Approved by Sidd Hartha

„Das von Jamie Hewlett gestaltete Cover zeigt die vier Bandfiguren auf einem Berg über den Wolken – ein Bild für Übergang und Perspektive. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz sieht Hewlett zwar als mögliches Werkzeug, betont aber die Grenzen: Kunst brauche eine persönliche Handschrift, sonst könne man sich „nicht in sie verlieben“.“

„Es ist 25 Jahre her, seit Gorillaz ihr gleichnamiges Debütalbum veröffentlicht haben. Ein Projekt, von dem man vernünftigerweise annehmen konnte, dass es sich um einen einmaligen Scherz eines Britpop-Stars handelte, hat stattdessen ein Vierteljahrhundert überdauert – lange genug, damit Damon Albarns und Jamie Hewletts Konzept einer „virtuellen Gruppe” weniger wie ein bissiger Witz auf Kosten der Popindustrie wirkt, sondern seltsamerweise wie etwas Alltägliches: Ihre neueste Veröffentlichung erscheint in einer Welt, in der die Cartoon-K-Pop-Bands Huntr/x und Saja Boys zusammen bereits 100 Wochen in den britischen Single-Charts verbracht haben, in der die Anime-„Vocaloid” Hatsune Miku in der O2 Arena auftritt und in der der gefeierte Produzent Timbaland eine KI-generierte Sängerin namens Tata Taktumi auf den Markt gebracht hat. Mittlerweile umfasst das Werk von Gorillaz neun Alben, an denen etwa 100 Gastkünstler mitgewirkt haben; sie sind das Bindeglied zwischen Carly Simon und Shaun Ryder, Skepta und Lou Reed sowie Bad Bunny und Mark E Smith.“ (Alex Petridis über „The Mountain“ in „The Guardian“)

4 Kommentare

  • flowworker

    Und das schreibt die FAZ dazu:

    Mit ihrem neunten Studioalbum „The Mountain“, das heute erstmals unter ihrem eigenen Label Kong Records erscheint, schlägt die Comic-Band um die fiktiven Charaktere 2D, Murdoc Niccals, Noodle und Russel Hobbs nun ein neues Kapitel auf. Die 15 Songs führen musikalisch einmal um die Welt und kreisen zugleich um ein zentrales Thema: Leben, Verlust und die Frage, was bleibt.

    Zu den Gästen zählen unter anderem Gitarrenlegende Johnny Marr, Sitar-Spielerin Anoushka Shankar, das US-Duo Sparks sowie die Rapper Yasiin Bey, früher bekannt als Mos Def, oder Black Thought von der legendären Hip-Hop-Band The Roots.

    Genregrenzen waren für Gorillaz noch nie entscheidend. Auch „The Mountain“ mischt Pop, Hip-Hop, Elektronik, Rock und Weltmusik. Die 15 Tracks dauern knapp eine Stunde – und kommen kaum ohne prominente Mitwirkende aus.

    Musikalisch ist das Album ein dichtes, vielschichtiges Geflecht aus internationalen Einflüssen. Indische Sitar-Klänge treffen auf Funk-Grooves, arabische Gesänge auf Hip-Hop-Beats, elektronische Flächen auf klassische Instrumente. Aufgenommen wurde an verschiedenen Orten rund um den Globus – von London über Indien bis nach New York.

    Trotz der Vielzahl an Gästen wirkt das Album aus einem Guss. Das liegt auch daran, dass sich bestimmte Klangfarben – etwa die Sitar von Anoushka Shankar oder die Gitarren von Johnny Marr – wie ein roter Faden durch viele Songs ziehen.

    Thematisch gehört „The Mountain“ zu den persönlichsten Gorillaz-Alben. Albarn und Hewlett verloren beide kurz vor den Aufnahmen ihre Väter. Viele Songs beschäftigen sich mit Abschied, Erinnerung und Vergänglichkeit – unterstützt durch posthume Beiträge von Weggefährten wie Soullegende Bobby Womack, Afrobeat-Pionier Tony Allen oder Mark E. Smith von The Fall. Doch das Album bleibt nicht im Privaten stehen: Politische Spannungen, autoritäre Systeme, Desinformation und religiöse Heilsversprechen tauchen immer wieder auf. 

    Zusammenarbeit bleibt das zentrale Prinzip der Gorillaz – und das war schon immer das Wesen einer klassischen Gorillaz-Platte. Die Mischung aus Künstlern unterschiedlicher Generationen und Kulturen sei entscheidend, um hinter den virtuellen Figuren echte menschliche Begegnungen hörbar zu machen, sagte Albarn dem Musikmagazin „Rolling Stone“.

    Auch visuell bleibt das Konzept konsequent. Das von Jamie Hewlett gestaltete Cover zeigt die vier Bandfiguren auf einem Berg über den Wolken – ein Bild für Übergang und Perspektive. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz sieht Hewlett zwar als mögliches Werkzeug, betont aber die Grenzen: Kunst brauche eine persönliche Handschrift, sonst könne man sich „nicht in sie verlieben“.

    Passend zum multimedialen Ansatz erscheint parallel zum Album ein animierter Kurzfilm mit dem Titel „The Mountain, The Moon Cave and The Sad God“. Darin kämpfen sich die Cartoon-Figuren der Band durch eine düstere Dschungellandschaft auf dem Weg zum titelgebenden Berg – eine Reise, die vom Traum zum Albtraum wird.

    Der Film feiert ebenfalls am 27. Februar Premiere. Laut Albarn wurden für die Produktion des Streifens Techniken verwendet, die für Animationsfilme in den 60er-Jahren benutzt wurden. Auch Charakter-Schöpfer Hewlett betonte kürzlich in einem Radio-Interview, dass keine Künstliche Intelligenz oder Computer für die Produktion des Films benutzt wurden: „Natürlich muss letztlich an einem Computer alles zusammengefügt werden, aber es wurde alles auf Papier gezeichnet.“

  • flowworker

    Und das sagt Damon Albarn auf einige Fragen, und ich finde die Antworten sehr bemerkenswert. Es ist ein Album, das mich wirklich oft einfängt, da gefallen mir sogar die Passagen von Herrn Hip, Frau Hop, und der alten Tante Rap. Für ein Album, das soviele Elemente hat, die nicht meine Tasse Assam sind, ist es ziemluch packend, und ich gebe 3 1/2 Sterne.

    (M.E)

    How autobiographical are the lyrics here?

    I’d say this is the most emotional album I’ve ever made, certainly as Gorillaz. The lyric about being a chastened man on “The Empty Dream Machine”, I do mean that. I do endeavour to keep improving as a human being, because that seems to be the only option. I really have been chastened in recent years – by relationship breakdown, divorce, death, politics. And, of course, the dark satanic mills of global politics, that all oozes out of the floorboards on this record.

    This is a very multilingual LP: how much do you understand?

    Bits. My German and French are pretty good. I speak a bit of Spanish. That comes through my daughter Missy, who is fluent in Spanish and has spent time in Buenos Aires, and got me into Trueno and Bizzarap, the Argentinians on this album. But you often don’t need to understand every word to connect emotionally. That’s why I find lyrics so difficult. Much of the time, I want to keep the lyrics I improvise on the original demos, because they’ve got the right emotion. On the first Gorillaz record, my lyrics were almost all gobbledygook. I sometimes have difficulty articulating my emotions. But I’ve tried to do it on this album, as honestly as I could

    What would you say to accusations of “cultural appropriation”?

    I don’t see it as appropriating anything. I’m just learning how to speak a few words of a different language. I’m just really interested and enthralled and fascinated by any nuance in a culture that I don’t understand. And I want to learn it and project it forward, project it back. I want to see its reflection, I want to taste its flavours. I want to be enveloped by it. And if that’s appropriation, well, that’s me. If you’re genuinely interested and respectful: great. What else is there, apart from learning more? I was brought up in the East End of London in the 1970s, in a terraced house, with a Jamaican family on one side and a Pakistani family next door. I’m hardwired to be interested in all cultures, to get into conversations and friendships with different people.

  • Olaf Westfeld

    Das letzte Gorillaz Album, dass ich richtig gehört habe, war Plastic Beach – bestimmt auch schon wieder 15 Jahre her. Kaum noch Erinnerungen an die Musik, obwohl das ein, zwei Sommer lang wirklich viel lief.

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