Mentha piperita

Als Kind habe ich viel Pfefferminztee getrunken, ohne dass es dafür einen besonderen Grund gegeben hätte. Meine Mutter hielt diesen Tee wahrscheinlich für kindgerecht und so übergoss sie regelmäßig für ihre Kinder mehrere Teebeutel in einem dunkelbraunen oder gelben Krug. Später geriet die Pfefferminze bei mir völlig in Vergessenheit, und selbst in der Zeit, als ich mehr als 40 Teesorten hatte, war die Minze nicht dabei. Ein Comeback gab es auch viele Jahre später nicht, als ich, endlich mit einem Balkon ausgestattet, gelegentlich Minz-Pflänzchen kaufte, um die Blätter für Salate oder Taboulé zu verwenden. In diesem Frühjahr habe ich wieder eine Minz-Pflanze gekauft. Als es noch kalt war, bereitete ich mir abends gelegentlich ein Heißgetränk aus frischem, klein geschnittenem Ingwer zu, mit Zitronensaft, Honig und ein paar – oder auch ein paar – mehr Minzblättern. Dann erntete ich einige Wochen lang nichts. Die Pflanze bekam einen größeren Topf, sie wuchs und trieb aus und bekam die Gestalt eines kleinen Busches. Sie steht auf dem Balkon: hell, aber im Schatten. Wahrscheinlich ist das optimal. In der Zeit der großen Hitze habe ich hauptsächlich Mineralwasser getrunken. Erst gestern kam ich auf die Idee, den Strauch für einen Eistee zu verwenden. Hier das Rezept: Eine Menge frischer Minzblätter je nach Geschmack in eine Teekanne füllen. Der Tee muss deutlich stärker sein, als wenn man ihn pur trinken würde. Sechs Minuten ziehen lassen. Dann mit Eiswürfeln schockgefrieren. Je nach Teemenge ein (das wäre eine kleine Menge Eistee) bis zwei (das wäre für mehrere Tassen Eistee) Kästchen Eiswürfel, jedenfalls muss der Tee nach dem Zufügen des Eises so richtig kalt sein. Limettensaft zufügen (Zitronensaft geht auch). Zum Süßen Agavendicksaft oder Honig verwenden oder auch Zucker. Damit der Honig bzw. Zucker sich auflöst, darf der Tee beim Zufügen noch nicht kalt sein. Sehr erfrischend, diese Neuinterpretation eines Getränks aus Kindertagen.

5 Kommentare

  • flowworker

    Eine schöne kleine Teezeremonie, mit Vorgeschichte! Ich habe gestern auch eiskalten Tee getrunken, aus der Dose:
    Von Lipton. Sparkling. Schwarzer Eistee mit Zitrone und Zucker. Kann da nicht mithalten 😉 (m.e.)

  • Martina Weber

    So einen Schwarztee-Eistee kann man auch selbst zubereiten. Ich mache Eistees aus schwarzem Tee oder grünem Tee ganz puristisch, also nur mit starkem Tee und vielen Eiswürfeln, sonst nichts. Finde ich sehr erfrischend. Im Hochsommer trinke ich aber auch eisgekühlten Espresso. Einen ganz passablen Schwarztee-Eistee stellt die Firma Lemonaid her, die auch eine richtig gute Zitronenlimonade im Programm hat. Die Produkte gibt es in einer 0,3 Liter Flasche. Der Schwarztee ist sehr dezent mit Zitrone versehen und mit einer leichten Süße.

  • Olaf Westfeld

    Bestimmt lecker! Ich habe mir vorm Wochenende Zutaten für Kombucha und Wasserkefir bestellt. Mal sehen, wie das mit dem Herstellen erfrischender Kaltgetränke klappt.

  • Martina Weber

    Sehr ambitioniert, Olaf. Von Wasserkefir habe ich noch nie gehört und habe gerade mal danach recherchiert. Kefir mag ich ganz gerne.

  • Olaf Westfeld

    Als ich meiner Tochter erzählte, dass ich einen Kombucha Ansatz bestelle, hat sie mir erzählt, dass sie gerne Wasserkefir machen würde. Habe dann einfach beides bestellt. Jetzt stehen zwei große mit Stoff abgedeckte Weckgläser mit seltsamer Flüssigkeit in unserer Küche – mal sehen, ob das was wird.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert