Following – but where and whom and why?
Auf der Fahrt in die Region südlich der Vogesen bot sich für einen Zwischenstopp Freiburg an. Vor langer Zeit wohnte ich dort in der Nähe des Alten Wiehrebahnhofs, wo es ein Kommunales Kino mit Filmen jenseits des Mainstreams, einen Ausstellungsraum und ein Café gab. Glücklicherweise ist das alles noch da. Auch die unermüdlichen Gruppen derer, die Boccia spielen. Das Café ist schicker geworden, die Theke futuristisch beleuchtet. Während früher zwei, drei wacklige Tische draußen standen, sind es jetzt unzählige und alle Stühle sind besetzt. Auf der Karte gibt es Kurkuma Latte, was ich immer mal probieren wollte. Ich habe es aber zu spät entdeckt. Ein Stück Kuchen kostet 6,50 Euro, ist aber jeden Cent wert. Wir saßen auf Hochstühlen, am Tisch neben uns zwei junge Männer, die über ein AfD-Verbotsverfahren auf Englisch diskutieren, der eine ist Muttersprachler, der andere nicht, aber er spricht souverän. Am Samstag läuft „Her“ von Spike Jonze, mit Einleitung und Gespräch. Hier schrieb ich über den Film auf manafonistas. „Was 2013 noch wie eine Zukunftsvision wirkte, ist angesichts heutiger KI erstaunlich nah gerückt“, heißt es im Ankündigungstext. Wegen meiner Beschäftigung mit meinen Träumen wurde mir von mehreren Seiten der Film „Inception“ von Christopher Nolan empfohlen. Inception bedeutet hier, jemandem während des Schlafs einen Gedanken einzupflanzen, damit er eine bestimmte Handlung vornimmt. Die Räume so verschachtelt wie ein Traum. Im Kommunalen Kino im Alten Wiehrebahnhof läuft Ende Oktober das Debüt von Nolan: „Following“. Ich konnte den Film aus einer Videothek ausleihen. Er ist viel ruhiger als „Inception“ und man könnte meinen, er sei deutlich früher gedreht als 1998, was auch daran liegt, dass man erwarten würde, dass ein Schriftsteller und auch einer, der gerne einer wäre, auf einem PC schreibt. Nicht nur der Schriftsteller, auch wir werden in diesem sehenswerten Debüt die Irre geführt. Auf der DVD gibt es außer dem Film eine von Christopher Nolan kommentierte Fassung sowie den Film in chronologischer Reihenfolge.

2 Kommentare
Michael Engelbrecht
Ich habe mir gerade die Liste seiner Filme angeschaut, diesen ersten habe ich nie gesehen, Odysseus auch nicht. Tenet auch nicht. Entgegen des allgemeinen Konsens war ich gelangweilt von Inception und auch nicht sooo angetan von Memento. Wenn mich einer fragen würde, welchen seiner Filme ich am meisten mag, käme die Antwort wie aus der Piatole geschossen: INTERSTELLAR. really impressive! Viereinhalb Sterne, bingo!
Martina Weber
Bei „Interstellar“ spielt ja einer der True Detectives mit!
„Inception“ finde ich zu lang, zu verschachtelt und für meinen Geschmack sind zu viele Actionaufnahmen und zu viel digital Bearbeitetes drin. Den Grundgedanken finde ich aber interessant. „Following“ wirkt dagegen sehr authentisch, sicherlich ein analoger Film. Außerdem sehr atmosphärisch. Das Ende ist ziemlich tricky.