Planet Alexander Kluge kreist woanders
Als ob sie sich abgesprochen haben: wir gehen jetzt mal. Wer ist der Nächste? Gerhard Richter? Dann wären die Poeten unter sich.
Ich traue mir keinen Nachruf zu, wüsste nicht, wo ich anfangen soll. Hier ein kleiner Text , den ich mal anlässlich einer Ausstellung auf Mana geschrieben habe. Hier eine kleine Anekdote, die ich mal mit ihm erlebt habe nach einem Vortrag in Düsseldorf über Das Fernsehen. Er sass danach zufällig in der Kneipe neben mir. Ich fragte ihn etwas provokant: Ist denn TV wirklich sooo wichtig? Er antwortete mit diesem geheimniswissenden Lächeln: Ich möchte doch sehen, was Helmut Schmidt da in Tunesien macht.
Hier Tipps, wo man den „Heiligen“, die Tage in den Medien erwischen kann:
ARTE Freitag, also heute, 22.45 Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos
BR Samstag 23:15 Abschied von gestern. Nach dem Film noch ein Sonderbeitrag über ihn
3SAT 29.3. ab 20.15 Nachrichten aus der chronologischen Antike
Radio Bayern2 und Deutschlandfunk bringen Sondersendungen über „Die Chronik der Gefühle“ und über seine jüngsten Arbeiten zur KI. (Sendezeiten konnte mit KI noch nicht geben)
Alexander, ich trauere. Um Peter Schneider, der gestern beerdigt wurde, um Habermas, um dich. Du sagtest einmal: Die Gefühle sind langsam. Zum Gluck ist der Frühling da.
2 Kommentare
Jan Reetze
Man schaue auf deren Geburtsjahre und dann auf das eigene … Früher fand ich es immer albern, wenn Ältere klagten, es stürben nach und nach alle weg, die mal wichtig waren.
Ich gestehe, aus Kluges Filmen selten ganz schlau geworden zu sein. Aber ich erinnere mich an seine dctp und ihre eigenwillig gestalteten TV-Beiträge, mit denen er es schaffte, Substanz selbst noch ins RTL- und Sat.1-Programm zu schmuggeln — nicht von ungefähr wollten die diese ihnen von der Medienaufsicht zugewiesenen Einschaltungen immer loswerden.
Und ich erinnere mich an Jürgen Prott, meinen wohl wichtigsten Prof an der Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP), an der ich im Zweiten Bildungsweg gelandet war. Der war ein Medienprofi, selbst auch immer mal wieder radio-aktiv, und er ließ immer wieder in seine Lehrveranstaltungen einfließen, als wie wichtig er das Werk Alexander Kluges erachtete, und die Lektüre von „Öffentlichkeit und Erfahrung“ von Oskar Negt und Alexander Kluge war bei ihm Pflichtprogramm. Ich habe einiges fürs spätere Uni-Studium daraus mitgenommen.
flowworker
A propos Planeten und Orbit:
Hier folgt „Der Himmelsbeschreiber“
https://audio.dctp.tv/raumfahrt-als-inneres-erlebnis/