Another dark and dancing world
„Manchmal macht man Entdeckungen, wenn man eigentlich viel zu müde ist dafür. Dann traut man seinen Ohren nicht, und dann doch!“
Speaking of perfect summer songs with deepness inside and surprises all along, HERE is one. Except it is not really a summer song. I am so stunned and haven’t heard any other song from the album. How often I am slightly disappointed when writers surpass one another with their writing on the next great singer. Oh, well, I say to myself, probably i‘m too old for this, but not here, not in this case.

I haven‘t read any review yet, but, in its own mysterious or very clear ways, this song takes me back to the early 80‘s and my time in the northern part of the Bavarian Wood, with „Too Rye Aye“ on high rotation in my little house in the middle of nowhere land. More than curious if the whole thing lives up to the time traveling standards of this song, and, more than that, its passages of euphoria and darkness.
8 Kommentare
Michael Engelbrecht
My memory backwards to 1982 even makes more sense when reading now what Alan Jones writes about it, and it puts that infamous smile on my face:
„The nine-minute title track that opens the album, for instance, blows in on a warm melodic wind, the kind of tune you might have heard coming through an open window in the Summer Of Love – The Rascals’ “Groovin’”, perhaps. A musical haze, anyway, of melodica, pedal steel, piano, fiddle, Davis’s languid Southern drawl, Freakwater’s Catherine Irwin’s lovely harmonies. The song itself is a lament for lost love that tracks a romance from euphoric blossoming (“You’re the new sheriff in the Wild West of my heart!”) to inevitable ruin (“Your sweet nothings still sour the sheets on the bed”). It’s by turns hilarious, ecstatic, broken, like a barroom full of beautiful losers.“
Michael Engelbrecht
Jetzt habe ich mir das ganze Album angehört, als Stream, und kann nur sagen: grossartig, nicht nur dieser eine Song. Dann las ich die Besprechung von AJ zuende und konnte manchem Vergleich zustimmen. Und ich weiss jetzt auch, wieso ich erstmal von einem perfekten Sommersong sprach….😉
Das sensationelle New Threats From The Soul ist eine weitere Ausarbeitung dieser abschweifenden Poesie, sieben Songs, in denen Davis meist reumütig über das Leben und das, was daraus geworden ist, nachdenkt und die Frage stellt, die jeder auf den Lippen hat. Hat irgendetwas davon einen Sinn, wenn man bedenkt, wie alles endet, und die Enttäuschungen auf dem Weg dorthin?
„Manchmal erinnern diese langen, sich entspannenden Songs an die nachdenklichen Gedanken von Lambchop’s Kurt Wagner, Okkervil River’s Will Sheff, Will Oldham, vielleicht MJ Lenderman. Sogar an Lou Reed. Vor allem aber werden Sie wahrscheinlich an David Bermans Purple Mountains denken, deren einziges, gleichnamiges Album weniger als einen Monat vor Bermans Selbstmord im Jahr 2019 veröffentlicht wurde. Wie so oft bei Berman auf diesem einzigartigen Meisterwerk verschleiert der schräge Humor und die unbeschwerte Leichtigkeit, die Davis manchmal melodisch einsetzt, den Herzschmerz, die Trauer, den Verlust, die Sehnsucht und die Verzweiflung in seinen Songs, eine existenzielle Krise in jedem Reimpaar.“
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Olaf Westfeld
Ja, sehr schön. Magisch.
Michael Engelbrecht
Und so geht die Besprechung von Allan Jones in Uncut weiter, nach der Vorstellung des Openers:
In “Monte Carlo/No Limits”, another abandoned lover crashes his car outside his ex’s house and leaves it there as a reminder of the wreck their love has become, as if this will somehow win her back. “Better If You Make Me” is a contrite apology, like Warren Zevon’s “Reconsider Me”, someone promising to change, become new and improved, even as he’s barking orders from afar: “Leave the fish tank light on, baby/Turn up the motherfucking ‘Für Elise’”.
They sound like songs from the place America has become
The closest the album comes to unconditional despair is on the interlinked “Mutilation Springs” and “Mutilation Falls”, which between them account for 20 minutes of the album’s running time. “I can’t remember the last time the good times felt so bad”, Davis sings on the former.
A desolate mood prevails, the music a fractured plane of old-school synths, sparse percussion, pedal steel, fiddle, a flute. They sound like songs from the place America has become, basically the equivalent of the most derelict room in that Motel 6 out near the Interstate. A dilapidated joint. Ghosts in the walls, broken windows, a body in the bathtub, screamers in the parking lot. Davis hardly recognises the place.
“I can barely tell the cattle roads from the chemtrails of our past lives”, he sings on the melodically handsome, windswept “The Simple Joy”, looking back at what used to be, panoramic and glorious. Sweeping strings and a mass of voices join him on a chorus that sounds like it’s being sung on a prairie by a wagon-train choir who’ll probably turn out to be members of the Donner Party, snowbound in the Sierras, eating their own dead. The gorgeous “Crass Shadows (At Walden Pawn)” is a final beckoning. “I’ll be soaring home tonight in confusing winds”, he sings, the music behind him starlit and spectral, heading for a place of salvage and repair, asylum from vagrant drift in a world gone wrong. What an incredible, head-spinning trip this album is.“
Tief durchatmen! 😉
Nun will ich hoffen, dass Ryan Davis das dunkle Schicksal von David Berman erspart bleibt, zu dessen Farewell Album Allan Jones einen Vergleich zieht. Ryan Davis hätte, wäre das Album 1982 rausgekommen, seinen Platz bei mir neben Too Rye Ay gefunden, obwohl das Album von Kevin und seinen Midnight Runners nicht ansatzweise die Düsternis hat, die in den Lyrics von Ryan Davis vorkommt, allem schrägen Humor zum Trotz.
Nun kam gestern Abend eine Assoziation zur nächsten: erst landete ich in Gedanken bei einem Meisterwerk der Geschichte der englischen Musik des 20. Jahrhunderts, so grandios und tief und (mich) mitreissend wie Laughing Stock von Talk Talk, oder Here Come The Warm Jets von Eno, nämlich, 1985 erschienen, Don’t Stand Me adown, der Nachfolger von Too Rye Ay. Ich fand es damals grandios, ich finde es heute grandios, ein lifer, wie die anderen Alben, aber, wie Laughing Stock, ein kommerzieller Flop, der, wie ich las, Kevin deprimierte. Sehr deprimierte.
DON’T STAND ME DOWN
Ich las das in einer begeisterten Besprechung von Kevins jüngst erschienener Autobiografie. Den Vorgänger von Too Rye Ay habe ich nie richtig gehört, mir aber seine späteren Alben alle gekauft. Es gab da nicht viele, und grosse Pausen dazwischen. Keines dieser späteren Werke erzählte bei mir solche Wirkungstreffer wie Too Rye Ay und Don’t Stand Me Down. Und dann also holte ich mir die kostenlose Leseprobe seiner Autobio und flog durch den Anfang des Buches. Dieser Anfang beeindruckte mich… leicht zu lesen, aber wohl eine Chronik der Kunst, sich selbst das Leben permanent zu erschweren. Mal sehen, ob das Buch mich packen wird!
Michael Engelbrecht
Allan Jones entpuppt sich in seiner Rezension als Philosoph des Alltags.
„Ryan Davis legte nach State Champions „Send Flowers“ (2018) eine fünfjährige Songwriting-Pause ein. Die Songs, die er schließlich zu schreiben begann und die 2023 auf „Dancing On The Edge“ erschienen, hatten eine fantastische neue Schwere, die sich oft in der wundersam schleichenden Art von Neil Youngs „The Last Trip To Tulsa“ oder Song Ohia’s „Farewell Transmission“: geheimnisvoll, full of drifting, von Absurdität geprägt. Das sensationelle New Threats From The Soul ist eine Weiterentwicklung dieser in eigenwilligen Abschweifungen verlaufenden Poesie, sieben Songs, in denen Davis über das Leben und dessen Verlauf nachdenkt und die Frage stellt, die allen auf den Lippen liegt. Hat das alles überhaupt einen Sinn, wenn man bedenkt, wie es endet und welche Enttäuschungen es auf dem Weg dorthin gibt?“
Lajla
Wow, noch so ein happy shocker. Erinnert mich an Townes van Zandt. Muss den Song gleich nochmal hören.
flowworker
@ Lajla: ein zweites Hören des Streams macht mir klar: das IST ein Album, das moch weiterhin fesseln wird. Ich weiss, warum ich an Kevin Rowlands beste Alben denken musste, denn TOO RYE AY und DON’t STAND ME DOWN haben das Dunkle und das Motreissende fabelhafz gemischt, und das schafftaucb der mir bis dahin ansolut unbekannte Ryan Davis. Her ein leicht neu abgemischter einer Beaprechung von P. Ro., in dem auch dein Kinky Fruedman auftaucht…😉
„Jedes Durchhören des Albums offenbart mehr von der Tiefe, der Breite und dem Gewirr der Komplexität des Projekts. In „New Threats From The Soul“ gelingen RYAN Beinahe-Reime, die Affen, die seit hundert Jahren an Chat-GPT-fähigen Schreibmaschinen arbeiten, nicht hinbekommen hätten: „bromeliad“ und „necrophiliac“; „urinal“ und „de Chirico“.
Kinky Friedman beklagte, dass die Leute seine lustigen Lieder für traurig und seine traurigen Lieder für lustig hielten, obwohl sie beides gleichzeitig waren. Wie der Kinkster kann RYAN einen durch einen Kloß im Hals zum Lachen bringen. In seiner formidablen Crew von Harmonie-Sängern befinden sich vier der begabtesten Sänger, die derzeit unter uns wandeln – Catherine Irwin, Will Oldham, Lou Turner, Myriam Gendron – was von der tiefgründigen Kraft seiner Texte zeugt (diese Leute melden sich nicht oft, um irgendwelchen Brei zu singen).
„New Threats From The Soul“ ist eine Meisterklasse in der Reduktion des Erhabenen auf das Prosaische, des Unermesslichen auf das Winzige und umgekehrt (der Trick kann nur in beide Richtungen funktionieren). Für Freunde von Alternative Country, Folk, Americana, Independent, Silver Jews, Bill Callahan, Lambchop, Cass McCoombs, Sparklehorse, Giant Sand/Howe Gelb…“
Michael Engelbrecht
Was die lyrics dieses Albums angeht, sind sie ein interessanter Gegensatz zur minimalistischen Poesie des Duos Brian Eno / Beatie Wolfe. Mein Album des Jahres ist nur sehr spärlich besprochen worden in den bekannten Medien. Ich halte es, so wie Richard Williams das neue Album von Henriksen / Seim und Co., für einen „future classic“.
Was vielen entgangen ist, ist die „masterclass quality“ der Texte: manche hielten sie für zufällig hingeworfene Zufallstexte im guten akten „cut up“, was kompletter Blödsinn ist, manche packten zwei, drei Zeilen raus, um seltsame Schlüsse daraus zu ziehen. Ah, ich werde darüber an anderer Stelle schreiben. Nur so viel jetzt:
Die lyrics von Beatie sind luftig und „verdichtet“ zugleich. Ryan Davis gegt eher nach „Bewusstseinsstrom“ vor, und feilt dann unendlich lang an Details. Wer die beiden Alben in Ruhe hört (ich lasse in unserer Kolumne TALK in den monthly revelations „Beatie’s solo talk in Notting Hill“ weiter stehen), wird nicht den Kopf schütteln, wenn ich zwei Dichter als Parallelwelt anführe, was Reduktion, Sinnlichkeit, und „Ausschweifung“ angeht. Das steht Ryan Davis bei Peter Rühmkorf, und Beatie Wolfe bei Paul Celan. Das ist kein Trick, um ihren Kunstwert aufzublasen.
Vor allem ist dies eine schmunzelnd servierte Suggestion, diesen Texten zwischendurch sehr viel Aufmerksamkeit zu widmen, das kostet etwas Zeit und lohnt sich alkemal. Bei Lajla auf der Insel ist LUMINAL schon lange angekommen (a desert island disc!😉), bei Lorenz in Leibfelden ist sie, wie LATERAL, erst gestern eingetroffen, und ich kenne Lorenz genug, um ihn beneiden zu können um sein Glück des ersten und zweiten Hörens – ich hoffe, ich lehne mich hier nicht zu weit aus dem Fenster😅!
Um zum Thema zirückzukehren: NEW THREATS FROM THE SOUL wird eines meiner drei, vier, fünf Songalben des Jahres: wie war das geflügelte Wort noch, damals in Manazeiten: „lifer“
(In dear memory of our old Scotish friend, who entered the world of our old blog with a short sentence about a song of Paul Buchanan. And, once upon a time, much later, I sent him an old interview with another brilliant writer of words and songs, the wizard of XTC, Andy Partridge, who in that conversation sang his praise on another „album of dreams“ named „A WALK ACROSS THE ROOFTOPS“ by The Blue Nile.)
Ich schweife ab☔️🪇