Die verschwundenen Plattenläden

Eine
zu bittersüße Lektüre.
Wenn ich heutzutage
durch bestimmte Teile Londons
gehe, bin ich oft versucht,
mir Scheuklappen aufzusetzen,
da so viele scheinbar unauslöschliche
Säulen der Stadt verschwunden sind.
Ray’s Jazz Shop mit seinen Doppeltüren
und den exzentrischen Zeitungsausschnitten
mit „Jazz-Namen” an der Wand –
„Colonel Al Haig” – und den schmerzlich
vermissten Bob Glass und Ray Smith
hinter der Theke; Dobell’s hinter The Mousetrap;
Mole Jazz und
der verstorbene, großartige
Ed Dipple; die beiden Filialen
von Vinyl Experience;
Rhythm Records; Intoxica; Sounds That Swing;
der Rough Trade-Keller in Neal’s Yard…
alles längst verschwunden.
Dann plötzlich letztes Jahr
Harold Moores Records!
Ausgelöscht und ersetzt
durch eine Modeboutique.
Von den Londoner Buchhandlungen
will ich gar nicht erst anfangen.
Deshalb bin ich nach Schottland gezogen.
Alasdair Dickson
2 Kommentare
Michael Engelbrecht
„Garth Cartwright has travelled the length and breadth of the UK, conducting more than 100 interviews with some of the icons of the record shop trade and the wider music industry, including Martin Mills (Beggars Banquet), Geoff Travis (Rough Trade), Andy Gray (Andy’s Records), Ralph McTell, Chris Barber, The Specials and many more. Featuring a foreword by the renowned comedian and writer, Stewart Lee. From the UK’s first record shop, Garth traces the history through more than a century of unprecedented social, cultural and political change.“–Publisher’s description.
Michael Engelbrecht
Dasjunge „Girl“, das sich on e upon a time, eine Jazzscheibe von Julius Hemphill anhörte, hätte, als ich ein „Boy“ war, rasch mein Interesse gewonnen, zumal sie noch so hübsch und klug wirkte – aber sie streifte halte in englischen Läden rum. Gut, ich war damals auch ein paar Mal in London, aber von all den verschwundenen Läden kannte ich nur und immerhin den Rough Trade Keller in Neal’s Yard: da hing die berühmte erste Aztec Camera an der Wand. Those were the vinyl days 😉