Ed, Mattias, Nils Petter, and Daniel

Höchst faszinierend, wie diese Suite in einem Flow als ein klassisches Album workt. Wie ich las, gab eine Depression im Zuge der Entwicklung im Jahr 2020 Ed O’Brien Anstoß für die Arbeit an Blue Morpho. Und mit diesem Hintergrundwissen ist es gleich nochmal eindrucksvoller, wie diese sieben subtil ausufernden Stücke vielschichtig eine inspirierende Erfahrung, einen persönlichen, sozusagen inneren Weg nacherleben lassen. Ich meine, ich greife nicht zu hoch, wenn ich nach einigen Hördurchgängen dieses Albums von einem Meisterwerk spreche, das im aktuellen Jahr den Status eines Klassikers verdient hat und womöglich das beste Radiohead-Album seit fast 20 Jahren ist. 

(ingo j biermann)

While the A-side of the Mattias de Craene & Black Koyo album is more up tempo, the B-side has a slightly different feeling: a quieter and dream like assembly of different soundscapes, of chants that gives a sense of a physical place. A Bridge of Dust and Air is a collage of textures, abrupt digital noise as If captured from a signal station: Background chants, almost whispering voices and distant singing; field recordings from Mattias´ visits in Marocco that includes the sound of waves, sounds from the minaret, bird calls and children playing. A project like this has many layers: the traditional music inherited from generations of players that has been developing through migration and in meetings with other traditions; Mattias de Craene´s search for a spirituality in music; New technology and ancient traditions. Neither jazz nor world music, but an assembly of what resonates within himself.

(jan bang)

These are our „albums of July“. Looking forward to August, our monthly revelations will probably be Nils Petter Molvaer‘s „Be Quiet“ (presented by Jan Bang, who was on the mixing desk, too) and Daniel Lanois‘ „Belladonna Nocturne“ (highly recommended by myself). „I am very curious if there will be song albums this year that will impress you to the same degree or even more than Lambchop‘s Punching The Clown will possibly do.“ This I emailed to Jan Bang, and his answer was: „Haven’t heard the Lambchop album yet, but the Ed O’Brien song «Incantations» comes close to brilliance.“

(m.e.)

6 Kommentare

  • ijb

    Wenn die neue von den Rolling Stones auch als „Song-Album“ gilt, ist die wahrscheinlich die aktuell beste in diesem Jahr. Ich fand ja schon das letzte Album ganz toll, hatte es nur nicht innerhalb der Jahresrückblicksfrist gekaft; daher hab ich bei dem neuen Album direkt zugegriffen, und es ist beeindruckend, dass das tatsächlich noch besser ist. Ein wenig erschreckend, dass ein paar ü80-jährige Altrocker nach 65 Jahren(!) als Mitglieder dieser Band das beste Rockalbum des Jahres rausbringen. Keine Ahnung, wie die das machen … aber zahlreiche Bands, die mittlerweile nach 20 oder 25 Jahren schon ältere Rockstars sind, schaffen das nicht mit einer solchen Energie und so starken Songs.

  • flowworker

    I kindly disagree!

    Das Album mag nun lieben, wer will, aber in melne Top 50 des Jahres 2026 würde es nicht kommen, und, ja, ich habe es ganz gehört, und nein, es wird bei mir kein grower! 😉

    The material offers pearls of greatness amid a chunk of banal blues retreads we’ve all heard before

    Das hat der liebe Tom Phelan noch sehr freundlich ausgedrückt.

    m.e.

  • ijb

    Haha, als Kritik finde ich das schon wieder witzig. Dass die Erwartung, dass die Rolling Stones in ihrem siebten Bandjahrzehnt auf einmal ein Album veröffentlichen, wie man es nicht von ihnen kennt, ist dann aber, ganz ehrlich, auch eine grundfalsche Voraussetzung, wenn man eine neue Platte von ihnen anhört. Und ich würde meinen, das gilt seit plusminus 45 Jahren. Dies gesagt, meine ich, Foreign Tongues könnte die beste sein, die sie in eben diesem Zeitraum rausgebracht haben, als jedenfalls während meiner aktiven Zeit als Hörer dieser Truppe. So viele tolle Songs.

    Ich kenne die alle tatsächlich ziemlich gut und höre die nach wie vor sehr gerne, aber dass die 2025/26 noch immer eingängige Rock’n’Roll-Songs schreiben oder Poprock oder Blues-Rock oder auch mal Country, wie auch immer man die Songs im einzelnen einordnet, die auch im direkten Vergleich mit vielen weitaus jüngeren Rockbands, welche vor 50 oder 40 oder 30 oder 20 Jahren Stars oder große Hoffnungen waren, frischer klingen, das ringt mir enorm Respekt ab.

  • Olaf Westfeld

    Es muss schon einiges passieren, dass ich da mal reinhören – bei allem Respekt für die Stones! Dann würde ich mir die eher live ansehen.
    Bin auf das Album von Shearwater gespannt, das kommt wohl am Freitag. Und bei EOB habe ich leider immer noch nicht zugehört, auch nicht bei Seefeel – da steht noch was aus.

  • ijb

    Einen Innovationspreis bekommen sie sicher in keiner Besprechung, auch bei mir nicht. Ich hätte sicher nie erwartet, dass sie plötzlich was machen würden, was ich noch nicht von ihnen kenne. Aber was sie mit Foreign Tongues dann doch gemacht haben: als über80-Jährige eine eingängige Rock’n’Roll-Platte, die von vorne bis hinten Spaß macht und nicht langweilig wird (sofern ich das nach zwei Wochen und einigen Durchgängen verlässlich behaupten kann). Bis jetzt ist das im aktuellen Jahr die CD die ich am häufigsten gehört habe.

    Wenn man die Band grundsätzlich mag, findet man unter den 14 neuen Songs in jedem Fall mehr hit als miss. Und in der Tat findet man, wie schon im letzten Album, hier und da auch Referenzen an frühere Dekaden. Klar klingt Divine Intervention anfangs, als wäre es vom Album Some Girls oder Jealous Lover wie vom Album Emotional Rescue oder irgendwann aus den späten 70ern, Ringing Hollow gabs 1978 auch schon mal unter dem Titel Faraway Eyes, Rough And Twisted ist ein Update von Rough Justice (2005) oder/und Flip the Switch (1997), In the Stars wahrscheinlich ein Song aus der Neunzigern, und natürlich haben wir Never wanna lose you und Hit me in the Head auch schon mehr als einmal von der gleichen Band gehört … aber ehrlich: Wer zählt denn da wirklich noch mit? Und dass sie sich sogar Amy Winehouses You Know I’m No Good so klasse aneignen, und die Platte mit einem Chuck-Berry-Rumpler abschließen, der nicht anders auch 1968 auf Beggars Banquet hätte sein können – Chapeau.

    Daher auch von mir ein Zitat aus der Los Angeles Times: „I don’t know if the result is the Stones’ best since 1978’s “Some Girls,” but it’s definitely the funniest, which is actually the more impressive achievement.“

    Oder, noch besser, John Murphy: „It may not reach the towering heights of their classic era, but this is no swansong or victory lap. One of the world’s greatest rock’n’roll bands still have something to say, and they’re doing so quite thrillingly.“

  • Olaf Westfeld

    Ja, glaube ich alles.
    Ich kenne nur so wenig ganze Alben von den Stones – bzw. habe die seit 20-30 Jahren nicht mehr gehört – dass ich dann eher etwas aus der ‚classic era‘ hören wollen würde.

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