Michaels drei Lieblingsserien für erfüllte Sommerabende, und ein exzellenter Thriller mit Emma Thompson

1) John Sugar, Staffel 2 (Apple +)
2) Maximum Pleasure Guaranteed, Staffel 1 (Apple +)
3) Widow‘s Bay, Staffel 1 (Apple +)

“Dead Of Winter – Eisige Stille“ (prime, bluray, dvd)

Man nehme meine Empfehlungen mit gebotener Vorsicht auf, denn bei etlichen Filmen, die hier über die Jahre begeisterte Resonanz auslösten, blieb ich komplett gelangweilt zurück, ob es um etliche „Linklaters“ geht, um Baumbach-Filme a la „The Meyerowitz Stories“ oder „Marriage“, um „Die Fablemans“ von Stephen Spielberg ging oder James Ivorys „Was vom Tage übrig blieb“ (wo übrigens auch Emma Thompson mitwirkte).

„Dead Of Winter“ benutzt einige „basics“ des Klassikers „Fargo“ der Coen-Brüder: eine irre Psychopathin, gandenlose Winterlandschaften, und eine starke weibliche Protagonistin. Allerdings webt der Regisseur James Kirk daraus eine ureigene Geschichte von Liebe, Tod, Trauer und Wahnsinn. Ein Drehbuch der Extraklasse, das jeder Oberfläche einen eigenen Abgrund unterlegt.

Wie man puren Horror und schwarzen Humor eins werden lassen kann, beweisen die beiden neuen Serien „Maximum Pleasure Guaranteed“ (wo es auch um Vereinsamung in virtuellen Wirklichkeiten geht) und „Widow‘s Bay“ (wo ein „Nebel des Grauens“ a la John Carpenter mehr als einen Abstecher nach „Twin Peaks“ bereithält!), dermassen raffiniert, dass die Stories weit über die Erfüllung genretypischer Muster hinausgehen. Bleibt noch der Privatdetektiv John Sugar, mit Colin Farrell: auch die zweite Staffel eine Meditation über essentielle Fragen des Lebens: Kino pur im TV-Format!

Ich weiss ziemlich genau, was mich an diesem „quartet of excellence“ fesselt, dieser „sehr“ persönliche Faktor, der meistens in Filmkritiken ausgespart wird. Gutes Entertainment allein langweilt mich genauso wie – mitunter (!) – kanonisierte Filmkunst. Das „gewisse Etwas“ ist zwar nicht so schwer in Worte zu fassen, aber selten ein schlagendes Argument. Weil: strictly personal! Der Filmkritiker ist letzlich ein unverlässlicher Erzähler, aber mit der Zeit lernen wir bestimmte Unverlässlichkeiten besonders schätzen!

2 Kommentare

  • Olaf Westfeld

    Ganz sehenswert fand ich auf Appe+ „Down Cemetery Road“, auch mit Emma Thompson, auch eine Krimiserie. Beginnt gemütlich und nimmt dann immer mehr Fahrt auf. Und immer wieder gibt es ganz schöne Songs.

  • Michael Engelbrecht

    Thrilltime:

    Olaf, ich lese, dass du auf zwei langen Bahnfahrten den Kriminalroman „Der Mailman“ verschlungen hast. kann ich gut verstehen:) ich empfehle unentwegt die neuen Kriminalromane von Simon Mason um das ungleiche Ermittlerpaar DI Ray Wilkins und DI Ryan Wilkins. Und die gehen rum bei uns hier, ich bin gerade beim vierten der bislang fünf Romane, und sie sind neben allem anderen saugut geschrieben und saugut übersetzt. Spannend, deep, auch scharfer guter Humor.

    Talk Talk Time

    Ich lese nebenbei die letzten Kapitel des tollen Talk Talk Buches von Graeme Thomson. Tatsächlich haben sich Kate Bush und Mark Hollis öfter privat getroffen. Da hätte sich was anbahnen können, an Zusammenarbeit. Aber Thomaon verliert sich nucht in Spekukationen über imaginary records.

    Durch meine Lektüre habe ich wieder zu dem ersten der vier grossen Alben von Mark und Co. gefunden, The Colour Of Spring. Und wie wunderbar es mir gefällt, ich kann mich soooo reinfallen lassen in die Musik.

    Und auch spricht Thomaon von Lee Harris (Talk Talk Drummer) grandiosem comeback auf Beth Gibbons‘ Lives Outgrown. Er schrieb da an vier Liedern mit, arrangierte und co-produzierte… viele Aha Erlebnisse beim Lesen…..

    Kala Time

    Ein Bekannter schenkte mir heute Kala von Colin Walsh. und meinte, er fresse einen Besen, wenn mich das Buch nicht umhauen würde. Womit wir wieder bei Thrilltime wären😉

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