“Traumstadien“
„Early in 2025 I stumbled across a Youtube Video of Duke Ellington being interviewed on an old American TV show, in which he claims „No this is not Piano, this is Dreaming“ whilst playing the piano. A few days later, still thinking of this clip, I wondered what a piano having a dream would sound like… and then the idea that I should make an album which sounds like a piano dreaming! Dream States was therefore born. During the heatwaves of summer 2025 I found it hard to sleep some nights and crept down into my music room and started to make music, music for a dreaming piano.“

Made by Neil Stringfellow as Audio Obscura with the exception of the first 40 seconds which are sampled from a TV interview of Duke Ellington speaking and playing piano.
TRÄUM ICH ODER WACH ICH?
Wie würde ein Piano klingen, das einen Traum hat? Ein Album füllt mir da ein, dass dieser Frage schon mal nachgegangen ist, Player, Piano“ sein Titel. Wenn es zu Daniel Lanois’ Selbstverständnis zählt, stets mit einem Fuss in der Vergangenheit, und dem anderen in der Zukunft zu stehen, bekommt hier die gute alte Zeit eindeutig Vorrang, auf den ersten Ton zumindest.
Rasch aber spürt der, der sich mit offenen Ohren in die Musik fallen lässt, dass hier kein regressives Schwelgen am Werk ist, und auch nicht in die klassische Falle getappt wird, den nächsten unausweichlichen „sweet stuff“ in der Nachfolge von Erik Saties goldenen Oldies zu verzapfen.

Diese Platte ist eine kleine Sensation. Ein Wunder sowieso, wie er sein Zweit- oder Drittinstrument hernimmt, und ihm demassen verführerische Figuren entlockt, jenseits von Kitsch und Erhabenheit. Hier und da mit den richtigen falschen Tönen, dass nur das normierte Denken zuckt, und jeder andere aus dem Staunen keinen Weg herausfinden möchte. Was der gebürtige Kanadier hier veranstaltet, ist schichtweg ein Traum. Was für Auren, Farben, Treatments, Nachhallkurven und Drumherumgeschimmer – was für eine intime Veranstaltung!
Danny Boy hat neben berühmten Produktionen (Dylan, Neville Brothers, Gabriel, u2), neben eigenen rar gesäten, betörenden Songalben, auch eine stattliche Anzahl rein instrumentaler Musik veröffentlicht „Player, Piano“ gehört neben „Belladonna“ (2005) und „Goodbye To Language“ (2016) zu den drei instant classics seiner Ambient-Discographie. Und, natürlich, nicht zu vergessen, der heilige Gral, „Apollo“, das Trio mit den zwei Enos, das nach mehr als drei Jahrzehnten eine qualitativ ebenbürtige Fortsetzung erfuhr.
Ende Juli erscheint übrigens „Belladonna (Nocturne)“.
Ein Kommentar
Michael Engelbrecht
Dream States: A peak into consciousness
(Scientific American)