Sorrow Reigns

Mein „Uncut“-Spiel geht so. Jeden Monat, wenn das Heft erscheint, fliege ich über die Plattenkritiken und suche mir danach drei Alben aus von Künstlern, die ich noch nie gehört habe, und bei denen ich mir vorstelle, dass sie mir sehr gut gefallen könnten. Da schaue ich genau hin, und lese den Text en detail. Diesmal ist eines der drei von mir ausgesuchten Alben von einer britischen Band namens „Brown Horse“, die angeblich guten alten Gitarrenrock so fulminant darbietet, dass man nicht in seliger Nostalgie an alte deutsche „Oma Rock Cafés“ denkt. Und tatsächlich, ein Treffer! The 1970‘s meet the 1990‘s. Das Rad muss nicht neu erfunden werden für eine wilde Fahrt!

HIER der Eröffnungssong „Sorrow Reigns“, und im folgenden ein paar Worte dazu von dem alten „Rock-Hasen“ Alan Jones, der „Total Dive“ zum „album of the month“ erkoren hat. Dass solche Musik mit ihren gesammelten Doom-Elementen nicht wirklich runterzieht, sondern wohl durchweg faszinieren kann, mag als Paradoxie erscheinen, aber sei‘s drum: „sharing the darkness“ und „exploring the shadows“ sind immer schon eine heilsame Strategie in Musik und Psychotherapie gewesen. Ich habe mir gleich ihre Tourdaten angeschaut: leider kommen sie nicht nach Germany. Wie gerne würde ich in Brighton oder Minneapolis dabei sein. Vielleicht schicke ich Steve Tibbetts zu diesen entfernten Verwandten von „Crazy Horse“! Oder unser Country Girl! (m.e.)


„Die Songs handeln durchweg von Trennung, Abschied, Verlust und Untergang. Erinnerungen spielen darin eine große Rolle. Es ist fast immer Nacht, die unheimlichen Stunden vor Tagesanbruch aind fast ein Leitmotiv. Das Wetter ist ausnahmslos schrecklich. Das Album beginnt mit dem ersten der drei Songs von Emma Tovell. „Hier unten herrschen Kälte, Blut und Trauer“, singt Patrick Turner und klingt dabei so atemlos wie ein Mann, der von einem Mob mit Heugabeln verfolgt wird. Seine Stimme wird fast von einem spektakulären Gitarrenausbruch und heftig peitschender Lap-Steel-Gitarre verschluckt, wobei das ganze schwungvolle Geschehen von Rowan Brahams wogenden Keyboards untermalt wird. Tovells Texte sind sparsam, voller Spannung, ausrufend; am Ende des Songs verzweifelt.“

Zugabe? BITTE SEHR! Und welche Inspiration nennt Emma Tovell? „Smog’s Knock Knock is a perfect indie-rock album, melancholic, brooding but also kinda funny. Callahan’s pinned-together fragments of a break-up written on the road, with its gentle darkness rubbing up against wicked guitar riffs, is definitely one of the benchmarks for my contributions to Total Dive.“

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