“The big river“
Nun. ich verändere (Ingos Gedankenspiel folgend) das zu „kuratierende“ Album, und möchte mich statt „Hejira“ (das würde ewig brauchen) „Bright Red“ von Laurie Anderson widmen. Hier sind noch viele Akteure greifbar – Joey Baron war auch dabei. Es würde eine schönes kleines Buch der Reihe 33 1/3 werden. Erstmal ging ich aber auf Nummer sicher, ob das Album denn immer noch den Zauber von 1994 verströme – und genau das tut es. Aber hallo! „The big river“, das war, Jahre zuvor die Weser bei Forst, als Eno bei den Jungs von Harmonia lebte – jetzt spielte wieder ein grosser Fluss eine Rolle in die Entstehung eines Albums. Laurie erinnert sich:

„Es ist schon komisch, mir war gar nicht bewusst, wie wenige davon Studioalben sind. Mit Ausnahme von „Strange Angels“ stammen sie wohl alle aus Live-Aufnahmen. Ich glaube, das habe ich noch nie zuvor gesagt. Oh, vielleicht war „Bright Red“ etwas mehr im Studio entstanden. Ja, „Bright Red“ wurde sehr stark im Studio aufgenommen, und zwar hier in diesem Studio, von dem aus man einen wirklich wunderschönen Blick auf den Hudson River hat. Wir schauten auf den Fluss hinaus, und wenn die Musik ganz natürlich dazu zu passen schien, war das unser Schnittkriterium. Brians Motto lautete: Wenn es zum Fluss passt, kommt es auf die Platte. Wenn der Fluss zum Beispiel sehr unruhig und lebhaft war und die Musik so „pah-bah-dah-dah“ machte – wow, das sieht toll aus! – oder wenn er ruhig war und eine Art Ambient-Stimmung herrschte. Wir haben immer versucht, uns an die Natürlichkeit des Flusses anzupassen – sie zu spüren –, in diesem Fall den Hudson, und zu sehen, ob es passte. Das war eine sehr unfehlbare Regel, denn sie zeigte einem, wenn man es zu kompliziert machte, nicht natürlich.“
P.S. Gestern traf das Doppellivealbum von Laurie mit Sexmob ein, einfach nur rundum positive erste und zweite Eindrücke, und Steven Bernsteins Jazztruppe machr einen fabelhaften Job, vitalisiert, bereichert, neue Ideen für classics und unbekannter Stücke…. Formidabel… „What preserves the feeling of the performance the most is how much of Anderson’s conversation with the audience is included. There’s a notable difference in her tone of voice when she’s talking versus when she’s performing a spoken-word piece, and its interesting to hear the shift when her voice is meant to lull.“ Beeindruckend, die kleine Yoko Ono-Nummer dieser freewheelin’ Buddhistin… und es geht weiter und weiter…. a magic storyteller after all these years…
3 Kommentare
Michael Engelbrecht
Alte Story mit Jan R und Mr. Heartbreak:
HIER!
Michael Engelbrecht
Die Gescchichte mot BRIGHT RED findet sich, wie die zu ihrem neuen Live Opus, in der Juni Ausgabe von UNCUT.
I was curious about how some of these songs would sound out, because what relevance would a song like “Big Science” have at the moment? And I realised: a lot. It’s not that I was seeing the future or anything like that, but maybe it’s just that there are always many different aspects to corporate life, and even more so to this big automatic society we’re building.
Particularly the last words of that song – “every man for himself” – really are ringing with every ICE raid. It really is so much more extreme than it was when I wrote it.
There are songs from different records and some that are just improv, which I chose because of their horn lines. Sexmob has a lot of horns. I got to know them a couple of years ago when we were doing a memorial for our friend Hal Willner, the producer. We were doing covers of different songs and I made a really weird cover of a song by Lou; I forget which, but it was a kind of uncountable rhythm track.
I thought, oh, this is not going to work, but I’m gonna give it a try. I was playing the basic track for them and they started playing the song. I was like, you can count that? “Yeah.” So we rehearsed, and I thought, this is so much fun. That night I got Covid so I couldn’t play, but I thought, if I get the opportunity, I’m going to play with these guys. A few months later we did a little tour. They are super great players and super nice also. And I’m a loner, so it’s fun to be part of a group.
radiohoerer
Hallo Michael,
danke für diese Geschichte zu „Bright Red”.
„Bright Red” gehört definitiv zu meinen Lieblingsalben von Laurie Anderson.
Ab „Love Among the Sailors” wird es für mich richtig gut und von „Night in Baghdad” bis zum Schluss wird es magisch.
Das sind wohl die zehn besten Minuten Musik von Laurie Anderson überhaupt.
Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich diese drei Titel hintereinander gehört habe.
Einfach unglaublich!
Leider kann ich das vom neuen Release mit Sexmob nicht behaupten.
Ich betone: Für mich funktioniert es gar nicht.
Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch oder der Zeitpunkt ungünstig.
Keine Ahnung.
Ich habe es jedenfalls nicht zu Ende gehört.
Aber zum Glück gibt es noch mehr von Laurie Anderson zu hören.