My summer books
Niviaq Korneliussen: DAS TAL DER BLUMEN
Das Buch wurde zurecht mit dem nordischen Literaturpreis ausgezeichnet.
Warum zurecht? Es schildert die harten, crazy Lebensbedingungen auf Grönland.Selbstmordschilderungen werden so normal beschrieben, weil sie so normal auf Grönland sind. Die Schriftstellerin hat einen Weg gefunden, über ihre Heimat brutal zu schreiben, gleichzeitig, gelingt es ihr das Zarte, das Schöne, das sexuell Erfüllende, das Trostvolle in die literarische Waagschale zu legen.
Jon Fosse: VAIM
Auch dieses Buch hat den nordischen Literaturpreis bekommen. 2023 erhielt Fosse auch den Nobelpreis für Literatur.
Vaim ist ein Ort in Norwegen. Dort passiert alles, aber nicht viel. Fosse erzählt ohne Punkt durchgängig mit vielen Wiederholungen à la Thomas Bernhard. Das erzeugt von der Form her Spannung. Fosse schreibt meisterlich, ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen.

Malachy Tallack: DER OZEAN SO WILD UND WEIT
Die Geschichte spielt auf den Shetland Inseln im Nordatlantik. Das Buch hat mich total fasziniert, weil es eigentlich eine Abhandlung über Countrymusic ist. Immer wieder habe ich das Buch beiseitegelegt und mir den erwähnten Song aus YouTube angehört. Und es gibt viele Songs, viele Neuentdeckungen für mich. Der Schriftsteller ist auch Songwriter. Er hat jedem Kapitel einen handschriftlichen Text beigefügt. „That beautiful Atlantic Walz“ kann man auf YouTube anhören.
Florian Illies: TRÄUME AUS FEUER
Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen. Illies ist immer unterhaltsam und geistreich.
Er hat sich mit Johannes Kunkel beschäftigt, einem Alchimisten im 17. Jhdt., Freund von seinem Gönner, dem Kurfürst aus Neubrandenburg.Für die aussergewöhnlich kunstvoll angefertigten Gläser, die er dem Kurfürsten und seiner Frau zu den Geburtstagen schenkt, übergibt ihm der Kurfürst als Anerkennung und zum Dank die Pfaueninsel. Nach seinemTod hageln die Intrigen des Hofes auf Kunkel nieder, Kunkel verliert alles.
Lajla Nizinski