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  • Das fidele Grab an der Donau

    So hat der Schriftsteller Alfred Polgar sein Wien beschrieben. Dieser Satz hat viele Dimensionen. Nicht zuletzt ist er der Titel eines Buches von Georg Stefan Troller, im Untertitel „Mein Wien 1918 – 1938“.

    Der Filmemacher, geboren 1921, nimmt uns in diesem Buch mit auf eine Reise durch die Zeit zwischen den Weltkriegen, dokumentiert sie in Zeitzeugenaussagen, Zeitungsartikeln, Filmen, Kabarett, und nicht zuletzt durch seine eigenen Erinnerungen — mit seinen damals schon um die 80 Jahren hat er reichlich davon (heute ist er 103!). Und sie sind keineswegs nur romantisch, sondern Resultat scharfer Beobachtung und eines bisweilen harten, polemischen Humors, wie man es auch aus seinen Filme kennt. Anders wäre die Geschichte auch nur schwer zu ertragen. 

    Dieses Buch ist bereits 2004 erschienen. Ich, alter Wien-Fan, habe es damals gekauft und irgendwie im Regal vergessen. Jetzt habe ich es wiederentdeckt — was für eine Entdeckung! 

    Und wie verdammt aktuell sie ist.

    Das alte Café Central ist der Ausgangspunkt. Das „alte“, das „klassische“ Wien, das Wien der Caféhäuser, das Wien der Zwischenkriegszeit, der zerfallenden Restbestände der K.u.k.-Monarchie, um sie geht es. Man liest, wie Wien versuchte, nach dem Ersten Weltkrieg so etwas wie eine neue Identität aufzubauen, die dann aber in Jahre des Verschweigens und Verfälschens mündete. Es geht um die Vergeblichkeit solcher Bemühungen, um die an sich selbst verzweifelnde (gelegentlich auch selbstmitleidige) Kulturszene jener Jahre. Denn in Wirklichkeit war natürlich nichts so, wie es zu sein schien, und alle Bemühungen führten — nun ja, man weiß, wohin sie führten. Der Autor erspart uns das nicht.

    Auslöser war ein Filmdreh. Troller, dem wegen des geplanten Abrisses der Zugang zum alten Café Central behördlich verwehrt wurde, ließ sich mit seinem Filmteam heimlich im Gebäude einschließen und wurde nächtens in einem Kellerraum fündig: Dort fand er sie aufbewahrt, die Überbleibsel des alten Caféhauses, die Tische, die Schachbretter, Garderobenständer, Geschirrteile, die alte Kasse, „sogar eine Originalnummer des expressionistischen Sturm„, und unter dem Teppich ein Mosaik: „Eingang Café Central“. Damit beginnt das Buch, „Der Neubeginn 1918 – 1924“ heißt das Kapitel, und man ahnt bereits dort, dass der Neubeginn keiner sein wird. 

    Das Café Central war, wie Polgar sagt, gelegen „unterm wienerischen Breitengrad am Meridian der Einsamkeit. Kein Caféhaus wie andere Caféhäuser, sondern eine Weltanschauung, und zwar eine, deren innerster Inhalt es ist, die Welt nicht anzuschauen. Seine Bewohner sind größtenteils Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen.“ 

    Wir begegnen den klingenden Namen damaliger Stammgäste: Schnitzler, Werfel, Kraus, Musil, Kisch, Kuh, Torberg, Friedell, Klimt, und und und. Ein intellektueller, überwiegend jüdischer Zirkel.

    Eine große Zahl ebenso großer Namen fliegt en passant vorbei, von Fritz Lang bis zu Conrad Veidt, von Gustav Mahler bis zu Arnold Schoenberg, von Kurt Tucholsky bis zu Erich Kästner. Ein spezieller Favorit Trollers ist der jüdische Kabarettist und Autor Jura Soyfer, „der Wundermann“ (Troller), dessen Weg quer durch das ganze Buch immer wieder beleuchtet wird. In jenen Zwischenkriegsjahren gehörte Soyfer zu den produktivsten Wiener Satirikern, im winzigen Kabarettkeller ABC fand man ihn ebenso wie im renommierten Ronacher. Seit Urzeiten habe ich Soyfers literarisches Werk im Regal stehen, zwei schmale Bände, Lyrik und Prosa. Denn zu mehr kam er nicht: Beim Versuch, auf Skiern in die Schweiz zu flüchten, wurde er entdeckt. Er starb 1939 im KZ Buchenwald. (Die Wiener Band Schmetterlinge widmete ihm eines ihrer besten Alben: Verdrängte Jahre — Österreich zwischen den Kriegen; erschienen 1981; mit etwas Glück kann man die LP manchmal noch gebraucht finden.) 

    „Geh’ma halt a bisserl unter“ heißt einer von Soyfers bissigen Kabaretttexten. Er weist den Weg in den Fortgang der Geschichte: in den Untergang, der sich dann aber leider nicht nur als a bisserl erwies. Am Anfang stand, was Karl Kraus als „Die Ratten betreten das sinkende Schiff“ bezeichnete — die vor den aufkommenden Nazis nach Österreich fliehenden Deutschen nämlich. Ihre Flucht half ihnen nicht, denn die Fluchtursache folgte ihnen — und sie wurde willkommen geheißen.

    Troller schildert dieses Umkippen der österreichischen Gesellschaft bis 1938. Er selbst gehörte zeitweilig zur Bündischen Jugend: „Wir waren inmitten von lauter fanatischen Mitläufern, sowas wie ein Stück Basisdemokratie: Frühhippies, Ökologen, Aussteiger, Widerständler, Selbstverwirklicher.“ Es war eine sehr ambivalente Bewegung. Sie ließ sich in Teilen einkaufen, und damit passte sie ins allgemeine Bild. Troller schildert die immer weiter zunehmende Bereitschaft der Österreicher, sich mit den neuen Herren zu arrangieren. Ihre Gemeinheit, ihre Kleinkariertheit, die Politisierung jeder gesellschaftlichen Banalität, der zunehmende Antisemitismus, der in offenen Judenhass kippte.

    Und jeder, der heute mit offenen Augen durch die politische Landschaft läuft, wird zusammenzucken, wie aktuell das alles wirklich ist.

    Georg Stefan Troller:
    Das fidele Grab an der Donau
    Mein Wien 1918 – 1938

    (inkl. zwei Fotostrecken)
    Artemis & Winkler, Düsseldorf und Zürich 2004
    ISBN 3-783538-07188-9

  • Köln 75

    Ich war eine halbe Stunde vor Kinoeinlass in der Bar des Apollo, und plötzlich strömten all die alten Menschen aus Kino 1. Mit und ohne Rolator, hustend, gebückter Gang, ein paar Rüstige bestimmt auch dabei, zwischen elegant und zottelig, ich gehöre ja nun auch zur Seniorengruppe, und das so geballt zu sehen, liess mich noch mal extra in dem Alter ankommen, in dem ich jetzt bin. Denn die kamen alle aus dem Dylan-Film, einige sichtlich bewegt. Und das war ich auch, als ich aus KÖLN 75 kam, zwei Stunden später.

    Geschickt vermeidet es der Regisseur, in einem Film mit tollen Einfällen, exzellentem Drive, glaubwürdigen Zeitkolorit, grossartigem Schnitt, auch nur einen Ton aus THE KÖLN CONCERT zu servieren. Da wurde aus der Not, es nicht zu dürfen, eine Tugend gemacht. Wie er das anstellt, mit ganz anderer Musik aus jener Zeit – chapeau! Wir sind in Köln, und da bekommen wir auch das wilde Leben der jungen Vera zwischen Jazz und Psychedelik geliefert, incl. Can und Floh De Cologne. Und ein Ensemble, das spürbar grosse Lust hat, diese alte, verrückte, und weitgehend sehr wahre Geschichte zu erzählen.

    Aber leider, leider: die Abwesenheit von Jarretts Spiel hätte konsequent durchgezogen werden müssen. Wenn dann nämlich in Lausanne ein „Jarrett-Imitator“ in die Tasten langt, wird die orginale Musik zum eigenen Klischee heruntergebrochen – und das ist doch überhaupt nicht nötig, in einem Film, der sich so mit allen Tricks zwischen Zeitreise, Drama und komödiantischem Überschwang bewegt. Auch in der wunderbar in Szene gesetzten Nachtfahrt von Lausanne nach Köln (Manfred Eicher ist schon gut getroffen!) klingt es verdächtig nach einem Nocturno a la Jarrett, aber natürlich nicht von Jarrett – die Szene hätte mit klavierbefreiter Melancholie gewonnen (zum Beispiel mit Brian Enos „Sparrowfall“ oder einem Stück aus Ralph Towners „Diary“).

    KÖLN 75 ist famoses Kino, auch ein zweites Sehen wert – und wie dieser Genre-Mix Jazzhistorie en passant vorführt, allemal ein Extralob wert. Auf dem Weg in die City und zurück lief die lange erste Improvisation vom Original, in voller Länge in meinem Auto! Eine Woche vor jenem Ereignis, waren Keith und Manfred in Kronach bei „Rosato“ in der Aula eines Gymnasiums – diese herrliche Story hat uns Hans Dieter Klinger schon mal zum Besten gegeben. Das Hotel, in dem die beiden übernachteten, hiess „Sonne“. Sieben Tage später verweilte das Duo nahe der Alten Oper im „Hotel Engelbrecht“. Der Rest ist Geschichte! Und die von Rosato ist HIER nochmal nachzulesen!

  • “Es war einmal, 2017, in Forst und um Forst herum“


    (Alte manafonistische Notizen von einem Wochenendseminar im Sommer 2017, mit Freunden der Musik von Cluster, Eno, und Harmonia, nahe dem Gehöft, in dem einst die Herren Moebius, Roedelius und Rother lebten. Das abgebildete Cover der neuen Ausgabe von Electronic Sound verarbeitet dss Design einer wunderbaren LP von Harmonia. Und „Autobahn at 50“: ein guter Grund für Interessierte, Jan Reetzes „Geschichte von Kraftwerks Autobahn“ zu lesen)

    „A la recherche du temps perdu? Immer anders als man denkt!“ (Joannie Rotten)

    Nicht unter dreissig Seiten, so eine Nacherzählung. Und dann müsste alles fiktionalisiert werden, die Namen zumindest, und in kleinen Episoden, sollte es gut gemacht sein, ein Nachhall geschaffen werden. Tatsächlich ist die Weser kein gemächlicher Fluss, und es bedurfte schon kundiger Hilfe, die guten windgeschützten Orte für das Baden und die Boxen zu finden. Nirgends tauchen in Forst museale Zonen auf, von den Relikten aus alter Zeit ganz zu schweigen. Keine berühmten Sonnenschirme, nicht mal die Bäume vom Cover von „Sowiesoso“. Wir wären ja auch verrückt gewesen, Bäume zu suchen. Auch von dem berühmten Bordell im Wald, ein Edelkurtisanenbetrieb alter Schule, mit Stil, Klasse und exotischen Schönheiten, war Dorfältesten nicht mal ein „Es war einmal“ zu entlocken. Das halbe Dutzend der Einheimischen hatte die 80 satt überschritten, und war mehr im Vergessen als Erinnern angekommen. In einem anderen Dorf gab es eine gesicherte Feuerstelle, die keinen offenen Brand zuliess, und wir karrten die Scheite zusammen, stöpselten die Boxen ein, holten den Strom aus einem still gelegten Wirtshaus, und liessen uns von den beiden Harmonia-Platten umrauschen. Der Wein ging rum, das Haschisch, und alle schliefen im Umkreis von zwei Kilometern. Zuvor aber hielten uns das Feuer und die Dämmerung und die Musik gefangen, und jeder erzählte eine Geschichte.

  • Eine wunderbare Bluesplatte

    Eine grosse Ecke für Bluesscheiben gibt es in meinem Archiv nicht, trotz all der guten Vorarbeit in frühen Jahren vom Canned Heat bis zu den Allman Brothers. Aber immer wieder mal entdeckte ich ein Album, das mich völlig begeisterte, obwohl der Blues selbst, ausser in der Disco (kleiner Scherz), nie so mein Ding war. Wenn man kein Spezialist und kein Sammler des Genres ist, stolpert man eher über bestimmten Alben, die aber dann umso mehr funzen: „Folk Singer“ war so ein Ding, von Muddy Waters, gern als audiophiler Schatz auf High-End-Messen vorgeführt, auf denen ich mich nie tummele, bei aller Liebe zu einer gut klingenden Hidi-Anlage. Aber ein toller Sound verstärkte, bei dieser LP etwa, die Eindringlichkeit des Vortrags. Eine Art Hyperrealismus!

    Die begehrte Illusion, mit einem Musiker den Raum zu teilen. „He‘s here!“ Mein liebsten Bluesplatten teilen vielleicht etwas Abseitiges, das sie vom ganz klassischen Blues vielleicht minimal abhebt, dingfest kann ich das nicht immer machen. Ein weiterer Favorit wurde die einzige Platte, die John Lee Hooker für das Impulse-Label gemacht hat. Mehr archaische Wucht als „It Serves You Right To Suffer“ geht nicht. Ich besitze das Werk als SACD. Zu dieser kleinen Sammlung besonderer Bluesalben gesellte sich in den letzten Tagen auch „Today“, von Mississppi John Hurt, einer irgendwann nach Jahrzehnen wiederemtdeckten Legende des Blues. „Today“ heisst das nun auf Vinyl remasterte Teil, dieses Bluesmannes mit ungewohnt feinem Gesang und nicht minder feinnervigem Gitarrenspiel! So ein Crack wie John Martyn hat ihn sicher gekannt und geliebt! Dylan sowieso. Folkblues nennt sich das wohl, aber was weiss ich?!

  • Ruperto

    Auf der linken Seite sitzen nur Männer und spielen Domino, vorne am grossen geöffneten Fenster spielen zwei Alte Gitarre. Jeden Abend kommen sie in die Bar und spielen ihre Lieder. Sie singen vom Heimweh nach Venezuela. Es sind Einheimische, Herreños, die wieder zurück auf ihre Geburtsinsel El Hierro gefunden haben, nachdem sie viele Jahre in Übersee waren. In der Bar herrscht eine düstere Stimmung, die Männer schweigen beim Hin und Herschieben der Steine, immer wieder fasziniert mich diese Stille beim Spiel.Es ist das Fremde, das mich beeindruckt, das Kommunizieren ohne Worte. Domingo Pio heisst der Mann an der kleinen Gitarre, der Timple. Ihm hat der beste Gitarrist der Insel, Ruperto, eine musikalische Hommage gewidmet. Mir gelang es, Ruperto zu einem kleinen Interview zu gewinnen:

    Ruperto, kommst du aus einer musikalischen Familie, sang deine Mutter, spielte dein Vater ein Instrument?

    Ja, mein Vater war Musiker, er spielte Geige, Temple, Gitarre und Banduria. Und meine Mutter sang sehr gerne.

    Wann hast du angefangen, Gitarre zu spielen?

    Mit 8 Jahren.

    Hast du dir das mehr oder weniger selber beigebracht?

    Ja habe ich- Wer hat dir deine erste Gitarre geschenkt?

    Mein Vater hatte eine zuhause.

    Hast du dann in einer Jugendband gespielt oder immer alleine?

    Mit einer Schülerband.

    Deine Frau und deine Söhne treten auch zusammen mit dir auf. Hast du deine Frau auf einem Konzert kennengelernt?

    Ja auch das ist richtig.

    Dir macht es auch viel Freude zu singen. Die Texte sind alle von dir, woher nimmst du die Inspiration für sie?

    Aus dem täglichen Geschehen, was ich so beobachte im Dorf und den Menschen hier.

    Spielst du am liebsten alleine oder in Gruppen?

    Ja vorzugsweise alleine.

    Vielen Dank Ruperto für das Interview.

    Mich interessieren in jedem Land die Interaktion zwischen Naturräumen oder auch Grossstädten und Tönen, Klängen. Wie kommt es, dass die Musik der Insel relativ gleich klingt, egal , ob es Kirchenlieder oder Folkloreanlässe oder gar Tangotakte sind. Ihre Pito, so heisst die einheimische Flöte hat, nur 8 Töne, genau wie die irische Pipe. Sie bringt aber erstaunlich vielfältigere Melodien hervor , man höre mal The Road to Kilkenny zum Vergleich. Die Einheimischen sind stille genossen. Sie führen ein hartes Leben in der kargen Wirtschaftswelt. Sie sind Fischer und Schäfer und romantisieren nicht das Meer, so wie es Rio Reiser in dem Lied „Übers Meer“ singt.Ruperto besingt in seinen Songs das stille Meer, Mar de las Calmas,die Erde, das Licht, die Frauen und die Freunde. Mehrere Texte gehen über die Bäume, die Pino Verde, den Wasserspenderbaum, über den Sabina, das Wahrzeichen von El Hierro. In seinen sehr langen Balladen ähnlichen Liedern singt er über die Verzweifelten, die Migrationsbewegungen über Familienbanden, und hebt immer wieder die Mutter hervor,“Madre del Herreño“ heisst mein Lieblingslied. Als ich ihn bat mir drei Texte von den Songs zu geben, die mir am besten gefallen, lacht er und sagt, das ist alles nur in meinem Kopf. Er kann auch keine Noten, er spielt alles aus dem Kopf. Diese einfachen Melodien haben einen gewinnenden Ausdruck von musikalischer Schönheit- Oder wie Joachim Ernst Berendt es besser sagt: Wenn Formen uns vertraut werde, brechen kulturelle Barrieren ein.

  • “The Beacons“

    „Wenn Sie die Gelegenheit haben, in die Beacons zu reisen (die vor kurzem in den walisischen Bannau Brycheiniog National Park umbenannt wurden), sollten Sie sie nutzen, denn es ist eine spektakuläre Region, die während der letzten Eiszeit durch schiere Kraft in dramatische Formen gemeißelt wurde. Wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, keine Sorge: Vic Mars und Clay Pipe haben es uns, auf ihre Weise, ermöglicht. Wie man es von einer Clay Pipe-Veröffentlichung erwarten würde, stammt die Grafik von Frances Castle und ist äußerst stimmungsvoll. Diejenigen, die mit dem Sound von Vic Mars vertraut sind, werden sich wie zu Hause fühlen: Die Retro-Instrumentierung hat eine wissende Naivität, die an seine fröhlichen Curriculum for Schools and Colleges-Alben erinnert (wenn Sie wie ich ein Fan sind, werden Sie vielleicht erschrocken feststellen, dass diese 2012 und ’13 erschienen sind – vor einem Jahrzehnt!) Das soll aber nicht heißen, dass sich sein Sound nicht weiterentwickelt: Hier ist der Moog besonders präsent und sorgt für Momente echter Dunkelheit.“ (Garth Brook)


    Es begann alles damit, dass ich auf Clay Pipe Music aufmerksam wurde, dank einer Kurzkritik jenes Albums in „Electronic Sound“, das ich am 27. März in den Klanghorizonten vorstellen werde, „Ash Grey And The Gull Glides On“, von Tommy Perman und Andrew Wasylyk. Danach entdeckte ich ein Soloalbum von Andrew, und kurz darauf „Stagdale“, Frances Castles dreiteilige „graphic story“ – und nun zwei soeben neu aufgelegte Werke von Vic Mars und Cate Brooks. Auf Cate komme ich demnächst zu sprechen, momentan läuft „The Beacons“ meinen Cd-Player heiss. Ein Absatz aus der obigen Besprechung aus „A Closer Listen“ mag als Eimstimmung genügen, sich einmal in den „Beacons“ zu verlieren! Natürlich hört man diesem Album die Historie elektronischer Software an, vom alten Onkel Moog bis sonstwohin, aber wie hier folkloristische Elemente in elektronische Sphären gewandelt werden, ist auf abenteuerliche Weise „reizend“. Ganz zu schweigen von der Liebe zum Detail, sowie den verspielt wie gekonnt verschwimmenden Grenzen zwischen dem Nostalgischen, dem Sehnsüchtigen, und dem Unheimlichen! (m.e.)

  • Hello, Macie!

    It is easy to get lost in the music of „When The Distance Is Blue“, cause, amongst other reasons, it kinds to rejects labeling, Brian Eno calls music like this „where am i“-music. Possibly you know some of the the albums  Mr. Eno had brought on the way as an executive producer and artistic director  in the mid-seventies.The series was called „Obscure Records“ and tried to make bold connections between experimental, new classical and the contemporary pop culture. Like Gavin Bryars“ The Sinking of the Titanic / Jesus Blood Never Failew Me Yet, Brian Eno‘s Discreet Music, the wonderful first album of The Penguin Cafe Orchestra… Your album – though much more great sounding than those old treasures, would have fit brilliantly into Obscure Records, because it serves, too,  as an invitation be seduced by strange atmospheres… What was the overall vision for this album (from start on or in retrospect)? Can it be perceived as an aural equivalent of Rebecca Solnit’s „A Field Guide To Getting Lost“, that book of essays (in a freewheelin‘ sense)? Best wishes, Michael!

  • Kraftwerk, 7. März 2025

    Kraftwerk Live, Pittsburgh, Stage AE

    (English translation see here

    Gerade lese ich ein Interview mit Karlheinz Stockhausen, das er 2004 dem Schweizer Kunstkritiker und -kurator Hans Ulrich Obrist gegeben hat. Immer wieder staune ich, welch ein ungeheures Potenzial von Kreativität und künstlerischer Wachheit der Komponist noch drei Jahre vor seinem Tod, im Alter von immerhin 76 Jahren, zu vermitteln verstand. Bis zuletzt hat dieser Mann immer wieder neue Ideen produziert und neue Kompositionen vorgelegt, elektronische ebenso wie akustische. Und auch über die Live-Präsentation seiner Werke unter räumlichen Gesichtspunkten hat er stets nachgedacht. Das war ein Lebensthema für ihn — an Gruppen sei erinnert, das drei Orchester im Konzertsaal verteilte und dabei die räumliche Anordnung und Interaktion der Instrumente zum Teil der Komposition machte. Es gab den elektronischen Gesang der Jünglinge, ein fünfkanaliges Werk: Vier Kanäle um das Publikum herum, ein fünfter kam von oben. Mit dem Architekten Fritz Bornemann entwarf Stockhausen ein kugelförmiges Rundum-Auditorium, das zur Expo 70 in Japan gebaut (und danach leider abgerissen) wurde. Oder Sternklang, das fünf teils akustische, teils elektronische Ensembles so weit voneinander entfernt in einer Parkanlage aufstellte, dass die sich gegenseitig gerade noch hören konnten. Das Publikum konnte zwischen den fünf Podien spazierengehen. Es gab Fresco, eine von Stockhausen so bezeichnete „Wandelmusik“ für vier Orchestergruppen in mehreren Räumen eines Hauses. Der Opernzyklus LICHT spielte die räumlichen Ideen immer weiter durch, bis hin zu einem Streichquartett in vier fliegenden Hubschraubern. Es gab die achtkanalige Oktophonie, und die ebenfalls achtkanaligen Unsichtbaren Chöre, ebenso das letzte noch von Stockhausen selbst realisierte Werk Cosmic Pulses, in dem die präzise ausgetüftelte räumliche Positionierung und Bewegung von Klängen im Raum in eine Komplexität mündet, die (zugegeben) kaum noch differenziert durchhörbar ist.

    An all das musste ich denken, als ich letzte Woche (zum neunten Mal seit 1971!) Kraftwerk auf der Bühne erlebt habe. Denn wenn irgendeine Band wirklich prädestiniert wäre, eine solche räumliche Platzierung und Bewegung von Klängen auf der Konzertbühne und dem Raum drumherum zu realisieren, dann wäre das Kraftwerk. Die Gruppe hat Vergleichbares mit einem 32-kanaligen 3D-Tonsystem namens „Wellenfeldsynthese“ zumindest in Ansätzen schon gemacht. Lange Zeit auch wurden die Konzerte mit 3D-Projektionen verräumlicht, ihr letztes Jahr 50 gewordenes Superwerk Autobahn hat die Gruppe soeben als räumlichen Dolby-Atmos-Mix wiederveröffentlicht.

    Ich hatte gehofft, die derzeitige „Multimedia“-Tournee der Band durch die USA und Kanada mit 32 Stationen würde irgendetwas in dieser Richtung bieten. Aber die Chance wurde leider nicht genutzt.

    Stattdessen wurde die klassische Schuhschachtel-Anordnung präsentiert: Vorn die Musiker in den inzwischen bekannten illuminierbaren Neon-Anzügen vor ihren Pulten auf der LED-bestückten Bühne, hinter ihnen ein elektronischer Großbildschirm mit sehr guter Bildqualität, Lautsprecher links und rechts, eine Subwoofer-Batterie vor der Bühne. Geboten wurden „Greatest Hits“, dazwischen auch einige eher selten gespielte Stücke („Tango“, „Ätherwellen“).

    Hier ist die Setlist:

    • Numbers / Computer World / Computer World 2
    • Home Computer / It’s More Fun to Compute
    • Spacelab
    • Airwaves
    • Tango
    • The Man-Machine
    • Electric Café
    • Autobahn
    • Computer Love
    • The Model
    • Neon Lights
    • Geiger Counter
    • Radioactivity
    • Tour de France / Tour de France Étape 3 / Chrono / Tour de France Étape 2
    • La Forme
    • Trans-Europe Express / Metal on Metal / Abzug

    Zugaben:

    • The Robots
    • Planet of Visions
    • Boing Boom Tschak / Musique Non Stop

    Dass die Band sich von der 3D-Projektion verabschiedet hat, geht in Ordnung, ich habe sie nicht vermisst, zumal die dafür erforderliche Papp-Brille nach einiger Zeit auch lästig wurde. Auch die „live“ auftretenden „Robot“-Kleiderständer sind nicht mehr dabei, sie finden nur noch auf der Projektionswand statt. Dieser Gag war nun auch wirklich allmählich abgeleiert. Interessant, nebenbei bemerkt, dass die Figuren im Film immer noch die Gesichter der früheren Bandmitglieder zeigen.

    Kraftwerk ist bekannt für exzellente Soundqualität, und ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Was sie allerdings hier in der „Stage AE“ klanglich anboten, war leider einfach Matsch. Die relativ kleine Halle war anscheinend einfach „über-equipped“. Eine irre Lautstärke brachte sich überschreiende Höhen, überlagert von Bass-Impulsen der Subwoofer, die Tritten in die Magengrube gleichkamen. Ich habe im Laufe der Jahrzehnte viele Konzerte mit hohen und sehr hohen Lautstärken erlebt und überstanden. Dies war das erste Konzert, nach dem ich nicht sicher war, ob ich einen Trommelfellriss oder einen Hörsturz erlitten hatte und die Emergency aufsuchen sollte. Über Nacht hat sich die Sache wieder halbwegs normalisiert. Eine solche Soundkatastrophe sollte einem routinierten Mischpultmann nicht passieren. Und wenn das dann in der Lokalpresse noch als „Spitzensound“ bezeichnet wird, dann frage ich mich, ob die Leute überhaupt noch einen Maßstab dafür haben, was in einem Popkonzert „guter Sound“ bedeutet. Oder gilt es mittlerweile schon als solcher, wenn das Publikum von der Subwooferbatterie vor der Bühne nur massiv genug durchgeprügelt wird?

    Oder sollten solche Fragen der Band mittlerweile egal sein? Es würde zum Gesamtbild des Abends passen: Etliche kleine Pannen (insbesondere der Neonanzüge) waren zu bemerken, die Lustlosigkeit der vier Herren, die kaum mal von ihren Pulten aufsahen, war ebenfalls nicht zu übersehen. Nach „Trans Europe Express“ verließen sie die Bühne, kamen dann aber bereits nach wenigen Sekunden wieder zurück und begannen den Zugabenteil. 

    Dem Publikum schien’s weitgehend egal zu sein. Auffällig, aber natürlich kein Wunder, dass ein Generationenwechsel sich nunmehr deutlich abzuzeichnen beginnt. Die „Urfans“ brechen allmählich weg, dafür wachsen zunehmend hippieske Fans im Highschool-Alter nach. Für sie allerdings scheint Kraftwerk nur noch eine Band unter vielen zu sein. Den historischen Background der Band kennen sie naturgemäß nicht mehr, für sie ist Kraftwerk ein Projekt der elektronischen Tanzmusikwelle. Auch die bei früheren US-Konzerten (Chicago, New York) immer anwesende Black Community, die man bei anderen Konzerten auch in Pittsburgh normalerweise sieht, war an diesem Abend anscheinend anderswo. Vielleicht aber auch nicht erstaunlich — die Berührungen zwischen Kraftwerk und den Schwarzen Musikszenen Detroits, Chicagos oder New Yorks liegen nun auch schon fast ein halbes Jahrhundert zurück; die damals entstandene Street Credibility Kraftwerks ist zwar noch nicht verflogen, aber für die heute aktive Musikergeneration annähernde Steinzeit.

    Wer weiß, was Kraftwerk noch in petto hat. Mit größerer Experimentierlust der Band wird man wohl kaum noch rechnen dürfen, Ralf Hütter als letztes Urmitglied der Band geht nun immerhin auch schon auf die 80 zu. Ich denke ja, irgendwann wird sich die Band ganz in den virtuellen Raum zurückziehen. In Ansätzen (Electric Cafe) hat sie das ja schon gemacht, indem sie sich selbst in Gestalt von Wireframes präsentiert hat — und damit endet auch heute noch jedes ihrer Konzerte. 

    Wie auch immer, wer Kraftwerk noch nicht live gesehen hat, sollte die Gelegenheit nutzen. Irgendwann wird es sonst zu spät sein.

  • „Und man hört sie doch. 20 Jahre Literaturwerkstatt in Darmstadt“. Eine Anthologie und was sie bedeutet.

    Das Buch ist da, schon einige Wochen ist es her, dass ich drei Pakete mit meinen bestellten Exemplaren bei der Verlegerin, Geraldine Gutiérrez-Wienken, in Heidelberg abgeholt habe. Jedes Buch wird von Hand hergestellt. Maximal zwölf Exemplare schafft sie an einem Tag. Ihre Garage im Hinterhof ist eine Werkstatt. Eine Neonröhre an der Wand beleuchtet die Schneidemaschine. In der Mitte steht dann noch ein anderer, größerer Tisch, für die Falz- und Klebearbeiten. An den Seiten offene Regale mit Kartons: Es wird edles Papier verwendet; nicht zu dünn, es ist griffig. Handarbeit, das bedeutet auch, dass die Seitenränder nicht immer gleich breit sind. Jedes Buch erhält einen Stempel. Mein Exemplar ist ein Probestück vom Dezember, es hat die Nr. 002.

    Hinter dieser Anthologie, deren Herausgeberin ich bin, steckt ein Lebensabschnitt. Eigentlich sind es zwei Abschnitte: die Zeit der Seminarleitung, die weitergeht, und die Zeit der Arbeit an dem Buch selbst, die sich über eineinhalb Jahre erstreckte. Es begann am 8. Februar 2005, einem Montag, um 18 Uhr im Literaturhaus in Darmstadt. Alle, die sich dafür interessierten, auch weiterhin an ihren literarischen Texten in einer Gruppe im Diskurs zu arbeiten, saßen an den Tischen im vierten Stock, schrieben ihre Erreichbarkeitsdaten auf Blätter, die jetzt immer noch in einem meiner Ordner zur Literaturwerkstatt eingeheftet sind. Ein Zeitsprung um 20 Jahre: Ungefähr 250 vierstündige Seminare später liegt sie nun vor, die Anthologie, die in dieser Form nur eine Auswahl darstellen kann, Einblicke in die Arbeit von Autorinnen und Autoren, von denen viele im Literaturbetrieb bekannt sind: durch Buch- und Zeitschriftenpublikationen, Preise und Stipendien, Lesungen, Radio- und Fernsehauftritte, Leitungen von Schreibwerkstätten und Herausgeberschaften von Literaturzeitschriften. Ein Buch von vielleicht zweihundert oder gar dreihundert Seiten, mit vollständig abgedruckten Erzählungen, hätte einen anderen Charakter ergeben, den zu präsentieren mich nicht gereizt hat, auch wenn ich deutlich mehr als 27 Autorinnen und Autoren hätte ihren Raum geben können. Ich schätze das Fragmentarische und habe bei der Auswahl der Auszüge aus längeren Texten darauf geachtet, dass sie auch außerhalb ihres Zusammenhangs etwas transportieren. Die Anthologie enthält 15 Gedichte, zwei Kürzestgeschichten, eine Filmszene, einen kurzen Prosatext und 14 Auszüge aus Erzählungen und Romanen. Außerdem selbstverständlich (leider sehr kurze und unvollständige) Kurzbiographien. Um das Ausmaß der Auswahl zu verdeutlichen: In jedem Seminar haben durchschnittlich zwei Personen Texte im Umfang von je 12 Seiten vorgestellt, über die wir dann diskutiert haben, das sind 24 Seiten pro Seminar. Multipliziere ich diese 24 Seiten mit der Zahl der Seminare (250), komme ich auf 6000 Seiten besprochener Literatur.

    Es ist nicht nur ein Seminar, an dem im Lauf der Zeit mehr als 100 Autorinnen und Autoren teilgenommen haben, viele davon länger als zehn Jahre; es ist eine Gemeinschaft geworden. Freundschaften sind entstanden, Netzwerke, die weit über die Teilnahme am Seminar hinausgehen. Die Begegnung in dem, was zu einem zentralen Bestand der eigenen Persönlichkeit gehört, verbindet. Bei den Gesprächen über die Texte vergessen wir die Zeit. Immer wieder diskutierten wir, vor allem in meiner zweiten Seminargruppe, der Dienstagsgruppe, statt planmäßig bis 22 Uhr eine halbe Stunde länger und manches Mal wurde es sogar noch später. Dann gingen wir ein paar hundert Meter die Kasinostraße runter, zum „Nazar“, einem türkischen Restaurant, das zwar nicht 24 Stunden offen hatte, aber immerhin 23. Die Atmosphäre war entspannt; wahrscheinlich lag es an den Öffnungszeiten, die verändern das Zeitgefühl. Wir saßen auf Hochsitzen, die Rucksäcke und Taschen zu unseren Füßen, bestellten warme Gerichte, ein „Nachtessen“ im wörtlichen Sinn, und wir ließen uns kurz vor unserem Aufbruch noch kleine Tassen schwarzen türkischen Tees als Geschenk des Hauses servieren, was sich nach Mitternacht wie eine Droge anfühlte, fast ein bisschen illegal, ein Aufputschmittel, das wir für den Rückweg in die verschiedenen Städte, aus denen wir anreisten, manche mehrere hunderte Kilometer weit, brauchten, und das uns länger als erwünscht wachhielt. Ich erinnere mich an einen Teilnehmer, der aus einer kleinen Stadt im östlichen Bayern anreiste. Er fuhr gegen Mittag mit einem Flixbus los, um gegen 18 Uhr in Darmstadt zu sein, nach dem Seminar und dem gemeinsamen Essengehen fuhr er mit mir im Auto mit nach Frankfurt, ich setzte ihn am Hauptbahnhof ab, von da aus nahm er einen Nachtbus, mit dem er letztlich wieder gegen Mittag in seinem Heimatort ankam.

    Über die Reihenfolge der Texte im Buch habe ich im vergangenen Sommer zwei Tage lang nachgedacht und dabei Kriterien berücksichtigt, die uns Michael all die Jahre und vor allem damals auf unserem alten Blog, manafonistas, immer wieder bei der Anordnung der Musikstücke für seine Radiosendungen vermittelt hat. Damals habe ich darüber hier einen Text geschrieben. Leider war es im Prozess des Layouts aus verschiedenen Gründen nicht möglich, an allen Stellen die von mir gewählte Reihenfolge der Texte einzuhalten. Deshalb ist die Anthologie für mich in dieser Hinsicht auch nicht perfekt. Hier ist meine Anordnung der Texte: Maria Knissel, Özlem Özgül Dündar, Ralf Schwob, Alexander Roth, Jonas Mieth, Elnas Nazem, Julia Mantel, Lea Matusiak, Sandra Ade, Ute Dietl, Armin Steigenberger, Andreas Pargger, Ralf Wolf, Eric Giebel, Brigitte Morgenroth, Kameliya Taneva, Maria Anne Anders, Sven Buchsteiner, Ulrike Sabine Maier, Katharina Kramer, David Emling, Karin Brand, Stefan Förster, Angela Regius, Iris Antonia Kogler, Barbara Zeizinger und Elke Barker.

    In meinem Vorwort habe ich von der Geschichte des Seminars erzählt und von ein paar Gedanken zur Bedeutung des Titels. „Und man hört sie doch“ ist ein Zitat aus der Erzählung „Wälder in Brooklyn“ von Armin Steigenberger, die wir im Jahr 2012 im Seminar besprochen haben. Hier ist die Passage, aus der der Titel entnommen ist:

    „Die kleinen Fliegen sind überall. Sie sitzen auf der Gardine, auf dem Lampenschirm, auf der Zeitung. Sie krabbeln neben den Worten über das Papier. Sie lassen sich, auf der Suche nach Licht, auf meinem Bildschirm nieder. Man hört ihre kleinen Füße nicht. Und man hört sie doch. Ich kann sie hören, aber es ist nicht das Geschwirr ihrer Flügel, das ich höre. Es ist mehr spirituell, so, wie man das Gras wachsen hört. Oder die Bäume im Wald.“

    Da die Anthologie beim Verlag, bei hochroth Heidelberg, hergestellt wird, ist es am besten, sie auch dort zu bestellen. Den Link findet man rasch auf der Verlagsseite hochroth.de, und hier ist der direkte Link zum Buch.

    Die Premierenlesung findet statt am Samstag, den 26. April 2025, um 18 Uhr im Darmstädter Logenhaus Johannes der Evangelist zur Eintracht, Sandstraße 10, 64283 Darmstadt. Musikalischer Rahmen: Claus Boesser-Ferrari (Gitarre).

    Alle Autorinnen und Autoren haben zugesagt, dabei zu sein, auch ohne Reisekostenerstattung; die weitesten Anreisewege sind die aus Hamburg, Leipzig, München und noch weiter südlich davon und – aus Irland. Dass solche Strecken zurückgelegt werden, um wenige Minuten einen eigenen Text vorzutragen und um die anderen aus der Literaturwerkstatt in Darmstadt wiederzusehen: Das ist der Spirit!