Herbstliche Hypnose
„Second Song“ ist ein Akt der Hypnose. Bei allem anhaltenden und sich endlos erneuernden Einfluss von Neil Young ist diese Kraft etwas, an das niemand heranreicht. Man kann sein launisches, miauendes kanadisches Jammern nachahmen; seinen Verité-Ansatz bei Studioaufnahmen übernehmen; die Akustikgitarre auf Drop-D stimmen und die E-Gitarre über einen Vintage-Verstärker mit Overdrive spielen; ein Solo aus nur einer Note reißen und sich in das Griffbrett graben, als hätte dir ein schwächerer Spieler sein Instrument gereicht, um den Hals einzuspielen. Aber wer sonst kann mit solcher Leichtigkeit und Geduld, mit so wenigen Mitteln, diesen körnigen, herbstlichen Traumzustand heraufbeschwören? Zum ersten Mal seit dem lauteren und raueren „Psychedelic Pill“ aus dem Jahr 2012 schwelgt Young auf seinem 50. Studioalbum in dieser Gabe und verbreitet einen Schimmer bittersüßer Zufriedenheit, der in seinem Gesamtwerk einzigartig wirkt.
So beginnt Sam Sodomskys Besprechung von Neil Youngs neuer Platte, und ich unterschreibe jedes Wort dieses Auftakts. Ich habe sie heute nachmittag zum ersten Mal gehört, und die Songs transportierten mich. (me)
2 Kommentare
Olaf Westfeld
Noch ne Herbstliche Hypnose: https://www.youtube.com/watch?v=vRaFed9Of1o&list=RDvRaFed9Of1o&start_radio=1
flowworker
Fantastic piece, the closer on the Shearwater album.
Great to see it in this version.
me