Der besondere Zauber von Bill Forsyths „Housekeeping“

Ein Schotte, der einen Film im nördlchen Idaho dreht und in einem Roman gleichen Namens versinkt, auf der Suche nach der bestmöglichen Umsetzung der literarischen Vorlage. Es gelingt ihm, und ich bin froh, diesen Film endlich entdeckt zu haben. Man lasse sich bitte nicht von dem lapidaren Titel und dem skurrilen Kinoplakat abhalten – und gehe allen Inhaltsangaben im Vorfeld aus dem Weg! Diane Keaton war für die weibliche Hauptrolle vorgesehen, aber dann spielte, bei allem Respekt ein Glücksfall, Christine Lahti. Hans Schifferle widmete ihr einst eine Liebeserklärung. Wir hören die Stimme der Schriftstellerin aus dem Off, ein ums andere Mal, und gewöhnlich ist das der Stoff einer zähen Umsetzung. Nicht hier, wieso sonst scheint die Zeit gleichermassen zu fliegen und stillzustehen, als ich den Film sah und sah und wieder sah. Es gab vor Jahren den nicht minder bewegenden Film über gestrandete Schicksale im amerikanischen Hinterland, No Man’s Land, mit der beeindruckenden Frances Dormand, durchaus ein Film in der Tradition von „Housekeeping“: das Porträt einer Seele, eines Menschenlebens, das sanft aus dem Ruder der Normaldefinitionen eines erfüllten Lebens, mit seinen Versatzstücken amerikanischer Träume, gelaufen ist. Ein wenig Sylvie Walker steckt in allen von uns, und in einigen sicher noch etwas mehr! Kam der Vorschlag vom Kollegen Pannhorst, nach dem Film irgendwann „Running On Empty“ von Jackson Browne zu hören, und zwar das ganze Album!? (m.e.)