monthly revelations, april, with an afterglow of the 1960‘s and the 1970‘s

Die Beatles, einmal mehr, ein nie wiederveröffentlichtes Meisterwerk der frühen ECM-Jahre, das sorgt schon mal für ausreichend „Nachglühen“ . Aber dann wäre da noch die gewitzt inszenierte Hommage an einen Kinoklassiker aus dem Jahre 1960, und ein deutsches TV-Sci-Fi-Epos, ein Jahr vor dem „summer of love“, zwei Jahre vor dem wilden Jahr 1968, drei vor der Mondlandung. Man sieht. Volles Programm!

Iron and Wine hätte auch das Album des Monats werden können. Die gelassene Zuversicht von Sam Beams Profi-Team erinnert an die Blütezeit von Laurel Canyon, ohne dabei irgendwelche Hippie-Geister heraufzubeschwören… oder, besser, im Original:

„The mellow assurance of Beam’s team of professionals suggests the heyday of Laurel Canyon without quite conjuring any hippie ghosts. His touch remains too subtle and tasteful to succumb to the temptations of revivalism, yet there’s a distinctly welcoming and wistful breeze wafting through the record, blowing the stark “Paper and Stone” right into the sunlight. It’s a trick he repeats over and over throughout Hen’s Teeth, letting the idiosyncrasies of his songs be transformed, even erased, by the interplay of his supporting musicians. Maybe he’s lost the spartan immediacy of his earliest records, but he’s gained a sense of camaraderie that makes his music feel nourishing.“

Ein trefflicher letzter Absatz einer Besprechung des jüngsten Iron and Wine – Albums. Eine kleine Hommage an den sowas von unabhängigen Musikblog Aquarium Drunkard, für den man ein kleines Entgelt entrichten muss pro Monat, aber selbst Musikfüchse wie du und ich finden dort manch Aufregend-Altes und Aufregend-Neues!

Eine kleine Hommage für Aquarium Drunkard also, dass unser Griff ins Archiv und die Entdeckung eines tollen neuen Albums, neben einem langen launigen Interview mit Sam Beam, durchweg von drei „Aquarianern“ stammt. Die Abteilungen für Film und Serie und Prosa schweifen weit zurück in ein altes Europa, über das Robert Wyatt das schönste aller Lieder gesungen hat, das mit Miles und Juliette in Paris. In der Abteilung Radio bleibt es bei meinen Zeitreisen durch die ECM-Jahre von Steve Tibbetts und und zwei meiner alten Sendungen über Ralph Towner und John Abercrombie. Tempus fugit. (m.e)

8 Kommentare

  • Michael

    Der Club der Julio Medem Brian Eno Go Betweens Leonard Cohen Francois Truffaut Freunde wird jedenfalls nicht kleiner Lajla. Guter Humor hält jung 😉

  • Thomas

    Ich werde mir Mühe geben 😅

    Welch eine schöne Melange für den Frühlingsmonat. Den letzten Satz in dem Text über The Call kann ich nur unterstreichen. Als „Nachgeborener“ suche ich seit Jahren diese JAPO LP zu einem halbwegs anständigen Preis und gebe mich notgedrungen mit der Streaming Ausgabe bei Tidal zufrieden. Von den beiden Stücken ist mir Thoughts ein wenig näher ob seiner kontemplativen Stimmung. Mal Waldron, Archie Shepp, Karl Berger, Steve Lacy: jenseits der Säulenheiligen sind diese Ausnahmemusiker brothers in spirit mit eigenem Stil, die es immer wieder neu zu entdecken gilt.

    Wie schön, dass nach Bill Callahan auch Sam Beam ein neues Album herausbringt. Ich sehe die beiden vor dem geistigen Auge auf einer quietschenden Hollywood- Schaukel stundenlang über Gott und die Welt und die Notwendigkeit von Duett Songs fabulieren.

    NOUVELLE VAGUE, bereits im letzten Jahr gesehen, ist mir ein wenig zu überkandidelt, dennoch eine lohnenswerte Zeitreise in eine der spannendsten Perioden der Filmgeschichte.

  • flowworker

    @ Olaf: genau, Sherlock, eine Roedelius Box… Zeichen und Wunder und Zufälle😂

    @ Thomas: sprachen wir über das grossartige Duo Album, das Archie Shepp und Mal Waldron auf enja rausbrachten? Ein grossartiges Teil.

    A propos Kino: ich überlege, ob ich in Der Astronaut gehe. Könnte ja auch überkandidelt sein, oder richtig gut… da zaudere ich noch. Icn habe jetzt die Blu Ray von In die Sonne schauen bekommen. Wird ein intensiver Abend aud grosser Home Cinema Leinwand, hoffe ich… gestern sah ich (damit hier nicht zu viel von grossem Kino die Rede ist) COLD MEAR. Kanadischer Survival Thriller auf Prime. Wow! Hans Schifferle hätte ihn bestimmt auch gemocht.

    m.e.

  • Olaf Westfeld

    Ach ja, The Call hätte ich auch gerne… bis jetzt nur einmal gesehen und €100,- waren mir dann doch zuviel.

  • Thomas

    @Michael, ja, wir sprachen über das großartige Billie Holiday Tribute Album der beiden aus dem Jahre 2002 „Left Alone Revisited“. Old fashioned in bester Manier. Wenn es so etwas wie empathische Musik gibt, dann wäre das ein Beleg. Das Stück Left Alone ist der Hammer, Billie Holiday sitzt quasi traumverloren neben einem.

    Zu Roedelius: Die zweite Box zum Jubiläum „90“ in 2024 erschienen, ist ebanfalls ein holy grail. Auflage 500. In dem dazugehörigen Buch im LP Format sind viele Privatfotos enthalten, die einen eine Anmutung davon geben, dass Kunst und Leben eins sein können. Phantastisch.

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