Meine frühen Jahre mit Robert

Ich sehe die Szene noch genau vor mir. Mein Klassenkamerad Peter Siemons sass im ersten Stock hinten in der Ecke, am Fenster, und hielt das Doppelalbum „Third“ von Soft Machine in seinen Händen. Ein Album, das mein Leben veränderte, beim ersten Hören schon. Das Quartett lümmelte sich in einem Hotelzimmer rum, auf dem Innencover, so eine ganz andere Selbstdarstellung wir die farbenfrohen, einladenden Beatles auf dem Sgt. Pepper-Album (noch so ein life-changer!). Lieh ich mir das Album, nein, zumindest kaufte ich es mir sehr bald, und es lief rauf und runter, alle vier Seiten. Robert Wyatt an den drums, und Sänger auf „Moon in June“, Mike Ratledge an den keyboards (Winfrid Trenkler sprach im Radio,von seinem „wesp-in-the-brain“-Sound), Elton Dean, der Saxofonist, und Hugh Hopper am Bass.

Für mich haben Soft Machine nie ein grossartigeres Album gemacht, „Third“ überstrahlte alles. Aber was war das für eine Musik, um Himmels willen!? Die üblichen Schubladen von Prog Rock und Fusion helfen nicht weiter, denn einige Dinge an diesen Klängen waren so eigenartig und kaum beschreibbar, und zielten mit jedem einzelnen Sound und jedem Augenblick auf etwas tief in mir, das ich nie wirklich gut in Wort fassen konnte. Das war, vier Plattenseiten, vier lange Stücke lang, „meine Musik“, „mein Tor zu einer anderen Welt“. Nicht nur der mich endlos begeisternde Song „Moon In June“, auch die Ur-Wucht der drei anderen Kompositionen epischer Länge. Selbst das an Schlichtheit kaum zu toppende Cover erhielt mit der Zeit eine magische Aura.

Ich hörte das Album in meinen späten Teenager-Jahren wieder und wieder. Ich war so ein romantisches Sensibelchen damals, aufgeweckt, neugierig, ständig verliebt und träumend unterwegs. „Third“ gehörte fraglos zu meinem emotionalen Überlebensgepäck. Keine Dunkelkeit konnte über mich einbrechen, ohne dass das Hören von „Third“ ihr nicht zumindest Form und Struktur gegeben hätte. Dann kam irgendwann Robert Wyatts Fenstersturz und sein Album „Rock Bottom“! Unendliche Tiefe. Himmel und Abgrund. Dass in meiner letzten Ausgabe der „Klanghorizonte“ Robert Wyatt den Reigen der O-Töne eröffnete, hatte also einen guten Grund: zurück zu den Anfängen.

I travelled three times to London to interview Robert and Alfie on „Dondestan“, „Shleep“ and „Cuckooland“ in the times of their release. Unforgettable, when, on the hottest day of that summer of 2003 , we were lead to the empty Purcell Room, that excellent concert hall, and then moved though every track of „Cuckooland“.  At one pont Robert told me how Brian Eno sang his part of the uncanny „Forest“ with opulent arm gestures of an opera singer. (And what a deeply moving song that is, from two of my favourite singers ever!) Many of his stories blurring the lines between the private and the political. And such a great humour, too. He‘s life‘s company, always has been!

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