a flowflow riddle no. 68

Look at the covers below the grand On Land picture. Name the titles and artists names of all five albums posted there. Go into Sherlock mode, and be advised, it is more diffcult than you might think on first sight. One more time: the exact (!) titles are necessary! Here’s a devil in the details. The first one who sends me the rights answers will get one vinyl album from the big decade spanning boxset by Bruce Springsteen, or, in case you prefer cds, three fantastic ECM cds as a surprise package!
Der Fünfte lag richtig. Die vier anderen verwechselten DUME mit ZUMA.
Neues vom Aua-aua-Chinesen
Vor ein paar Jahren gab es mal einen Streit auf Manafonistas. Es ging um Peter Handkes Buch „Der Chinese des Schmerzes“. Im verwegenen Sound der Neuen Deutschen Unwegsamkeit (NDU) erzählt der Pedda von einem Altphilologen namens Andreas Loser aus der Steiermark. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade mit Büchern aus dem Barock beschäftigt. Damals waren die Buchtitel echte Bandwürmer, die über das ganze Cover kriechen konnten. Und da die Mandarinsaison, wie ihr hoffentlich alle wisst, am nächsten Samstag zu Ende geht, habe ich den Handke noch schnell zu vier barocken Alternativtiteln überredet, in denen nun endlich auch leidende Chinesen zu Wort kommen.

Der Morgen, an dem Hu Schi Fung aus Nanking bei einer unfreiwilligen Handke-Lektüre seine legendäre Schmerzunempfindlichkeit verlor, laut schreiend zum Doc lief, sich ein Rezept für Oxis abgriff und daher erst am nächsten Tag Andreas Losers Laubblasgerät reparieren konnte.
Der Nachmittag, an dem die Frau aus Schanghai unvermutet auf dem von Loser frequentierten Marktplatz im Steirischen auftauchte, einen schmerzensreichen Rosenkranz auf Mandarin betete, und, in der nicht unberechtigten Hoffnung auf einen Obolus der frommen Marktgänger, genügend Reiskörner in einem Topf zu ihren Füßen sammeln konnte, um sie abends in ein Säckchen zu füllen, es am nächsten Tag mit nach Schanghai zu nehmen und aus dem fünften Stock einer Pfeffermühlenruine auf den Sozialschädling (steirisch: ArbeitsLoser) und Konkurrenten um den Bettelplatz fallen zu lassen, was dem Opfer, das sich gerade darauf konzentrierte, seine Erfolg verheißende Anflehmimik aufzusetzen, unverzüglich den Halswirbel brach, schmerzfrei wohlgemerkt, so dass dieser Sermon hier, streng genommen, gar nicht als Kandidat für einen Buchtitel über einen Aua-aua-Chinesen taugt – siehe auch meine Dissertation: Jokes with an inherent potential for self-destruction that ruins the punch line.
Der Abend, an dem der von sieben Speeren durchbohrte Mandarin in Losers Stammlokal aufkreuzte, drei Andreas-Hofer-Kreuzer auf die Theke hinzählte, in Ermangelung von Reisschnaps ein Fläschchen Rübenfusel (150 ml) zum Desinfizieren der Wunden verlangte und sterbend hauchte: Rest ist Trinkgeld.
Die Nacht, in der ein Maschinenbaustudent aus Beijing mit dem Sonnigengemütskoeffizienten von minus 3,5 unerkannt durch Losers Dorf schlich und sich mangels Nachtsichtgerät an Dornbüschen und scharfkantigen Bauzaunelementen böse blutende Schürfwunden zuzog, um am nächsten Tag, pünktlich zur Öffnung von Losers weltberühmten Laubblasgeräteladen endlich mal einen chinesischen Schmerzensmann mimen und auf Losers Frage nach seinem Wohlbefinden in einem herzzerreißenden Konglomerat aus Mandarin und Steirisch seufzen zu dürfen: Muss ja.
Hubert Mania
Through This Fire Across From Peter Balkan (full cassette playback)
John Darnielle’s penchant for a concept album has already produced the likes of Beat the Champ (about wrestling), Bleed Out (action movies) and Goths (alternative music in his teens). Now, the 23rd Mountain Goats album tackles – but of course – the story of a small crew shipwrecked on a desert island in which the surviving members, including titular captain Peter Balkan, are plagued by “diminishing resources and apocalyptic visions”.
„At this moment in time it is my No. 12 of my favourite albums in 2025.. And it‘s a grower.“ (m.e.)Nachdem ihm der Titel im Traum eingefallen war, hat Darnielle sich ganz schön ins Zeug gelegt, um all das zum Leben zu erwecken. Die Instrumentierung umfasst Klavier, Holzblasinstrumente, Streicher, Blechblasinstrumente und Harfe, und die Band bedient sich einer Palette von Genres, darunter Elektronik, symphonische Balladen, Prog und Powerpop. Das Ergebnis ähnelt ein wenig dem Soundtrack zu einem imaginären Musical, da die Songs einen narrativen Bogen spannen – ein Eindruck, der durch die Mitwirkung von Lin-Manuel Miranda als Backgroundsänger noch verstärkt wird.
Die Crew sticht fröhlich in See in dem schönen „Fishing Boat“ („frei wie die Brandung“) und stößt in „Cold at Night“ („am dritten Tag sagtest du, du fühlst dich krank“) auf Probleme. Darnielle ruft trotzig „Niemand hier wird allein sterben“ in dem hämmernden „Dawn of Revelation“ und schreibt in „Broken to Begin With“ gewissermaßen ihr Epitaph.
Dennoch ist dies kein düsteres Album. Es ist aufwendig produziert, voller Galgenhumor und – wie so viele von Darnielles besten Werken – offenbart es unter der Oberfläche tiefere Bedeutungsebenen über Menschlichkeit, Zusammengehörigkeit und die kostbaren Freuden des Lebens.
Dave Simpson, The Guardian
breaking news

Es kann sich nur um Stunden, Tage, Wochen handeln, dann wird, mit der uneingeschränkten Empfehlung von Olaf und mir, Bernhard Scherber den Kreis der Flussarbeiter erweitern. Da nun Herr Westfeld mit an Bord war, und bei Konzerten der Necks (Foto) sowieso viele mit unseren „Wellenlängen“ rumlaufen, war das ratzfatz eine ganz klare Sache: vier Augen sehen mehr als zwei, und allein schon ein Mitschnitt unseres small talks im Musikbunker hätte den Stoff geliefert für ein Dutzend Kurzgeschichten. Und Sympathie ist mehr als ein „weicher Faktor“!“Aftermath“ & „Rubber Soul“ – ein Hoch auf Norman Maslov
Norman M. ist nahezu der einige „Talking Head“, dessen Videos ich mir sehr gerne und regelmässig ansehe. Ich prüfe kurz, ob mich das Thema interssiert, and then I let it flow. Letzte Woche entdeckte ich durch ihn eine alte Scheibe von Tim Buckley, „Greetings From L.A.“ aus dem Jahre 1972. Olaf und ich hörten neulich in meiner Höhle eine Schallplattenseite von Tims „Happy Sad“ und wir waren unisono verzaubert. Norman hat eine ruhige sehr angenehme Art zu erzählen, verbindet klug Musikhistorie und Privates, ohne jede Art von Aufgesetztsein.
Ich bin gespannt, was er zu den beiden Alben der Beatles und Stones erzählt, und poste sein Video, ohne es zuvor angesehen zu haben, I trust this guy! Je älter man wird, desto mehr bleibt man bei den Platte, oder kehrt zu ihnen zurück, die nicht aufhören, uns an andere Orte zu transportieren. Als Teenager war „Aftemath“ eine meiner ersten Platte. Der Musikkriiker in mir war schon damals schon hellwach:) – ich liebte etliche Songs, einige fand ich leider etwas mau. Mit 10, 111 oder so, Rubber Soul ist grossartig, „bis auf wenige Songs“ – hören wir, was Mazzy dazu erzählt! Ich hoffe er sieht das anders, dann sind wir im Gespräch:)… (m.e.)
“Around You Is A Forest“
Thomas Morgan’ debut album, Around You Is a Forest (Loveland Music), reveals a dimension of Morgan’s artistry long hidden from public view: his lifelong engagement with computers, programming, and hacker culture. The record is built around WOODS, a virtual string instrument Morgan designed in SuperCollider, an open-source software environment for real-time audio synthesis and algorithmic composition. WOODS evokes the sound of plucked and struck string instruments — West African lute-harps, Asian zithers, the Hungarian cimbalom, marimbas — while operating according to generative code that Morgan shaped into a living, evolving instrument.Jeder Titel ist ein Duett zwischen WOODS und Dan Weiss (Tabla), Craig Taborn (Keyboards, Feldaufnahmen), Gerald Cleaver (Schlagzeug), Henry Threadgill (Flöten), Ambrose Akinmusire (Trompete), Bill Frisell (Gitarren), Immanuel Wilkins (Altsaxophon) und Gary Snyder (Gesang). Morgans erste Erfahrungen mit dem Programmieren machte er bereits in seiner Kindheit in Hayward, Kalifornien. Sein Vater, ein Professor für Informatik, machte ihn mit Spielen wie „Where in the World Is Carmen Sandiego?“ und „Myst“ bekannt – und brachte ihm dann bei, wie man hinter die Kulissen schaut. „Als ich ihn fragte, zeigte er mir, wie man eine SimCity-Datei in Hexadezimalcode bearbeitet, um die Stadtkasse aufzubessern“, erinnert sich Morgan. „Zu verstehen, wie die Dinge tatsächlich funktionierten, eröffnete mir eine ganz neue Welt.“
„Reisenahrung“
Spätestens, als ich damals „Safe Journey“ (1984) kaufte, war meine Verbindung zur Musik von Steve Tibbetts besiegelt. Als ich heute in aller Frühe zu jenem Flughafen fuhr, der Brian Eno auf die Idee seiner auf andere Art unerschöpflichen „Music For Airports“ (1978) brachte, hörte ich nach längerer Zeit mal wieder „Safe Journey“ , und die Musik klang so frisch und unverbraucht wie einst. (m.e.)
„Alte Hasen“ stellen grosse Jazzalben der 2020er Jahre vor – „Hanamichi – The Final Studio Recording Vol. 2“ (2025)
In unserer neuen, auf 12 Folgen angelegten Reihe, besprechen Musikkritiker, die viele von uns schon lange kennen, aussergewöhnlliche Jazzalben aus dem ersten Viertel dieses Jahrhunderts.. Es geht dabei nicht um Kanonsierung und eine Best-of-Liste, sondern um besondere Werke, die aus dem endlosen Üblichen, das man auch Mainstream nennen kann, weit herausragen. Nach Nitai Hershkovitz nun also Masabumi Kikuchi, in den Worten eines wahrlich „alten Hasen“. Long may you run! Und, um alle Unklarheiten auszuräumen: ein „alter Hase“ ist man ab dem 40. Lebensjahr! Bei den flowflows sind sowieso nur alte Hasen und Häsinnen. masabumi war ein regelmässiger Gast in meinen Klanghorizonten – hier ein Foto aus einer Radionacht, in der ich in der ersten „Runde“ sein Werk „Black Orpheus“ vorstellte. (m.e.)

In seinem Begleittext zu Masabumi Kikuchis Album „Black Orpheus“, einer Aufnahme des letzten Solokonzerts des japanischen Pianisten, erwähnte Ethan Iverson ein Blatt Papier, das auf dem Klavier lag und die Anweisung enthielt: „Spiele langsamer. Ich klinge besser, wenn ich langsamer spiele.“ Kikuchi nahm sich seinen eigenen Rat zu Herzen. In den Soloauftritten, die in den 20 Jahren vor seinem Tod im Jahr 2015 im Alter von 75 Jahren aufgenommen wurden, verlangsamte sich sein Spiel so sehr, dass der Metabolismus der Musik eine neue Ebene der Existenz zu erreichen schien.

Der endgültige Beweis dafür wurde 2013 in einer Session auf einem alten Steinway D im New Yorker Klavierhaus erbracht, deren erste Früchte vor vier Jahren vom Label Red Hook unter dem Titel Hanamichi veröffentlicht wurden. Nun gibt es eine zweite Ausgabe aus derselben Quelle: Hanamichi, The Final Studio Recording Vol II. Wie sein Vorgänger mischt es unbetitelte improvisierte Stücke mit den Standardmelodien, die er gerne erkundete, in diesem Fall „Manha de Carnaval”, „Alone Together”, „I Loves You, Porgy” und „My Ship”.
Ich habe bereits hier über Black Opheus und hier über den ersten Teil von Hanamichi geschrieben, daher werde ich mich nicht wiederholen. Ich möchte nur sagen, dass diese Version von „Manha de Carnaval“ die ausgereifteste der drei ist, die ich von ihm auf Platte habe (die ersten beiden stammen aus den Jahren 1994 und 2012), und seine Interpretation von „Alone Together“ beleuchtet so wunderschön die emotionalen Konturen der Broadway-Ballade von Arthur Schwartz und Howard Dietz aus dem Jahr 1932, dass sie zu einer definitiven instrumentalen Erkundung wird, die Jo Staffords Gesangsinterpretation von 1945 in nichts nachsteht.
Richard Williams
HIER ein kurzer Moment aus dem Studio, eingefangen von Ingo J. Biermann
* Masabumi Kikuchi’s Hanamichi: The Final Studio Recording, Vol II is out now on Red Hook Records: https://www.redhookrecords.com/ The photograph of Kikuchi is by Abby Kikuchi and is borrowed from the booklet accompanying Black Orpheus (ECM).
„Alte Hasen“ stellen grosse Jazzalben der 2020er Jahre vor (1) – „Call On The Old Wise“ (2023)

Wieder mal gab das Label ECM vor ziemlich genau zwei Jahren einem Pianisten Raum, dessen Solospiel sich vom Gros seiner Kolleginnen und Kollegen abhebt. Anders als die meisten improvisierenden Pianisten orientiert sich der 35-jährige Israeli Nitai Hershkovits auf „Call On The Old Wise“ nur zu einem geringen Anteil an der amerikanischen, auf Blues, Swing und Musicals basierenden Traditionslinie. Wesentlich stärker lässt er sich von den europäischen Romantikern und jüngeren Komponisten der „klassisch“ genannten Musiksparte sowie von Film- und Evergreenkomponisten inspirieren. Oder, in seinen eigenen Worten:
„Es ist, als spiele ich mit mehreren Musikperioden gleichzeitig, aber in einer Art Augmented-Reality-Umgebung … Für mich ist das Album wie eine Reise, bei der man von einem Augenblick auf den anderen mehrere unterschiedliche Erfahrungen macht.“
Mit dem Titel „Call On The Old Wise“ meint er nicht die große Riege der Komponisten, sondern seine einstige Klavierlehrerin Suzan Cohen, der er einen Dialog aus Wellenbewegungen und Melodiespritzern widmet. Ein elegisches „Enough To Say I Will“ und die sanften „Mode Antigone“ und „Of Trust and Remorse“ folgen.Wer jetzt noch glaubt, Hershkovits Temperament würde irgendwann noch explodieren, täuscht sich: Er bleibt bei langsamen Tempi, lässt sich zwischendurch auch – wie in „Majestic Steps Glow Far“ – auf Kinderlied-einfache Melodien ein und bleibt beim Zarten, Weichen. Selbst der Blues „River Wash Me“ wirkt durch das feingliedrige Spiel mit der Dynamik hell und schwebend.
Neben 16 Eigenkompositionen umfasst die Einspielung auch zwei fremde Werke: Das verträumte „Dream Your Dreams“ von Molly Drake und ein die Blütenblätter einzeln auffächerndes „Single Petal Of A Rose“, das auch Duke Ellington als zurückhaltende, differenzierte Ballade aufgeführt hat. Mit dem auf einer hüpfenden Figur beruhenden „Of Mentorship“ und das erneut Wellenbewegungen mit einer rhythmisch akzentuierten Melodie verknüpfende „For Suzan“ erweist er seiner Klavierlehrerin noch zweimal die Referenz. Sie hat es verdient.
Werner Stiefele
(Wer Nitai Hershkovits live erleben möchte, kann dies im Musikbunker Aachen am 23. November – wer sich auf die Reise machen möchte, melde sich bei mir.)
Monthly Revelations (November)
In 1989 I wrote the liner notes for Steve Tibbetts‘s „Big Map Idea“. Now it‘s time for my first album cover:)… ECM was never afraid of „sundowners“. Some of their sunlit covers from the 1970‘s spoke volumes. So what do we have here: a decent quantum of postcard kitsch? Not at all. (m.e.)
album: Steve Tibbetts: Close // film: I know where I‘m going (1945) // prose: „Popol Vuh“ // radio: Die letzte lange Nacht der Klanghorizonte (2021) // talk: Ein Interview mit Annette Peacock (2000) // binge: Krimi, made in Germany // archive: Steve Tibbetts: Northern Song

After the production of „Northern Song“ in 1981, „guitarerro“ Steve Tibbetts was not the happiest man on the island of Sylt (photo), where he spent about a week near wintertime. After working with Manfred Eicher and his regular mate Marc Anderson on his ECM debut, Steve was not happy at all. What has happened? We „old“ Steve Tibbetts listeners love „Northern Song“, but what was going on in rainy Oslo, once upon a time in the early 1980s? The whole story was told by Rob Caldwell – Deep L and I translated it for our „archive section“. Its orginal title: „Northern Song And The Sounds Of Silence“.And in regards to „Close“: just go HERE! Beware of „the sound of Steve‘s amp exploding after 4:06 in the third section of „Somewhere“ amid his loping modal melodies.“ Steve Tibbetts‘ webste is on our blogroll.