Keigo Hiagshino (1958-2026)


„Keigo Higashino’s Journey Under the Midnight Sun is a subversive treasure. One reviewer dubbed him the Japanese Stieg Larsson, and he definitely deserves to be ranked with the titans of the crime genre. And even more so: if David Foster Wallace had written a thriller, it would probably read something like a novel by Keigo Higashino. Compulsion, games, systems within systems, cultural bewitchment, politics: these two writers would have had a lot to discuss.“  

Es gibt jene raren Meisterwerke, die einen dunklen Sog entfalten, alle Genredefinitionen vergessen machen, zugleich Gesellschaftsroman, Psychothriller, Zeitreisen und sonstwas sind – Unter der Mitternachtssonne von Keigo Higashino gehört sicher in diesen letzten Kreis episch-mäandernder „Schmöker“, in den man sich auf wundersame Weise verlieren kann. Es gibt gute Gründe, sich beim Lesen ein kleines Namensverzeichnis anzulegen, mit kurzen Stichwörtern zu den handelnden Personen. Es funktioniert aber auch ohne eine akribische Notizsammlung: jede Figur wird unverkennbar eingefangen in ihrer ganz eigenen Art, das Lebens zu meistern, oder an ihm zu scheitern (das letzere ist der Normalfall), und so werden die Klänge der anfangs exotischen, kaum erinnerbaren, Namen wie wiederkehrende Motive einer Symphonie von Großstadtstimmen wahrgenommen, die ihre einsamen Totentänze unter der Mitternachtssonne aufführen. In seltsamer Schwerelosigkeit. Was für ein Buch! „Unter der Mitternachtssonne“ ist unendlich spannend – und wohl einer der zehn, zwölf besten „Kriminalromane“, die ich, seit ich Erwachsener bin, gelesen habe.

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