Monthly Revelations (October)
Seit „Psychedelic Pill“ hat mich kein Neil Young-Album so sehr berührt wie „Second Song“. Und somit kommen auch in der Oktoberkollektion der kleinen Offenbarungen ein paar der üblichen Verdächtigen zusammen. Meine Hörgeschichte mit Neil begann in den Sommerferien 1970 in einem Plattenladen in Paignton. Oder war es 1971. „Second Song“ kommt wie ein „Farewell-Album“ daher. Das Album ist ein traumhafter „Schleicher“. In der Archivabteilung habe ich nicht die „Frank Tiberi Coltrane Tapes“ anzubieten, denn sie klingen schrecklich. Was nicht an Coltrane, sondern an der Aufnahme liegt, dagegen sind all die Can-Ausgrabungen nahezu audiophil. Richard Williams hat am 100. Geburtstag des Meisters die pure Exstase von „Om“ und „Kulu Se Mama“ daheim aufgelegt (ich bin ein grosser Fan von Kulu Se Mama!), ich werde demnächst „Crescent“ lauschen. Menschen mit einer engen Beziehung zur Musik wissen genau, welche Platte ihnen in einer bestimmten Situation wirklich guttut! Man hat da einen ganz persönlichen Seismographen.

Und so finden sich im Archiv die „Reissues“ von „Drawn From Life“ (ein wundervolles neues Cover!) und „Another Day On Earth“ – ein guter Grund, mein Gespräch mit Brian Eno aus dem Jahr 2005 einmal mehr zu posten. Ich hoffe. Ich finde für den November irgendwo mein Interview mit Peter Schwalm aus der Jazzthetik wieder, worin sich alles um „Drawn From Life“ drehte – Martina ist ein grosser Fan des Stückes „Bloom“. „Drawn From Life, originally released on Virgin Records in 2001, was a full collaboration between Brian Eno and J. Peter Schwalm, the two having met through Eno’s longtime friend Rolf Engel. It will carry that joint billing for the first time. The album featured Holger Czukay, Laurie Anderson, Nell Catchpole and Leo Abrahams, and was supported by a tour taking in Porto, Lanzarote and a headline appearance at Japan’s Fuji Rock Festival.“ Fragt mal Thomas Pannhorst nach diesen beiden Alben!

Ansonsten hole ich jetzt, wo die „12 Conversations“ von Ryuichi Sakamoto und Alva Noto erschienen sind (und was für ein fantastisches Album ist das denn bitteschön!) zu gerne Jan Reetzes Filmbesprechung von „Opus“ wieder hervor. Ansonsten: „Last Seen“ ist meine derzeitige Lieblingsserie, knapp vor der zweiten Staffel von „Women In Blue“. Die „Radio-Rubrik“ ist nun selber ein kleines Archiv geworden meiner letzten drei Sendungen – ich werde demnächst noch mein Laurie Anderson-Porträt von 1994 hinzufügen. Und was das Buch des Oktobers angeht – wo ist Lajlas Liste voller „beach book highlights“ hin!? Solange die nicht auftaucht, sorge ich für einen (mich jedenfalls rumdum fesselnden) „Platzhalter“! (me)