„The Leftover“

Heute bin ich Couchkartoffel. Früh um 5.30 Uhr aufgestanden, und dann in Köln meine letzte Radiosendung produziert. Ich hatte ja ein paar Monate Zeit, an ihr zu feilen und 25 Patiencen zu legen für das perfekte „sequencing“. Alles begann mit der Lektüre von Graeme Thomsons erstklassigen Buch „In Another Word – The Four Seasons of Talk Talk“.

Aber letztlich musste ich einer Stunde, reich an Spätwerken, seinen OTON kippen, so schade, zumal er ein toller Leser seines Buches ist. Mein Dank und mein Sorry an Graeme! Die Stelle findet sich im letzten Kapitel des Buches. Nach der Veröffentlichung seines Soloalbums 1997 verstummte Mark Hollis weitgehend, was das Musikmachen angeht. Das Buch von Graeme ist sicher eine grosse Freude für jeden, der dem Weg von Talk Talk seit „The Colour Of Spring“ gefolgt ist. Ich versuche den OTON noch akustisch nachzureichen – „wordpress“ ist etwas widerspenstig bei dem Dateiformat, das Graeme wählte.

OTON Graeme Thompson: „It doesn’t really matter, not even the merest hint of some great lost work, no Spirit Of Eden II lingering in the vaults. Talking to friends and close collaborators, it’s clear that Hollis did not spend his last two decades in a state of tortured isolation. he travelled widely, motorbiking through South America, Europe and the US. He loved his family, watched football and met friends in London and elsewhere for Guiness and Cappuccino. He was still a music fan, still curious. „We would exchange CD’s“, says Dominic Miller: „Two he really liked were of orchestral tango music, and a Koto player from Korea, playing one note at a time. He loved that!“

(„Es spielt eigentlich keine Rolle, nicht einmal der geringste Hinweis auf ein großartiges, verschollenes Werk, kein ‚Spirit Of Eden II‘, das in den Archiven schlummert. Wenn man mit Freunden und engen Mitarbeitern spricht, wird deutlich, dass Hollis seine letzten zwei Jahrzehnte nicht in quälender Isolation verbracht hat. Er reiste viel, fuhr mit dem Motorrad durch Südamerika, Europa und die USA. Er liebte seine Familie, schaute Fußball und traf sich mit Freunden in London und anderswo auf ein Guinness und einen Cappuccino. Er war immer noch ein Musikfan, immer noch neugierig. „Wir tauschten CDs aus“, sagt Dominic Miller. „Zwei, die ihm besonders gut gefielen, enthielten orchestrale  Tangomusik und einen Koto-Spieler, der jeweils nur eine Note spielte. Sowas liebte er!“)

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