• “to the sea“

    SONG

    Das neueste Album von Louis Philippe & the Night Mail, The Road to the Sea, ist eine Schönheit. Ich wusste schon immer von seiner Vorliebe für Brian Wilson und die Beach Boys, und dass er in der Vergangenheit unter anderem mit Sean O’Hagan von den High Lamas und Stuart Moxham von Young Marble Giants zusammengearbeitet hat, gibt eine gewisse Vorstellung von seiner Ausrichtung. Wir haben also Sonnenschein-Pop, Chanson, einen Hauch von Barock (vielleicht mit einer Anspielung auf die Left Banke) und offene Ohren im Allgemeinen, vielleicht mit einer Spur von Francis Lai und Paddy McAloon, aber auch mit einer starken Persönlichkeit, die für Frische sorgt. Dieser Worte stammen von Richard Williams, und wem der obige Song gefällt, mag Richards Besprechung nebenan in seinem Blog „The Blue Moment“ lesen.

  • “Arcanum“

    Das vierköpfige Quartett, bestehend aus zwei Norwegern – Arve Henriksen (Trompete und Elektronik) und Trygve Seim (Saxophon) -, dem schwedischen Bassisten Anders Jormin und dem finnischen Schlagzeuger Markku Ounaskari, setzt seine beträchtlichen Ressourcen geschickt ein, indem es das Gleichgewicht zwischen Komposition und Improvisation ständig verschiebt und dabei ein Mosaik aus 16 individuellen Miniaturen schafft, die das nordische Jazzideal einer transparenten, zeitlosen und fast schwerelosen Schönheit voll und ganz erfüllen. Vielleicht ein zukünftiger Klassiker. (Richard Williams, Uncut, July 2025)

  • Der Genozid

    „Seit mehr als einem Jahr erleben wir ein unfassbares Ausmaß an Tod und Zerstörung im von Israel besetzten Gazastreifen. In Reaktion auf Kriegsverbrechen der Hamas und anderer bewaffneter palästinensischer Gruppen bei ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hat die israelische Armee eine brutale Militäroffensive begonnen. Israel hat zehntausende Menschen getötet, ganze Familien ausgelöscht, Wohnviertel dem Erdboden gleichgemacht und lebenswichtige Infrastruktur zerstört. 1,9 Millionen Palästinenser*innen, mehr als 90 Prozent der Bevölkerung des Gazastreifens, wurden bisher vertrieben – oft mehrfach. Diese menschengemachte humanitäre Katastrophe ist beispiellos.“

    (Amnesty International. Weitere Informationen HIER!)

  • What We Are

    LISTEN NOW


    Written by Brian Eno and Beatie Wolfe
    Backing Vocal: Brian Eno
    Guitar: Brian Eno
    Synths: Brian Eno
    Keys: Brian Eno
    Lead Vocal: Beatie Wolfe
    Guitar: Beatie Wolfe
    Synths: Beatie Wolfe
    Keys: Beatie Wolfe
    Backing Vocal: Melanie Pappenheim
    Produced by Brian Eno & Beatie Wolfe

  • Geld und Gefühle – „Anora“ und Sean Bakers ungestümes Kino

    Anora is closer in spirit to the portrayals of sex work by great Japanese filmmakers such as Kenji Mizoguchi and Mikio Naruse, which find their protagonists resoundingly challenged and yet generally unbowed, and to Federico Fellini’s „Die Nächte der Cabiria“ (1957)—an avowed influence for Baker—in which Giulietta Masina’s betrayed and abandoned prostitute turns to the camera with an expression of tearful resilience in the famous final shot.“ (Es gibt keinen Ersatz für die grosse Leinwand, aber immerhin ist Sean Bakers herausragender Film derzeit bei „prime“ zu erleben. m.e.)

    „Sollten künftige Zivilisationen eine Lehrstunde darüber benötigen, was es bedeutet, als Subjekt des fortgeschrittenen Kapitalismus zu leben, könnte man als Beweisstück A einfach das Kino von Sean Baker präsentieren. Jahrhunderts ist die unausweichliche Kulisse und häufig auch der erzählerische Motor dieser Filme, die Quelle ihres beißenden Humors und ihrer klaren Menschlichkeit. Geld spielt eine große Rolle in diesen Geschichten aus der Schattenwirtschaft. In Take Out (2004) versucht ein Zusteller ohne Papiere an einem einzigen Tag so viel Trinkgeld zu verdienen, dass er die Kredithaie, die ihm auf den Fersen sind, auszahlen kann; die Handlung von Starlet (2012) kommt in Gang, als eine Darstellerin in einem Erotikfilm mehrere Bündel Bargeld in einer Thermoskanne aus einem Hinterhofverkauf entdeckt. Bakers Filme sind kinetisch und ungestüm, getrieben von der permanenten Betriebsamkeit ihrer Protagonisten, vom Fälschungsverkäufer in Prince of Broadway (2008) bis zur alleinerziehenden Mutter, die in The Florida Project (2017) kurz vor der Obdachlosigkeit steht. Im Mittelpunkt dieser Filmografie, die unermüdlich rund um die Uhr läuft, steht die Figur der Sexarbeiterin, die jederzeit mit dem Tauschwert von Beziehungen und der Last der sozialen Schande zurechtkommt – berufliche Risiken, die die Titelfigur von Bakers achtem Spielfilm, Anora (2024), mit Überschwang und Souveränität meistert, bis sie es nicht mehr tut.“

    HIER findet sich der komplette, sehr lesenwerte Essay von Dennis Lim (Criterion Magazine).

  • monthly revelations (may)

    album eiko isibashi antigone
    film oslo stories: liebe
    prose west end jürgen ploog
    talk jan and erik on manafon variations
    radio playlist in motion
    binge high quality tv
    archive chick corea piano improv. vol. 1

  • das 27. Mana Musik Rätsel

    Als ich gestern von meiner Reise in die alte Heimat zurückkehrte (ich empfehle jedem mit gutem Sinn für Humor und enttraunatisierte Kindheitsstories den gestrigen Post in Ruhe zu hören („Zurli erinnert sich“)), entdeckte ich zweimal die gleiche CD unter meinen Neuheiten, das famose spoken word Album von Amelia Barrett und Bryan Ferry. Wer als erster die die folgenden Fragen richtig beantwortet, erhält per Post eben diese, sowie eine ECM-Cd. Die Antworten ausschliesslich an meine alte Mailadresse: micha.engelbrecht@gmx.de Und nun geht es los. Gefragt wird nach fünf Albentiteln (bitte nur mitmachen, wenn daheim auch das Medium CD gehört wird)… der Gewinner wird hier im Text bekanntgegeben, natürlich nur mit Namen! Musik aus allen fümf Alben lief, mitunter öfter, in den Klanghorizonten über die Jahre, und alle genannten Platten finde immer noch sehr, sehr gut. Lifers! Wobei das von Roxy seine high rotation doch ein paar Jahrzehnte hinter sich hat…

    Wie heisst das einzige ECM-Album, bei dem der Pianist Herbie Hancock mitwirkte?
    Wie lautet der Titell des Albums, bei dem Brian Eno zwei Songs der Beatles und Kinks singt?
    Wie heisst das erste Album, bei dem Bryan Ferry ohne seinen „Paradiesvogel“ dastand?
    Wie lautet der Titel des einzigen Albums, bei dem Eberhard Weber und Mal Waldron dabei waren?
    Wie lautet das Album, bei dem Steve Tibbetts ein Stück von Led Zeppelin covert?

    And the winner is…. Lorenz Edelmann…. hier die richtigen Antworten:

    1. The Jewel in the Lotus
    2. 801 live
    3. Stranded
    4. The Call
    5. Big Map Idea


  • Die gute alte Singerhoffstraße – Zurli erinnert sich

    Hier draufklicken: Zurlis Erinnerungen beim Abwandern unseres alten Schulweges

    Es gibt diverse Wege, sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit zu begeben. Aber besonders lohnend ist es, einmal oder mehrmals die alten Wege, die nie ausgetreten sind, neu zu gehen. Mein Glückfall, dass mein alter Kamerad Zurli dabei war. The last time I walked this way was in 1965. unser alter Schulweg in Dortmund-Hombruch. Mein Mitschnitt ist, ungefiltert, knappe zwanzig Minuten lang – und selbst beim dritten Anhören musste ich herzhaft lachen. Und der trockene Humor von Zurli ist ansteckend. (Nächster „Einakter“ im Sommer: „Remembering Weissdornweg in the 60‘s“)

  • Hawkwind‘s magic first album


    Deshalb liebe ich auch das erste Hawkwind-Album. Es ist sowohl von der Unschuld der Psychedelia als auch von der (Vor-)Erfahrung des Punk geprägt. Unglaublicherweise neigen viele Hardcore-„Hawkfans“ dazu, es zugunsten der späteren Alben auf Charisma (!) abzutun, und das ist eine Schande. Denn Hawkwinds gleichnamiges Debüt war anders als alles andere, was sie jemals wieder aufnehmen würden. Zunächst einmal war der Gesamtsound so organisch und dünn wie ein filigraner Moosschleier, während er Stimmungen vermittelte, die so verwirrend nach dem Jenseits griffen und dabei genauso scheiterten wie das primitive Coverbild.

    (from Julian Cope‘s Head Heritage)

  • creedence

    Rock’n’roll is not lazy”

    John Fogerty on turning 80, playing Glastonbury and reclaiming his Creedence catalogue 

    John Fogerty: still full of energy and fire

    DAVID MCLISTER

    HAPPY 80th Birthday, John! What was it like to celebrate onstage at New York’s Beacon Theatre?

    That was a wonderful and heartwarming thing, certainly one of the highlights of my life, to be celebrating a birthday with my family and fans at the same time. But I must say that turning 80 is not only a landmark, it’s a bit shocking. I don’t look a day over 79! 

    I believe you poured yourself some champagne on stage?

    Yeah – I don’t remember if I drank it or not, though. I kind of have a rule about that, but certainly I was saluting my audience. 

    You’ve re-recorded many of your old classics forLegacy: The Creedence Clearwater Revival Years , staying faithful to the original arrangements. After years of legal issues, was that an important part of reclaiming these songs?

    Very much so. Those old Creedence records always said: “Arranged and produced by John Fogerty.” I never thought I’d be required to go over that territory again in such a specific way, but here I was doing, say, “Proud Mary”, recreating each part that I thought I knew so well. But after 55 years, you’re not going to remember every little molecule. 

    Sometimes I’d listen to a guitar lick on “Up Around The Bend” or “Green River” and say, “Oh my goodness! How did I ever do that?” So in some cases it meant I had to relearn and then practise a lot. It was so much fun. Of course, a lot of that stuff is just ingrained in my DNA. 

    Taylor Swift has done a similar thing with her back catalogue. Did you find that inspiring?

    This project was a secret for a while. We were trying to keep it under the radar until we could announce it in an official way, so that it didn’t just trickle out by rumour. And I was very much lobbying for this record to be called “Taylor’s Version”. I just thought it was kind of funny, because she re-recorded her earlier albums and I certainly had similar reasons for doing that. And there’s an added joyfulness to all of this since I got my publishing back a few years ago. Being free and emotionally secure enough to do this record is a sign that my re-engagement with my own music was complete.

    “I was trying to be the best in the world”

    Thinking back to your younger self, how do you account for CCR’s incredibly prolific run of hit singles and albums?

    After “Suzie Q” was a hit at the end of 1968, I decided I didn’t want to be a one-hit wonder. So I got busy and just took it on. I thought my bandmates were going to do the same thing, but it didn’t work out that way. I realised that if I was really going to go forward, it was up to me. So I’d stay up every night, until three or four o’clock in the morning, writing songs like a maniac. Then I’d show up for a noon rehearsal the next day. I was trying to be the best in the world. 

    You play Glastonbury this month, 18 years since you last appeared at the festival. What can people expect this time around?

    I’m very much looking forward to it. I want to play a great rock’n’roll set. I have a wonderful band that includes my two sons, Shane and Tyler. We’ve been playing together for some time now and we all really enjoy it. Rock’n’roll is not lazy. It’s got to be fearsome and aggressive, full of energy and fire. And that’s exactly what I’m going to do. 

    ROB HUGHES

    Legacy: The Creedence Clearwater Revival Years is released by Concord on August 22