The thing with the quiet heart
Hard times, Michael?
Yo, but there‘s a hope, a horizon.
(und ein Geländer, danke, Lajla!)
Still working as therapist?
Well, Ulf, i have my moments.
Your new case, well, somone who wants to make
his love a love for forever, right?
Forever and a day, Ulf. And now it‘s your turn.
Tom is waiting.“Yo‘ve got it good. And you‘ve got time
to discover it all.“ That‘s what one of my
professors at university used to say when he
saw it on our lost faces that we‘d never heard
of some artist he was talking about.Somehwere, at some point in time before,
I‘d heard „Streets Of Your Town“ and „Right Here“.
But I didn‘t really discover The Go-Betweens until
long after they‘d broken up (for the first time).Ulf, I lived with their music from start on. When I had heard
„Cattle and Cane“ for the first time, they‘d one over me.
Every song a lesson, deep, light, wave by wave.Wave by wave, Michael. Their songs fit right in with all the music
I was into back then. Songs that I felt told me things about my life –
even if I didn‘t alays understand the lyrics. When I hear those
songs today, I always get that feeling again, and I envy anyone
who can still discover The Go Betweens.Now, Thomas, „Quiet Heart“ is one of Grant‘s greatest love songs, no doubts. Robert Forster said: „It was a new kind of song for us. Slow and building, momentum and intensity rising, hitting the audience (and ourselves) in waves of emotion.“
Special suggestion: So here‘s the challenge: buy the book with the 11 Go-Betweens song comics, titled „Thank you for a lovely day“ and make some bice screenshots from Ulf‘s comic on „Quiet Heart“. Imagine a picnic on a green lawn near a forest, a power spot of yours, and there, on a little Sonos box, you play her the song, one time the music only, and the other time, you give her the pieces of paper with the paintings and the words – and he music, and, well… she will never forget the song and that is in thos case and very strictly, about you and her. Simple as that.

And, Tom, you don‘t do this as an academic exercise, or as some weirdo new age trick on the mind, you do it with love, and the papers will unfold you like a ballet of emotions. Simple as that, again.
“Doesn‘t matter how far you come
You have always further to go“
(from Quiet Heart)Rückzug
Wenn das Gute passiert, schreibe ich hier einen Text über Don Cherry. Über Stockholm 1977. Aber: K. ist eine starke Kämpferin. In besten Händen. Wenn ich einen Wunsch frei hätte in diesem Leben, und nur einen, wäre es der, dass sie wieder gesund wird. Magisches Denken, egal! Mein Blog-Text über Don Cherry wäre ein Fest des Lebens.
Nachtrag: Montag 20. April. Es geht K besser. Wenn alles gut läuft, kommt sie bald von der Intensiv auf die normale Station. Don Cherry muss noch etwas warten. Still some steps to go. It‘s only over, when we win! Es ist komplizierter als ich dachte. Ich werde aber wieder kleine Dinge schreiben.
„Trans-love airways“
Ich bekam die Information, dass eines der begehrtesten Alben von Don Cherry erstmals wieder ans Tageslicht gekommen sei, in einer kleinen Vinyl-Auflage bei „Klimt“. Als ich vor Jahren bei Discogs eine alte Ausgabe von „Relativity Suite“ bestellte, war ich enttäuscht von einer sehr mässigen Pressung. Zu oft abgespielt, oder von Anfang an so knisterig? Unspielbar im Radio. Ich hoffe, diese „reissue“ wird in allerbestem Zustand sein, sonst geht die Patience tatsächlich in die nächste Runde.
Die Gruppe der ersten drei Alben passt perfekt – „take care, fragile“ könnte man für sie als Titel ausrufen – Jonathan Richman und Don Cherry verbindet, dass die Jazzpolizei und andere Nachtwächter sie gerne mal als Scharlatane bezeichneten. Und Mark Nelson aka Pan American ist hier der wundersame Dritte im Bunde. Eine unendlich fesselnde „Ambient Music“. Das zweite „Trio“ – drei nahezu puristische Soloalben, mit Snare Drum, Piano und eine wundersame Reise mit einem Elktrobass, fernab von aller Show.

Seefeel: Sol.Hz
Jonathan Richman: Only Frozen Sky Anyway
Pan American: Fly The Ocean In A Silver PlaneEtienne Nillesen: Twee (Snare Drum Solo Album)
Irmin Schmidt: Requiem (Piano Solo Album plus field recordings)
Björn Meyer: Convergence (Electric Bass Solo Album)O.S.T. Sirāt
Tinariwen: Hoggar
Don Cherry: Relativity Suite*
(*alternativ Don Cherrys „Modern Art. Stockholm 1977“: background HERE! in diesem Text bringt Richard Williams einige Schätze zur Sprache, zu meinen „all time desert island albums“ von Mr. Cherry zählen auf jeden Fall die drei Codona-Scheiben, sowie das „Corazon“-Duo mit Ed Blackwell, „Brown Rice“ sowie alles von und mit „Old And New Dreams“)
„spaces between“
Als ich ein paar Tage am Ende der Aufnahmen von Tigran Hamasyans „Atmosphères“ in Lugano dabei war, trafen wir uns abends (s. Foto mit Arve und Manfred) in der City: ein warmer Sommerabend, und als ich Jan Bang (der nicht dazustossen konnte) am kommenden Tag von diesem Treffen erzählte, brachte er es auf den Punkt: Manfred habe wohl „old stories“ erzählt.

Zu den in die Jahre Gekommenen in der Runde zählte auch ich, und ein Thema waren rare Aufnahmen der ECM-Historie, aber eben nicht akademisch abgehandelt, sondern nach Lust und Erinnerung aus dem Gedächtnis aufgetischt. Diese „alten Geschichten“ waren einmal reines Gegenwartsabenteuer, ihre Resultate nach wie vor auf Tonträger gebannt.
Eine Frage stellt sich: kann man den Zauber aus der Zeit der Entstehung und des „ersten Hörens“ neu entfachen, wenn man, nach Jahren oder kleinen Ewigkeiten, zu ihnen zurückkehrt, oder schaltet die Zeit einen Filter dazwischen, der selbst für den „ersten Zeugen“ der Musik, und das ist Manfred Eicher durchweg gewesen, eine wie immer geartete Mixtur aus Wehmut, stiller Freude, meditativem Erinnern, bereithält?
Ich brachte die für mich wunderbarste Platte ins Spiel, die der Schlagzeuger und Komponist Edward Vesala je gemacht hat, „Nan Madol“, in jenen frühen 1970er Jahren, in denen sogar Sonnenuntergänge das ästhetische Empfinden mit einem Lächeln passierten, so tollkühn „romantisch“ waren diese neuen Tönen in der damaligen „Jazzlandschaft“.

Es ist wie mit alten Liebesgeschichten in Würzburg oder anderswo: sie fliessen hier und da in Texte ein, und werden eben nicht Wirrungen oder „Phasen“ zugerechnet, analytisch aus dem Spiel genommen, abgehandelt. „Thank you for the days“. Die Magie mochte ihre Risse haben, Blindheiten, Verrücktheiten, was immer, aber gesehen, gehört und gefühlt haben wir – und wie wir das haben! Und es war gut. Wie das Auflegen einer alten Platte a la „Nan Madol“. Nichts nutzt sich ab, etwas Neues blitzt hier auf und da. Ein Traumalbum. Ein Melodienrausch.Als das Meisterwerk des Finnen später wiederveröffentlicht wurde, erhielt es ein sehr nüchternes Cover, wie ein Versteckspiel des Unerschöpflichen. Ein Fehler. Denn diese Musik, die selbst Atheisten als „spirituell“ erleben können, „zum Heulen schön“, unfassbar wild und sanft und verwegen (und wahrscheinlich selbst eine grosse „Lovestory“), hat in jenem alten Farbenspiel der untergehenden Sonne ihr perfektes Pendant erhalten. Ich sehe den Raum vor mir, in dem ich „Nan Madol“ zum ersten Mal hörte. Ich sehe das enge Bett im Studentenwohnheim, die grosse Mattratze in Grasfilzing, den Schlaf in ihren Augen. Ich lege meistens „Yellow Fields“ auf, aber auch, in den besonderen Momenten für den Soundtrack unseres Lebens, after hours, „Nan Madol“. Here we go again. Just listen! Old stories? Dream On! (michael e.)
„If jazz was ever meant to be a religion, its prayers might sound something like Nan Madol. The title means “spaces between,” and no description of this music could be more apt. The album is an eclectic mandala of drones, eruptions of ecstatic liberation, and snatches of melody from both near and far. Influences range from Japanese folk melodies to Alpine herding calls, and all of them strung by a powerful understatement of continuity.“ (tyran g.)
Arild

I laid back and listened to that wonderful bass solo album „Landloper“ by Arild Andersen that came out in 2024. One of these albums that better work in darkness. I know Arild’s bass since I discovered ECM with Jan Garbarek‘s album SART. He never stopped surprising me, real and reliable company. („Landloper“ ends with an irresistible mélange of the two classics ‘song for che’ and ‘lonely woman’). I somehow never ever even heard about his 1981 album „Lifelines“ before. By chance, two years ago, I stumbled on it. Via Discogs, I got a near mint vinyl copy. Paul Motian on drums, Kenny Wheeler on trumpet, and a fabulous pianist with his only appearance ever on ECM. One of the titles: „Landloper“.Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent
Ein wenig traditionell, und viel Kostüm, das in etwa dachte ich, als dieser Truffautfilm, ich war so ungefähr 18, im Fernsehen meines alten Kinderzimmers zu sehen war. Ich war hochaufmerksam, sah ihn bald darauf nochmal, und versuchte einmal mehr, der Magie von Truffaut in diesem etwas altmodisch wirkenden Streifen auf die Spur zu kommen. Wo war hier wenigstens ein Hauch der „nouvelle vague“? Irgendwann fiel der Satz „Lass uns leben, das Etikett kleben wir später drauf!“, und ich hatte eine Parole gefunden, die ich dann und wann bei „Hals-über-Kopf“-Anwandlungen zur Anwendung brachte. Tausend Jahre später stand ich vor dem Grab der alten Meisters in Paris, dessen Gespräche mit Hitchcock ich einst während eines Norseeurlaubs auf Wangerooge verschlungen hatte (ein Heyne-Taschenbuch, das ich selbst beim abendlichen Gang zu den Wellen bei mir trug), und eine Italienerin mit gutem Schulfranzösisch hatte einen kurzen Liebesbrief für Francois hinterlassen. In dem Augenblick fühlte ich ein unsichtbares Band zwischen mir und der Fremden, die höchstens zehn Minuten vor mir an diesem Ort war, weil die vielen kleinen Windböen das Blatt Papier, nur durch einen leichten Kieselstein beschwert, noch nicht fortgeweht hatten.
Leise Töne

1962 oder 1963 verbrachte ich meine grossen Ferien sechs Wochen lang mit meinem Blutsbruder Matthias in einem von vorwiegend alten Nonnen streng geführtem Kinderheim. Die schönen Momente, an die ich mich erinnere, sind rar: wir tanzten abends den Twist, der in Europa angekommen war, es gab eine freundliche Nonne, deren Samftmut der reine Trost war, wenn die verhärteten älteren Damen Hausarrest verhängten, und gelegentlich Schläge auf den nackten Po verabreichten, und zum Glück war das schon die äusserste Grenze der Übergriffigkeit. Wenn man seinen besten Freund an der Seite hat, gemeinsam Freddy Quinns Gassenhauer sang, konmte man auch kleine Ungerechtigkeiten und die Milchsuppe heil überstehen.
Das war keine zwei Jahrzehnte nach der weitaus bitteren nordfriesischen Kindheitsgeschichte von Hark Bohm, die Fatih Akin in dunkel-leuchtenden Bildern voller Raum und Horizont einfängt. Meine Nordseeerinnerungen stammen aus der Zeit des „Wirtschaftswunders“, in welcher der Schrecken nur noch in Fragmenten spürbar war, in kollektiver Verdrängung, moosbewachsenen Bunkereingängen oder vereinzelt hingeschmierten Hakenkreuzen. „Amrum“ umschifft fast durchweg das Quantum aufgesetzter Rührseligkeiten. Sehr, sehr viel gibt es zu sehen in diesem Kino der leisen Töne. Ob man schlussendlich Hark Bohm altersmilden Blick übers Meer benötigt hätte, oder den „ewigen“ Matthias Schweighöfer als Kurzauftritt, sei dahingestellt. Ich möchte im Kino nicht daran erinnert werden, im Kino zu sein.
“Dieses Sommergefühl“

Es passiert das Schlimmste, wenn man nicht damit rechnet. Und manchmal auch ein Glück. Zwischen diesen Polen entfalten sich die gesammelten Flüchtigkeiten, die leisen Töne dieses Reigens aus Melancholie, Unruhe und Trost. Der dritte Film von Mikhaël Hers, den ich in kurzer Zeit erlebe, sein Stil ist nicht zuletzt von der magischen Alltäglichkeit eines Eric Rohmer beseelt , und so überzeugend wie „Mein Leben mit Amanda“ und „Passagiere der Nacht“. Es passt alles in diesem schönen Film über Verlust, „in dem die Lebenden unter der Sonne wie getriebene Schatten unter der Sonne umherirren, wo das Glück Unschlüssigkeit und die Schönheit menschenleerer Großstädte Trost bedeutet“. Schön gesagt. Und immer wieder diese doppelten Böden und Untertöne der Songs und „instrumentals“. Selbst „Teenage Kicks“ von den Undertones findet seinen idealen Platz in all diesen Schwebungen des Seins zwischen New York, Berlin und Paris. Und, ganz gross, das allerletzte Lied der Sorte „mir komplett unbekannt und auf Anhieb völlig vertraut“. (Auf DVD ist der Film erhältlich, wie die beiden anderen auch.)
Let The Power Fall (eine Lieblingsplatte)

Dieser Raum sieht so aseptisch aus, aber er ist eine Höhle mit schönem Durcheinander, eine Zeitmaschine. Im April 1981 kam Robert Fripps Soloalbum „Let The Power Fall“ zu mir nach Hause, nach Bergeinöden im Nördlichen Bayerischen Wald. Ich erinnere mich an eine Fünf Sterne Besprechung im Downbeat damals. Wenn man bedenkt, welch komplexe Horizonte Fripp mit King Crimson eröffnet hat, waren seine „Frippertronics“ eine offensichtliche Gegenwelt dazu, asketisch, down to the bone, und zugleich enorm reichhaltig.Erst im Vorjahr hatte ich ihn ein, zwei gute Stunden entfernt, in einer ehemaligen Pferdescheune, im To Act in Weissenohe in der Fränkischen Schweiz live erlebt, mit seiner kurzlebigen wie tollkühnen „League Of Gentlemen“, und ein Jahr später, in the wild summer of 1982, gleich ein weiteres Mal mit dem neu aufgestellten Crimson Quartett und den Zauberern Belew, Bruford, Levin an seiner Seite, in Nürnberg, open air 30000 Seelen im weiten Rund.
Nur ein Album voller „Frippertronics“ habe ich vielleicht öfter gehört, Roberts zweites Teamwork mit Brian Eno, „Evening Star“, da aber nur die Seite 1. interessanterweise hat mich die harsche Rückseite namens „Index Of Metals“ stets kalt gelassen, anders als die traumhaften zwei Grosskompositionen ihres Erstlings „No Pussyfooting“, welches Manfred Sack einst in der „Zeit“ verriss als, simngemäss, grob-psychedelischen, womöglich drogenbegleiteten Abklatsch von „minimal music“. Bis heute kehre ich zu all diesen Alben zurück, „Let The Power Fall“ in der Surroundfassung ist atemraubend, auch der Nachfolger „God Save The Queen / Under Heavy Manners“ brilliert durchweg, mit einer Seite „Discotronics“ der erhabenen Art. Diese Werke haben sich nie ganz preisgegeben. Ich sinke dahin. (michael engelbrecht)

„More Frippers“:
- „updated and very frippery: an interview with waterfall noises & the tow Michaels“
- “exposures – die öffnung einer schatzkiste“
- “sheltering skies“
- “a master documentary“
P.S. In regards to the „waterfall interview“: Robert Fripp is interviewed by Michael Engelbrecht and Michael Frank in the lobby of a hotel in Cologne, Germany. The sound of an indoor fountain nearby obscures the questions being asked so the topics being discussed are listed below. „ME“ and „MF“ indicate who asks the questions. Stating the obvious I’d nevertheless like to point out that this interview is a snapshot of Robert Fripp in 1998. A lot has happened since then, e.g. further incarnations of the band King Crimson and Toyah and Robert’s Sunday Lunch on youtube. Robert Fripp’s answers made this interview a truly remarkable encounter for both my colleague and friend Michael Engelbrecht and me. We would like to thank him again for his time, insights and music. Thank you also to my friend, band colleague and sometime member of Guitar Craft Michael Peters who helped me to prepare for this interview. (Michael Frank)
