(After) The Rain
Im Regen Fahrrad gefahren. Kein Nieselregen. Vielleicht hatte er vergessen, wie sich richtiger Regen anfühlt, hatten alle die letzten Wochen doch noch darüber gestöhnt, wie heiß es sei, wie schlecht es den Pflanzen gehe und wie katastrophal die Ernte ausfallen würde.
Echter Regen: Wassermassen von oben, dazu das Spritzwasser von unten und von den überholenden Autos. Regenjacke und Hose hielten dicht, auf der Brille rannen die Tropfen, Schuhe Strümpfe wurden nass.
Zum Glück war es kein langer Weg, doch in diesem Tropfenmeer fühlte sich jeder Meter lang an.
Seit einer Woche hatte er jeden Tag ein Nickerchen in der Mittagszeit gemacht. Wieder zu arbeiten nach 6 Wochen Ferien war immer schwierig, zumal die Schüler*innen auch erst einmal brauchten, sich an das frühe Aufstehen zu gewöhnen. An das Sitzen. Das Zuhören. Mit der Hand schreiben. Nicht einfach anfangen zu reden, wenn einem danach war. Nicht zwischendurch aufs Handy zu schauen. Nicht zu spielen. All das passierte noch, während er vorne um ihre Aufmerksamkeit buhlte.
Zumal fiel es ihm selbst nicht leicht, sich wieder an das frühe Aufstehen und das viele Reden zu gewöhnen. An die Tafel zu schreiben. Nicht zwischendurch aufs Handy zu schauen. Nicht einfach über das zu reden, wozu er Lust hatte. Um die Aufmerksamkeit der Schüler*innen zu buhlen.
Von den unterschiedlichen Dynamiken im Lehrerzimmer und den Nachrichten der Eltern ganz zu schweigen.
Also waren es mehr als Nickerchen. Der Wecker wurde auf 20 Minuten gestellt, nach 40 schaffte er es aufzustehen und sich einen Becher Kaffee zu filtern. Zu schauen, wie der Regen das Grün gesättigt hatte, wie letzte Tropfen auf die Terrasse hüpften und der Wind kleine Regenwolken von den Bäumen wehte. Durch die offene Tür strömten die frische Luft und die letzten Regengeräusche herein.
8 Kommentare
flowworker
Als Soundtrack vor oder nach solchen Empfindungen passt das obige Album wunderbar.
m.e.
Olaf Westfeld
Lief beim Schreiben
Michael Engelbrecht
Serious?!
😉
Olaf Westfeld
Yessssssir, daher der Titel. Die Klammer ist da erst am Ende reingerutscht, sieht nicht richtig gut aus, oder?
Micha
Doch doch😉
Thomas Pannhorst
Ich höre derweil im tropischem Regen Héctor Lavoe auf der anderen Seite der geographischen wie musikalischen Skala 🇲🇽
flowworker
Tyro Grillo:
With an incendiary initiation on Jan Garbarek’s Afric Pepperbird, and after successfully leading far-reaching experiments like his first self-titled project and the plush Whenever I Seem To Be Far Away, Terje Rypdal opened a new door for ECM when he stepped into the studio to record perhaps his most intimate statement to date. In spite of their brevity, the ten tracks on After The Rain flow in a single 38-minute ode to the almost painful depths of life’s greatest joys. Rypdal overdubs every instrument himself, with his then-wife, vocalist Inger Lise, providing the occasional organic touch. Shielded by a holy trinity of intimacy, sincerity, and fearlessness, Rypdal plunges with open eyes into the darkest eddies of his emotional waters. An electric keyboard provides much of the album’s supportive breadth, as in the heavily flanged gem that is “Air.” Rypdal gives us a rare acoustic taste in “Now And Then,” and in “Wind” an even rarer flute solo. The title track breathes in a cloudless sky, Rypdal’s electric cello-like in its weighted grace. Wind chimes complete the illusion of the cover art’s open plain. A string of vignettes, among them the utterly poignant “Little Bell,” leads us to “Like A Child, Like A Song,” bringing its hands together in humble elegy.
Hanging words such as “atmospheric,” “evocative,” or “lyrical” on this Christmas tree would only topple it in a shower of withered needles. One might say the title refers not to the music itself, which if anything feels drenched, but rather to its lingering effects. I sometimes imagine the synthesizer here as a substitute for an unavailable orchestra, the presence of which would have created an entirely different, Eberhard Weber-like, experience. As it is, its sedation lends a potent archival ascendency and distills the soaring solos within. Rypdal’s keening guitar percolates through the album’s semi-porous cloth like sunlight through the veil over a face of one who has seen the world only through the wavering screen of tears, and never in the clarity of day. It is a style of playing that falls even as it rises. At his profoundest moments, Rypdal inspires a humbling lack of vocabulary with which to describe what one hears. In which case, After the Rain is filled with silence.
flowworker
P.s. du solltest öfter solche texte schreiben, so schön aus der hand geschüttelt.