• Am Sonntagnachmittag an den Meerespools

    Heute ist Bilderbuchwetter: wolkenloser blauer Himmel, ruhiges glitzerndes Meer, 28 Grad in der Luft, 20 Grad im Meer. Ich höre eine deutsche Frauenstimme sagen: hier ist es wie in einem Wellnesshotel, und alles eintrittsfrei. Ein Badegast fragt sie, was nimmst du mit von hier, wenn du wieder nach Deutschland zurückkehrst? Mojos verde und rosso, das gibt es nicht bei uns. Der Mann sagt, ich bin hier, um leer zu werden, ich will mit den Regenwürmern kommunizieren. Die Frau lacht. Wie kommst du denn da drauf?

    Ich sehe, dass er ein Buch von Byung Chul Han auf seinem Handtuch liegen hat. Ich kann den Titel nicht lesen. Das Cover zeigt einen grünen Fichtenhain, das Buch kenne ich noch nicht. Ich beschliesse, abzuwarten, bis die beiden ins Wasser gehen. Das letzte Buch, das ich von Han gelesen habe, ging über Hoffnung, davor das über seinen Garten. Sie gehen schwimmen. ich drehe das Buch so zurecht, damit ich den Titel erkennen kann. Ich erhasche nur Simone Weil. Sie nähern sich schon wieder, war ihnen wohl zu kalt im Atlantik. Als Studentin hatte ich ein Foto von Simone Weil auf meinem Schreibtisch stehen und ihre Cahiers lagen darunter. Ich frage den Mann, ob ich mal kurz in sein Buch sehen darf, er sagt, na klar. Es ist ein Buch über Gott, es ist ein Gespräch zwischen Byung und Simone über ihre Gedanken . Ob er schon darin gelesen hat, frage ich ihn. Er strahlt mich an: genau das richtige Buch für diese Insel: Stille, Leere, mit Gott und der Natur sprechen lernen. Ich sage nichts. Ich denke an die Torturen, die sich diese Philosophin auferlegt hat. (L.N.)

  • ECM 2844 – Meditation und Tanz

    Wer einmal in dieser Musik angekommen ist, spürt wahrscheinlich, wie perfekt das Cover gewählt ist! Ich hatte über Wochen dermassen intensiv Steve Tibbetts‘ ECM-Alben für das Radioportrait gehört, dass kaum Raum war für anderes.

    So blieb meine erste Begegnung mit dem zweiten Soloalbum von Björn Meyer erstmal oberflächlich. Aller Ehren wert, fein, fein, sehr schön. So ratterten die üblichen Reflexe, ein Brimborium von Flüchtigkeiten. Das änderte sich gestern, als ich mich ganz auf dieses Album einliess, eingespielt mit seiner elektrischen Bassgitarre und diversen „treatments“.

    Was für eine gelassene, gelegentlich unheimliche Tiefe! Etwas Dunkles strömt in den Raum, wirft Schatten ins Lichterfüllte. Meditation und Tanz zugleich.

    Mir kam zudem ein Sinn in den Sinn, für den Titel „Convergence“. Josef Engels beschliesst seine Besprechung in „Rondo“ so: „Convergence“ ist kein Blockbuster mit Explosionen und Muskelspiel, sondern feines Autorenkino mit Tiefenwirkung!

  • Spätzünder


    Für mich erstmal eine Überraschung, dass sich Gillian Welch und David Rawlings auf ihren anstehenden Live-Auftritten der Musik von Grateful Dead zuwenden. Ich habe einige Alben dieses Paars, das irgendwo zwischen zeitlosem Folk und neorealistscher Countrymusik eine einsame Klasse darstellt. Was aber Grateful Dead angeht, habe ich mir in ganz jungen Jahren nur ein Album von ihnen zugelegt: „Blues for Allah“. Ich war beeindruckt, aber nicht so, dass ich die Wege dieser Mythenumwobenen weiter verfolgt hätte. Die Neuauflage von „Blues For Allah“ auf Vinyl (Rhino) packte mich dann vor Wochen einmal mehr, ohne sanfte Blicke in den Rückspiegel der Zeit. Also erlaubte ich es mir, zwei Alben der „Grossartigen Toten“ zu besorgen, die mich nach einigem Stöbern besonders anlockten: einmal „Terrapin Station“, ein feines Album, das einen Hauch von „Abbey Road“ in die USA transportiert: Streichinstrumente, grosser Raum, opulente Sphären und feinsinnge Songgespinste! Das alles serviert mit den „deep americana roots“ der Gruppe.

    Aber das war nur ein gelungenes Vorspiel für die Wucht und Wirkung, die „Live Dead“ gestern Abend auf mich ausübte. Ich kann mir gut vorstellen, wie dieses ausufernde, wilde, hypnotische Live-Album 1969 auf die Hippie- und Underground-Kultur gewirkt hat, und beneide Lajla, dass sie die Jungs und Mädels einst in San Francisco oder wo auch immer livehaftig erlebt hat: ich staune! Und ich sehe keinen Grund, es nicht an die Seite zu stellen des mir seit 1971 bestens bekannten, immer wieder gehörten, innig geliebten „Live At Fillmore East“ der Allman Brothers. Und mittlerweile kann ich mir gut vorstellen, wie das Duo Gillian / Welche die Melodien und Essenzen der Grateful Dead filtern und verwandeln! Es wird Abende geben, da werde ich das Kerzenlicht anzünden und sehr gerne, je nach Stimmungslage, eines dieser drei Alben aus dem Regal holen. Verdammt gute tiefe Musik. Räucherstäbchentauglich, wenn mir diese kleine „Regression im Dienste des Ichs“ erlaubt wird! (m.e.)

  • Monthly Revelations (February)

    album JONATHAN RICHMAN: ONLY FROZEN SKY ANYWAY
    talk STEVE REICH: CONVERSATIONS
    archive MORTON FELDMAN: ROTHKO CHAPEL / FOR FRANK O‘HARA
    prose CARLOS CASTANEDA: DAS WIRKEN DER UNENDLICHKEIT
    film PASSGIERE DER NACHT
    television ALL HER FAULT
    radio DIE MINNEAPOLIS-KATHMANDU CONNECTION

    (das Albumcover liegt mir schon in sechs audio files vor. Die dazugehörige Musik wird im April mit grosser Wahrscheinlichkeit a) das Album des Monats sein und b) als letztes Stück meiner Klanghorizonte Ende Mai erklingen. Die liner notes stammen von Robert MacFarlane.)


  • In memory of Ralph Towner

    Es ist Teil der Trauer und der Würdigung für viele, wenn einer von unseren Lebensbegleitern in Sachen Musik den Planeten gewechselt hat, ein Lieblingsalbum aus dem Regal zu holen und es in aller Ruhe zu hören. Meine Wahl träfe auf „Diary“, oder „Solstice“ aus den 1970er Jahren. Oder auf „Distant Hills“ – Alben, die immer bei mir geblieben sind. Ich bemühe mich darum, ein altes Radioportrait von Ralph Towner aus dem Archiv des Senders zu besorgen. Steve Tibbetts schrieb mir noch vor wenigen Tagen von seiner ersten Begegnung mit Ralph, dazu ein anderes Mal mehr. Im folgenden Brian Whistlers Besprechung aus dem Jahre 2017 seines letten Soloalbums…


     
    I recently saw Towner perform a stunning solo set at the SF Jazz Center. It was a remarkably fresh set from someone who has been on the scene for some 50 years. Most of the tunes came from the new album.  He did play a few classics such as If and Redial. He also played a beguiling version of I Fall in Love Too Easily.

    At 77, Towner shows no signs of slowing down or losing his edge. He took chances during his 50 minute set, occasionally flubbing a note that he tried to grab, but then, that’s always been Ralph’s style-thank God, he doesn’t play it safe. Of course, sounding  perfect on the solo classical guitar is a challenge that even many of the classical greats fall short of- I have heard Parkening blow a note and even the ever reliable Williams buzz a few on the fretboard. Not that I care personally about such nonsense. Still it makes me laugh to know Ralph’s classical guitar teacher once told him he would never make the cut as a classical guitarist-and in a way he was right: Towner is SO much more than a mere interpreter of written music-he is a major creative force. He has penned literally 100s of compositions, many of which are played by aspiring classical players. As an improviser on the nylon string he is perhaps in a class by himself.

    This may very well be Towner’s strongest solo album yet. The ever prolific master has gifted us with 10 new originals, most written in his neo-classical style. His playing is in top form- indeed Towner is one of those artists who has only improved with age. What you have here is a very listenable album, a kind of rainy day music for thoughtful listeners. It is anything but background music, although I suppose it could be listened to as such-repeated listenings reveal hidden depths.

    The opening piece, Pilgrim, sets the tone for this mostly introspective set. It’s all there: a strong melodic classical piece tinged with contemporary harmony and rhythm, that familiar and specific world that only Towner seems to inhabit. There are two tunes on which Ralph plays his signature 12 string. It’s great to hear that unique sound again. His reading of My Foolish Heart is as sweet and tender as Bill Evans’s classic version at the Village Vanguard, which according to Towner, was the inspiration for choosing to become a jazz musician in the first place. You can certainly feel the Evans influence here. To close out the set, he plays a remarkably complete sounding solo version of his Oregon composition, Rewind.

    I just want to add that this may very well be the best recording yet of Ralph’s custom nylon string. It’s almost as if he’s playing in my living room. Towner is a bit of a reverb freak-it should be noted that his live performance was slathered with was in my opinion, way too much verb.  Thankfully this is not the case on this recording, which has just the right amount of hall ambience to give the recording some needed space around the luscious notes. Kudos to Manfred Eicher and the fantastic engineers at ECM, who continues to outdo themselvs in the production department.

    Towner has done it again. An instant classic.

  • Die Fabrik der Träume

    Es gibt viele Wege, alte Zeiten zu erinnern. Eine Zeitreise durch die Alben von Steve Tibbetts brachte Erinnerungen mit sich an mein erstes Hören seiner Musik in meiner Souterrainwohnung im Bayerischen Wald anno 1982. Man kann ja überall über Erinnerungen stolpern: als ich einmal meinem Lieblingslyriker der alten BRD zufällig im Fahrstuhl des Deutschlandfunks begegnete (er war lange Jahre Redakteur der Hörspielabteilung), zog ich freundliches Grüssen allein jedem small talk vor. Vor Tagen fiel mir ein altes Buch von ihm und seiner Frau in die Hände, „Fenster und Stimmen“ aus eben jenem Jahr 1982, in dem ich tief im Südosten eine kleine grosse Lovestory erlebte. „Die Malerin und Graphikerin Rango Bohme, einst Jürgen Beckers Lebensgefährtin, hat dieses Buch mit ihrem Bildern ermöglicht, denen, unabdingbar zugehörig die selbständigen Stimmen der Gedichte zur Seite gestellt sind“, so heisst es im interessanten, ausführlichen Klapptext des Buches. Das Gedichte haute mich schlicht um, als ich es vorgestern und gestern auf mich wirken liess, zusammen mit der Zeichnung von Rango. Jürgen Beckers Lyrik ist für mich eines der spannendsten Transportmittel für Zeitreisen durch die Jahrzehnte im alten Westdeutschland, weil sie es nie bei Abbildung und Innerlichkeit belassen, sondern erfinderisch Schicht um Schicht freilegen.

    Ein Freund schrieb mir vor Tagen, dass er vor der Frage stehe, die Briefe einer alten Liebe ins Feuer zu werfen. Es war ja alles, egal wie fantastisch, letztlich auf grossen Liebeskummer hinausggelaufen bei ihm, auf den Schmerz und die Leere, die eine lang gehegte Illusion hinterlässt. Nun, diesem Club hätte ich Ende 1982 auch beitreten können. Heute Nacht fand ich mich im Traum in meiner vorübergehenden bayerischen Wahlheimat wieder, scheinbar nicht weit von dem Örtchen Arnschwang entfernt. Ich traf auf eine Gruppe rüstiger Wanderinnen, erkannte ihren leicht süddeutschen Zungenschlag. Ich fragte sie, wo denn hier der Ort Arnschwang zu finden sei. Sie sagten mir, gar nicht weit von hier, und sie würden mich ein Stück des Weges begleiten. Eine der Wanderinnen war elegant gekleidet, dezent geschminkt und wunderschön, ich fühlte mich unmittelbar von ihr angezogen. Nebeneinander wanderten und sprachen wir, auf einmal spürte ich ihre Hand in meiner. Ich war wie verzaubert und erzählte ihr etwas von meiner alten Arbeit hier und meiner abgelegenen Wohnung. Da tauchte sie auch schon vor meinen Augen auf, aber als wir den Weg rechts runter gingen, Richtung Bauerngehöft, hatte sich die Architektur der einstigen Häuserzeile komplett verwandelt – in einen riesigen Fabrikraum mit seltsaman Plakaten. Dort irgendwo habe mal mein Wohnzimmer gestanden, sagte ich ihr, und staunte nicht schlecht, als sie mir leise ins Ohr flüsterte, sie wolle mich morgen wiedersehen, aber an einem schöneren Ort. Jetzt, wo ich dies notiere, erinnert sie mich von ferne an Kathleen Hepburn, die ich vorgestern noch gesehen hatte, in Robert Zemeckis „Jagd nach dem grünem Diamanten“. Ein altmodischer Abenteuer- und Liebesfilm. Mit etwas zuviel Geballer, jeder Menge herrlichem Blödsinn und ein paar bezaubernden Szenen! Ein bisschen wie mein Traum!

  • On Learning to Dissect Fetal Pigs, by Renée Nicole Macklin

    i want back my rocking chairs,

    solipsist sunsets,

    & coastal jungle sounds that are tercets from cicadas and pentameter from the hairy legs of cockroaches.

    i’ve donated bibles to thrift stores

    (mashed them in plastic trash bags with an acidic himalayan salt lamp—

    the post-baptism bibles, the ones plucked from street corners from the meaty hands of zealots, the dumbed-down, easy-to-read, parasitic kind):

    remember more the slick rubber smell of high gloss biology textbook pictures; they burned the hairs inside my nostrils,

    & salt & ink that rubbed off on my palms.

    under clippings of the moon at two forty five AM I study&repeat

                   ribosome

                   endoplasmic—

                   lactic acid

                   stamen

    at the IHOP on the corner of powers and stetson hills—

    i repeated & scribbled until it picked its way & stagnated somewhere i can’t point to anymore, maybe my gut—

    maybe there in-between my pancreas & large intestine is the piddly brook of my soul.

    it’s the ruler by which i reduce all things now; hard-edged & splintering from knowledge that used to sit, a cloth against fevered forehead.

    can i let them both be? this fickle faith and this college science that heckles from the back of the classroom

                   now i can’t believe—

                   that the bible and qur’an and bhagavad gita are sliding long hairs behind my ear like mom used to & exhaling from their mouths “make room for wonder”—

    all my understanding dribbles down the chin onto the chest & is summarized as:

    life is merely

    to ovum and sperm

    and where those two meet

    and how often and how well

    and what dies there

  • Me and Bobby Weir

    Jetzt ist my Angel gestorben. Von den Grateful Dead war er mein Hingucker, a very pretty young man. Neben dem gemütlichen, vollbärtigen Garcia wirkte Bob wie ein frisch entlassener Highschool Fellow, er war indeed der jüngste bei den Deads. Ich mochte seine Cowboy-, seine Countrysongs. Der Endlossong „Playing in the Band“ hat nicht nur mich ohne Joint high gemacht, ich habe den Genuss in Oakland im Sylvesterkonzert 1979 und dann irgendwann in den 80ern beim Konzert in Bremen voll ausgeschöpft. Wir waren eine grosse Gemeinde, wir Deadheads, tanzend wie in Trance. es waren meine schönsten Konzerte.Bob Weir stand meistens neben Garcia, manchmal trat er nach vorne, der hübsche Frontman an der R thythm Guitar. In seiner über 10 minutenlangen „Weather Report Suite“ Performance war kein Deadhead zu finden, der nicht „Let it grow, let it grow“ mitsang. Meine Lieblingssongs der Grateful Dead sind die Stücke, die von Bob Weir geprägt sind, like “ Looks like rain“, „Only a river“ „Hell in a bucket“, aus dem folgendes ,zu seinem Tod mit 78 Jahren passt: There May come a Day I will dance on your grave, if unable to dance, I will crawl across it. Ich werde in den nächsten Tagen ausschliesslich Grateful Dead hören. Morgen beginne ich mit „Don’t worry“, hier am Atlantik, phantasiere mich aber nach California.

    Lajla Nizinski

  • „Three Blind Mice“

    in the end, the structure of magic does not fail.



    Chaos working. Wimmelbild oder Zettelwirtschaft – vorübergehend sah es genau so aus. Jetzt ist das Skript weitgehend geschrieben, und alle ECM-Alben von Steve Tibbetts finden ihren Platz, ihren Raum. Bei 54 Minuten und 38 Sekunden heisst es kürzen, verdichten, ohne an Transparenz zu verlieren. Möglicherweise fällt folgende Aufzeichnung von Steve aus seinen alten Tagebüchern aus Nepal und Bali (1991, 92) der Zeit allein zum Opfer. Es war die Zeit vor der Aufnahme seines Albums „The Fall Of Us All“.

    Ich frage mich, wieso ich jeden Tag mit der Titelmelodie von „The Good, The Bad and the Ugly“ im Kopf herumwandere. Oder mit „Three Blind Mice“ oder mit „You Light Up My Life“. Ich spreche mit Keith über die Musik, die sie für die Pujas hier verwenden. Die Musik in den tibetischen Klöstern, die Hörner und die Trommeln beginnen so um 3:00 morgens. Es ist laut. Sie haben eine Sprengwirkung, sagt er. Es tickt. Ich liege im Bett. 3:00 morgens. Die Hörner und Trommeln lassen einzelne Klangsplitter erschallen, die wie ein sehr langsames „Three Blind Mice“ klingen. 

    4:00. Eine weitere Puja, die klingt wie  die fünf Noten, die den Debbie Boone Song einleiten. 4:30. Der Haushahn von nebenan schreit die ersten Fragmente von „The Good, The Bad and the Ugly“ heraus. Ich träume zu diesem Sound, und er begleitet mich den ganzen Tag. Ich bin hier oben in Sikkim. Ich erhielt eine Sondergenehmigung. Ich stand die höllische Busfahrt durch den Osten Nepals durch und ich konnte die Songs nicht aus meinem Kopf vertreiben. Ohrwürmer. 

    Ich frage Choki Nyima  Rinpoche, wofür die Musik in den Klöstern gedacht sei, und er erzählt mir, sie solle helfen, fixierte Konzepte schneller zu durchbrechen. Ich erzähle ihm von den „Three Blind Mice“ und wieso das nicht durchbrochen wird. Er lächelt großzügig und gibt mir einen Klaps auf den Kopf. Der Verrückte aus dem Westen!“

    Was ich in den letzten Wochen bemerkt habe, ist, wie viel mir die Alben, alle Alben von Steve Tibbetts, bedeuten. Nach wie vor. Aber nun werde ich erst mal keine Musik mehr hören, bis die Produktion beim Deutschlandfunk im „WebMerlin“ gelandet ist. Robert Oschatz ist einmal mehr die deutsche Stimme von Steve – super! Ich bin ganz schön groggy. Und freue mich heute Abend auf den Film „Mein Leben mit Amanda“. Von Mikaël Hers, einem grossen Go Betweens-Fan übrigens. Der Vorgänger seines wunderbaren Films „Passagiere der Nacht“. Einmal lief nachts im ZDF ein alter Lieblingsfilm von mir, Jacques Rivettes „Celine und Julie fahren Boot“, im ZDF. Ich war mitten in meinem Nachtprogramm, und hatte gerade ein feines grobkörniges Stück „Ambient Music“ aufgelegt, ich weiss gar nicht mehr, von wem. Ich ging zu dem Mann im Schaltraum und bat ihn, die Tonspur des Films in mein Studio zu leiten, und dann mischte ich die Stimme von Bulle Ogier und die Sounds von Paris unter die Musik, ein paat Minuten lang. Ich empfand das als gespenstisch und ergreifend – wohl der einzige Remix, den ich je anfertigte.