“a way of walking through the smokey leaves of time“
„Musically, the new album occupies the same acoustic landscape as Silver & Gold, Harvest Moon and Prairie Wind – ‘reflective Neil’, basically. Crucially, the Chrome Hearts understand when not to intrude, surrounding Young’s songs with sympathetic accompaniment that favours atmosphere over embellishment. Alongside co-producer Lou Adler, Young opts for warmth and space over the compressed sheen favoured by many of his contemporaries, allowing these songs room to breathe and their emotional nuances to emerge.“
„There is a pleasing symmetry in Young, on his 50th studio album, revisiting on two cases material written at the very start of his career. The frailty of his voice, worn and weathered by age, gives these songs an additional poignancy, a reminder that these reflections come from an artist advancing into his ninth decade. Far from sounding diminished, however, Young has delivered one of his most affecting 21stcentury albums, equally sad and beautiful at the same time. For all the album’s reflections on ageing and loss, Second Song is sustained by what remains.“ (Michael Bonner, Uncut, album of the month of november)Ich freue mich auf das neue Album, das am 17. September erscheint. (m.e.)
Das schönste Cover eines Musikmagazins anno 2026

Zum nächsten runden Geburtstag von Steve Reich gibt es wieder werthaltige Editionen. Eine Dreifachvinylausgabe der drei ECM-Platten, und nicht zuletzt eine kleine Sonderedition seiner „Tape Works“. „Drumming“ war mein Erweckungserlebnis, aber als wollte ich das erste Hören und seine Wucht in der Erinnerung konservieren, hörte ich es nicht mehr oft. „Music for 18 Musicians“ drehte einst wie bei so vielen seine tranceinduzierenden Runden, aber fast so oft kehrte ich zu den „tape loop“-Experimenten zurück, und den bewusstseinsverändernden Erlebnissen, die damit einhergingen, speziell zu „It‘s Gonna Rain“, das nun von Electronic Sound zusammen mit „Work Out“ in einer so nie gesehenen farbenfrohen Cd-Edition daherkommt, die dem Cover der Septemberausgabe in nichts nachsteht! „Turn On. Colour In. Drop out.“ (m.e.)
My summer books
Niviaq Korneliussen: DAS TAL DER BLUMEN
Das Buch wurde zurecht mit dem nordischen Literaturpreis ausgezeichnet.
Warum zurecht? Es schildert die harten, crazy Lebensbedingungen auf Grönland.Selbstmordschilderungen werden so normal beschrieben, weil sie so normal auf Grönland sind. Die Schriftstellerin hat einen Weg gefunden, über ihre Heimat brutal zu schreiben, gleichzeitig, gelingt es ihr das Zarte, das Schöne, das sexuell Erfüllende, das Trostvolle in die literarische Waagschale zu legen.
Jon Fosse: VAIM
Auch dieses Buch hat den nordischen Literaturpreis bekommen. 2023 erhielt Fosse auch den Nobelpreis für Literatur.
Vaim ist ein Ort in Norwegen. Dort passiert alles, aber nicht viel. Fosse erzählt ohne Punkt durchgängig mit vielen Wiederholungen à la Thomas Bernhard. Das erzeugt von der Form her Spannung. Fosse schreibt meisterlich, ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen.

Malachy Tallack: DER OZEAN SO WILD UND WEIT
Die Geschichte spielt auf den Shetland Inseln im Nordatlantik. Das Buch hat mich total fasziniert, weil es eigentlich eine Abhandlung über Countrymusic ist. Immer wieder habe ich das Buch beiseitegelegt und mir den erwähnten Song aus YouTube angehört. Und es gibt viele Songs, viele Neuentdeckungen für mich. Der Schriftsteller ist auch Songwriter. Er hat jedem Kapitel einen handschriftlichen Text beigefügt. „That beautiful Atlantic Walz“ kann man auf YouTube anhören.
Florian Illies: TRÄUME AUS FEUER
Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen. Illies ist immer unterhaltsam und geistreich.
Er hat sich mit Johannes Kunkel beschäftigt, einem Alchimisten im 17. Jhdt., Freund von seinem Gönner, dem Kurfürst aus Neubrandenburg.Für die aussergewöhnlich kunstvoll angefertigten Gläser, die er dem Kurfürsten und seiner Frau zu den Geburtstagen schenkt, übergibt ihm der Kurfürst als Anerkennung und zum Dank die Pfaueninsel. Nach seinemTod hageln die Intrigen des Hofes auf Kunkel nieder, Kunkel verliert alles.
Lajla Nizinski
The „take your time“ philosophy
Ich musste 50 werden, um Zugang zu Aretha Franklin zu finden. Bei Gustav Mahler war ich ab ungedähr 18 Feuer und Flamme, und hörte seine Symphonien, regelmässig, bis ich 25 war. Ich las Biografien verglich Symphonien, hatte meine Sammlung an Platten, dirigiert von Szolty (meinem Helden!), Bernstein und Walter. Warum erschien mir Barenboim so handzahm? In der Zeit begegnete mir auch ein Interview mit Carla Bley, in der sie rundum „Ecalator Over The Hill“ und dem nicht minder grossartigen Opus „Tropic Appetites“ ihre Liebe zu Mahler und Sgt. Pepper bekundete. Ich schmunzelte. Aber Aretha, ja, sie packte mich erst viel später. Lebenserfahrung? Eher wohl der richtige Moment. Und dann auch erst fand vor zehn, fünfzehn Jahren, dieser Song zu mir, zu dem Richard Williams in seinem Nachruf auf „The Blue Moment“ so einiges schreibt, hier meine Lieblingspassage… : (m.e.)
„When I called my old friend Pete Wingfield to check a couple of musical points, he observed that it was a record embodying the “take your time” philosophy — something almost extinct in today’s music scene. It’s a relaxed record because the mood in the studio was relaxed, and the musicians were allowed to get on with doing their thing. Other examples might be Aretha’s “I Never Loved a Man”, Don Covay’s “It’s Better to Have (and Don’t Need)”, Marvin Gaye’s “I Want You” or Bill Withers’ first album.“
Sanfte Verstörungen im archaischen Raum – das neue Album von Lambchop (2/3)
„Ein Teil ihres Erfolgs liegt darin, dass sich Lambchop einmal mehr neu erfunden haben. Einerseits kann man es als Rückkehr zu ihren Wurzeln bezeichnen: Sie greifen wieder auf Folk-Instrumente zurück, und nach mehreren Alben mit elektronischen Experimenten verdecken keine Effekte mehr Wagners Gesang. Dennoch haben sie genauso noch nie geklungen. In Zusammenarbeit mit Produzent Ryan Olson in Justin Vernons April-Base-Studio in Wisconsin wird Wagner auf jedem Titel von Co-Autor Andrew Broder an der Akustikgitarre und von Vernon am Banjo begleitet.
Die Percussion ist spärlich, unkonventionell und flüchtig: Kastagnetten in „Weakened“; etwas, das wie zerbrechendes Glas klingt, um „The New World Wave“ zu untermalen. Besonders hervorzuheben ist, dass Wagner gemeinsam mit dem London Choir und dem Eau Claires Vocal Sextet singt, die mit ihren mehrstimmigen Harmonien diesen Songs den Charakter von Country-Gospel-Hymnen verleihen – selbst wenn die Texte Wörter wie „Dumbotron“ und Ausrufe wie „What the fuck?“ enthalten.
Dieser Effekt ist im Gesamtwerk von Lambchop deutlich zu spüren: intim, geheimnisvoll, wunderschön. Der Titelsong baut sich um ein herbstliches Gitarrenriff herum auf und schwillt an, während „Afterburner“ mit einem trillernden Solo, das an eine Gondelfahrt erinnert, leise herein schleicht.
„Afterburner“
Gelegentlich durchbrechen Lambchop den Zauber: Ein DJ-Drop mit der Ansage „LAMBCHOP, NEW SHIT“ im Eröffnungsstück „Just West of Nicolett“ markiert den jüngsten in einer Reihe von aufmerksamkeitsstarken Einleitungen, und ein seltener Echoeffekt in „Cigar“ versetzt dessen Schlussmomente in Dub-Gefilde. Doch größtenteils lässt „Punching the Clown“ vermuten, dass Wagner die letzten Jahre damit verbracht hat, nach dem richtigen Rahmen für diese Songs zu suchen, um ihn schließlich in ihrer einfachsten, intuitivsten Form zu entdecken.“Cigar“
„To Do“, ein herzlicher Country-Song, der zugleich eine Klage über die Dinge ist, die man noch erledigen möchte, bevor man stirbt, kommt mit der düsteren Strenge eines Johnny Cash aus der Rick-Rubin-Ära daher: „Bevor ich in den Himmel komme“, sagt Wagner uns, „muss ich die Pflanzen gießen.“
„To Do“Dieser Text ist repräsentativ für seinen Ton – eindringlich und bittersüß, heimgewandt und doch den Sternen zugewandt – und Wagner erzählt oft in einer Art Trübsal. Die Stimmen sind fieberhaft, flehend, suchend, alles vorgetragen in seinen charakteristischen Trillern und Klagelauten, Krächzern und Gemurmel. Auf Lambchops letztem Album, „The Bible“ aus dem Jahr 2022, beschrieb Wagner die emotionale Belastung, die die Pflege seines kranken, betagten Vaters mit sich brachte: „Es sollte mit der Zeit leichter werden“, rief er aus, wohl wissend, dass genau das Gegenteil der Fall war.
“WEAKENED“Nun haben seine Darstellungen von Tod und Verfall kein Gegengewicht mehr. Das wunderschöne „Weakened“ konzentriert sich ganz auf einen Kranken, der im Bett eingewickelt liegt, „wie ein Buddha in einer Decke“, und schließt seinen ersten Refrain mit dem Chor ein, der singt: „I’m a-ready.“
Jede dieser Botschaften – vom Leben, das in „The New World Wave“ vor den Augen vorbeizieht, bis hin zur politischen Fuge „America on mute“ in „Afterburner“ – scheint darauf ausgelegt zu sein, ebenso viele Fragen aufzuwerfen, wie sie beantwortet. Und wie jedes der großartigen Alben von Lambchop kann es einen auf eine Reise in die Tiefen des Unbekannten entführen.“ (Sam Sodomsky)
Ich habe schon mal erwähnt, dass ich seit „How I Quit Smoking“ so gut wie jedes Lambchop-Album nachts im Radio vorgestellt habe. Was Kurt Wagner und seine Gefährten über die Jahrzehnte angestellt haben, hat mich beinahe durchweg fasziniert. Liest man Sams Besprechung, könnte man be dem neuen Album, leicht, und völlig zurecht, auch an Samuel Beckett oder an Richard Brautigan denken. Das Fantastische im Alltäglichen aufzuspüren, ohne das Leben fälschlich zu romantisieren, den Sinn für das Staunen und die Fähigkeit zur Anteilnahme selbst in einer vor die Hunde gehenden Welt nicht zu verlieren, ist auch so eine Qualität von Kurt und Co. Auf ganz eigene Art ist „Punching The Clown“ ein Werk der Ermutigung und hält Trost selbst im schwärzesten Schwarz bereit. (m.e.)
DON‘T MISS THE BRANDNEW „SHORT FILM“ „Joke Country“ (see comment 3), directed by Kurt himself!
Sanfte Verstörungen im archaischen Raum – das neue Album von Lambchop (1/3)
“Niemand erzählt Geschichten so wie Kurt Wagner – aber wer würde das auch versuchen? In „The New World Wave“, einem Knaller aus Lambchops neuem Album „Punching the Clown“, spinnt der 66-jährige Songwriter eine generationsübergreifende Geschichte, in der es um das Überleben der Weltwirtschaftskrise, den geduldigen Aufbau einer selbst gewählten Familie und darum geht, wie unbeachtete Träume zu verkaufbaren Vermögenswerten zerfallen können.
Das ist schweres Zeug, aber man beachte, wie er das hinbekommt: Für ein oder zwei Zeilen bleibt er bei einer klebrigen Metapher über Hot Dogs hängen; er rührt die Herzen mit einem Wortspiel rund um das Wort „apparent“, das man leicht übersieht; kurz darauf durchbricht er die vierte Wand („Wow, jetzt ist die Stimmung plötzlich gedrückt“) und zerstört damit sofort die Stimmung; während er sich gemeinsam mit einem Chor dem Höhepunkt nähert, murmelt er das Wort „goddammit“ so überzeugend, dass man meinen könnte, er hätte vergessen, dass das Band läuft. Und wer genau ist Easy Buckets, die Figur im Mittelpunkt des Geschehens? Nun, vielleicht hätte man einfach dabei sein müssen.
Selbst wenn es so aussieht, als würde er vor sich hin schwafeln, hat Wagner – wie nur wenige aktive Songwriter – es zur Kunst erhoben, seiner Muse zu folgen. Nach vierzig Jahren an der Spitze von Lambchop liegt die Vermutung nahe, dass sich der Sound ihrer Alben immer wieder wandeln wird: Sind sie die lebhafteste Alt-Country-Band, die gefühlvollste Slowcore-Gruppe oder ein psychedelischer Lounge-Act? Ein Kammer-Folk-Kollektiv mit Bläsersektion? Oder ein Laptop-Pop-Projekt mit einem Typen, der durch Auto-Tune vor sich hin murmelt?
Ja, all das trifft zu. Doch während sich ihr Sound weiterentwickelt und erweitert hat, sind Wagners Texte nach wie vor vielseitig und unbezähmbar geblieben – zitierwürdig und tiefgründig, aber stolz unsentimental. „The New World Wave“ erzählt vielleicht keine geradlinige Geschichte, aber ich will verdammt sein, wenn es einen nicht an jedem Wort hängen lässt.“Soweit der Auftakt der XXL-Besprechung von Sam Sodomsky in „Pitchfork“. Sehr, sehr lesenswert! Einmal mehr ein wunderbares Album einer Band, eines Ein-Mann-Und-Seine-Freunde-Projekts, das nur eines auszeichnet: die Unberechenbarkeit von Werk zu Werk. Ich warte allerdings noch auf meinen Aha-Effekt, was das Cover angeht. (m.e.)
Who remembers Miami Vice

Back in college, there was a period
when my roommate and I
regularly watched Miami Vice.The best episode ever,
unlike the more typical fast-paced,
flashy MTV-stylized episodes,
was a haunting, striking hour of television
in which Don Johnson went slowly crazy
by trying to get into the head
of a freaky home burglar.And the episode („Shadow in the Dark“)
opened with the burglar stalking a home
backed by „Two Rapid Formations“.This had a huge impact on me,
haunting me ever since,
as I was listening to Brian Eno‘s Music For Films
a lot back then, and hearing one of its pieces
behind this scene was profoundly disturbing and thrilling.Marc Fagel
Open to metamorphosis

In „Music Is Invisible“ tritt der Komponist als Teil eines Trios mit Rick Cox und John von Seggern auf, das 2015 in der Londoner St. John-at-Hackney-Kirche. Obwohl es sich technisch gesehen um eine Live-Aufnahme handelt, wurde die Musik vom ehemaligen Bandmitglied Jeff Rona bearbeitet, abgemischt und koproduziert – zu einer eklektischen Klangcollage, gespickt mit Motiven und Riffs aus den beiden vorherigen Alben der „Pentimento“-Reihe, die beide vor Hassells Tod im Jahr 2021 erschienen sind. Von den ambientartigen Wasserblasen in „Blue Ba-Ya“ über die bedrohliche Atmosphäre von „Club Gris-Gris“ bis hin zum stotternden Shuffle von „Broadway Boogie-Woogie“ – die daraus entstandene Musik ist auf beeindruckende Weise eindringlich, seltsam und wunderschön.
Ana G., Uncut, November
Richard Williams‘ blue moment
Heute Vormittag habe ich die letzte Seite von „Regime Change“ zugeschlagen, Maggie Habermans und Jonathan Swans epischer Analyse der ersten 15 Monate von Donald Trumps zweiter Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten. Es ist eine aus nächster Nähe beobachtete Darstellung von Größenwahn in Echtzeit, die ihren Höhepunkt erreicht, als der Angriff der USA und Israels auf den Iran in der Straße von Hormus scheitert – eine überhebliche Fehleinschätzung, von der man zutiefst hofft, dass sie letztendlich Trumps Ruf in den Augen der Geschichte prägen wird. Man kann nur rätseln, wer die Quelle ist, die den beiden „New York Times“-Reportern solch außergewöhnliches Material geliefert hat.
Jetzt brauche ich etwas zum Anhören, und hier liegt „Peace Anthems“ griffbereit, ein neues Album mit zehn kurzen Stücken von Künstlern, die mit Red Hook Records verbunden sind – dem Label, das vor fünf Jahren vom Produzenten Sun Chung gegründet wurde und dessen erste Veröffentlichung „Hanamichi“ des verstorbenen Pianisten Masabumi Kikuchi war. Die neue Veröffentlichung, die zeitlich auf das Jubiläum abgestimmt ist, wurde von Chung speziell bei den Künstlern in Auftrag gegeben, die eingeladen wurden, Stücke beizusteuern, die vom Thema Frieden inspiriert sind.
Der Trompeter Wadada Leo Smith und die Pianistin Amina Claudine Myers, deren Album „Central Park“ 2024 auf vielen Bestenlisten des Jahres stand, steuern zwei Skizzen bei: „Sonic Requiem X“ und „Reflections on Palestine“. Smith ist außerdem auf „Three Years Later“ zusammen mit dem Schlagzeuger Andrew Cyrille und dem Modularsynthesizer-Spieler Qasim Naqvi zu hören, dessen Solostück „Al Badawi“ das Album eröffnet.
In „Imaginary Lines“ verschmelzen die Gesänge von Moor Mother mit der Elektronik von BlankFor.ms. In „War Is Over“ sind die Sängerin Martha Deribe und die Pianistin Simone Maggio zu hören. Der Gitarrist Taylor Deupree, die Posaunistin Kalia Vandever und der Bassist Thomas Morgan tragen zu Deuprees Komposition „Wither Light and Airy“ bei. Kit Downes hat in den Stücken „Into the Woods — Three Weary Calls“ und „Closing Meditation for OM“ – wobei letzteres die Sequenz abschließt – zweimal Gelegenheit, sein Können an der Pfeifenorgel unter Beweis zu stellen.
Die Stimmung ist zurückhaltend und nachdenklich, als hätten sich die Interpreten darauf geeinigt, die Botschaft sanft in die Ohren der Zuhörer dringen zu lassen. Es handelt sich um kleine Tondichtungen, deren Stärke in ihrer Zartheit liegt. Und nirgendwo wird dies deutlicher als in einem Stück namens „The River of Imjin“ des koreanischen Saxophonisten und Komponisten Sungjae Son (oben abgebildet), dessen vorheriges Album „Near East Quartet“ 2016 erschien, zu einer Zeit, als Sun Chung als hauseigener Produzent für das ECM-Label tätig war.
In „The River of Imjin“ – dessen Name durch eine Schlacht zwischen chinesischen und UN-Truppen (vorwiegend britisch) während des Koreakriegs 1951 bekannt wurde – überlagert Son zwei Refrains einer Melodie, die wie eine alte methodistische Hymne klingt, mit seinem Tenorsaxophon, seiner Bassklarinette und einer Pumporgel. Wenn Sie schöne Erinnerungen an Thelonious Monks „Abide With Me“, John Surmans „Doxology“ oder Don Cherrys „Desireless“ haben, dann passt dieses Stück perfekt dazu. Nach 414 Seiten, in denen Trumps Versuch beschrieben wird, die Welt in seine eigene Dunkelheit zu ziehen, reichen manchmal schon zwei Minuten und 15 Sekunden Musik aus, um das Licht wieder anzuschalten.
* Peace Anthems is out now on Red Hook Records. All proceeds will go to the International Red Cross: HERE!
The thing with Andy Beta, and other „August Revelations“
So often I stumbled on writings by Andy Beta, in recent months. I read Richard Williams‘ text on Andy‘s Alice Coltrane biography, I read about his favourite Marion Brown album (I kindly prefer three other ones), I read about his weak spot for Frederikbergs Records (some stories to tell here, both of us), and shared his enthusiasm about an old free jazz album by Charles Tyler, one of Albert Ayler‘s close companions. Finally I saw and immediately Diven into his very, very long and in-depth interview with Steve Tibbetts. Which is now one of our monthly revelations of August – in the TALK column.

Within the department of film and television, i followed my own weak spots for brilliant detectives. In this case you can see that old Buster Keaton movie „Sherlock Jr.“, a bit more than 100 years old, and a short appraisal of the second season of the „John Sugar“ series with Colin Farrell followng the cinematic trail of all those infamous detectives from the film noir era.
Another time travel experience of the darker kind: Reetze reviews a historic novel by Anja Kampmann, „Die Wut ist ein heller Stern“. In our „ARCHIVE“ column, I remember and listen to two ECM classics that had both been recorded at the end of 1977 – classics that deserve the label classics – Bill Connors‘ „Of Mist And Melting“, and Jan Garbarek‘s „Places“ (always one of my ten favorite Jan Garbarek albums).

And our albums of August? If Jan Bang finds a blue hour, he will soon write his notes on Nils Petter Molvaer‘s „Be Quiet“ and I will add my take on Daniel Lanois‘ „Belladonna Nocturne“, a „no-ambient-ambient album“, „country-existential“, so to speak. I am also fond of the forthcoming Shearwater work „The New World“ with its subtle Talk Talk vibes.
Thank you so much, Buster Keaton – interstellar space from Alice Coltrane to John Sugar, and a timeline of 100 years, joyous zigzagging!
m.e.