ECM 2844 – Meditation und Tanz
Wer einmal in dieser Musik angekommen ist, spürt wahrscheinlich, wie perfekt das Cover gewählt ist! Ich hatte über Wochen dermassen intensiv Steve Tibbetts‘ ECM-Alben für das Radioportrait gehört, dass kaum Raum war für anderes.

So blieb meine erste Begegnung mit dem zweiten Soloalbum von Björn Meyer erstmal oberflächlich. Aller Ehren wert, fein, fein, sehr schön. So ratterten die üblichen Reflexe, ein Brimborium von Flüchtigkeiten. Das änderte sich gestern, als ich mich ganz auf dieses Album einliess, eingespielt mit seiner elektrischen Bassgitarre und diversen „treatments“.
Was für eine gelassene, gelegentlich unheimliche Tiefe! Etwas Dunkles strömt in den Raum, wirft Schatten ins Lichterfüllte. Meditation und Tanz zugleich.
Mir kam zudem ein Sinn in den Sinn, für den Titel „Convergence“. Josef Engels beschliesst seine Besprechung in „Rondo“ so: „Convergence“ ist kein Blockbuster mit Explosionen und Muskelspiel, sondern feines Autorenkino mit Tiefenwirkung!
2 Kommentare
Thomas P.
Hab auf der Rückfahrt von Düsseldorf reingehört, mag ich sehr, aber falsches Environment zum kontemplativen Zuhören. Sein Debut gab‘s auch als LP, diese zunächst nicht. Mal schauen. Ich hätte die LP gerne mit Deinem Begleittext, call to ECM headquarter 🤣
flowworker
Das wäre dann die „extended version“ dieser kleinen Tagebuchnotiz😉
Ich empfand die drei Sterne Besprechung in der Jazzthtetik, die ich im Bahnhof las (da stöbere ich gerne mal in dieser Zeitschrift, für die ich zwischen 1989 und 2005 schrieb) sehr oberflächlich. Convergence öffnet ganz andere Räume als das erste, nicht minder fesselnde Solobassalbum Provenance.
m.e.