonntag konnte ich in ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Judin in Berlin gehen.Dort zeigt sie vor allem Gesichter, mit Acryl gemalte große Tableaux. DIE MUTTER zeigt ihre Gefangenschaft als Kind und als Jugendliche. Immer malt sie sich in ihren Emotionen, Phantasien,Sehnsüchten. Ihr Leid im DDR Regime verarbeitet sie in ihren Gemälden, ihren Gedichten, ihren Filmen,ihrer Musik. OHNE LIPPEN SIND DIE ZäHNE KALT nennt sie ihre Ausstellung. Auch hier die extreme Spannung zwischen weich und hart. Mein Lieblingsbild zeigt eine leicht gebeugte Frau, deren Haare aufgelöst im Ostwind flattern. Es ist mein Lieblingsbild. Es riecht förmlich nach Dünengras und Fernweh. Cornelia hat einmal gesagt, dass sie sich nur auf Reisen beheimatet fühlt. Als Dichterin drückt sie ebenfalls den Spannungsbogen zwischen Nähe und Unterbewusstsein aus.
„Ich bin die Nähe, deren Herz
Sich zu euch legt,
Wenn ihr im nimmersatten
Blau euch fortbewegt“(Auszug aus dem Gedicht ICH BIN DIE PARTISANIN)
Cornelia Schleime wird die Grande Dame der deutschen Malerei genannt. Ihre Kataloge sind nicht mehr zu haben, auch nicht bei König in Köln. Die Ausstellung geht noch bis Mitte August.
(L.N.)
Beth, Jessica & Julia

Nun ist es endlich soweit, am Freitag erscheint mein Album des Jahres, Beth Gibbons‘ „Lives Outgrown“. Und da alle Wahrnehmung voller Filter ist und nichts mit den Dingen und Klängen an sich zu tun hat, mag jeder seinen eigenen Reim zu meiner Begeisterung finden. Oder kühne Gegenrede. Es geht mir auch nicht um Superlative, wenn ich hier mit meiner Pflegetochter im morgenkühlen Wartezimmer hocke und wir auf eine sanfte Therapie ihrer Sonnenallergie hoffen (obwohl sie aus Afghanistan kommt, 17 Lenze jung ist, liebt sie schon ein, zwei Alben von Keith Jarrett und Lee Perry, und das ohne pädagogische Tricks). Es geht um die Wucht, mit der mich Musik erreicht, und in dieser Hinsicht bilden auch die beiden Alben von Jessica Pratt und Julia Holter („Here In The Room She Moves“) kein Spalier für eine Meisterin aus England, sondern liefern seelenverwandte Kraft, eine Tiefe voller Abgründe, und Finesse jenseits des Geläufigen.

Die Juli-Ausgabe von Mojo erreichte mich heute morgen, und ich freue mich auf die Lektüre von Ted Kesslers Begegnung. Man kann ein Interview kaum trefflicher ankündigen als in den ganz oben als Screenshot angegbildeten Zeilen. „Are you ready for the singer-songwriter who finds Leonard Cohen upbeat?“ Wunderbar. So aussergewöhnlich die Klangfelder der Arbeiten von Julia und Beth sind (und Olaf und ich hatten das Vergnügen, mit beiden Alben schon eine Weile zu leben, und auf einem Blog, der absichtlich unter dem Radar existiert, die ersten Besprechungen netzweltweit zu verfassen), so sehr mag das flüchtige Hören von Jessicas „Here In The Pitch“ Stirnrunzeln provozieren und die Frage nahelegen: „was ist denn hier bitteschön das So-Besondere, in diesem Zeitlupenpastell, alten Zeiten abgelauscht?!“ Allein, manche Hörerin wird schon beim ersten Mal spüren, dass die stille Wucht, die diese erstmal seltsam verhuscht wirkenden Songs entfalten, nicht auf einen schnellen Spruch warten, oder griffige Analyse. Der magische Faktor X rauscht halt mitunter noch duch das allerfeinste Sieb unserer einordnenden, rubrizierenden Sprache. Bleibt die Poesie! Bleibt die Sprachlosigkeit! Bleibt das Gespräch, das voller Stories ist und das Unaussprechliche voller Anmutungen und Witz umkreist! (m.e.)
A good reason to travel to Kristiansand in early September
Punkt is thrilled to announce its 20th edition, taking place from September 5th to 7th. This year, the Punkt Festival not only commemorates two decades of groundbreaking performances and the unique Live Remix concept, but also ushers in a new era of musical exploration and creativity. (see blogroll)
Founded in 2005 by musicians and producers Jan Bang and Erik Honoré, Punkt has consistently pushed the boundaries of music, art, and technology. The festival’s signature Live Remix concept invites artists to immediately reinterpret live performances, offering audiences an unprecedented layer of creativity and spontaneity. This innovative approach has not only defined Punkt’s identity, but has also fostered a culture of experimentation and collaboration among an organically growing network of artists. Over the past two decades, this relatively small festival has hosted a remarkable array of musical talent, including luminaries like Brian Eno, Laurie Anderson, and David Sylvian.
Highlighting this special edition, Nils Petter Molvær, a pioneer in the fusion of jazz and electronic music, is honored as the Artist in Residence. Molvær’s participation promises an unforgettable performance of his seminal album „Khmer“, alongside an anticipated duo concert with the visionary Alva Noto, marking their first collaboration in this format, and a Live Remix with Iranian born, Amsterdam based violinist and kamancheh player Soheil Shayesteh.
The festival’s commitment to the nurturing of new talent is evidenced by the premiere of works by Michaela Antalová and the duo Propan (Natali Abrahamsen Garner / Ina Sagstuen). Additionally, album releases by Bjørn Charles Dreyer and Erik Honoré will be featured, alongside the celebration of Arve Henriksen’s groundbreaking album „Chiaroscuro“ where the acclaimed trumpeter is joined by Jan Bang and Audun Kleive, and performances by the Eyolf Dale Trio and Julien Desprez’s Abacaxi, each adding their unique voice to the festival’s diverse and rich tapestry.
The Live Remixes will once again transform the Main Stage concerts immediately after they are over. This year the live remixers include Arve Henriksen, Erik Honoré, Molvær/Shayesteh, and more to be announced later.
Integral to the festival’s ethos, the Punkt Seminar, curated and hosted by David Toop, promises to foster an engaging discourse on the intersections of music, technology, and art. The Seminar is a part of Punkt’s collaboration with CreaTeME, the University of Agder’s Centre for
Excellence in Creative Use of Technologies in Music Education. Besides the Thursday and Friday daytime seminars, Thursday evening is also a result of this collaboration, featuring concerts by the remote-performance project Love Your Latency, composer/modular synthesist Egil Kalman, and the aforementioned duo premiere by Nils Petter Molvær / Alva Noto.
As we step into the 20th edition of the Punkt Festival, we celebrate a history rich with artistic innovation and look forward to a future where music continues to challenge, inspire, and connect us in unforeseen ways. Join us in Kristiansand for a festival that transcends the traditional boundaries of music and art!
Music for another blue hour

I am dreaming about an hour of music with a collection of female voices, coming from three new and excellent records. I am speaking of Jessica Pratt, Beth Gibbons (Lives Outgrown will be my album of the year, no doubts) and Julia Holter, interspersed by the right amount of instrumental music coming from artists like Pan American, Shabaka, Erik Honoré (hoping for a world premiere of his forthcomin album) Adam Wiltzie and that „psychedelic record“ from a psychotherapist living in Brooklyn (Jon Hopkins’ „Ritual“ might be a great choice, too, but will only arrive on August 30). The sequence is convincing by now, but as this hour of „my Klanghorizonte“ in July is already quite crowded (short to overflowing), the big question arises: will there be any other stuff (to be released in the weeks to come) with pure magic, and how will that affect (even undermine) the sequence in mind. I am only looking for instrumental music, and skip that wonderful new Eno song, the forthcoming Cale album, Einstürzende Neubauten and Sam Beam‘s fine song cycle. Why? It will be a blue hour of female voices only, and the instrumental pieces just have to live up to them in terms of excellence, and stylistic diversity. May you discover some for July 26 (Oded Tzur, Fire! Trio, and Wadada Leo Smith are already „booked“ for my edition of JazzFacts in early July)… another self-imposed rule (of the moment) is to leave out ancient works (no Can, no American Analog Set, no Toumani Diabate, no ECM „Luminessence“ series). Kindest regards from a flowworker!
Die Angst des Tormanns beim Elfmeter

- Demnächst in diesem Theater eine Erinnerung an diese mir sehr viel bedeutende Schallplatte des Quartetts Old And New Dreams, aus der Zeit zwischen dem Ende der Siebziger und dem Beginn der Achtziger Jahre (s. Cover)
- Und eine Art von Besprechung eines Dokumentarfilms, der ein Jahrzehnt zuvor, 1970, in den Kinos zu sehen war, und das Ende der Beatles einfing, für viele ein viel zu trauriger Anlass, sich das damals anzutun. „Let It Be“ nun auf Disney+
- Sowie ein fantastisches Dub / Reggae-Doppelalbum, das in die zweite Hälfte der Siebziger Jahre reist, und auch notorische CD-Verächter ins Grübeln bringen könnte (so gut ist diese Edition)
- Der Trip in die wilden Siebziger wird „vollendet“ mit meiner Story zu einem Album, das am 1. Oktober 1975 erschien und bewies, dass es auch nach Hendrix noch Power-Trios der besonderen Art geben sollte.