Die achte Unterhaltung
Heute kommt das DHL-Päckchen mit den „12 Conversations“ von Sakamoto und Noto. Zuvor bekam ich schon die audio files. Als ich meine Playlist für die Klanghorizonte endlich fertiggestellt hatte, war da noch ein „blinder Fleck“ – ich hatte schliesslich keinen einzigen Ton dieser letzten Zusammenarbeit der Zwei gehört, die Mitte Septmeber als LP, DL, und CD erscheinen wird. Ich schätzte ihre Duo-Alben sehr, wollte aber keine nostalgisch anmutende Wiederholung ihres „Sounds“ erleben. Da ich nur begrenzte Zeit hatte, wählte ich nach dem Zufallsprinzip ein Stück aus, „Conversation No. 8“, und lasuschte entspannt wie konzentriert in meinem Toyota, auf dem Weg zum Aldi. Ich schmunzelte. Auf Anhieb offenbarte sich etwas Neues, und ich spürte, wohl jedes dieser Klang gwordenenen Gespräche würde eine andere Richtung einschlagen. Die achte Unterhaltung allein war schin fessend, in jedem Augenblick. Und dermassen berührend, dass ich sie gleich zweimal hintereinander laufen liess. Und dann noch einmal auf dem Parkplatz. Das Klavier, umhüllt von einer Art Chor, wie ein unbekanntes Schlaflied, oder das Echo eines fernen Folksongs, irgendwo in einem Niemandsland zwischen Harold Budd und Roger Eno und Terje Rypdals „After The Rain“, und doch ganz anders.