Die Mädchen und der Jazz

So sind unsere Mädchen: wie Jazz. Und so sind die Nächte, die mädchenklirrenden Nächte: wie Jazz: heiß und hektisch. Erregt.

7 Kommentare

  • Michael Engelbrecht

    Das ist nicht, wie der erste Eindruck vermuten lassen könnte, auf meinem Mist gewachsen, vielmehr Sätze eines Chronisten der Nachkriegszeit, Wolfgang Borchert.

    Sie gehen dem neuen Kriminalroman voraus, der Anfang dieses Jahres in der Edition Nautilus erschienen ist und es gleich in die KRIMIZEITBESTENLISTE vom Februar geschafft hat, nachzulesen im Deutschlandfunk und anderswo.

    ROBERT BRACK: Die nackte Haut

    „St. Pauli, 1951. Jazzpianistin Martha Kiesler ist zurück in ihrer alten Heimat.“

    So beginnt der Text auf der Rückseite dieses 216 Seiten langen Taschenbuchs. Zur Zeit habe ich Buch für Buch eine Glückssträhne, was historische Kriminalromane angeht: zuerst „Im Süden“von JAMES LEE BURKE (amerikanischer Bürgerkrieg), dann der neue, diesmal im Hamburg des Jahres 1887 angesiedelte, Krimi „Die Farben des Blutes“ von RALF H DORWEILER.

    Vielleicht nat der eine oder die andere Lust, das parallel mit mir zu lesen, bevor ich es hier in zwei, drei Wochen spätestens bespreche. Robert Brack ist übrigens Jahrgang 1959 und gilt als einer der „literischen Geschichtsschreiber Hamburgs“. Für mich ist ein mein „erster Brack“.

  • Jan Reetze

    Danke für den Tipp. Parallel schaffe ich es nicht, aber ist vorgemerkt.

    Wolfgang Borchert hat in Hamburg-Eppendorf sozusagen „um die Ecke“ von meiner Wohnung gewohnt, und der Spar-Laden gegenüber war das Kino, in dem die legendäre Rahmbonbon-Story passiert ist.

    Nicht weit, am Eppendorfer Marktplatz, steht die Friedenseiche; leider bereits die zweite Ausgabe, nachdem die erste wegen Krankheit gefällt werden musste.

    Die kleine Tafel vor dem Baum zeigt Borcherts legendären Text SAG NEIN. Hoffentlich lesen ihn noch immer viele, die vorbeigehen.

  • Martina Weber

    Ich hatte bei dem Zitat, eher aus inhaltlichen als aus sprachlichen Gründen, auf Rayuela getippt.

  • Michael

    Nur, Martina, dass die Mädchen bei Julio Frauen waren … RAYUELA spielt aber auch in den 1950er Jahren wie der neue Brack, in Paris halt, und der Jazz schrieb gewiss den heissen Soundtrack des „schlangenclubs“

  • Michael Engelbrecht

    Ich hätte auf niemanden getippt, schon gar nicht auf Herrn Borchert, den ja viele von uns im Deutschunterricht am Gymnasium kennenlernten: ich erinnere mich an eine sher ruhige Sprache, an einen Chronisten der Nachkriegsjahre – diese Zitat scheint mir viel wilder zu sein im Tonfall.

    Jetzt bin ich aber mal gespannt auf den Roman….

  • Olaf Westfeld

    Ich schaffe da leider auch nicht mitzulesen, bin aber gespannt was du schreibst.
    SAG NEIN habe ich mal ausschnittsweise mit einer 12. Klasse gesprochen. Das könnte ich für nächstes Schuljahr mal wieder rauskramen.

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