Eine andere Stunde der wahren Empfindung

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine solche Verbindung zu einem Album hatte wie zu „Punching the Clown“ von Lambchop – wann ein Album das letzte Mal fast augenblicklich, schon nach drei oder vier Durchläufen, von einem Objekt der Neugier zu etwas geworden ist, das eher einer rituellen Reinigung gleicht, und dann tagelang diese geheiligte Atmosphäre bewahrt hat, die ein tiefes und unbenennbares Bedürfnis stillt.

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal immer wieder zu einer Platte zurückgekehrt bin wie zu dieser, als wäre ich auf der Suche nach Antworten. Und vielleicht habe ich sie nicht einmal wirklich gefunden, sondern etwas anderes – so etwas wie die Gewissheit von Gemeinschaft, das Versprechen einer Offenbarung, eine neue Art, die wesentlichen Fragen zu stellen. (In dieser Hinsicht ähnelt „Punching the Clown“ sehr den besten Werken von Bill Callahan.)

Philip Sherbourne

(“Punching The Clown“ ist nicht nur eines der seltsamsten und wunderlich-wundervollsten Alben des Jahres, es treibt auch einige Musikjournalisten dazu, herausragende Texte zu schreiben. Dies hier ist der Auftakt eines langen Textes von Philip Sherburne.)

John Alan Urquhart (popmatters)
Sam Sodomsky (pitchfork)
Christopher Raley (glidemagazine)
Alex Petridis (the guardian)
Sharon O‘Connell (uncut)
Philip Sherburne (futurism restated)

4 Kommentare

  • Alexander Roth

    Hallo Michael, danke für die Anregung! Lambchop sind bisher unerklärlicherweise immer an mir vorbeigezogen, aber dein kurzer Text (und insbesondere die Bill Callahan-Referenz, den ich als großer Smog-Fan sehr schätze), hat mich neugierig gemacht. Vielleicht ist „Punching the Clown“ ja ein guter, aktueller Einstieg in das Oeuvre. Hast du ansonsten noch andere Hörempfehlungen bezüglich Lambchop? Die Diskographie der Band ist ja doch recht umfangreich …

  • flowworker

    Punching the Clown erscheint mir als idealer Einstieg um die eigene Lambchop
    Affinität herauszufinden.

    Und parallel dazu zwei drei der angeführten Besprechungen lesen – den von Sam Sodomsly habe ich mit Deepl in drei Teilen übersetzt – vor ein paar Tagen.

    In den Fußnoten / comments
    Sind dort allerlei Anregungen zu finden.

    Und dann
    Is A Woman
    Sowie,
    Wenn wagemutig😀,
    Showtunes!

    Der leichteste Zugang wäre vielleicht Nixon.

  • ijb

    Hallo Alexander,
    „Nixon“ und „Is a Woman“ war damals mein EInstieg in Lambchop, und die beiden stehen bei mir bis heute sehr hoch im Kurs, sind zeitlos, und speziell „Is A Woman“ ist noch immer ein unglaublich berührendes Album, womöglich ihr bestes. Das neue reicht für mich auch nah da ran, vielleicht ist es tatsächlich ihr bestes Album seitdem.
    (Aber ich scheue vor solchen Superlativen etwas zurück, bevor ich nicht erstmal eine gewisse Zeit mit einem Album verbracht habe; das geht kaum nach so kurzer Zeit. (Bei den Rolling Stones bin ich mittlerweile durchaus der Überzeugung, dass das neue ihr bestes ist, seit ich die Band höre, also sozusagen das beste innerhalb meiner Lebensspanne – und die beiden Alben stehen bei mir gegenwärtig als „beste“ des laufenden Jahres im Kurs (auch wenn es ein paar andere gibt, die in diese Riechung zeigen (und ein paar, die noch kommen)))).

    Bei „Showtunes“ bin ich mit dem Empfehlen vorsichtiger; ich kenne zu viele Lambchop-Liebhaber, die damit wirklich gar nicht klarkommen. „Damaged“ wäre noch eine Empfehlung von mir.

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