Eno (2)

(In English here)

Der Witz von Gary Hustwits filmischem Brian-Eno-Portrait ist, wie hier in diesem Blog geschildert, dass eine Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt wird, um den Film bei jeder Vorführung bzw. bei jedem Abspielen anders aussehen zu lassen. Es werden Szenen ausgetauscht und durch andere ersetzt, dadurch werden Schwerpunkte verschoben und Inhalte umgestaltet. Das kann man so machen, es ist sicher eine clevere Idee, die an Enos „Generative Music“- oder seine „77 Million Paintings“Projekte angelehnt ist. Für mein Gefühl der Haupthaken dabei ist, dass nicht zwei Zuschauer denselben Film sehen und man sich insofern auch nur begrenzt über den Film unterhalten kann.

Interessant, dass die diesjährigen Bayreuther Festspiele ein vergleichbares Experiment wagen — das in diesem Fall allerdings aus der finanziellen Not heraus geboren ist. Der „Ring“ wird dieses Jahr nicht komplett neu inszeniert, sondern halbkonzertant aufgeführt. Das Orchester spielt, die Sänger und Sängerinnen stehen auf der Bühne und singen, während im Hintergrund und auf Gaze-Vorhängen von einer KI ausgewählte Bilder und Ausschnitte aus früheren Inszenierungen der Oper zu sehen sind. Diese werden live aus einem elektronischen Archiv zusammengestellt und live verändert. Konsequenterweise bezeichnet sich der Regisseur als „Kurator“. Auch hier ist das Resultat, dass jede Aufführung einmalig bleiben wird.

Dass das alles noch nicht so funktioniert, wie es sich Regie und Ausstattung wohl erhofft haben, zeigen die verschiedenen Kritiken der „Walküre“-Aufführung. 

Aber man darf gespannt sein, wie sich das weiterentwickeln wird. 

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