Horizonte
Nach meinem jetzigen Informationsstand („Hörensagen“) gibt es im kommenden Jahr keine „Klanghorizonte“ mehr, nur noch „classical“ und „nonclassical“ mit fortschreitender Verknappung der Sendeplätze für all das, was unter dem „labeling“ von „non classical“ angeboten wird (Jazz, Weltmusik, Rock, Elektronik etc.) – eine durchweg unerfreuliche Angelegenheit, zugleich eine Fortschreibung der alten und falschen Aufspaltung von „E-und U-Musik“. So oder so wird es tatsächlich die letzte von mir moderierte Ausgabe der „Klanghorizonte“ sein, am 24. September um 21.05 Uhr.
Und nach dem Motto „Das Beste kommt am Schluss“ spielte ich in allerlei Variationen meine Lieblingspatience „Perpetuum Mobile Playlist“ durch – immerhin ist nun das Ende klar definiert, die letzten drei Stücke stehen fest. Letzte Zweifel daran wurden gestern beseitigt, als ich die digitalisierte Version meines Laurie Anderson-Porträts aus dem Spätherbst 1994 zugesandt bekam. Aus der Sendereihe mit dem Obertitel „Studiozeit“: „Geschichten aus der Nervenbibel“ (Anfang Oktober poste ich diese „Ausgrabung“ in voller Länge).
Ich erinnerte mich schon vor Wochen an einen besonderen OTON von Laurie Anderson, der wie gemalt wäre für das Finale vom Finale: Laurie Anderson – Jana Winderen – Brian Eno. Ein kleiner Fehler unterlief mir (oder ein gezielter Euphemismus?), als ich damals in ihrer Erinnerung an eine Reise durch Nepal das Wort „body bag“ mit „Schlafsack“ übersetzte, und nicht mit „Leichensack“. Aber sei‘s drum. Ich kann mir keinen besseren showdown vorstellen als diese drei Tracks, begleitet von einem Schlusstext meinseits (über „field recordings“ platziert), und Lauries Kunst des Storytelling.
Nachtrag: Mittlerweile ist das viertletzte Stück Musik ebenfalls gesetzt, zum einem passt es perfekt vor Lauries fernöstlcher Erinnerung, zum andern ist es für mich eines der überragenden Alben des Jahres 2026, einfach „unglaublich“, „Sol.Hz“ von Seefeel! Das Feld wird offensichtlich von hinten aufgerollt! Ein Horizont nach dem andern!
10 Kommentare
Thomas Pannhorst
Deine Begeisterung für Seefeel anno 2026 teile ich uneingeschränkt
Michael
Seefeel gibt es fast so lange wie die Klanghorizonte, seit 1992.
Die Horizonte seit irgendwann 1989, kreiert von Harald Rehmann.
Ab Mai 1990 durfte ich die Horizonte machen im Wechsel mit der Sprecherin Gisela Birker, die die Manuskripte des Redakteurs Harald las. Damals spielte ich dasDebut Quique von Seefeel, aber dann kamen sie mir ein wenig abhanden.
Sol.Hz ist zudem eines der Alben, auf dem ich jedes Stück liebe und geheimnisvoll finde. Das schaffen bei mir nur sehr wenige Alben. Ganz sicher ein Top 3 Album von 2026 am Nikolaustag.
Mittlerweile ist ja auch Inferno von BOC bei mir gelandet. Und nach einigem Hören ist klar – Klasse! Auch hier gibt es kein Stück das ich überspringen möchte. Klar ein Top 20 Opus, aber ich spiele davon nichts, weil es ein klares Konsens Album geworden ist, also allseits bekannt.
Grüße nach Mexiko
Olaf Westfeld
The New World von Shearwater hat auch noch einiges Wachstumspotential, gefällt mir bei jedem Hören etwas mehr. Aber Happy Today und Inferno gefallen mir dann doch besser. Das Seefeel Teil hab ich (noch) nicht richtig gehört.
Gestern nach dem Musikhören noch etwas rumgeclickt und auf vielversprechende Alben von einer Bands namens Kukangendai und von Oren Ambarchi gestoßen, beide erscheinen im Oktober.
(Ähm, von wegen Inferno: hat hier zufällig jemand Lust, im Herbst/Winter parallel Dante’s Commedia zu lesen?)
flowworker
„PROLOGUE“
Mod 1
Alva Noto & R Sakamoto
Mod 2
Annette Peacock SONG
Daniel Lanois
Mod 3
Lambchop SONG
Mod 4
Seefeel
OTON Laurie Anderson
Laurie Anderson SONG
Jana Winderen (Mod 5 with field recordings)
Brian Eno SONG
„EPILOGUE“
V I S U A L I Z E R
Die Patience ist endlich aufgegangern.
Möchte jemand wetten!? 😂
m.e.
Thomas Pannhorst
Nein, Das Karussell dreht sich weiter…😎
Inferno hebe ich mir weiter auf, passt hier nicht rein, nur Latino Musik zur Zeit, aber welche Entdeckungen 🇲🇽
flowworker
Nein nein, das iat alles geklärt und kompett stimmig.
Kleinste Fragezeichen gibt es nur nur zu beginn: Noto & Sakamoto erscheint sehr kurz vor der Produktion, und ich suche noch mein Jazzthetik Interview mit Annette aus dem Jahr 2000, die Printversion.
m.
Michael
Das Interview mit Annette ist aufgetaucht, danke an Greg Buium – und heute Abend kamen die Dateien von 12 Conversations …
Olaf Westfeld
Dann ist ja alles angerichtet – bin gespannt, ob Dir doch noch Variationen einfallen.
Beim Aussortieren ist mir das Buch Musikzimmer von Diedrich Diederichsen in die Hände gefallen, gleich im ersten Kapitel schreibt er über An Acrobat’s Heart: „Die Songs sind noch leiser, noch in sich zusammengezogen komprimierter geworden. Doch gleichzeitig lebt ihr Vortrag davon, souverän an unerwarteten Orten markante Synkopen zu setzen, Sätze nicht so zu Ende zu sprechen und zu singen, wie sie gehören. Im ganz Zarten sehr entschieden.“
Michael
Im ganz Zarten sehr entschieden
Das trifft es gut
Nein, keine Abweichungen vom Plan, zumeist ist auch klar, welches Stück aus dem jeweiligen Album …
Und schön ein vier Minuten langer OTON von Laurie von 1994 …
Aber wenn am Ende noch drei Minuten übrig wären … was dann 🌈? 😉 mit der LUFT zu Beginn und am Ende einer Stunde lässt sich einiges anstellen!
Das schwerste war, Talk Talk und Robert Wyatt nicht zu spielen …… aber was wäre die Alternative … n
Brian ist im Urlaub … er bekommt das
Englisch Übersetzte Skript
Die Cd von SAKAMOTO NOTO ist auf dem Weg … ich hörte gestern die Audio Files … etwas Besonderes indeed …
M.M.
Thanks so much for your email Michael
with regards to your final radio show.
I have passed it along to Daniel.
Will add it to our calendar.
Thanks and with warm regards,