Der unaufhörliche Zauber eines Rastplatzes auf der „A31“ Richtung Norden

Im Auto läuft ein altes, viel zu wenig beachtetes Album von Daniel Lanois, „Shine“. Ätherische Songs, die gut geerdet sind. Das einzige Album meines Lebens, das ich von einem Musiker signieren liess. Davor stammen die Autogramme aus Kindertagen, von Rex Gildo, Ronny, Freddy Quinn. Ich habe sogar Autogramme von Heinz Drache und dem Meister Hans Tilkowski. (Mit 11 beim Training geholt. Tilkowskis meint, ich drängele zu sehr, und ich muss mich wieder hinten einordnen.) Thomas (P.) kennt die A31 gut und fragt nach meinen liebsten drei. Lambchopalben. Ich gebe ihm vier. Hier sind meine fünf. 1) Showtunes 2) Is A Woman 3) The Bible 4) Damaged 5) Flotus. Thomas hat diese Drei im Angebot: 1) Nixon 2) Ah, C‘mon, No, You C‘mon 3) Is A Woman.

5 Kommentare

  • Thomas

    Zur Musik von Lambchop im Auto (Du hast noch einen CD Player 😇, ich kann nur streamen 🤷‍♂️) lassen sich von Oktober bis April tausende von Nonnen – und Saatgänsen entlang der A31 beobachten. Der beste Rastplatz dafür ist der vor dem Emstunnel Richtung Emden.

  • flowworker

    Dann muss ich im Oktober ja wederkommen. Ich bin heute Vormittag am Strand entlang gewandert und hatte Shearwaters Album The New World im Ohr. Große Lieder, leise Eindringlichkeit – schönes Schweben im Gehen! Jetzt eingekehrt zu einem Norseeteller in einem Fischhaus mit Terrasse, abseits der City.

  • Michael Engelbrecht

    Und, Thomas, hier ein paar Gedanken aus winem alten Mana Text zu meinem Lambchop Traumalbum ….

    „Showtunes“ is smooth, cool, laid back and quite dreamy. Lazy even. It’s what Kurt Wagner does best – take you for a slow late night drive around less familiar territory. I’m in, and along for the ride.“
    (dylan37, The Guardian)

    Das erste Mal hörte ich den Namen Lambchop, als David Byrne in einem nun auch schon uralten Interview davon sprach, wie ihm das Album „How I Quit Smoking“ gefalle. Als jene Songs dann bei mir landeten, ahnte ich, das würde eine neue Lieblingsband. Der ehemalige Fliesenleger – und eine Band wie einen Malkasten einsetzen. Seitdem besorgte ich mir jedes Album.

    Vor Jahren wurde „What Another Man Spills“ für eine Vinyl-Ausgabe neu remastert, und dieses Remaster war so unheimlich gut, dass ich das Werk, obwohl ich es von früher kannte, gleichdam neu entdeckte. „Is A Woman“ galt früh als Klassiker, „Nixon“ als ihr vielleicht berühmtestes Album, und „Damaged“ war lange Zeit mein heimlicher Favorit. Diese Formation, um den Sänger und Komponisten Kurt Wagner herum, hörte nie auf, neue Wege zu beschreiten, und als er dann begann, die eigene Stimme zu verfremden, mit „FLOTUS“, musste ich nicht überredet werden – Effekte sind bei Lambchop keiner Mode geschuldet, immer dem musikalischen Ausdruck.

    Und nun also „Showtunes“. Ein Wunderwerk, und wenn ich die gute halbe Stunde höre, etwa auf weissem Vinyl mit 45 Umdrehungen pro Minute, gibt es keinen überflüssigen Moment – all diese Samples, akustischen Vignetten, dunklen Winkel, Midi-Verwandlungen, Murmelmelodien, Interludien etc. fesseln ohne Ende, und entfesseln etwas in mir. Von den lyrics und dem Hund auf dem Cover ganz zu schweigen.

    Wie Kurt Wagner Motive des Erhabenen (Oper, Broadway, Sinatra) raffiniert in eine erfüllte Leere laufen lässt, ist atemraubend, und gipfelt im letzten Song, der en passant, in einer eingigen Phrasierung, dem späten Scott Walker zunickt. Flüchtig gehört, könnte „Showtunes“ seltsam fragmentiert wirken, dabei ist es formvollendet.

    Man stelle es ins Plattentegal neben „Mark Hollis“, „Trio Tapestry“, „The Marble Index“, „Open, to Love“, „Another Day On Earth“, „I Trawl The Megahertz“, „Music For A New Society“ und Jacques Brels letztes Studioalbum, das mit den Wolken und dem blauen Himmel.

    In genau diesen Regionen bewegt es sich, und bleibt doch ganz bei sich.

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