Call me the breeze

Sommer ist gleichbedeutend mit Dub. Es ist die elementare Musik dieser Jahreszeit. Die tropische Insel, auf der der Dub seinen Ursprung hat, weist eine durchschnittliche Jahrestemperatur weit über 30 Grad aus – und den Pionieren des Genres ist es gelungen, diese allgegenwärtige Schwüle in jeden Zentimeter des Sounds einfließen zu lassen.

Alles im Dub scheint in der hohen Luftfeuchtigkeit zu schweben: ein wenig langsamer als gewöhnlich; ein wenig verschwommener – wie in der Atmosphäre verzögert. Der klappernde Bass, Fetzen von Gesangspassagen von Passanten, verschwommene Bläserklänge, die Fata Morgana der Melodica, der lockere Gitarren-Skank, der wie eine willkommene Brise vom Wasser herauf- und abfällt, und diese Beats, die wie die Sonne selbst herabprasseln.

All das leicht verzerrt und schimmernd in der Mittagshitze. Dub gehört zum warmen Wetter. Vielleicht greifen gerade deshalb diejenigen von uns, die nicht auf Jamaika sind, in den Sommermonaten danach. Die Trägheit und die Gelassenheit des Dub haben etwas an sich, das zu dieser Jahreszeit besonders passend wirkt. Er kann kraftvoll sein, ohne zu aggressiv zu werden; er kann verzaubern, ohne zu psychedelisch zu werden. Er ist offen, aber nicht ohne Struktur und Logik. Als „Head-Musik“ ist er eher „toasted“ als halluzinogen.

Dub bringt uns in Bewegung, aber nicht zu schnell und nicht zu sehr. Dieser wunderbar gedämpfte Schwung im mittleren Tempo ist vielleicht genau das, was man bei diesem Wetter braucht. In diesem Sinne gibt es hier ein paar Stunden ausgewählter Riddims aus der Blütezeit des Dub. Bleibt positiv, trinkt genug und habt Spaß dabei. | 

Ein Kommentar

  • flowworker

    Prince Far I, “The Right Way”
    Lee “Scratch” Perry, “Conscious Man Dub”
    Sir Coxsone Sound, “Capital Radio Rock”
    Niney the Observer, “Kingsgate Version”
    Keith Hudson, “Trust & Believe”
    The Revolutionaries, “Ready Dub”
    Horace Andy, “Rasta Dub”
    Gussie Clark, “Black Foundation”
    The Revolutionaries, “Goldmine Dub”
    Skatalites & King Tubby, “Whispering Dub”
    Joe Gibbs & The Professionals, “Jubilation Dub”
    King Tubby, “Hijack the Barber”
    Vin Gordon & The Aggrovators, “Magnum Force”
    King Tubby & The Aggrovators, “Country Boy Dub”
    Big Youth, “Camp David Summit”
    Scientist, “Rubber Foot”
    Niney the Observer, “You’re No Dub Baby”
    Keith Hudson, “Michael Talbot Affair”
    Joe Gibbs & The Professionals, “Freedom Call”
    Harry Mudie & King Tubby, “Full Dose of Dub”
    Linval Thompson, “Jamaican Calley Dub”
    Tappa Zukie, “Beautiful Dub”
    The Upsetters, “Revelation Dub”
    Blackbeard, “Reflections”
    Roots Radics Band, “The Death of Mr. Spock”
    Sir Coxsone Sound, “United Africa”
    Big Youth, “Tribute to Kenyatta”
    Tommy McCook & The Aggrovators, “Lamb’s Bread Herb
    The Aquarians, “Funky Aquarius (Aquarius Horns)”
    Horace Andy, “Government Dub”
    Ossie Hibbert & The Revolutionaries, “An Event”
    Tappa Zukie, “Falling Dub”
    The Upsetters, “Groovy Dub”
    Tradition, “Bunkey Rocker”
    Yabby You & King Tubby, “Greetings”

    Ben Sirota hat dieses Mixtape für Aquarium Drunkard zusammengestellt. Und diesen kleinen Text verfasst. Wer 10 Euro im Monat bezahlt, bekommt den besten free style Musikblog von der Westcoast mit tollen Interviews, reviews, essays & compilations nach Hause! Jeserzeit kündbar. (m.e.)

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