Der Fantasieraum eines leeren Volleyballfeldes

Mich faszinieren Volleyballfelder, etwa in Naherholungsgebieten immer schon, ähnlich wie asketisch arrangierte leere Strandkörbe auf weiten Sandstränden. Hier, am Stoteler See, nicht weit von Bremerhaven, träume ich sofort, in flüchtigen Bildern von meinem „high life“ als Volleyballer, auf diversen ostfriesischen Inseln in den Grossen Ferien, wo immer ein bunter Haufen zusammenkam, oder einst in Furth i. Wald, einst, als wir die Silbermedaille des Rundinger Wanderpokals in fünf Sätzen gewannen, eine knappe Niederlage trotz aufopferungsvollen Kampfes gegen die französische Garnison. Es sind nur flüchtig flackernde Bilder, keine Tagträumerei. Lange her. Bei meinem Spaziergang um den See lernte ich einen Angler kennen, und seine Freude auch an Stunden, in denen nichts passiert. Kein grossmäuliges Anglerlatein, sehr angenehm. Loxstedt-Stotel ist ein Bilderbuchprivovinzstädtchen, hier im Norden ist es einmal mehr weniger heiss, abends versinke ich wahlweise Colin Walshs „Kala“ oder einer Folge von „Widow‘s Bay“. Eine Dienstreise mit kleinen Ausflügen. Gestern erzählte mir jemand, Cuxhaven haben Strände mit Mallorca-Feeling – ich hoffe, er meinte feine Sandstrände und keine Ballermann-Community. Auf den Balearen demonstrieren sie schon lange und massiv gegen die Kahlschläge des Tourismus für die Natur. Leere Volleyballfelder haben ihren eigenen Charme.
2 Kommentare
Lajla
Mach einen Abstecher nach Otterndorf. Dort kann man sehr schön in der Elbe schwimmen. Am Strand gibt’s Filmvorführungen und Currywurst.
Lajla
Im “ Ahoi Steffen“ sitzt man schön mit Blick auf die Elbemündung. Lohnt sich.