Patience der letzten Horizonte (3)

“Mark Hollis clearly needed someone to bounce off; to surprise him, challenge him, start the engine, back him up. An accomplice. In this sense, his relationship with Friese-Greene is especially key. It is comparable to the one enjoyed by David Bowie and his long-term producer Tony Visconti, had Visconti also co-written all the songs; or Bowie and Brian Eno, had Eno, not Visconti, also produced those three „Berlin“ records.“ (Graeme Thomson)

(Für Martina W.) Das ist das Zentrum der Sendung, in einer Stunde, in der es, in der jetztigen Version, und wenn ich die alte Laurie-Sendung im Archiv finde, O-Töne geben wird von Robert Wyatt, Graeme Thomson, und Laurie Anderson. Keinen Ton sage ich in diesem Mittelteil, in dem drei Stücke von Daniel, Talk Talk und Seefeel laufen. Natürlich kann alles auch ganz anders kommen. Zum Beispiel, wenn dermassen aufregende neue Alben erscheinen (oder archivarische Entdeckungen), dass der „Klanghorizonte Klassiker-Anteil“ stark zurückgefahren wird. Zum Beispiel veröffentlicht „WeWantSounds“ im September, wie Thomas P. gestern verlauten liess, einen alten Schatz von Don Cherry, eine Trioaufnahme mit Dollar Brand und Carlos Ward. Und, by the way, was wird das „ECM“-Album dieser „blue hour“ sein? Ein Klassiker – oder kommt da im Oktober noch ein „Kracher“? Ein Dank an die Runde auch für die (Wieder-)Entdeckung von Seefeel. Grossartiges Album. Damals, 1993, spielte ich tatsächlich ihr Debut „Quique“, ich erinnerte mich allein dank des Covers. Circles closing.

Zwischendrin liest Graeme zwei Passagen aus seinem Buch „In Another World“. Das erste Stück der Stunde erzählt vom Londoner Nebel, im letzten Stück, dem „showdown“, geht es ins Hinterland. Und neben dem River Themse spielt der Hudson River eine Rolle. Also geht es fast zu wie in dem alten Spiel „Stadt – Land – Fluss“. Leider könnte das sich aber auch das als Fata Morgana erweisen, denn ohne Lauries alten OTON aus dem Jahre 1994 wackelt das ganze Konstrukt. Das Buch von Graeme Thomson über Talk Talk zu lesen, ist wirklich eine grosse Freude, nicht nur, weil all meine Erinnerungen an die Treffen mit Mark Hollis so lebendig werden. Nebenbei: Graeme vergleicht „The Colour Of Spring“ in mancher Hinsicht mit „Hounds Of Love“, was ich interessant finde, weil ich mich, anders als jeder, den ich kenne, nie so mit dem Album anfreunden konnte. Wie gesagt: eine Patience dauert ihre Zeit, und das Finale der Horizonte, ich sag’s mit Augenzwinkern, der dreifache „showdown“ mit field recordings und zwei Liedern, wird nicht verraten. Ich sage nur: STADT – LAND – FLUSS!

Playing time: Für Anfang September ist, noch inoffiziell, ein neues Album von Jan Bang angekündigt. Am 11. September erscheint „Yours Sincerely“, ein brandneues Werk des Altmeisters Haruomi Hosono. Die Klanghorizonte werden am 24. September um 21.05 Uhr im Deutschlandfunk gesendet. Vom 25. bis 27. Sepember findet in der Geburtstadt von Brian Eno das „Fifth Woodbridge Ambient Music Festival“ statt. Am 27. September spielt das Eivind Aarset Quartet im Musikbunker in Aachen, an einem Sonntagabend um 19.00 Uhr.

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