• Michael’s reissues / archival discoveries of 2026


    Ist denn schon Nikolaus. Nö, genau einen Monat früher, aber, um alles zu entzerren, und weil ich auch die letzten Schätze knapp vor VÖ bekommen habe (mit diesem Journalistenprivileg ist 2027 auch Schluss), kommt hier ein sowas von brilliantes Dutzend auf euch zu! Das Ranking ist gnadenlos, aber volatil, kann sich natürlich jeden Tag etwas ändern, aber diese 12 Teile sind und bleiben, in meinen Ohren, überragend. Nummer 13 ist, leider auf einem undankbaren Platz abgedrängt, aber allermal ****1/2, das Album, das ein einstiger Mitstreiter von Sun Ra in einem kalifornischen Planetarium aufnahm – bei Olaf könnte es die Nummer Eins werden. Rang 14 Kraftwerks Radio-Activity in Surround. Keine Ahnung, warum 10, 11, 12 optisch nicht klar abgebildet werden, sieht aber nett aus, spricht für die Dynamik der Liste, so what!?

    1. Don Cherry: Sunrise
    2. Brian Eno: Another Day On Earth
    3. Ralph Towner & Gary Peacock: Oracle*
    4. Brian Eno / J. Peter Schwalm: Drawn From Life
    5. Bill Connors: Of Mist And Melting
    6. Brigitte Fontaine: Comme a la radio**
    7. Talk Talk: The Colour Of Spring***
    8. Arvo Pärt: Für Alina
    9. Art Ensemble Of Chicago: People In Sorrow
    10. The Beatles: Rubber Soul
    11. Scritti Politti: Songs To Remember
    12. Movietone: Day And Night

    * Ausgerechnet zwei Tage nach seinem Tod im Januar 2026 erschien „Oracle“ in der „Luminessence“-Vinyl-Serie seines Hauslabels. Der Sound: schlicht überragend. Und auf „Oracle“ erfährt man etwas darüber, wie virtuoses Handhaben von Bass und Gitarre keine Sekunde lang in die Falle des Perfektionsmus tappt. Wie zwei Musiker es nie verlernt haben, in ihren Klängen jenen „Geist des Anfängers“ zu praktizieren, der sich dadurch auszeichnet, dass man eben nicht alles zu wissen meint. Und die eigenen Fragen, Ahnungen wie Anmutungen, in jede erdenkliche Tiefe transportiert. Ekstase braucht halt nicht unbedingt, in solchem Einssein von Konzentration und Losgelöstheit, Geschrei und Wildheit. Das Cover selbst, mit den verschwommenen Umrissen der Körper und Instrumente, ein gelungenes Pendant zum „Ungreifbaren“ der Klänge selbst! (m.e.)

    **BRIGITTE FONTAINE’S LANDMARK 1970 MASTERPIECE, RECORDED WITH ARESKI BELKACEM, WADADA LEO SMITH, AND THE ART ENSEMBLE OF CHICAGO. REISSUED HERE IN A DELUXE 2-LP EDITION, NEWLY REMASTERED FROM THE ORIGINAL TAPES, IT INCLUDES THE ORIGINAL ALBUM, A SECOND LP OF RARE BONUS MATERIAL, AND A 24-PAGE BOOKLET FEATURING CONTRIBUTIONS BY WADADA LEO SMITH, ANDY BETA, BENOÎT MOUCHART, AND BENJAMIN BAROUH. THIS RELEASE IS ANNOUNCED ALONGSIDE THE COMPANION VOLUME COMME À LA RADIO: ON AIR, FEATURING PREVIOUSLY UNRELEASED ORTF LIVE RECORDINGS AND ADDITIONAL STUDIO RARITIES

    ***“Entstanden aus einem akribischen Aufnahmeprozess, der Mark Hollis zu immer höheren Ansprüchen trieb, hielt „The Colour Of Spring“ Talk Talk an einem kreativen Scheideweg fest. Das Album erweiterte ihre Klangpalette weit über den Synth-Pop hinaus und schuf ein Gleichgewicht zwischen der unmittelbaren Anziehungskraft von „Life’s What You Make It“ und dem experimentierfreudigen Geist von „April 5th“. Elegant, ambitioniert und auf subtile Weise bahnbrechend wies es den Weg in die außergewöhnliche Zukunft der Band.“ (Uncut) Exzellentes Vinyl-Remaster. Und sowieso habe ich in diesem Jahr kein mitreissenderes Musikbuch gelesen wie Graeme Thomsons „In Another World. The Four Seasons of Talk Talk“.