On Learning to Dissect Fetal Pigs, by Renée Nicole Macklin
i want back my rocking chairs,
solipsist sunsets,
& coastal jungle sounds that are tercets from cicadas and pentameter from the hairy legs of cockroaches.
i’ve donated bibles to thrift stores
(mashed them in plastic trash bags with an acidic himalayan salt lamp—
the post-baptism bibles, the ones plucked from street corners from the meaty hands of zealots, the dumbed-down, easy-to-read, parasitic kind):
remember more the slick rubber smell of high gloss biology textbook pictures; they burned the hairs inside my nostrils,
& salt & ink that rubbed off on my palms.
under clippings of the moon at two forty five AM I study&repeat
ribosome
endoplasmic—
lactic acid
stamen
at the IHOP on the corner of powers and stetson hills—
i repeated & scribbled until it picked its way & stagnated somewhere i can’t point to anymore, maybe my gut—
maybe there in-between my pancreas & large intestine is the piddly brook of my soul.
it’s the ruler by which i reduce all things now; hard-edged & splintering from knowledge that used to sit, a cloth against fevered forehead.
can i let them both be? this fickle faith and this college science that heckles from the back of the classroom
now i can’t believe—
that the bible and qur’an and bhagavad gita are sliding long hairs behind my ear like mom used to & exhaling from their mouths “make room for wonder”—
all my understanding dribbles down the chin onto the chest & is summarized as:
life is merely
to ovum and sperm
and where those two meet
and how often and how well
and what dies there
Me and Bobby Weir
Jetzt ist my Angel gestorben. Von den Grateful Dead war er mein Hingucker, a very pretty young man. Neben dem gemütlichen, vollbärtigen Garcia wirkte Bob wie ein frisch entlassener Highschool Fellow, er war indeed der jüngste bei den Deads. Ich mochte seine Cowboy-, seine Countrysongs. Der Endlossong „Playing in the Band“ hat nicht nur mich ohne Joint high gemacht, ich habe den Genuss in Oakland im Sylvesterkonzert 1979 und dann irgendwann in den 80ern beim Konzert in Bremen voll ausgeschöpft. Wir waren eine grosse Gemeinde, wir Deadheads, tanzend wie in Trance. es waren meine schönsten Konzerte.Bob Weir stand meistens neben Garcia, manchmal trat er nach vorne, der hübsche Frontman an der R thythm Guitar. In seiner über 10 minutenlangen „Weather Report Suite“ Performance war kein Deadhead zu finden, der nicht „Let it grow, let it grow“ mitsang. Meine Lieblingssongs der Grateful Dead sind die Stücke, die von Bob Weir geprägt sind, like “ Looks like rain“, „Only a river“ „Hell in a bucket“, aus dem folgendes ,zu seinem Tod mit 78 Jahren passt: There May come a Day I will dance on your grave, if unable to dance, I will crawl across it. Ich werde in den nächsten Tagen ausschliesslich Grateful Dead hören. Morgen beginne ich mit „Don’t worry“, hier am Atlantik, phantasiere mich aber nach California.
Lajla Nizinski
„Three Blind Mice“
in the end, the structure of magic does not fail.

Chaos working. Wimmelbild oder Zettelwirtschaft – vorübergehend sah es genau so aus. Jetzt ist das Skript weitgehend geschrieben, und alle ECM-Alben von Steve Tibbetts finden ihren Platz, ihren Raum. Bei 54 Minuten und 38 Sekunden heisst es kürzen, verdichten, ohne an Transparenz zu verlieren. Möglicherweise fällt folgende Aufzeichnung von Steve aus seinen alten Tagebüchern aus Nepal und Bali (1991, 92) der Zeit allein zum Opfer. Es war die Zeit vor der Aufnahme seines Albums „The Fall Of Us All“.„Ich frage mich, wieso ich jeden Tag mit der Titelmelodie von „The Good, The Bad and the Ugly“ im Kopf herumwandere. Oder mit „Three Blind Mice“ oder mit „You Light Up My Life“. Ich spreche mit Keith über die Musik, die sie für die Pujas hier verwenden. Die Musik in den tibetischen Klöstern, die Hörner und die Trommeln beginnen so um 3:00 morgens. Es ist laut. Sie haben eine Sprengwirkung, sagt er. Es tickt. Ich liege im Bett. 3:00 morgens. Die Hörner und Trommeln lassen einzelne Klangsplitter erschallen, die wie ein sehr langsames „Three Blind Mice“ klingen.
4:00. Eine weitere Puja, die klingt wie die fünf Noten, die den Debbie Boone Song einleiten. 4:30. Der Haushahn von nebenan schreit die ersten Fragmente von „The Good, The Bad and the Ugly“ heraus. Ich träume zu diesem Sound, und er begleitet mich den ganzen Tag. Ich bin hier oben in Sikkim. Ich erhielt eine Sondergenehmigung. Ich stand die höllische Busfahrt durch den Osten Nepals durch und ich konnte die Songs nicht aus meinem Kopf vertreiben. Ohrwürmer.
Ich frage Choki Nyima Rinpoche, wofür die Musik in den Klöstern gedacht sei, und er erzählt mir, sie solle helfen, fixierte Konzepte schneller zu durchbrechen. Ich erzähle ihm von den „Three Blind Mice“ und wieso das nicht durchbrochen wird. Er lächelt großzügig und gibt mir einen Klaps auf den Kopf. Der Verrückte aus dem Westen!“

Was ich in den letzten Wochen bemerkt habe, ist, wie viel mir die Alben, alle Alben von Steve Tibbetts, bedeuten. Nach wie vor. Aber nun werde ich erst mal keine Musik mehr hören, bis die Produktion beim Deutschlandfunk im „WebMerlin“ gelandet ist. Robert Oschatz ist einmal mehr die deutsche Stimme von Steve – super! Ich bin ganz schön groggy. Und freue mich heute Abend auf den Film „Mein Leben mit Amanda“. Von Mikaël Hers, einem grossen Go Betweens-Fan übrigens. Der Vorgänger seines wunderbaren Films „Passagiere der Nacht“. Einmal lief nachts im ZDF ein alter Lieblingsfilm von mir, Jacques Rivettes „Celine und Julie fahren Boot“, im ZDF. Ich war mitten in meinem Nachtprogramm, und hatte gerade ein feines grobkörniges Stück „Ambient Music“ aufgelegt, ich weiss gar nicht mehr, von wem. Ich ging zu dem Mann im Schaltraum und bat ihn, die Tonspur des Films in mein Studio zu leiten, und dann mischte ich die Stimme von Bulle Ogier und die Sounds von Paris unter die Musik, ein paat Minuten lang. Ich empfand das als gespenstisch und ergreifend – wohl der einzige Remix, den ich je anfertigte.
KI generierte Musik
Gestern erhielt ich ein Musikvideo von einer Freundin, über das ich mich sehr freute, weil es einen Song über El Hierro enthielt. Es gibt kaum Lieder über die Insel, ausser natürlich die folkloristischen Melodien. Ich hörte mir den Song mehrmals an, weil er einen auffallend schönen Text über die Insel enthielt. Dann achtete ich auf die Filmaufnahmen, die aufgrund ihrer Farbigkeit die hiesigen Landschaften besonders attraktiv zeigen. Ich kenne alle Videos über El Hierro, aber einen so hervorragenden Film hatte ich bisher noch nicht gesehen. Ich hörte den Song mehrmals, weil ich nicht sicher wusste, ob es sich um einen Sänger oder eine Sängerin handelte. Ich fragte meine Freundin, wer der Interpret des Songs sei, sie schrieb zurück: Jorge Luis- Ich googelte, fand keinen Jorge Luis, aber einen José Luis, der über Hierro singt. Ich schaute mir seine Videoclips an, das war aber nicht der Sänger, der das wunderschöne Hierrolied sang. Meine letzte Hoffnung war Torsten de Winkel, der hier das jährliche Jazzfestival initiiert, er kennt sich in der lokalen Musikszene sehr gut aus. Er konnte sich auch nicht erklären, wer das sein könnte. Wir diskutierten zum ersten Mal die Frage, ob es sich hier um ein KI generiertes Musikstück handelt.
Ich war wie gesagt begeistert von der Qualität des Musikfilms. Ich beschäftige mich schon länger mit KI und benutze auch Chatjpd. Ich lese die Antworten kritisch und bedachtsam. Die Begegnung in der Musik ist neu für mich, auch, dass sie mich so fasziniert. Natürlich kenne ich die Bedenken was das Urheberrecht betrifft und die Konkurrenz zu der menschlich gemachten Musik.
Mich würde Eure Meinung zu diesem Thema sehr interessieren.
Lajla Nizinski
Bücher zum Neuen Jahr
Mein Wunschzettel war nicht Zettel’s Traum, mein Buchstabenbegehren zielte auf reale Befriedigung.
Als das Wünschen noch geholfen hat und Paare, Passanten von der schönen neuen Welt tuschelten, bat ich Kairos jetzt zu bestellen. Es kamen
Liebe in Zeiten des Hasses von Florian Illies (sehr unterhaltsam)
Die Spielerin von Isabelle Lehn (wenn kluge Frauen über kluge Frauen schreiben, dann prechtalts)
Die Frau an der Haltestelle von Peter Schneider ( wer die SDS Sprache nochmal auffrischen will, bitte lesen)

Die Zeit der Verluste von Daniel Schreiber ( Nachruftrauer auf den Vater, aber schöne Passagen über Venedig)
Barbara Bleisch: In der Mitte des Lebens
Huch Josten: Die Gleichzeitigkeit der Dinge
Botho Strauß: Das Schattengetuschel
Die letzten 3 Wörterbündel liegen beim spanischen Zoll und warten auf die Reise um die Welt, wahrscheinlich dann in 80 Tagen lesebereit halten.
(Lajla Nizinski)
Goth
Goths might tilt towards being even more tender. Darnielle uses music and memory as jumping-off points for telling compelling short stories about unique, vulnerable, complex human beings. The characters include Andrew Eldritch, lead singer for Sisters of Mercy, moving back to his hometown as his career winds down; somebody getting arrested while listening to Siousxie and the Banshees on KROQ; adults looking back at their goth youth, with pride and wonder; rocker Pat Travers, trying to make sense of the new scene; a goth fan reading about other cities’ scenes in magazines; and, on the last song, a band everyone forgets, Gene Loves Jezebel. The last words on the album are, “The world will never know or understand / the suffocated splendor of the once and future goth band.” (Dave Heaton, PopMatters)

Hier das Cover der deutschen Ausgabe von John Robbs Buch, das im Juni 2025 erschien. Hat einer von de flowies eine engere zu „Goth“ gehabt? Ist ja wohl eher historisch. Ich kann mich für einige Alben von Nico begeistern, aber, was diese Szene angeht, habe ich herzlich wenig Musik aus diesem Genre in meinem Archiv. Aber dafür das hier:
Ich mag die Art total , wie Johne Darnielle mit seinen Mountain Goats einzelne Figuren Randaspekte und Stories jener weitgefächterten Szene auf GOTHS Revue passieren lässt (bis hin zu poettugiesischen Metal Goth Bands😉) , ein Album übrigens ohne Gitarren ausser einer Bassgitarre) – und wie gewohnt mit exzellenten Lyrics! „Goths sounds nothing like goth rock, but maybe, Darnielle seems to suggest, every goth rocker is destined to write their own bookish, soft-rock opus about nights doing cocaine while listening to Bauhaus.“ Der Satz bringt es auf den Punkt.

Kleine Abschweifung: das ganz neue Mountain Goats Album ist ein kleines oder grosses Meisterwerk, das sich durchaus goth-verwandten Themen (Tod, Einsamkeit etc.) mit musical-affinen Passagen annähert. HIER eine mir aus dem und sprechende „Besprechung“. Die das Album auch mal in den Kontext der Geschichte von John Darnielle rückt. Ein raffiniert konstruiertes, existenzielles, humanes Album. Das ich jedem Flowie und wohlgesonnenen Lesern ans Herz legen würde – es könnte ein neues Lieblingsalbum werden von Bernhard, Olaf Ost, Lorenz, Ingo, und vielleicht auch von Olaf West! Als CD und DoppelLP erhältlich! „Through The Fire Across To Peter Balkan“ is that good.

Keine Spur hingegen von ironischen Brechungen oder schwarzen Humor bei Lucrecias neuem Streich: es wäre spannend, mal mit Lucrecia Dalt, der neuen besten Freundin von David Sylvian (zu seinen Konzerten kamen ja auch gerne viele schwarzgekleidet), ein Interview über ihre Beziehung zu „Goth“ zu führen. Ihre Erinnerungen, ihre Geschichten dazu. Eine Spezialistin für Horrorfilme ist sie allemal. „A Danger To Ourselves“ ist eines der grossartigsten Alben des Jahres 2025, nicht nur in meinen Ohren, und mit einem Cover, das noch jeden ehemaligen „Grufti“ hinterm Ofen hervorlocken würde. Im Ernst, ein klanglich restlos faszinierendes Werk. HIER das Video zum Song „Divina“. Übrigens ist fas Cover eine Hommage an David Lynchs „Twin Peaks“. Zum Titel des Albums sagt sie:
Das alles ist hier nur ein kleines Echo auf Jans Text. (m.e.)
Richard Williams‘ 15 albums of 2025
1 Ambrose Akinmusire: Honey From a Winter Stone (Nonesuch)
2 Mavis Staples: Sad and Beautiful World (Anti-)
3 Henriksen / Seim / Jormin / Ouaskari: Arcanum (ECM)
4 Masabumi Kikuchi: Hanamichi / The Final Studio Recording Vol II (Red Hook)
5 The Necks: Disquiet (Northern Spy)
6 Patricia Brennan: Of the Near and Far (Pyroclastic)
7 Amina Claudine Myers: Solace of the Mind (Red Hook)
8 The Waterboys: Life, Death and Dennis Hopper (Sun)
9 Peter Brötzmann: The Quartet (Okoroku)
10 Chris Ingham Quintet: Walter / Donald (Downhome)
11 Vilhelm Bromander Unfolding Orchestra: Jorden Vi Ärvde (Thanatosis)
12 Nels Cline: Consentrik Quartet (Blue Note)
13 Bryan Ferry & Amelia Barratt: Loose Talk (Dene Jesmond)
14 Lucy Railton: Blue Veil (Ideologic Organ)
15 Charles Lloyd: Figures in Blue (Blue Note)Wir sind alle eine Bettwurst
Dietmar Kracht, isch liebe disch so unwahrscheinlisch, versank im Wannsee, tagelang ging ich durch den Grunewald, voll der Trauer um ihn. Der Film von Rosa von Praunheim “ DIE BETTWURST“ lief bei uns in der WG in Freiburg in den 70ern. Ich hatte Besuch von meinem besten Freund aus Saarbrücken. Er ist Cineast und damals Undergroundfilmspezialist. Er empfahl der WG den Film zusammen anzusehen. Es sei ein Higherlebnis ohne Drogen. Während des Films lagen wir lachend am Boden, ahmten den unverwechselbaren Mannheimer Dialekt nach und spielten in den nächsten Tagen die Staubsaugerszene durch. Mich interessierten die Filme von Rosa, die über das Thema Homosexualität gingen nur politisch, ich sah sie mir an, fand aber keinen Bezug dazu. Rosa bewunderte ich immer, traf ihn mehrmals. Er war (sic) ein schöner Mann, voller Energie und mit einem verführerischen Lächeln. Ich bewunderte seine hohe Produktivitätskraft und sein Brennen für die Rechte der Homosexuellen. Dass er doch noch geheiratet hat, mag ein Hochzeitsgeschenk an seinen langjährigen Partner gewesen sein bzw. , in meiner Denke, viceversa, die Bitte, ihn bei seinem Tod zu assistieren. In einem letzten Interview hörte ich Rosa sagen, dass er den Tod liebe, sich auf das lange Schlafen und das Träumen freue. Das wünsche ich ihm jetzt. (Lajla Nizinski)
Lajlas Lieblingsgeräusche von 2025
Man muss immer trunken sein, das ist die einzige Lösung, um nicht das furchtbare Joch der Zeit zu fühlen, das eure Schultern zerbricht und euch zur Erde beugt, müsset ihr euch berauschen. Doch womit? (Baudelaire)
Ich habe mich mit folgender Musik berauscht:
Brian Eno und Beatie Wolfe Luminal
The Allman Brothers Drunken Hearted Boy
Kurt Rosenwinkel Deep Sing
Grateful Dead Morning Dew
Sophie Hunger Le vent nous portera
Jorge Pardo Djinn
German Lopez Maridaje
Dhafer Youssef Shiraz
Belen Alvarez Doreste Lajalada
Claudia Alamo Llama a mi mamaund alles wie immer von Anton Bruckner
