Speaking about Marion Brown albums (we love the most)
Alto sax player and composer Marion Brown had his appearance on John Coltrane‘s free jazz eruption ASCENSION. And he was an essential part of Harold Budd‘s „Pavillion of Dreams“ from Brian Eno‘s Obscure Records. Quite contrary albums. Now Dutch label Aguire rereleased Marion Brown‘s „Awofora“ from 1976, not released on Impulse Records like some of his career highlights did. Andy Beta (who just came up with his Alice Coltrane biography) loves „Awofora“. Four ears, two views.

Note: I haven’t heard „Awofora“, this actual reissue of this ludicrously hard to hear 1976 album. But now. Note: It’s my favorite Marion Brown record. Yeah, even more than Sweet Earth Flying. Note: And I fucking love Sweet Earth Flying. Even more than Geechee Recollections. Note: I still find myself on the other side of the fence with Afternoon Of A Georgia Faun, but keep hoping that may one day change.
(Andy Beta)

Note: I haven’t heard, too, this actual reissue of this ludicrously hard to hear 1976 album. But now. Note: It’s NOT my favorite Marion Brown record, but a good one – 3 and 1/2 stars. I have two favourite Marion Brown albums Sweet Earth Flying. And Geechee Recollections (I fucking love both of them). Note: I still find myself on the other side of the fence with Afternoon Of A Georgia Faun (one of those early ECM albums I didn’t fall in love with 😉), but keep hoping that may one day change. And I like to add one thing: there is another beautiful album Marion Brown did in the 1970s, that is quite underrated, because „Vista“ will in fact sound so easy on your ears that you might call it „easy listening jazz“, and for all the good reasons though. Probably there are not so many deeply moving easy listening jazz albums out there, and this is one of them! With an absolutely perfect cover!
(Michael Engelbrecht)

Nachklang: Jörg Drews hatte ein Näschen für experimentelle Literatur, und seiner Besprechung in der SZ am 4. August 1979 (dieses Datum ist geraten) verdanke ich eines meiner abenteuerlichsten Trips deutscher Literatur in den 70ern. Drews verglich Handkes „Die Linkshändige Frau“, mit Hartmut Geerkens „Obduktionsprotokoll“, Minimalismus vs. Überfluss. Für mich entpuppte es sich eher als Vergleich von übertriebenem Geraune und hochspannender Improvisation. Ich kannte Hartmut Geerken (der wie Lajla ewig und drei Tage im Goethe Institut gearbeitet hatte) auch als versierten Rezensenten von Jazzplatten im Jazzpodium, und erinner mich noch bestens an den warmen Sommertag des 5. Juli 1975 (dieses Datum ist auch geraten) im Würzburger Zeitschriftenladen „Montanus“, als mich seine Worte über Marion Browns „Geechee Recollections“ (Impulse Rec.) so neugierig machten, dass die Platte kurz danach auf meinem Plattenteller landete. Und sie wurde zu einem „Lifer“, wie danach auch „Sweet Earth Flying“ – und, an bestimmten Sommerabenden auf Langeoog und sonstwo, eben auch „Vista“! Nächste Woche komt die nächste Hitzewelle – ich hau wieder ab auf die Insel, mit ein paar schönen Marion Brown Platten für die Fahrt. Dank an Andy Beta! Richard Williams‘ Besprechung von Andys Coltrane-Bio ist übrigens sehr interessant. Siehe comment 2. Marion Brown und Alice Coltrane hötten auch ein gutes Paar im Studio abgegeben – leider ist es nie dazu gekommen.
16 Kommentare
flowworker
https://aguirrerecords.bandcamp.com/album/awofofora
flowworker
https://thebluemoment.com/2026/03/02/alices-adventures-on-the-astral-plane/
flowworker
https://www.manafonistas.de/2011/12/27/ein-brief-von-hartmut-geerken-dessen-plattenbesprechung-von-marion-browns-geechee-recollections-im-jazzpodium-mitte-der-70er-jahre-mich-so-neugierig-machte-dass-ich-mir-die-scheibe-sofort-besorgte/
Norbert Ennen
I would also add Porto Novo here.
flowworker
Never Heard. 70’s Stuff i think
Norbert Ennen
69
Thomas
Ergänzend würde ich das sanfte Avantgarde Jazz Album „reeds’n vibes“ mit Gunter Hampel (1978) dazu gesellen.
Die beiden Musiker harmonieren ganz wunderbar. Sie flüstern miteinander.
Das Vibraphon gehört zu meinen Lieblingsinstrumenten, dieses Album steht bestimmt auf meiner Top 10 der schönsten Vibraphon Alben, auch wenn die Liste noch nicht existiert 😂
flowworker
Ich mochte Gunger Hampel immer. Hatte etliche seiner Alben mit der Galaxie Dream Band. In den frühen Jahren von Moers eines meiner Highlights dort!
Das von dir angeprochene Album ist mit leider entgangen. Ich hörte gerade dieses Stück daraus:
https://www.youtube.com/watch?v=FWKDQJ7jroY
Ich sehe gerade, das Album ist einst auf Paul Bleys Label I.A.I. erschienen – umso rätselhafter, dass ich es damals nicht mitbekommen habe.
flowworker
@ Thomas: walt dickerson: peace.
Hör dir das tolle Teil von Steeplechase Rec. an, bevor du die Liste anfertigst😉
Von Gary Burton wären zwei bei mir dabei: crystal silence und the new quartet.
Thomas
Alles stiimig, Michael 😎
Mir fallen noch Karl Berger, Wolfgang Schlüter, David Friedman, Dave Pike und Bobby Hutcherson ein.
Die noch Älteren lasse ich mal weg…
Anfang der Achtziger in einem Jazzkeller in Würzburg begann mein vibes love interest…
Ich glaube, dass es Wolfgang Schlüter war, bin aber nicht sicher.
Liste erstelle ich die Tage in einem neuen Kapitel
flowworker
In einem Jazzkeller in Würzburg Anfang der 1980er Jahre?!?! Da ging dort gerade mein Studium zuende… was hast du denn in Würzburg gemacht??
War das im Omnibus?
Klar David Friedman Dawn
Wolfgang Schlüter mit einer der beiden Rühmkorf Platten … ein Traum
Dave Poke Set : mein erstes Jazzkonzert mit Volker Kriegel und Eberhard Weber
flowworker
Laut Wiki
Aufgrund gesundheitlicher Probleme – ihm musste ein Fuß amputiert werden – ist Brown seit 1992 fast nicht mehr aufgetreten. Er hat auch mit dem Komponisten Harold Budd auf dessen Album Pavilion of Dreams zusammengearbeitet. Freunde und Gönner holten Brown aus einem Altersheim in New York und brachten ihn in einem Pflegeheim in Florida unter, wo er im Oktober 2010 starb.
Er bleibt unvergessen.
Wenn man je ein Buch schreiben sollte über die geheimen Verbindungen von free Jazz und Ambient Music, Marion Brown würde ein Kapitel gehören ….😉
flowworker
Die Verbindung von Gunter Hampel und Marion Brown war mir völlig entfallen.
Über YouTube habe ich drei Stücke ihre Duoalbums auf IAI gehört – fantastisch!
Gehört ab jetzt auf meine To Look For Liste …
Springt von 0 auf 4 in meinem Brown Ranking
1) geechee recollections
2) sweet earth flying
3) Vista
4) reeds n vibes
flowworker
Ganz alte Post von Hartmut Geerken, der nun auch schon länger den Planeten gewechselt hat
lieber michael engelbrecht,
schön von ihnen zu hören, – dinge aus frühen jahren! sie haben recht, die geechee recollections sind auch für mich ein meilenstein, viel zu wenig ins bewusstsein der jazzhörerschaft eingedrungen.
ich mag die lp wegen des mutigen vorandrängens kreativer musik zu jener zeit & nicht nur, weil viele instrumente auf der lp zu hören sind, die ich marion nach usa geschickt hatte, als ich in den 60er jahren in kairo lebte.
wir waren in intensivem brieflichen kontakt, & von ihm bekam ich auch ein sehr langes 4-spur-tonband mit damals fast nicht erreichbaren lps von sun ra, die marion von einem freund ausgeliehen hatte.
marion & ich planten eine musikfassung von büchners woyzeck, aber durch meine versetzung nach kabul (ich war damals beim goethe-institut) blieb es beim plan. sehr schade. wissen sie, ob marion noch lebt?
ich hatte noch ein paarmal nach seiner gehirnoperation briefkontakt, aber dann wurde mir klar, dass eine kommunikation kaum noch möglich war. die korrespondenz zwischen uns liegt jetzt im archiv der akademie der künste in berlin.
marion hat auch mehrfach meine erste lp mit dem cairo free jazz ensemble (1970/71) in usa im radio gespielt.
ein weit unterschätzter künstler war er & einer der ersten afroamerikaner, der sich auf intellektuellem niveau dem free jazz näherte. & ein wunderbarer bescheidener mensch…
um wieviel uhr kommt ihre sendung im deutschlandfunk? ich grüsse einen der seltenen leser meines obduktionsprotokolls!
hartmut geerken
Thomas
Schöner Brief.
An Marion Brown zu erinnern gefällt mir.
Er gehört zu den wenigen Altsaxofonisten, die ich regelmäßig höre. Daneben spielte er diese atmosphärischen Sounds mit diversen Flöten…
Freut mich, dass ich Dir „auf die Sprünge helfen“ konnte, lieber Michael, meistens ist es umgekehrt.
Zu Deiner Frage: ich war in Würzburg mit einer Naturschutzgruppe als 14- oder 15jähriger (die anderen waren alle älter) für ein Wochenende.. Seitdem nie wieder. Total verschwommen das Ereignis. Bis auf das Jazzkonzert mit dem Virtuosen an den Vibes. Es war Jazzrock, der abging. Doch eher Dave Pike? Da lebte es längst nicht mehr in D. Es bleibt unaufgelöst. Schall und Rauch. Nur die Erinnerung zählt.
flowworker
In Würzburg ist zwischen Sommer 1974 und Herbst 1981 nie ein ECM Act aufgetaucht … völlig absurd!
Wenn ich in Hamburg gelebt hätte in jenen Jahren, hätte ich ein Abo für die NDR Jazzworkshops gehabt und Jan Reetze viel früher kennengelernt…
Freu dich dieweil auf die neuen Platten von Daniel Lanois und Shearwater … und ich werde Ausschau halten nach dem Hampel Brown Duo.