Bald kommt „Nouvelle Vague“ in die Kinos!
„Wenn Sie sich Richard Linklaters Rekonstruktion der Entstehung von Jean-Luc Godards A bout de souffle („Ausser Atem“) ansehen wollen – und das sollten Sie, denn sie ist nicht nur akribisch genau, sondern auch äußerst unterhaltsam –, dann rate ich Ihnen, bis zum Ende zu bleiben, bis der Abspann zu Ende ist. Dann hören Sie einen Hit von Richard Anthony aus dem Jahr 1959, der den Namen der „neuen Bewegung“ im französischen Kino übernahm, von der Linklater auch den Titel seines Films ableitete: „Nouvelle Vague“.
Wie viele französische Chart-Hits dieser Zeit war auch Anthonys „Nouvelle Vague“ eine französische Coverversion eines amerikanischen Hits (er coverte auch „Peggy Sue“, „Let’s Twist Again“, „The Locomotion“ und „Hit the Road, Jack“). In diesem Fall übernahm er „Three Cool Cats“ von den Coasters, das drei Jahre zuvor von Jerry Leiber und Mike Stoller geschrieben und produziert worden war. Zusammen mit seinem Produzenten und Arrangeur Christian Chevallier behielt Anthony Stollers Melodie bei und improvisierte auf Französisch zu Leibers Text.
Das Grundszenario ist dasselbe. Eine Gruppe männlicher Teenager sitzt in einem Auto, hängt rum, ohne dass viel passiert. Bei den Coasters war es ein klappriges Auto an einer Straßenecke in LA. Aber hier sind wir in Frankreich. Unsere Gruppe von Copains sitzt in einem kleinen MG, beleuchtet von einer Straßenlaterne, als drei Mädchen vorbeigehen und ein Lied von Elvis Presley singen. Sie kommen zusammen: „On boit, on cause, on rit, on danse.“ Wir trinken, wir unterhalten uns, wir lachen, wir tanzen. Aber vergiss nicht: „Faut garder l’independence de la…nouvelle vague.“ Mit anderen Worten: Bleib cool.“ (Kinostart in Deutschland: 12. März.)
Richard Williams, The Blue Moment
Ein Kommentar
flowworker
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